Pflaumenschnaps selbstgemacht – aromatischen Pflaumenlikör ohne Brennen ansetzen
Wenn im Spätsommer und Herbst die Pflaumen und Zwetschgen reif werden, hängen an manchen Bäumen mehr Früchte, als sich frisch essen, zu Kuchen verarbeiten oder einkochen lassen. Ein selbst gemachter Pflaumenansatz ist dann eine besonders genussvolle Möglichkeit, das volle Aroma der Ernte für viele Monate zu bewahren.
Unter dem Begriff „Pflaumenschnaps selbstgemacht“ suchen viele Menschen nach einem einfachen Rezept aus Pflaumen, Zucker und Korn oder Wodka. Genau genommen entsteht dabei jedoch kein gebrannter Pflaumenschnaps, sondern ein Pflaumenlikör. Die Früchte werden nicht vergoren und destilliert, sondern mehrere Wochen in bereits trinkfertigem Alkohol eingelegt.
Das Ergebnis ist ein tiefroter bis dunkelvioletter Likör mit intensivem Fruchtaroma, milder Süße und einer angenehmen Wärme. Er schmeckt pur, zu Desserts, in winterlichen Heißgetränken oder als Basis für fruchtige Cocktails. Auch als selbst gemachtes Geschenk aus der eigenen Küche macht er viel Freude.
Damit der Pflaumenlikör nicht zu süß, zu scharf oder unangenehm bitter wird, kommt es vor allem auf drei Dinge an: vollreife Früchte, einen geeigneten Grundalkohol und genügend Zeit zum Reifen.
Pflaumenschnaps selbstgemacht: das Wichtigste in Kürze
Für einen klassischen Pflaumenlikör benötigen Sie:
- 1 Kilogramm vollreife Pflaumen oder Zwetschgen
- 1 Liter Wodka oder Doppelkorn mit etwa 38 bis 40 Prozent Volumen
- 250 bis 350 Gramm Zucker
- ein großes, sauberes Ansatzglas
- sechs bis acht Wochen Ziehzeit
- mindestens vier weitere Wochen Reifezeit nach dem Filtern
Die Pflaumen werden gewaschen, entsteint, zerkleinert und zusammen mit Zucker und optionalen Gewürzen in Alkohol eingelegt. Nach der Ziehzeit wird der Ansatz gefiltert, in Flaschen gefüllt und anschließend ruhen gelassen.

Pflaumenschnaps, Pflaumenbrand oder Pflaumenlikör?
Im alltäglichen Sprachgebrauch werden viele alkoholische Fruchtgetränke als Schnaps bezeichnet. Fachlich bestehen jedoch deutliche Unterschiede.
| Bezeichnung | Herstellung | Typischer Charakter | Herstellung zu Hause |
|---|---|---|---|
| Pflaumenschnaps | Umgangssprachlicher Sammelbegriff | Je nach Produkt fruchtig, trocken oder süß | Der Begriff allein sagt nichts über die Methode aus |
| Pflaumenbrand | Vergärung der Früchte und anschließende Destillation | Trocken, klar, intensiv und nicht likörartig süß | Private Destillation ist in Deutschland grundsätzlich nicht zulässig |
| Zwetschgenbrand | Wie Pflaumenbrand, jedoch aus Zwetschgen | Häufig würzig, kräftig und kernig | Nur über eine zugelassene Brennerei |
| Slibowitz oder Slivovitz | Traditioneller Pflaumen- oder Zwetschgenbrand | Kräftig, trocken und deutlich alkoholisch | Entsteht ebenfalls durch Destillation |
| Pflaumenlikör | Einlegen der Früchte in trinkfertigem Alkohol und Süßen | Fruchtig, weich und süß | Ohne Destillation einfach selbst herstellbar |
Ein echter Pflaumenbrand wird nach europäischem Spirituosenrecht ausschließlich durch alkoholische Gärung und Destillation der Früchte oder ihres Mostes gewonnen. „Pflaume“, „Zwetschge“ und „Slibowitz“ dürfen dabei als Bezeichnungen für entsprechende Pflaumen- oder Zwetschgenbrände verwendet werden. Ein Likör entsteht dagegen unter anderem durch Mazeration pflanzlicher Zutaten in Alkohol und den Zusatz süßender Zutaten.
Für die heimische Küche ist daher die Bezeichnung Pflaumenlikör fachlich richtig. Das Hauptkeyword „Pflaumenschnaps selbstgemacht“ bleibt dennoch verständlich, weil es der geläufigen Such- und Alltagssprache entspricht.
Darf man Pflaumenschnaps zu Hause brennen?
Die private Gewinnung und Reinigung von Alkohol durch Destillation ist in Deutschland grundsätzlich unzulässig. Das gilt auch für kleine Mengen, die ausschließlich für den Eigenbedarf bestimmt sind. Das Alkoholsteuergesetz untersagt die private Alkoholherstellung außerhalb der dafür zugelassenen Brennereien ohne die erforderliche Genehmigung. Auch Geräte, die zur nicht gewerblichen privaten Alkoholgewinnung bestimmt sind, fallen unter gesetzliche Verbote.
