Brombeermarmelade selber machen: Omas einfaches Grundrezept
Wenn die Brombeeren im Spätsommer dunkel glänzend an den Ranken hängen, beginnt einer dieser kurzen Erntemomente, die man nicht verstreichen lassen sollte. Vollreife Früchte warten nicht lange. Heute sind sie saftig und aromatisch, wenige Tage später können sie bereits überreif sein, herunterfallen oder von Vögeln und Wespen entdeckt werden.
Ein Korb frisch gepflückter Brombeeren lässt sich deshalb kaum besser bewahren als in Form einer selbst gekochten Marmelade. Beim Erhitzen färbt sich die Fruchtmasse tiefviolett, der Duft wird intensiver, und aus drei einfachen Zutaten entsteht ein Vorrat, der noch im Winter nach Spätsommer schmeckt.
Wer Brombeermarmelade selber machen möchte, braucht dafür kein kompliziertes Rezept. Entscheidend sind vielmehr einige kleine Handgriffe: Die Früchte müssen nach dem Aussortieren gewogen, Gelierzucker und Brombeeren exakt aufeinander abgestimmt und die Kochzeit erst ab dem wirklich sprudelnden Kochen gemessen werden.
Genau an diesen Punkten entscheidet sich, ob die Marmelade später fruchtig und streichfähig wird oder flüssig, zu fest beziehungsweise unnötig süß gerät.
Dieses Rezept konzentriert sich deshalb ganz bewusst auf ein einziges Ziel: eine klassische Brombeermarmelade wie früher, die zuverlässig gelingt. Ohne ausgefallene Aromen, ohne unnötige Zutaten und ohne komplizierte Küchentechnik.
Brombeermarmelade selber machen Infografik
Brombeermarmelade selber machen: Das Wichtigste in Kürze
Für Omas klassische Brombeermarmelade benötigen Sie 1 Kilogramm vorbereitete Brombeeren, 500 Gramm Gelierzucker 2:1 und etwa 2 Esslöffel Zitronensaft. Die Zutaten werden gründlich vermischt, vollständig aufgekocht und entsprechend der Angabe auf der Gelierzuckerpackung meist drei bis vier Minuten sprudelnd gekocht. Nach einer erfolgreichen Gelierprobe wird die Marmelade sofort heiß in saubere, warme Gläser gefüllt und fest verschlossen.
Das Rezept ergibt je nach Größe der Früchte, Kochverlust und Füllhöhe ungefähr fünf bis sechs Gläser mit jeweils 200 Millilitern Inhalt.
Rezeptangabe
Wert
Vorbereitung
etwa 25 Minuten
Kochzeit
meist 3 bis 4 Minuten sprudelnd
Gesamtzeit
etwa 40 Minuten
Menge
ungefähr 5 bis 6 Gläser à 200 ml
Gelierzucker
2:1
Schwierigkeitsgrad
einfach
Geschmack
fruchtig, fein säuerlich, nicht übermäßig süß
Konsistenz
weich bis mittelfest und gut streichfähig
Omas Grundrezept für Brombeermarmelade
Zutaten
Für etwa fünf bis sechs kleine Gläser benötigen Sie:
1 Kilogramm reife Brombeeren, nach dem Aussortieren gewogen
500 Gramm Gelierzucker 2:1
30 Milliliter Zitronensaft, ungefähr 2 Esslöffel
bei Bedarf 1 bis 2 Esslöffel Wasser, falls die Früchte zu Beginn anzusetzen drohen
Mehr braucht dieses Grundrezept nicht. Vollreife Brombeeren bringen genügend eigenes Aroma mit. Vanille, Zimt, Apfel und andere Zusätze würden die klassische Geschmacksrichtung verändern und gehören deshalb nicht in dieses Oma-Grundrezept.
Weitere Geschmackskombinationen finden Sie stattdessen in unserem separaten Beitrag über Brombeermarmelade-Rezepte und fruchtige Varianten.
