Vogel des Jahres 2027: Fünf Kandidaten stehen zur Wahl
Stand: 13. September 2026
Ein Trompetenruf über den Feldern, eine Schwalbe unter dem Dachvorsprung oder ein kleiner Vogel, der mitten im rauschenden Bach nach Nahrung taucht: Manchmal braucht es nur einen Augenblick, um neugierig auf unsere Vogelwelt zu werden.
Die Wahl zum Vogel des Jahres 2027 lädt dazu ein, genauer hinzusehen. Zur Auswahl stehen Kolkrabe, Kranich, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Wasseramsel. Fünf sehr unterschiedliche Vögel, die nicht nur um Stimmen werben, sondern auch auf ihre Lebensräume aufmerksam machen.
Abgestimmt werden kann vom 8. September bis zum 15. Oktober 2026 um 11 Uhr. Veranstaltet wird die öffentliche Wahl vom NABU und seinem bayerischen Partner, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz, kurz LBV.
Welcher Kandidat passt zu dir? Vielleicht der Vogel, dem du regelmäßig begegnest. Vielleicht aber auch eine Art, die du bislang kaum kennst – und deren Geschichte dich überrascht.

Vogel des Jahres 2027 wählen: So funktioniert die Abstimmung
Der Vogel des Jahres 2027 steht noch nicht fest. Die fünf Kandidaten wurden von Fachleuten des NABU und LBV anhand von Naturschutzkriterien ausgewählt. Über den Gewinner entscheidet nun die Öffentlichkeit.
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wann beginnt die Wahl? | Am 8. September 2026 |
| Wann endet die Abstimmung? | Am 15. Oktober 2026 um 11 Uhr |
| Wo wird gewählt? | Auf der offiziellen Wahlplattform von NABU und LBV |
| Wie oft darf man abstimmen? | Einmal pro Person |
| Wann wird der Gewinner bekanntgegeben? | Nach Angaben der Veranstalter am 15. Oktober 2026 |
| Wann beginnt sein Jahr als Jahresvogel? | Im Januar 2027 |
Die Teilnahme erfolgt in drei Schritten:
- Kandidaten auswählen: Entscheide dich auf der offiziellen Wahlseite für deinen Favoriten.
- Formular ausfüllen: Zu den Pflichtangaben gehören Vorname, Nachname, Postleitzahl und E-Mail-Adresse.
- Stimme bestätigen: Öffne die zugesandte E-Mail und klicke auf den Bestätigungslink.
Wichtig: Erst durch die Bestätigung per E-Mail wird deine Stimme gültig. Kommt die Nachricht nicht an, lohnt sich auch ein Blick in den Spam-Ordner.
Den direkten Zugang zur offiziellen Abstimmung findest du im Quellen- und Linkabschnitt am Ende dieses Artikels. Ein Kommentar hier bei Heimatwurzel oder eine Reaktion auf Facebook ersetzt die offizielle Stimmabgabe nicht.
Die fünf Kandidaten im Vergleich: Wer braucht welchen Lebensraum?
Die Kandidaten sind keine austauschbaren Gartenvögel. Eine Nisthilfe an der Hauswand kann einer Mehlschwalbe helfen – einem Kranich fehlt dadurch aber noch immer ein geeigneter Brut- oder Rastplatz.
| Kandidat | Typische Lebensräume | Wichtiges Schutzanliegen |
|---|---|---|
| Kolkrabe | Wälder, Waldränder und halboffene Landschaften | Akzeptanz von Wildtieren und Schutz vor Verfolgung |
| Kranich | Feuchtgebiete, Moore und störungsarme Rastgewässer | Wasser in der Landschaft und geeignete Feuchtlebensräume erhalten |
| Mehlschwalbe | Ortschaften mit geeigneten Gebäuden und insektenreichem Umfeld | Nester, Baumaterial und Insektennahrung sichern |
| Trauerschnäpper | Laub- und Mischwälder, baumreiche Parks und Gärten | Bruthöhlen, Insektennahrung und Klimaschutz |
| Wasseramsel | Schnell fließende, strukturreiche Bäche und kleine Flüsse | Saubere Gewässer und naturnahe Ufer erhalten |
Auch der Gefährdungsstatus unterscheidet sich: Auf der offiziellen Wahlseite werden Mehlschwalbe und Trauerschnäpper als gefährdet geführt. Kolkrabe, Kranich und Wasseramsel gelten dort als ungefährdet. Das bedeutet jedoch nicht, dass ihre Lebensräume keine Aufmerksamkeit benötigen.