Der in diesem Artikel beschriebene Pflaumenlikör wird nicht destilliert. Verwendet wird bereits versteuerter und für den menschlichen Verzehr bestimmter Wodka oder Doppelkorn. Die Pflaumen geben lediglich Geschmack, Farbe und Fruchtsaft an den Alkohol ab.
Wer aus der eigenen Pflaumenernte einen echten Brand herstellen lassen möchte, kann sich an eine zugelassene Abfindungs- oder Lohnbrennerei wenden. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen sogenannte Stoffbesitzer selbst gewonnene Früchte in einer zugelassenen Abfindungsbrennerei verarbeiten lassen. Dafür gelten unter anderem Genehmigungs-, Rohstoff- und Mengenregelungen. Stoffbesitzer dürfen kein eigenes Brenngerät besitzen und müssen die Alkoholgewinnung vorher beim zuständigen Hauptzollamt anmelden.
Rezept: Pflaumenschnaps selbstgemacht ohne Brennen
Dieses Grundrezept ergibt einen ausgewogenen Pflaumenlikör, bei dem die Frucht im Vordergrund bleibt. Die Zuckermenge kann an die verwendete Sorte und den persönlichen Geschmack angepasst werden.
Menge und Zubereitungszeit
Ergibt: etwa 1,3 bis 1,5 Liter, abhängig von der Saftigkeit der Früchte und der Filtermethode
Aktive Arbeitszeit: etwa 20 Minuten
Ziehzeit: sechs bis acht Wochen
Reifezeit in der Flasche: mindestens vier Wochen, besser acht Wochen
Zutaten
- 1 Kilogramm vollreife Pflaumen oder Zwetschgen
- 1 Liter Wodka oder Doppelkorn mit 38 bis 40 Prozent Volumen
- 300 Gramm weißer Zucker oder weißer Kandiszucker
Optional:
- 1 kleine Zimtstange
- ½ Vanilleschote
- 2 dünne Streifen unbehandelte Zitronen- oder Orangenschale
- 1 bis 2 Nelken für eine winterliche Variante
Benötigte Utensilien
- ein Ansatzglas mit mindestens 2,5 bis 3 Litern Fassungsvermögen
- ein scharfes Messer
- ein sauberes Schneidebrett
- ein Sieb
- ein feinmaschiges Passiertuch oder ein sauberer Papierfilter
- ein Trichter
- saubere, gut verschließbare Flaschen
Pflaumenlikör Schritt für Schritt zubereiten
1. Ansatzglas vorbereiten
Das Glas gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen, sorgfältig ausspülen und vollständig trocknen lassen. Auch Deckel, Messer, Schneidebrett und weitere Utensilien müssen sauber sein.
Verwenden Sie möglichst ein Glas mit weiter Öffnung. So lassen sich die Früchte später leichter einfüllen und wieder entnehmen.
2. Pflaumen auswählen und waschen
Nur reife, aromatische und einwandfreie Früchte verwenden. Kleine Druckstellen können großzügig entfernt werden. Schimmelige, faulige oder unangenehm gärig riechende Pflaumen gehören nicht in den Ansatz.
Die Früchte unter fließendem Wasser waschen und anschließend sorgfältig abtrocknen. Stiele und Blätter vollständig entfernen.
3. Pflaumen entsteinen
Die Pflaumen halbieren, entsteinen und je nach Größe vierteln. Durch die Schnittflächen kann der Alkohol die Aromen und Farbstoffe leichter aus dem Fruchtfleisch lösen.
Für einen kontrollierbaren Hausansatz sollten die Pflaumen vollständig entsteint werden. Zerbrochene oder gemahlene Steinobstkerne können cyanogene Pflanzenstoffe enthalten, aus denen Blausäure freigesetzt werden kann. Einige wenige versehentlich verschluckte intakte Pflaumenkerne sind nach Angaben der Verbraucherzentrale normalerweise kein Problem. Vom Zerkleinern und Verzehr der Kerne wird jedoch abgeraten.
Wer eine feine Mandelnote wünscht, sollte dafür lieber eine kleine Menge lebensmitteltaugliches Bittermandelaroma oder später etwas Amaretto verwenden.
4. Früchte und Zucker einfüllen
Die Pflaumenstücke in das vorbereitete Glas geben. Den Zucker darüberstreuen und das Glas vorsichtig schwenken, damit er sich zwischen den Früchten verteilt.
Bei sehr süßen Zwetschgen genügen häufig 250 Gramm Zucker. Säuerliche Pflaumen können 300 bis 350 Gramm vertragen. Es ist besser, zunächst zurückhaltend zu süßen. Nach dem Filtern lässt sich der Likör jederzeit nachsüßen.
5. Gewürze hinzufügen
Für einen klassischen Pflaumenlikör reichen eine halbe Vanilleschote oder eine kleine Zimtstange vollkommen aus. Zu viele Gewürze überdecken das natürliche Pflaumenaroma.
Bei Zitrusfrüchten nur die dünne farbige Schale verwenden. Die darunterliegende weiße Schicht kann den Ansatz bitter machen.
Nelken, Sternanis und Orangenschalen sollten sparsam dosiert und gegebenenfalls bereits nach ein bis zwei Wochen entfernt werden.
6. Mit Alkohol aufgießen
Wodka oder Doppelkorn über die Früchte gießen. Das Glas verschließen und einige Male vorsichtig drehen.