Benötigte Küchenutensilien
Sie benötigen:
einen breiten Topf mit mindestens vier Litern Fassungsvermögen
eine Küchenwaage
einen Kochlöffel oder hitzefesten Teigschaber
einen Kartoffelstampfer oder Pürierstab
eine Schöpfkelle
einen Marmeladentrichter
einen kleinen Teller für die Gelierprobe
fünf bis sechs Schraubgläser mit unbeschädigten Deckeln
ein sauberes, feuchtes Tuch
bei einer kernlosen Marmelade zusätzlich ein feines Sieb oder eine Passiermühle
Der Topf sollte deutlich größer sein, als es die Menge der Zutaten zunächst vermuten lässt. Die Fruchtmasse steigt beim kräftigen Kochen auf und kann sich fast verdoppeln. Ein zu kleiner Topf erhöht die Gefahr des Überkochens und erschwert eine gleichmäßige Gelierung.
Warum dieses einfache Verhältnis so zuverlässig funktioniert
Das Verhältnis von einem Kilogramm Brombeeren zu 500 Gramm Gelierzucker 2:1 ist für eine klassische, fruchtbetonte Marmelade besonders praktikabel.
Die Brombeeren liefern:
Saft
Fruchtfleisch
Aroma
natürliche Säure
einen kleinen Anteil natürliches Pektin
Der Gelierzucker liefert:
die notwendige Zuckermenge
zusätzliches Pektin
je nach Produkt Säuerungsmittel
bei manchen Produkten weitere Bestandteile zur Stabilisierung und Haltbarkeit
Der Zitronensaft sorgt nicht nur für eine frischere Geschmacksbalance. Die zusätzliche Säure unterstützt außerdem die Bedingungen, unter denen das Pektin ein stabiles Gel bilden kann.
Wichtig ist jedoch, dass die Mengen nicht nach Gefühl verändert werden. Wer deutlich weniger Gelierzucker verwendet, erhält nicht einfach dieselbe Marmelade mit weniger Süße. Gelierung, Wassergehalt und Haltbarkeit verändern sich ebenfalls.
Welche Brombeeren eignen sich für Marmelade?
Die Qualität der fertigen Marmelade beginnt bei den Früchten. Zucker und Zitronensaft können schwaches Ausgangsmaterial nicht vollständig ausgleichen.
Vollreife Brombeeren liefern das beste Aroma
Reife Brombeeren sind:
gleichmäßig dunkelviolett bis schwarz
prall und saftig
aromatisch duftend
weich, aber nicht matschig
leicht vom Fruchtboden lösbar
Müssen die Beeren mit Kraft von der Ranke gezogen werden, sind sie meist noch nicht vollständig reif. Solche Früchte besitzen häufig mehr Säure, aber weniger ausgeprägtes Aroma.
Einige festere Früchte sind hilfreich
Für eine gute Marmelade müssen nicht ausnahmslos alle Beeren vollkommen weich sein. Ein kleiner Anteil festerer, gerade erst reifer Früchte kann sogar günstig sein, weil diese häufig noch etwas mehr natürliche Säure und gelierfähige Fruchtbestandteile enthalten.
Eine gute Mischung besteht ungefähr aus:
80 bis 90 Prozent vollreifen, aromatischen Brombeeren
10 bis 20 Prozent festen, aber bereits dunkel gefärbten Früchten
Unreife rote Beeren gehören nicht in den Topf. Sie schmecken meist hart, grünlich und übermäßig sauer.
Überreife und beschädigte Früchte aussortieren
Nicht verwendet werden sollten:
schimmelige Brombeeren
gärig oder alkoholisch riechende Früchte
stark matschige Beeren
eingetrocknete Fruchtstände
Beeren mit auffälligen Fraß- oder Fäulnisstellen
Früchte, aus denen bereits trüber Saft austritt
Schimmel lässt sich bei weichem Beerenobst nicht zuverlässig wegschneiden. Die betroffenen Früchte gehören vollständig in den Biomüll.
Brombeermarmelade Schritt für Schritt zubereiten
Schritt 1: Gläser und Deckel vorbereiten
Bereiten Sie die Gläser vollständig vor, bevor Sie mit dem Kochen beginnen. Sobald die Marmelade ihren Gelierpunkt erreicht hat, sollte sie ohne längere Unterbrechung abgefüllt werden.
Kontrollieren Sie die Gläser auf:
Sprünge
Abplatzungen
scharfe Ränder
hartnäckige Rückstände
Die Deckel dürfen nicht verrostet, verbogen oder an der Innenseite beschädigt sein. Stark gebrauchte Deckel, deren Dichtung nicht mehr einwandfrei aussieht, sollten ersetzt werden.