Kolkrabe: Ein kluger Vogel mit einem schwierigen Ruf
Groß, schwarz und mit einem kräftigen Schnabel ausgestattet: Der Kolkrabe ist eine eindrucksvolle Erscheinung. Seine tiefen, rauen Rufe passen scheinbar zu den geheimnisvollen Rollen, die er in Märchen und Geschichten spielt.
Dabei ist er vor allem ein sozialer und lernfähiger Vogel. Kolkraben leben unter anderem in größeren Wäldern, an Waldrändern und in halboffenen Landschaften. Sie sind ganzjährig bei uns zu beobachten.
Sein Thema bei der Vogelwahl ist das Zusammenleben mit Wildtieren. Obwohl der Kolkrabe in Deutschland nicht als gefährdet gilt, können ihm illegale Abschüsse und Vergiftungen zum Verhängnis werden.
Wer ihm helfen möchte, muss deshalb nicht zuerst etwas kaufen oder bauen. Ein Anfang besteht darin, Vorurteile zu hinterfragen und seine Rolle in der Natur anzuerkennen. Als Allesfresser nutzt er sehr unterschiedliche Nahrungsquellen, darunter auch Aas.
Beobachtungsidee: Halte bei Spaziergängen am Waldrand Ausschau nach großen schwarzen Vögeln und achte auf ihre Rufe. Nicht jeder schwarze Vogel ist allerdings ein Kolkrabe.
Kranich: Ohne nasse Landschaften fehlt ihm das Zuhause
Wenn Kraniche rufend über den Himmel ziehen, schauen viele Menschen unwillkürlich nach oben. Ihre Keilformationen gehören zu den eindrucksvollsten Bildern des Vogelzugs.
Doch der Kranich braucht mehr als einen freien Himmel. Zum Brüten benötigt er geeignete Feuchtgebiete; während des Zuges sind störungsarme Schlaf- und Rastplätze wichtig. Seine Nester liegen am Boden, häufig von Wasser umgeben. Zur Nahrungssuche nutzt er während der Rast auch landwirtschaftliche Flächen.
Bei seiner Kandidatur geht es deshalb um einen sorgsamen Umgang mit Wasser und den Erhalt feuchter Landschaften. Entwässerung und austrocknende Lebensräume passen schlecht zu einem Vogel, dessen Schutz eng mit Mooren, Sümpfen und Gewässern verbunden ist.
Eine passende Hilfe besteht darin, solche Lebensräume zu erhalten und die Vögel an ihren Rastplätzen nicht zu bedrängen.
Naturerlebnis im Herbst: In unserem Beitrag über das Kranichebeobachten in Wanninchen findest du Informationen zu Beobachtungsangeboten und zur Vorbereitung eines Ausflugs. Die Region bietet im September und Oktober einen konkreten Zugang zu dem Lebensraumthema, für das der Kranich bei der Wahl steht.
Mehlschwalbe: Eine Nachbarin, die Platz unter dem Dach braucht
Die Mehlschwalbe gehört zu den Vögeln, die menschliche Gebäude als Brutplatz nutzen. Ihre fast geschlossenen Lehmnester sitzen häufig unter Dach- und Fassadenvorsprüngen. Im Flug fallen die helle Unterseite und der weiße Bürzel auf.
Ihre Nahrung besteht aus Fluginsekten. Damit ist sie gleich auf mehrere Dinge angewiesen: geeignete Nistplätze, ausreichend Insekten und Lehm für den Nestbau.
Verschwinden Nester bei Arbeiten am Gebäude, fehlen offene Bodenstellen oder nimmt das Insektenangebot ab, wird die Nachbarschaft schwieriger.
Passende Hilfe beginnt damit, vorhandene Nester zu erhalten. Wo natürliche Nistmöglichkeiten fehlen, können fachgerecht angebrachte Mehlschwalben-Kunstnester eine Ergänzung sein. Ein geeignet angebrachtes Kotbrett kann Verschmutzungen unter den Nestern vermindern. Bei geplanten Arbeiten an Brutplätzen sollte frühzeitig fachlicher Rat eingeholt werden.
Ein gewöhnlicher Meisenkasten ist dagegen kein Ersatz für ein Schwalbennest.
Auch andere Vögel sind auf geeignete Strukturen an Häusern und im Wohnumfeld angewiesen. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag „Spatzen verschwinden: Was hinter dem Rückgang steckt und wie du helfen kannst“.
Trauerschnäpper: Ein kleiner Insektenjäger mit einem Zeitproblem
Der Trauerschnäpper ist deutlich unauffälliger als ein vorbeiziehender Kranich. Er lebt in Wäldern, Parks und baumreichen Gärten. Von einem Ansitz aus startet er kurze Jagdflüge und fängt Insekten in der Luft.