Die Früchte sollten möglichst weitgehend mit Flüssigkeit bedeckt sein. Da Pflaumenstücke häufig nach oben treiben, kann ein sauberer Glasbeschwerer helfen. Alternativ wird das Glas während der ersten Wochen regelmäßig vorsichtig geschwenkt, sodass die oberen Früchte immer wieder mit Alkohol benetzt werden.
7. Sechs bis acht Wochen ziehen lassen
Das verschlossene Glas an einen dunklen Ort bei normaler Raumtemperatur stellen. Ideal ist ein Küchenschrank, eine Speisekammer oder ein anderer Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung und ohne Heizungswärme.
Während der ersten zwei Wochen das Glas alle zwei bis drei Tage vorsichtig schwenken. Dadurch löst sich der Zucker gleichmäßiger. Heftiges Schütteln ist nicht erforderlich.
Bereits nach wenigen Tagen nimmt der Alkohol eine rötliche bis violette Farbe an. Das vollständige Aroma entwickelt sich jedoch erst nach mehreren Wochen.
Nach vier Wochen kann eine kleine Probe genommen werden. Ist das Aroma noch schwach, sollte der Ansatz weiterziehen. Gewürze, die bereits deutlich zu schmecken sind, können vorzeitig entfernt werden.
8. Pflaumenlikör abseihen
Nach sechs bis acht Wochen den Inhalt zunächst durch ein grobes Sieb gießen. Die Früchte abtropfen lassen.
Wer einen möglichst klaren Likör wünscht, sollte die Pflaumen nicht kräftig ausdrücken. Beim Pressen gelangen Fruchtfleisch, Pektine und Schwebstoffe in die Flüssigkeit.
Den grob gefilterten Likör anschließend 24 bis 48 Stunden in einem verschlossenen Gefäß ruhen lassen. Danach vorsichtig vom Bodensatz abgießen und durch ein feines Passiertuch oder einen Papierfilter laufen lassen.
Eine leichte Trübung ist bei selbst gemachtem Pflaumenlikör kein Qualitätsmangel.
9. Geschmack prüfen und nachsüßen
Nach dem Filtern lässt sich der Geschmack am besten beurteilen.
Ist der Likör noch zu herb, kann er vorsichtig nachgesüßt werden. Dafür beispielsweise 100 Gramm Zucker mit etwa 50 Millilitern Wasser erhitzen, bis sich der Zucker gelöst hat. Den Sirup vollständig abkühlen lassen und anschließend portionsweise unter den Likör rühren.
Nicht den gesamten Sirup auf einmal zugeben. Nach jeder kleinen Menge probieren und einige Minuten warten.
Schmeckt der Likör bereits ausgewogen, ist keine weitere Süße erforderlich.
10. Abfüllen und reifen lassen
Den fertigen Pflaumenlikör mit einem sauberen Trichter in trockene Flaschen füllen und fest verschließen.
Direkt nach dem Filtern wirken Frucht, Zucker und Alkohol häufig noch etwas unverbunden. Während der Flaschenreife wird der Geschmack deutlich runder.
Mindestens vier Wochen Reifezeit sind empfehlenswert. Nach acht bis zwölf Wochen besitzt der Likör meist ein besonders harmonisches Aroma.

Welche Pflaumen eignen sich am besten?
Entscheidend ist weniger die genaue Sorte als der Reifegrad. Die Früchte sollten aromatisch, saftig und vollständig ausgereift sein.
Zwetschgen
Zwetschgen besitzen meist ein festes Fruchtfleisch, eine deutliche Würze und ein ausgewogenes Verhältnis von Süße und Säure. Sie ergeben einen kräftigen, dunkel gefärbten Likör.
Für einen klassischen Pflaumenschnaps ohne Brennen sind vollreife Zwetschgen besonders gut geeignet.
Rundpflaumen
Rundpflaumen sind häufig saftiger und weicher als Zwetschgen. Ihr Geschmack kann milder und süßer ausfallen. Sie ergeben einen weichen, fruchtigen Likör, können aber mehr Trübstoffe abgeben.
Mirabellen
Mirabellen gehören ebenfalls zur Pflaumenfamilie, besitzen jedoch ein eigenes, besonders süßes und duftiges Aroma. Ein Mirabellenlikör fällt heller und honigartiger aus als ein klassischer Pflaumenlikör.
Renekloden
Renekloden ergeben einen feinen, floralen und ausgesprochen aromatischen Ansatz. Da sie oft sehr süß sind, sollte die Zuckermenge reduziert werden.
Wildpflaumen und Kriechenpflaumen
Kleine Wildpflaumen besitzen häufig eine ausgeprägte Säure und leichte Gerbstoffnoten. Sie können einen charaktervollen Likör ergeben, benötigen aber möglicherweise etwas mehr Zucker und eine längere Reifezeit.
Pflaumen oder Zwetschgen: Was schmeckt im Likör besser?
Pflaumen und Zwetschgen können gleichermaßen verwendet werden. Der Geschmack unterscheidet sich jedoch:
- Pflaumen ergeben meist einen weicheren, saftigeren und milderen Likör.
- Zwetschgen liefern häufig ein würzigeres und konzentrierteres Aroma.
- Sehr süße Früchte benötigen weniger Zucker.