Waschen Sie Gläser und Deckel gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel. Spülen Sie alles klar nach. Die Gläser können zusätzlich in heißem Wasser vorbereitet oder in einem ausreichend heißen Spülmaschinenprogramm gereinigt werden.
Stellen Sie die sauberen Gläser bis zum Befüllen warm. Kochend heiße Marmelade sollte nicht in eiskaltes Glas gefüllt werden, weil der starke Temperaturunterschied Glasbruch begünstigen kann.
Ausführliche Hinweise zur Vorbereitung verschiedener Gläser finden Sie im Heimatwurzel-Ratgeber Marmelade richtig einkochen und haltbar machen.
Schritt 2: Brombeeren verlesen
Breiten Sie die Früchte möglichst auf einem großen Teller, Backblech oder Küchentuch aus. So lassen sich Blätter, Stiele, kleine Insekten und beschädigte Beeren leichter erkennen.
Arbeiten Sie sorgfältig, aber nicht übermäßig langsam. Reife Brombeeren sind druckempfindlich und beginnen bei warmer Raumtemperatur rasch Saft abzugeben.
Entfernen Sie konsequent alle Früchte, die schimmelig, gärig oder deutlich verdorben wirken.
Schritt 3: Brombeeren vorsichtig waschen
Geben Sie die Brombeeren portionsweise in ein großes Sieb und spülen Sie sie mit kaltem Wasser ab.
Vermeiden Sie:
einen sehr harten Wasserstrahl
langes Einweichen
kräftiges Reiben
das Waschen in einem randvoll gefüllten Becken
Reife Brombeeren zerfallen leicht. Je stärker sie beim Waschen beschädigt werden, desto mehr Saft geht verloren.
Lassen Sie die Früchte anschließend gründlich abtropfen. Zusätzliches Wasser verdünnt das Aroma und kann die Gelierung erschweren.
Schritt 4: Erst nach dem Aussortieren wiegen
Dieser Schritt wird häufig unterschätzt.
Das Rezept benötigt ein Kilogramm tatsächlich verwendbare Brombeeren. Blätter, Stiele, verdorbene Früchte und andere aussortierte Bestandteile zählen nicht zum Fruchtgewicht.
Stellen Sie eine leere Schüssel auf die Waage, setzen Sie die Anzeige auf null und wiegen Sie anschließend genau ein Kilogramm vorbereitete Früchte ab.
Bei einer kernlosen Marmelade ist später ein zweites Wiegen erforderlich, weil beim Passieren ein Teil der Masse zurückbleibt.
Schritt 5: Die gewünschte Konsistenz bestimmen
Für eine rustikale Brombeermarmelade zerdrücken Sie die Früchte mit einem Kartoffelstampfer. Dabei bleiben kleine Fruchtstücke und sämtliche Kerne erhalten.
Für eine gleichmäßigere Konsistenz pürieren Sie die Brombeeren kurz mit einem Pürierstab.
Pürieren Sie nur so lange wie nötig. Übermäßig langes Mixen kann:
viel Luft einarbeiten
die Schaumbildung verstärken
Kerne beschädigen
eine leicht sandige Textur erzeugen
unerwünschte Bitternoten fördern
Eine vollständig glatte Marmelade entsteht nicht durch besonders langes Mixen, sondern durch Passieren.
Schritt 6: Brombeeren, Gelierzucker und Zitronensaft vermischen
Geben Sie die vorbereiteten Brombeeren in den großen Topf. Fügen Sie 500 Gramm Gelierzucker 2:1 und etwa 30 Milliliter Zitronensaft hinzu.
Verrühren Sie alles gründlich, bis keine trockenen Zuckerstellen mehr erkennbar sind. Fahren Sie mit dem Kochlöffel auch über den Boden und am Rand des Topfes entlang.
Lassen Sie die Mischung nach Möglichkeit 10 bis 20 Minuten stehen. In dieser Zeit tritt Fruchtsaft aus, der Zucker beginnt sich zu lösen und die Masse lässt sich anschließend gleichmäßiger erhitzen.