Gebrütet wird in Baumhöhlen oder geeigneten Nistkästen. Den Winter verbringt der Zugvogel in Afrika.
Seine Kandidatur verbindet den Schutz von Bruthöhlen und Insekten mit dem Klimaschutz. Ein früher einsetzender Frühling kann dazu führen, dass nach seiner Rückkehr bereits viele Bruthöhlen besetzt sind und wichtige Phasen des Nahrungsangebots schlechter zur Jungenaufzucht passen.
Vor Ort helfen ihm vor allem geeignete Lebensräume mit alten, höhlenreichen Bäumen und ausreichend Insekten. Passende Nistkästen können fehlende Bruthöhlen ergänzen, ersetzen aber keinen intakten Lebensraum.
Hängt bereits ein Kasten im Garten, lohnt sich eine überlegte Pflege. Unser Ratgeber „Nistkasten reinigen im September: Wann du besser wartest“ erklärt, warum nicht allein der Kalender entscheidet: Bewohnte Quartiere dürfen durch eine gut gemeinte Reinigung nicht gestört werden.
Wasseramsel: Die Kandidatin, die unter Wasser nach Nahrung sucht
Ein kompakter Vogel mit dunklem Gefieder und auffallend weißer Brust sitzt auf einem Stein im Bach. Im nächsten Moment verschwindet er unter der Wasseroberfläche.
Die Wasseramsel kann tauchen, schwimmen und sich unter Wasser fortbewegen. Dort sucht sie nach kleinen Wassertieren, beispielsweise Insektenlarven.
Ihr Lebensraum sind vor allem geröllreiche, schnell fließende Bäche und kleinere Flüsse. In Deutschland ist sie besonders im Wald- und Bergland Mittel- und Süddeutschlands zu finden. Ihre Brutplätze liegen unter anderem in Uferböschungen, Mauern oder unter Brücken.
Bei der Wahl steht sie für saubere und naturnahe Fließgewässer. Schadstoffe, begradigte Bachläufe und verbaute Ufer beeinträchtigen diesen Lebensraum.
Ihr hilft deshalb nicht einfach ein Vogelhaus am Gartenteich. Entscheidend sind geeignete Gewässer mit Nahrung und geschützten Brutplätzen.
Beobachtungsidee: Schau bei einem Spaziergang an einem passenden Bach von einem bestehenden Weg aus auf Steine und flache Uferbereiche. Bleibe auf Abstand, statt dem Vogel für ein Foto durch das Bachbett zu folgen.

Welchen Kandidaten kannst du im Herbst beobachten?
Die Vogelwahl ist eine gute Gelegenheit für einen Ausflug – aber kein Versprechen, alle fünf Arten jetzt vor die Kamera zu bekommen.
Kolkrabe und Wasseramsel sind in geeigneten Lebensräumen ganzjährig zu beobachten. Bei der Wasseramsel ist die Wahl des Gewässers besonders wichtig: Ein beliebiger Teich ist nicht mit einem schnell fließenden, strukturreichen Bach vergleichbar.
Für Kraniche bieten September und Oktober interessante Beobachtungsmöglichkeiten an bekannten Rastplätzen. Wie viele Vögel an einem bestimmten Tag zu sehen sind, bleibt jedoch von den tatsächlichen Bedingungen abhängig.
Mehlschwalbe und Trauerschnäpper sind Zugvögel mit afrikanischen Winterquartieren. Eine Beobachtung hängt deshalb auch davon ab, wann die Tiere die jeweilige Region verlassen oder dort durchziehen.
Für deinen Ausflug gilt: Nutze freigegebene Wege und Beobachtungsstellen, nimm ein Fernglas mit und lass den Tieren Raum. Ein ruhiger Blick aus der Entfernung ist mehr wert als ein Foto, für das ein Vogel seinen Rast- oder Futterplatz verlassen muss.
Wer aus gelegentlichen Beobachtungen mehr machen möchte, findet in unserem Beitrag zur Stunde der Gartenvögel und zum richtigen Zählen von Vögeln einen Einstieg in eine andere Mitmachaktion. Die Vogelwahl und eine Vogelzählung sind allerdings zwei unterschiedliche Dinge: Hier entscheidest du über einen Jahresvogel, dort werden Beobachtungen gesammelt.
Häufige Fragen zum Vogel des Jahres 2027
Welcher Vogel ist Vogel des Jahres 2027?
Das steht zum Stand dieses Artikels noch nicht fest. Zur Wahl stehen Kolkrabe, Kranich, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Wasseramsel. Die Abstimmung endet am 15. Oktober 2026 um 11 Uhr.