- Säuerliche Sorten wirken mit Vanille oder einer kleinen Menge Zimt harmonischer.
- Eine Mischung mehrerer Sorten kann dem Likör zusätzliche Tiefe verleihen.
Für einen traditionellen und kräftigen Ansatz sind Zwetschgen meist die erste Wahl. Wer einen milden, süßen Fruchtlikör bevorzugt, kann saftige Rundpflaumen verwenden.
Welcher Alkohol eignet sich für Pflaumenlikör?
Der Grundalkohol sollte trinkfertig, lebensmitteltauglich und ausreichend stark sein. Reinigungsalkohol, Brennspiritus oder andere nicht ausdrücklich zum Verzehr bestimmte Alkohole dürfen niemals verwendet werden.
Wodka
Wodka mit 38 bis 40 Prozent Volumen ist die neutralste Wahl. Er überlässt den Pflaumen geschmacklich die Hauptrolle und eignet sich besonders für einen klaren, fruchtbetonten Likör.
Doppelkorn
Doppelkorn besitzt einen milden Getreidecharakter und passt sehr gut zu Zwetschgen, Zimt und Vanille. Er wirkt meist etwas rustikaler als Wodka.
Ein schwächerer Korn mit nur etwa 32 Prozent Volumen ist weniger geeignet, weil Fruchtsaft und Zuckerlösung den Alkoholgehalt zusätzlich reduzieren.
Weißer Rum
Weißer Rum bringt eine dezente Süße und leichte Zuckerrohrnoten mit. Er eignet sich für sommerliche oder cocktailartige Varianten.
Brauner Rum
Brauner Rum verleiht dem Pflaumenlikör Noten von Vanille, Holz und Karamell. Damit entsteht ein kräftiger, winterlicher Likör. Um das Pflaumenaroma nicht vollständig zu überdecken, kann brauner Rum mit Wodka gemischt werden.
Weinbrand
Weinbrand ergibt einen weichen, vollmundigen Ansatz mit deutlichem Eigencharakter. Diese Variante passt gut zu Pflaumendesserts, Schokolade und winterlichem Gebäck.
Wie viel Zucker gehört in Pflaumenlikör?
Die richtige Zuckermenge hängt von der Süße der Früchte und vom gewünschten Ergebnis ab.
| Zuckermenge je Kilogramm Pflaumen | Geschmack |
|---|---|
| 150 bis 200 Gramm | sehr herb, trocken und deutlich alkoholisch |
| 250 Gramm | fruchtig und nur mäßig süß |
| 300 Gramm | ausgewogen und klassisch |
| 350 bis 400 Gramm | deutlich süß und dessertartig |
| 450 Gramm und mehr | sehr süß bis sirupartig |
Für das erste Rezept sind 300 Gramm Zucker ein guter Ausgangspunkt.
Wer unsicher ist, verwendet zunächst 200 bis 250 Gramm und süßt nach dem Filtern nach. Einen zu wenig gesüßten Likör zu korrigieren ist einfach. Ein zu süßer Ansatz lässt sich dagegen nur durch weiteren Alkohol oder einen zweiten ungesüßten Ansatz ausgleichen.
Kandiszucker, Haushaltszucker, Rohrzucker oder Honig?
Weißer Haushaltszucker
Haushaltszucker ist geschmacksneutral, preiswert und gut dosierbar. Er unterstützt die Frucht, ohne ein eigenes Aroma einzubringen.
Weißer Kandiszucker
Weißer Kandis besteht ebenfalls überwiegend aus Saccharose. Er löst sich langsamer auf, bietet geschmacklich aber keinen zwingenden Vorteil. Für einen traditionellen Ansatz kann er dennoch verwendet werden.
Brauner Kandis oder Rohrohrzucker
Brauner Zucker bringt leichte Karamell- und Melassenoten mit. Das passt zu Zimt, Rum und winterlichen Gewürzen, verändert aber den reinen Pflaumengeschmack.
Honig
Milder Blüten- oder Akazienhonig kann einen Teil des Zuckers ersetzen. Kräftiger Waldhonig überlagert die Pflaume schnell.
Honig kann den Likör trüber machen. Das ist geschmacklich kein Problem, sollte aber bei einem möglichst klaren Ergebnis berücksichtigt werden.
Fünf beliebte Varianten für selbst gemachten Pflaumenschnaps
1. Klassischer Zwetschgenlikör mit Vanille
Für einen runden und fruchtbetonten Likör werden dem Grundrezept eine halbe aufgeschlitzte Vanilleschote und höchstens 300 Gramm Zucker zugegeben.
Die Vanille unterstützt die natürliche Süße der Zwetschgen, ohne sie zu überdecken.
2. Weihnachtlicher Pflaumenlikör
Zusätzlich zum Grundrezept verwenden:
- 1 kleine Zimtstange
- 1 Nelke
- 1 kleines Stück Sternanis
- 2 dünne Streifen Orangenschale
Nelke, Sternanis und Orangenschale nach ein bis zwei Wochen probieren und gegebenenfalls entfernen. Zimt kann meist länger im Ansatz bleiben.
3. Pflaumenlikör mit Rum
Statt eines Liters Wodka verwenden:
- 700 Milliliter Wodka
- 300 Milliliter braunen Rum
Diese Variante schmeckt kräftiger, wärmer und leicht karamellig. Sie passt besonders gut zu Schokoladendesserts und winterlichem Gebäck.