Bei sehr saftigen Brombeeren kann direkt weitergekocht werden. Feste oder etwas trockenere Früchte profitieren von der kurzen Ruhezeit.
Schritt 7: Die Fruchtmasse langsam erwärmen
Erwärmen Sie den Topfinhalt zunächst bei mittlerer Hitze. Rühren Sie regelmäßig, besonders am Boden.
Die Mischung wird allmählich flüssiger, weil die Brombeeren Saft abgeben und sich der Zucker auflöst.
Sollten sehr trockene Früchte am Topfboden haften, können ein bis zwei Esslöffel Wasser hinzugegeben werden. Mehr ist normalerweise nicht erforderlich.
Verwenden Sie nicht vorsorglich eine größere Menge Wasser. Jede zusätzliche Flüssigkeit muss später wieder verdampfen und kann die Gelierung verzögern.
Schritt 8: Den wirklich sprudelnden Kochpunkt erkennen
Sobald die Fruchtmasse heiß wird, erscheinen zunächst einzelne Bläschen am Rand. Das ist noch nicht der Beginn der eigentlichen Kochzeit.
Die Kochzeit startet erst, wenn:
die gesamte Oberfläche kräftig blubbert
die Masse sichtbar aufsteigt
auch in der Mitte große Blasen entstehen
das Kochen beim Umrühren nicht vollständig zusammenfällt
Dieser Zustand wird als sprudelndes oder rollendes Kochen bezeichnet.
Erst jetzt starten Sie die Zeitmessung.
Schritt 9: Nach Packungsangabe kräftig kochen
Die meisten Gelierzuckerprodukte benötigen etwa drei bis vier Minuten sprudelnde Kochzeit. Maßgeblich bleibt die Angabe auf der jeweiligen Packung.
Rühren Sie während dieser Zeit ohne längere Unterbrechung. Achten Sie darauf, dass der Kochlöffel:
den Topfboden erreicht
den Rand abstreift
die gesamte Masse bewegt
festsetzende Fruchtbestandteile löst
Reduzieren Sie die Hitze nur, wenn die Marmelade trotz ausreichend großem Topf überzukochen droht. Sie sollte während der vorgesehenen Zeit dennoch kräftig weiterkochen.
Schritt 10: Die Gelierprobe machen
Legen Sie vor dem Kochen einen kleinen Teller in den Kühlschrank oder für wenige Minuten in das Gefrierfach.
Geben Sie nach Ablauf der angegebenen Kochzeit einen halben Teelöffel Marmelade auf den kalten Teller. Warten Sie ungefähr 30 bis 60 Sekunden.
Schieben Sie die Probe anschließend mit einem Finger oder Löffel zusammen.
Die Marmelade ist ausreichend geliert, wenn:
der Klecks sichtbar andickt
er nicht sofort wässrig auseinanderläuft
beim Zusammenschieben eine leichte Haut oder Falte entsteht
eine erkennbare Spur auf dem Teller zurückbleibt
Die Probe muss nicht schnittfest werden. Eine gute Frühstücksmarmelade darf weich und geschmeidig bleiben.
Bleibt die Masse sehr dünn, kochen Sie sie weitere 30 bis 60 Sekunden sprudelnd und wiederholen Sie die Gelierprobe.
Schritt 11: Schaum abschöpfen
Auf der Oberfläche kann sich beim Kochen ein hellvioletter oder rosafarbener Schaum bilden. Er ist nicht automatisch ein Zeichen für Verderb.
Für ein gleichmäßiges Ergebnis kann der Schaum mit einem sauberen Löffel entfernt werden. Dadurch gelangen weniger Luftblasen in die Gläser, und die Oberfläche sieht später ruhiger aus.
Der abgeschöpfte Schaum muss nicht weggeworfen werden. Er kann nach dem Abkühlen sofort zu Joghurt, Quark, Grießbrei oder auf Brot gegessen werden. Für eine langfristige Lagerung ist er wegen der vielen eingeschlossenen Luft weniger geeignet.
Schritt 12: Marmelade kochend heiß abfüllen
Stellen Sie die warmen Gläser auf ein feuchtes Tuch, ein Holzbrett oder eine andere hitzebeständige Unterlage.