Wer ist Vogel des Jahres 2026?
Der Vogel des Jahres 2026 ist das Rebhuhn. Der Gewinner der laufenden Wahl übernimmt den Titel ab Januar 2027.
War der Kranich schon einmal Vogel des Jahres?
Ja. Der Kranich war bereits 1978 Vogel des Jahres. Auch die Mehlschwalbe trug den Titel schon einmal, nämlich 1974. Eine frühere Auszeichnung schließt eine erneute Wahl somit nicht aus.
Muss ich einen Kandidaten selbst gesehen haben, um ihn zu wählen?
Nein. Du kannst dich auch für eine Art entscheiden, deren Lebensraum oder Schutzanliegen dir besonders wichtig ist. Die Kandidatenporträts sollen gerade dazu einladen, weniger bekannte Vögel kennenzulernen.
Deine Stimme für einen Vogel – dein Blick auf seinen Lebensraum
Vielleicht schlägt dein Herz für den Kranich, weil seine Rufe für dich zum Herbst gehören. Vielleicht erinnerst du dich an Schwalbennester am Elternhaus. Oder die Wasseramsel macht dich neugierig auf den Bach, an dem du bisher einfach vorbeigegangen bist.
Die Wahl zum Vogel des Jahres 2027 bietet einen Anlass, solche Begegnungen bewusster wahrzunehmen. Besonders wertvoll wird sie, wenn aus der Entscheidung für einen Namen auch Interesse an den Bedürfnissen der Art entsteht.
Denn Vogelschutz sieht nicht überall gleich aus: einmal geht es um eine Hauswand, einmal um einen alten Baum, einen Bach oder eine nasse Landschaft.
Welcher der fünf Kandidaten ist dein Favorit – und warum? Erzähl es uns in den Kommentaren. Deine offizielle Stimme gibst du anschließend auf der Wahlplattform von NABU und LBV ab.
Offizielle Abstimmung, Quellen und weiterführende Informationen
Jetzt offiziell abstimmen
Hier den Vogel des Jahres 2027 wählen – offizielle Wahlplattform von NABU und LBV
Die Wahlplattform führt die fünf Kandidaten und ihre Gefährdungseinstufung auf. Abstimmungsschluss ist der 15. Oktober 2026 um 11 Uhr. (NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.)
Wahlablauf und Hintergrund
Teilnahme und Bestätigung der Stimme: NABU und LBV: So funktioniert die Wahl. Informationen zu einmaliger Stimmabgabe, E-Mail-Bestätigung, Postleitzahl und Ergebnisbekanntgabe. (NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.)
Wahlstart und Kandidaten: NABU: Wer wird Vogel des Jahres 2027? und LBV: Vogelwahl und Schutzanliegen der Kandidaten. Offizielle Informationen zum Wahlzeitraum, zur Auswahl der Arten und zu den Naturschutzthemen. (NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.)
Fachinformationen zu den fünf Vogelarten
Kolkrabe: NABU-Vogelporträt Kolkrabe. Merkmale, Lebensräume, Nahrung, ganzjähriges Vorkommen und Gefährdungsfaktoren. (NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.)
Kranich: NABU-Vogelporträt Kranich. Brut- und Rastlebensräume, Zugverhalten und Bedeutung geeigneter Feuchtgebiete. (NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.)
Mehlschwalbe: NABU-Vogelporträt Mehlschwalbe. Erkennungsmerkmale, Lehmnester, Insektennahrung und praktische Hilfen durch Kunstnester und Kotbrettchen. (NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.)
Trauerschnäpper: NABU-Vogelporträt Trauerschnäpper sowie offizielles Kandidatenporträt zur Vogelwahl. Lebensräume, Höhlenbrut, Nahrung und klimabedingte Veränderungen im Jahresablauf. (NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.)
Wasseramsel: NABU-Vogelporträt Wasseramsel sowie offizielles Kandidatenporträt zur Vogelwahl. Nahrungssuche unter Wasser, Brutplätze und Bedeutung naturnaher Fließgewässer. (NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.)
Naturerlebnis und frühere Jahresvögel
Kraniche beobachten: Naturpark Niederlausitzer Landrücken: Naturwunder Vogelzug erleben. Offizielle Informationen zu Rastplätzen und Beobachtungsangeboten in Wanninchen im Herbst 2026. (Naturpark Niederlausitzer Landrücken)
Geschichte der Auszeichnung: NABU: Alle Vögel des Jahres im Überblick. Übersicht mit dem Rebhuhn als Jahresvogel 2026 sowie den früheren Auszeichnungen von Kranich und Mehlschwalbe. (NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.)

Hobbykoch, Gartenliebhaber und Autor