4. Pflaumenlikör mit Ingwer und Zitrone
Zusätzlich zum Grundrezept verwenden:
- 2 bis 3 dünne Scheiben frischen Ingwer
- 2 Streifen Zitronenschale ohne weiße Innenhaut
- 250 Gramm Zucker
Das Ergebnis ist frischer, leichter und weniger weihnachtlich. Den Ingwer nach zwei bis drei Wochen entfernen, falls seine Schärfe bereits deutlich hervortritt.
5. Herber Pflaumenansatz ohne zusätzliche Süße
Pflaumen können auch ohne Zucker in Wodka oder Doppelkorn eingelegt werden. Das Ergebnis ist ein trockener, kräftiger Fruchtauszug und streng genommen kein klassisch süßer Likör.
Nach der Ziehzeit kann entschieden werden, ob das Getränk ungesüßt bleiben oder mit einer kleinen Menge Zuckersirup abgerundet werden soll.
Wie lange muss Pflaumenschnaps ziehen?
Die übliche Ziehzeit beträgt sechs bis acht Wochen. Sie hängt jedoch von mehreren Faktoren ab:
- Reifegrad und Sorte der Pflaumen
- Größe der Fruchtstücke
- Alkoholstärke
- gewünschte Aromaintensität
- verwendete Gewürze
- Temperatur des Lagerortes
Sehr reife und klein geschnittene Früchte geben ihr Aroma schneller ab. Gefrorene und wieder aufgetaute Pflaumen können ebenfalls schneller ausziehen, weil ihre Zellstruktur bereits aufgebrochen ist.
Ein längerer Ansatz ist nicht automatisch besser. Nach zehn bis zwölf Wochen können Schalen, Gewürze und verbleibende Fruchtbestandteile zunehmend herbe Noten abgeben.
Eine erste Geschmacksprobe nach vier Wochen hilft, den richtigen Zeitpunkt zu bestimmen.
Warum muss der Likör nach dem Filtern weiterreifen?
Während des Ansetzens lösen sich Fruchtsäuren, Zucker, Farbstoffe und Aromastoffe in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Direkt nach dem Filtern können einzelne Bestandteile daher noch deutlich nebeneinanderstehen.
Während der Flaschenreife:
- wirkt der Alkohol weniger scharf,
- verbindet sich die Süße besser mit der Frucht,
- werden Gewürznoten harmonischer,
- entwickelt sich ein runderer Gesamteindruck.
Vier Wochen sind das Minimum. Zwei bis drei Monate ergeben häufig ein deutlich besseres Ergebnis. Besonders Liköre mit Rum, Zimt oder Vanille profitieren von längerer Reifezeit.
Alkoholgehalt des fertigen Pflaumenlikörs berechnen
Durch den austretenden Pflaumensaft und gegebenenfalls zugegebenen Zuckersirup sinkt der Alkoholgehalt deutlich unter den Wert des verwendeten Grundalkohols.
Eine grobe Berechnung ist möglich:
Menge des Grundalkohols × Alkoholgehalt ÷ fertige Gesamtmenge
Beispiel:
- 1 Liter Wodka mit 40 Prozent Volumen
- 1,5 Liter fertiger Pflaumenlikör
- 1 × 40 ÷ 1,5 = etwa 26,7 Prozent Volumen
Das ist nur ein Näherungswert. Voraussetzung ist, dass die tatsächliche Gesamtmenge nach dem Filtern gemessen wird.
Einfache Alkoholspindeln liefern bei Likör keine zuverlässigen Werte, weil Zucker und Fruchtbestandteile die Dichte der Flüssigkeit verändern.
Die häufigsten Fehler bei selbst gemachtem Pflaumenlikör
Unreife Früchte verwenden
Unreife Pflaumen besitzen wenig Süße und häufig ein flaches oder stark säuerliches Aroma. Alkohol kann keine Aromen hervorbringen, die in der Frucht noch nicht vorhanden sind.
Nur vollreife, duftende Früchte verwenden.
Schadhafte Früchte verarbeiten
Schimmel, Fäulnis und unangenehme Gärnoten verschwinden nicht durch Alkohol. Bereits eine verdorbene Frucht kann den gesamten Ansatz beeinträchtigen.
Zu viel Zucker auf einmal zugeben
Ein überzuckerter Likör schmeckt sirupartig und verdeckt die Frucht. Lieber mit einer moderaten Menge beginnen und später nachsüßen.
Zu schwachen Alkohol verwenden
Durch den Saft der Pflaumen wird der Alkohol verdünnt. Ein Grundalkohol mit etwa 38 bis 40 Prozent Volumen bietet eine bessere Ausgangsbasis als eine deutlich schwächere Spirituose.
Pflaumenkerne zerkleinern
Zerbrochene oder gemahlene Kerne können unerwünschte Bitterstoffe und cyanogene Verbindungen freisetzen. Die Pflaumen deshalb vor dem Ansetzen vollständig entsteinen.
Zu viele Gewürze verwenden
Eine einzelne Nelke kann einen ganzen Ansatz prägen. Auch Sternanis und Zitrusschalen werden schnell dominant.
Gewürze sparsam einsetzen und zwischendurch probieren.