Füllen Sie die Marmelade mit Schöpfkelle und Trichter ein. Lassen Sie nur wenig freien Raum unter dem Rand, ungefähr fünf Millimeter.
Arbeiten Sie zügig, aber nicht hektisch. Heiße Marmelade haftet an der Haut und kann schwere Verbrennungen verursachen.
Berühren Sie die Glasinnenseiten und Deckelunterseiten nicht mit den Fingern.
Schritt 13: Glasränder reinigen und sofort verschließen
Kontrollieren Sie jeden Glasrand. Entfernen Sie Fruchtreste mit einem sauberen, feuchten Tuch.
Bereits kleine Rückstände zwischen Glas und Deckel können verhindern, dass sich beim Abkühlen ein zuverlässiges Vakuum bildet.
Schrauben Sie die Deckel sofort fest auf. Verwenden Sie dabei ein trockenes Tuch oder geeignete Handschuhe, da die Gläser sehr heiß sind.
Schritt 14: Gläser aufrecht abkühlen lassen
Stellen Sie die verschlossenen Gläser aufrecht auf ein Tuch und lassen Sie sie ungestört abkühlen.
Das Umdrehen der Gläser ist nicht notwendig. Es verbessert das entstehende Vakuum nicht zuverlässig und bringt die heiße Marmelade unnötig mit der Innenseite des Deckels in Kontakt.
Bewegen und schütteln Sie die Gläser während des Abkühlens möglichst nicht. Einige Marmeladen erreichen ihre endgültige Konsistenz erst nach ein bis drei Tagen.
Schritt 15: Vakuum kontrollieren und Gläser beschriften
Prüfen Sie die Deckel nach dem vollständigen Abkühlen.
Bei einem Twist-off-Glas sollte:
die Deckelmitte leicht nach innen gezogen sein
der Deckel fest sitzen
beim Drücken kein Klicken entstehen
keine Flüssigkeit austreten
Ein Glas ohne erkennbares Vakuum gehört nicht in den Vorratsschrank. Stellen Sie es in den Kühlschrank und verbrauchen Sie die Marmelade zeitnah.
Beschriften Sie die Gläser mit:
Brombeermarmelade
Herstellungsdatum
verwendetem Gelierzuckerverhältnis
gegebenenfalls dem Hinweis „kernlos“
Brombeermarmelade ohne Kerne selber machen
Brombeerkerne sind essbar. Viele Menschen empfinden sie jedoch auf Brot als störend. Besonders bei empfindlichen Zähnen oder Zahnprothesen wird häufig eine glatte Marmelade bevorzugt.
Für eine kernlose Variante benötigen Sie mehr als ein Kilogramm Ausgangsfrüchte, weil beim Passieren Kerne und Fruchtreste zurückbleiben.
Planen Sie je nach Brombeersorte ungefähr 1,2 bis 1,4 Kilogramm ganze Früchte ein, um am Ende etwa ein Kilogramm Fruchtpüree zu erhalten.
So werden die Kerne entfernt
Brombeeren verlesen, waschen und abtropfen lassen.
Die Früchte ohne Gelierzucker in einen Topf geben.
Bei niedriger bis mittlerer Hitze langsam erwärmen.
Sobald Saft austritt, die Beeren mit einem Stampfer zerdrücken.
Die Masse etwa fünf bis acht Minuten weich werden lassen.
Warme Brombeeren durch ein feines Sieb oder eine Passiermühle streichen.
Das gewonnene Fruchtpüree erneut wiegen.
Gelierzucker nach dem Gewicht des Pürees berechnen.
Zitronensaft zugeben und die Marmelade nach Packungsangabe kochen.
Warum nach dem Passieren neu gewogen werden muss
Angenommen, Sie beginnen mit 1.200 Gramm Brombeeren. Nach dem Passieren bleiben 900 Gramm Fruchtpüree übrig.
Würden Sie stattdessen die für 1.200 Gramm Früchte berechneten 600 Gramm Gelierzucker verwenden, würde die Marmelade süßer und wahrscheinlich deutlich fester als vorgesehen.
Berechnungstabelle für Gelierzucker 2:1
Vorbereitete Fruchtmasse
Benötigter Gelierzucker 2:1
300 g
150 g
400 g
200 g
500 g
250 g
600 g
300 g
700 g
350 g
800 g
400 g
900 g
450 g
1.000 g
500 g
Wenn Sie nur einen Teil einer Gelierzuckerpackung verwenden, mischen Sie den trockenen Packungsinhalt vorher sorgfältig durch. Pektin und andere Bestandteile können sich innerhalb der Packung ungleichmäßig verteilt haben.
Frische oder tiefgekühlte Brombeeren?
Brombeermarmelade lässt sich sowohl aus frischen als auch aus tiefgekühlten Früchten kochen.
Frische Brombeeren
Frisch geerntete Früchte liefern bei optimaler Reife meist das lebendigste Aroma. Sie sollten möglichst am Tag der Ernte verarbeitet werden.
Müssen die Brombeeren bis zum nächsten Tag warten, lagern Sie sie:
ungewaschen
möglichst flach ausgebreitet
abgedeckt
im Kühlschrank
Waschen Sie die Früchte erst unmittelbar vor dem Kochen.
Tiefgekühlte Brombeeren
Tiefgekühlte Früchte sind praktisch, wenn die Ernte über mehrere Tage verteilt anfällt. Kleine Mengen können gesammelt und später gemeinsam verarbeitet werden.
Geben Sie beim Auftauen austretenden Saft mit in den Topf. Er gehört zur Fruchtmasse und enthält einen Teil des Aromas.
Zusätzliches Wasser ist meistens nicht nötig.
Die Früchte können über Nacht im Kühlschrank auftauen oder direkt im Topf langsam erhitzt werden. Achten Sie darauf, dass die gesamte Masse später wirklich sprudelnd kocht.
Weitere Hinweise zur sicheren Verwendung gefrorener Beeren finden Sie im Beitrag Tiefkühlbeeren richtig verwenden und ausreichend erhitzen.
Brombeermarmelade selber machen
Welcher Gelierzucker ist für das Grundrezept richtig?
Für dieses Rezept wird Gelierzucker 2:1 empfohlen. Er bietet einen guten Ausgleich zwischen Fruchtgeschmack, Süße und zuverlässiger Gelierung.
Gelierzucker 2:1
Das Verhältnis bedeutet:
zwei Teile Frucht
ein Teil Gelierzucker
Für ein Kilogramm vorbereitete Früchte werden somit 500 Gramm Gelierzucker benötigt.
Die Marmelade schmeckt fruchtiger als eine klassische 1:1-Zubereitung, bleibt aber in der Regel zuverlässig streichfähig.
Gelierzucker 1:1
Bei Gelierzucker 1:1 werden Frucht und Gelierzucker in gleicher Menge verwendet.
Für ein Kilogramm Brombeeren wären das ein Kilogramm Gelierzucker. Das Ergebnis wird deutlich süßer und häufig fester.
Diese Art entspricht eher vielen traditionellen Rezepten aus einer Zeit, in der ein hoher Zuckeranteil zur langen Haltbarkeit beitragen sollte.
Gelierzucker 3:1
Bei Gelierzucker 3:1 werden drei Teile Frucht mit einem Teil Gelierzucker verarbeitet.
Die Marmelade schmeckt weniger süß und besonders fruchtbetont. Gleichzeitig sollte die Packungsanleitung exakt eingehalten werden. Nach dem Öffnen ist ein hygienischer Umgang besonders wichtig.
Gelierzuckersorten nicht frei austauschen
Gelierzucker 1:1, 2:1 und 3:1 unterscheiden sich nicht nur in der Zuckermenge. Auch Art und Menge des Geliermittels sowie mögliche Säuerungs- und Konservierungsbestandteile können verschieden sein.
Verwenden Sie deshalb immer:
das für die jeweilige Gelierzuckersorte vorgesehene Mischungsverhältnis
die aufgedruckte Kochzeit
die Hinweise des Herstellers
Die Gelierprobe richtig beurteilen
Die Gelierprobe ist der wichtigste Kontrollpunkt des gesamten Rezepts. Sie zeigt innerhalb kurzer Zeit, wie sich die Marmelade nach dem Abkühlen ungefähr verhalten wird.
Eine gute Probe ist nicht steinhart
Viele Menschen kochen Marmelade zu lange, weil die Probe auf dem Teller nicht sofort vollkommen fest wird.