Das Glas in die Sonne stellen
Direkte Sonneneinstrahlung kann Farbe und feine Fruchtaromen beeinträchtigen. Der Ansatz gehört an einen dunklen, mäßig temperierten Ort.
Die Früchte stark auspressen
Durch kräftiges Ausdrücken wird zwar mehr Flüssigkeit gewonnen, zugleich gelangen aber viele Schwebstoffe in den Likör. Wer Wert auf Klarheit legt, lässt die Früchte nur abtropfen.
Den Likör zu früh trinken
Ein junger Ansatz kann scharf und unausgewogen wirken. Die Flaschenreife ist ein wesentlicher Teil der Herstellung und sollte nicht übersprungen werden.
Probleme erkennen und den Likör retten
Der Pflaumenlikör ist zu süß
Kleine Mengen Wodka oder Doppelkorn einrühren und anschließend erneut probieren. Dabei beachten, dass sich dadurch auch Alkoholgehalt und Menge verändern.
Eine besonders elegante Lösung ist das Mischen mit einem zweiten, ungesüßten Pflaumenansatz.
Wasser allein ist weniger geeignet, weil es Geschmack und Alkoholstärke gleichzeitig verdünnt.
Der Likör schmeckt zu stark nach Alkohol
Den Likör zunächst weitere vier bis acht Wochen ruhen lassen. Häufig wird der alkoholische Eindruck während der Reifung deutlich milder.
Bleibt er zu scharf, kann eine kleine Menge abgekühlter Zuckersirup helfen. Nur portionsweise dosieren.
Der Likör schmeckt bitter
Mögliche Ursachen sind:
- weiße Teile von Zitronen- oder Orangenschalen
- zu lange eingelegte Gewürze
- zerbrochene Pflaumensteine
- unreife oder sehr gerbstoffreiche Früchte
- eine zu lange Ziehzeit
Leichte Bitterkeit kann durch etwas Zuckersirup oder das Mischen mit einem milderen Ansatz ausgeglichen werden. Stark unangenehme Bitterkeit lässt sich häufig nicht vollständig korrigieren.
Der Pflaumenlikör ist trüb
Eine natürliche Trübung entsteht durch Fruchtfleisch, Pektin und sehr reife Pflaumen. Den Likör mehrere Tage ruhig stehen lassen, vom Bodensatz abgießen und erneut durch ein feines Tuch oder einen Papierfilter geben.
Der Geschmack wird durch eine leichte Trübung normalerweise nicht beeinträchtigt.
Der Likör hat zu wenig Pflaumenaroma
Ein schwaches Aroma entsteht häufig durch unreife Früchte, zu viel Grundalkohol oder eine zu kurze Ziehzeit.
Der Ansatz kann noch einige Wochen weiterziehen. Alternativ lassen sich weitere vollreife, entsteinte Pflaumen zugeben. Danach muss die Ziehzeit erneut beobachtet werden.
Im Glas bildet sich Schimmel
Bei sichtbarem Schimmel darf der Ansatz nicht probiert oder nur teilweise gerettet werden. Der gesamte Inhalt muss entsorgt werden.
Auch ungewöhnlicher Druck im Glas, starke Gasbildung oder ein deutlich fauliger Geruch sind Warnzeichen.
Haltbarkeit und richtige Lagerung
Eine exakte Haltbarkeit kann für hausgemachten Pflaumenlikör nicht pauschal garantiert werden. Sie hängt von Alkoholgehalt, Zuckermenge, Hygiene, Zutaten und Lagerbedingungen ab.
Für eine gute Qualität:
- nur saubere und vollständig trockene Flaschen verwenden,
- Flaschen fest verschließen,
- kühl und dunkel lagern,
- Herstellungs- und Abfülldatum notieren,
- angebrochene Flaschen sauber halten,
- nicht direkt aus der Flasche trinken.
Für das beste Fruchtaroma sollte der Likör möglichst innerhalb eines Jahres verbraucht werden. Gut hergestellte und ausreichend alkoholhaltige Ansätze können länger genießbar bleiben, verlieren mit der Zeit jedoch möglicherweise an Farbe und Frische.
Ein feiner Bodensatz oder leichte Trübung ist nicht automatisch Verderb. Bei Schimmel, auffälliger Gasbildung, starkem Druck, fauligem Geruch oder eindeutig verändertem Geschmack muss der Likör entsorgt werden.
Kann man gefrorene Pflaumen verwenden?
Ja, auch entsteinte und eingefrorene Pflaumen eignen sich für einen Liköransatz.
Die Früchte im Kühlschrank auftauen und zusammen mit dem austretenden Saft verwenden. Durch das Einfrieren werden Zellstrukturen aufgebrochen, sodass Farbe und Aroma häufig schneller in den Alkohol übergehen.
Der fertige Likör kann dadurch etwas trüber werden. Geschmacklich ist das normalerweise kein Nachteil.
Pflaumen, die vor dem Einfrieren bereits beschädigt, schimmelig oder faulig waren, dürfen nicht mehr verwendet werden.
Die eingelegten Pflaumen weiterverwenden
Nach dem Filtern enthalten die Früchte noch viel Geschmack und eine erhebliche Menge Alkohol. Sie können beispielsweise verwendet werden für:
- Pflaumenkuchen für Erwachsene
- Vanilleeis und Pudding
- Schichtdesserts
- Schokoladenpralinen
- Bratensoßen
- Pflaumenkompott
- Füllungen für Gebäck
- Desserts mit Mascarpone oder Quark
Die Früchte nach dem Abseihen kühl lagern und zeitnah verarbeiten oder portionsweise einfrieren.
Da sie Alkohol enthalten, sind sie nicht für Kinder, Schwangere und andere Personen geeignet, die keinen Alkohol konsumieren dürfen oder möchten. Auch durch kurzes Erhitzen verschwindet der enthaltene Alkohol nicht zuverlässig vollständig.
Pflaumenlikör richtig servieren
Pflaumenlikör schmeckt am besten leicht gekühlt oder bei kühler Zimmertemperatur. Eine zu starke Kühlung unterdrückt die feinen Fruchtaromen.
Er passt besonders gut:
- als Digestif nach einem kräftigen Essen,
- zu Pflaumenkuchen und Streuselkuchen,
- über Vanilleeis,
- zu Panna Cotta,
- zu Schokoladendesserts,
- in winterlichen Heißgetränken,
- als aromatische Zutat für Cocktails.
Einfacher Pflaumen-Spritz
- 4 Zentiliter Pflaumenlikör
- 100 Milliliter trockener Sekt
- ein kleiner Schuss Mineralwasser
- Eiswürfel
- eine Zitronen- oder Orangenzeste
Alle Zutaten in ein Weinglas geben und vorsichtig umrühren.
Pflaumenlikör zu Vanilleeis
Eine Kugel Vanilleeis mit ein bis zwei Esslöffeln Pflaumenlikör beträufeln und mit gerösteten Mandeln oder Walnüssen bestreuen.
Winterlicher Pflaumenpunsch
Apfelsaft mit einer Zimtstange erwärmen. Erst nach dem Erhitzen etwas Pflaumenlikör in die Tasse geben. Nicht mehr aufkochen, damit möglichst viel Aroma erhalten bleibt.
Echten Pflaumenbrand aus der eigenen Ernte herstellen lassen
Ein Pflaumenlikör aus Wodka oder Doppelkorn schmeckt fruchtig und süß. Ein echter Pflaumenbrand besitzt dagegen einen trockenen, klaren und wesentlich konzentrierteren Charakter.
Wer eigene Pflaumen oder Zwetschgen besitzt und daraus einen Brand gewinnen möchte, sollte sich frühzeitig an eine zugelassene Brennerei wenden. Nicht jede Brennerei verarbeitet kleine private Mengen oder jede Art von Maische.
Vor dem Einmaischen sollte geklärt werden:
- welche Früchte angenommen werden,
- welche Mindestmenge erforderlich ist,
- wie die Früchte vorbereitet werden müssen,
- ob die Brennerei selbst einmaischt,
- welche Anmeldungen und Genehmigungen erforderlich sind,
- welche Kosten und Steuern entstehen,
- wann die Verarbeitung stattfinden kann.
Für Stoffbesitzer gelten besondere gesetzliche Voraussetzungen. Unter anderem müssen die verwendeten Rohstoffe grundsätzlich selbst im deutschen Steuergebiet gewonnen worden sein. Die Alkoholgewinnung findet in einer zugelassenen Abfindungsbrennerei statt und muss vorher genehmigt werden.
Häufige Fragen zu Pflaumenschnaps selbstgemacht
Kann man aus Pflaumen selbst Schnaps machen?
Zu Hause lässt sich aus Pflaumen einfach ein Likör ansetzen. Dafür werden die Früchte in gekauftem Wodka oder Doppelkorn eingelegt. Ein echter Pflaumenbrand entsteht dagegen durch Gärung und Destillation und darf in Deutschland nicht ohne entsprechende Zulassung privat hergestellt werden.
Ist Pflaumenlikör dasselbe wie Pflaumenschnaps?
Umgangssprachlich wird Pflaumenlikör häufig Pflaumenschnaps genannt. Fachlich ist Likör jedoch ein gesüßter Fruchtansatz, während Pflaumenbrand durch Gärung und Destillation entsteht.
Welche Pflaumen eignen sich für Pflaumenschnaps?
Am besten eignen sich vollreife, aromatische und gesunde Pflaumen oder Zwetschgen. Besonders kräftig schmeckt ein Ansatz aus reifen Zwetschgen. Rundpflaumen ergeben meist einen weicheren und saftigeren Likör.
Muss man die Pflaumen vorher entsteinen?
Ja, für einen sicheren und kontrollierbaren Hausansatz sollten die Pflaumen vollständig entsteint werden. Die Kerne dürfen insbesondere nicht zerbrochen, gemahlen oder zerkleinert verwendet werden.
Wie lange muss Pflaumenschnaps ziehen?
Ein Pflaumenlikör sollte etwa sechs bis acht Wochen ziehen. Anschließend wird er gefiltert und sollte mindestens vier weitere Wochen in der Flasche reifen.
Welcher Alkohol ist am besten?
Wodka oder Doppelkorn mit etwa 38 bis 40 Prozent Volumen sind am besten geeignet. Wodka schmeckt neutraler, während Doppelkorn eine leichte Getreidenote mitbringt.
Kann man normalen Korn mit 32 Prozent verwenden?
Grundsätzlich ist ein Ansatz damit möglich. Durch den austretenden Fruchtsaft sinkt der Alkoholgehalt jedoch weiter. Für ein stabiles und kräftiges Ergebnis ist ein Grundalkohol mit etwa 38 bis 40 Prozent Volumen die bessere Wahl.
Wie viel Zucker braucht man für ein Kilogramm Pflaumen?
Für einen ausgewogenen Likör sind etwa 250 bis 350 Gramm Zucker sinnvoll. Mit 300 Gramm entsteht meist eine angenehme Balance zwischen Frucht, Süße und Alkohol.
Kann man Pflaumenlikör ohne Zucker herstellen?
Ja. Dann entsteht ein trockener Pflaumenansatz, der später nach Geschmack gesüßt werden kann. Ohne ausreichende Süße entspricht er geschmacklich allerdings nicht dem klassischen Likör.
Kann man Honig statt Zucker verwenden?
Ein Teil des Zuckers kann durch milden Honig ersetzt werden. Honig bringt ein eigenes Aroma mit und kann den Likör trüber machen. Kräftige Honigsorten sollten deshalb sparsam verwendet werden.
Warum ist mein Pflaumenlikör trüb?
Trübungen entstehen häufig durch Fruchtfleisch, Pektin, sehr reife Früchte oder starkes Auspressen. Den Likör ruhen lassen, vorsichtig vom Bodensatz abgießen und erneut fein filtern.
Warum schmeckt der Likör bitter?
Mögliche Ursachen sind zerbrochene Kerne, zu viel weiße Zitrusschale, zu viele Gewürze oder eine sehr lange Ziehzeit. Leichte Bitterkeit kann mit etwas Zuckersirup ausgeglichen werden.
Wie lange ist selbst gemachter Pflaumenlikör haltbar?
Bei sauberer Herstellung, ausreichendem Alkoholgehalt und dunkler Lagerung kann Pflaumenlikör lange genießbar bleiben. Für die beste Fruchtqualität sollte er möglichst innerhalb eines Jahres verbraucht werden. Eine pauschale Haltbarkeitsgarantie ist bei Hausrezepten nicht möglich.
Was ist Slibowitz?
Slibowitz oder Slivovitz ist ein traditioneller Pflaumen- beziehungsweise Zwetschgenbrand. Er wird aus vergorenen Früchten destilliert und ist nicht mit einem gesüßten Pflaumenlikör aus Wodka oder Korn gleichzusetzen.
Kann man die alkoholischen Pflaumen noch essen?
Ja, die abgeseihten Früchte können für Kuchen, Desserts, Pralinen oder Soßen verwendet werden. Sie enthalten jedoch weiterhin Alkohol und sind deshalb ausschließlich für Erwachsene bestimmt, die Alkohol konsumieren dürfen.
Pflaumenschnaps selbstgemacht gelingt am besten als Pflaumenlikör
Pflaumenschnaps selbstgemacht bedeutet in der heimischen Küche meistens, einen aromatischen Pflaumenlikör ohne Destillation anzusetzen. Dafür braucht es weder eine besondere Ausrüstung noch komplizierte Arbeitsschritte.
Die Grundlage bilden vollreife Pflaumen oder Zwetschgen, ein geeigneter Alkohol mit etwa 38 bis 40 Prozent Volumen, eine maßvolle Zuckermenge und ausreichend Geduld.
Besonders wichtig sind:
- ausschließlich gesunde und aromatische Früchte,
- vollständiges Entsteinen,
- saubere Gläser und Flaschen,
- eine zurückhaltende Gewürzdosierung,
- sechs bis acht Wochen Ziehzeit,
- mindestens vier Wochen Flaschenreife.
Mit 300 Gramm Zucker pro Kilogramm Pflaumen entsteht ein ausgewogener Ausgangspunkt. Wer lieber herbe Liköre trinkt, beginnt mit weniger Zucker. Nachsüßen ist jederzeit möglich.
Ein echter Pflaumenbrand wird dagegen aus vergorenen Früchten destilliert. Da die private Destillation in Deutschland grundsätzlich nicht zulässig ist, führt der legale Weg über eine zugelassene Brennerei.
Der selbst angesetzte Pflaumenlikör ist jedoch weit mehr als nur eine Ersatzlösung: Er bewahrt Farbe, Duft und Geschmack reifer Pflaumen auf besonders genussvolle Weise und bringt selbst Monate nach der Ernte noch ein Stück Spätsommer ins Glas.
Quellen und rechtliche Grundlagen
Die rechtliche Abgrenzung zwischen Obstbrand und Likör beruht auf der europäischen Spirituosenverordnung. Dort werden unter anderem Herstellung, Mindestalkoholgehalt und Bezeichnungen der Spirituosenkategorien geregelt.
Die Vorschriften zur privaten Alkoholgewinnung, zu zugelassenen Brennereien und zu Stoffbesitzern ergeben sich aus dem Alkoholsteuergesetz, der Alkoholsteuerverordnung und den Informationen der deutschen Zollverwaltung.
Hinweise zum Umgang mit zerkleinerten Steinobstkernen und cyanogenen Pflanzenstoffen stellt die Verbraucherzentrale bereit.

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