Das Ziel ist keine schnittfeste Masse. Gute Brombeermarmelade sollte:
auf dem Brot bleiben
sich leicht verstreichen lassen
nicht wässrig herunterlaufen
weich und fruchtig wirken
Bildet der Klecks eine leichte Haut und läuft beim Schräghalten des Tellers nur langsam, ist der Gelierpunkt meist erreicht.
Warum der kalte Teller wichtig ist
Im heißen Topf erscheint Marmelade fast immer dünn. Erst beim Abkühlen kann sich das Pektinnetzwerk vollständig ausbilden.
Auf einem kalten Teller geschieht diese Abkühlung innerhalb weniger Sekunden. Ein warmer Teller würde die tatsächliche spätere Konsistenz nur unzureichend zeigen.
Nicht zu viele Proben hintereinander machen
Jede zusätzliche Kochminute verdampft Wasser und konzentriert die Masse. Wer fünf oder sechs Gelierproben nacheinander macht, kann aus einer zunächst weichen Marmelade unbeabsichtigt einen sehr festen Aufstrich machen.
Arbeiten Sie deshalb in kurzen Schritten:
erste Probe nach Ablauf der Packungszeit
bei Bedarf weitere 30 bis 60 Sekunden kochen
zweite Probe
anschließend möglichst abfüllen
Warum Brombeermarmelade nicht fest wird
Eine flüssige Marmelade kann verschiedene Ursachen haben. Die folgende Übersicht erleichtert die Fehlersuche.
Ursache
Woran Sie sie erkennen
Lösung
Kochzeit zu früh gestartet
Nur einzelne Blasen waren sichtbar
Zeit erst ab vollständig sprudelndem Kochen messen
Zu viel Frucht verwendet
Mischungsverhältnis wurde geschätzt
Früchte exakt wiegen
Nach dem Passieren nicht neu gewogen
Kernlose Marmelade bleibt weich
Fruchtpüree nach dem Sieben erneut wiegen
Zu viel Wasser hinzugefügt
Masse wirkt verdünnt
Nur bei Bedarf wenige Esslöffel Wasser verwenden
Rezeptmenge verdoppelt
Sehr voller Topf, langsames Aufkochen
Mehrere einzelne Chargen kochen
Kochzeit zu kurz
Gelierprobe läuft wässrig
Kurz weiterkochen und erneut prüfen
Gelierzucker falsch dosiert
Verhältnis stimmt nicht
Packungsangabe kontrollieren
Sehr überreife Früchte
Viel Saft, wenig Struktur
Mit einigen festeren Früchten mischen
Gelierzucker zu alt oder feucht
Produkt verklumpt oder geliert schwach
Frische, trocken gelagerte Packung verwenden
Erst vollständig abkühlen lassen
Beurteilen Sie die Marmelade nicht direkt nach dem Abfüllen. Je nach Gelierzucker und Frucht kann es ein bis drei Tage dauern, bis die endgültige Festigkeit erreicht ist.
Stellen Sie die Gläser während dieser Zeit ruhig und bewegen Sie sie möglichst wenig.
Flüssige Marmelade retten
Bleibt die Marmelade nach mehreren Tagen sehr dünn, haben Sie drei Möglichkeiten.
Möglichkeit 1: Als Fruchtsoße verwenden
Eine aromatische, aber weiche Marmelade eignet sich hervorragend für:
Naturjoghurt
Quark
Milchreis
Eis
Pfannkuchen
Dessertcremes
Kuchenfüllungen
Geschmacklich ist sie häufig vollkommen gelungen, auch wenn die Konsistenz nicht dem geplanten Brotaufstrich entspricht.
Möglichkeit 2: Kleine Probemenge nachkochen
Öffnen Sie zunächst nur ein oder zwei Gläser. Kochen Sie die enthaltene Marmelade mit einer kleinen, exakt nach Herstellerangabe dosierten Menge Geliermittel erneut auf.
Machen Sie anschließend eine Gelierprobe und füllen Sie die Masse wieder heiß in ein frisch vorbereitetes Glas.
Bearbeiten Sie nicht sofort den gesamten Vorrat. Eine kleine Testcharge zeigt, ob die Korrektur funktioniert.
Möglichkeit 3: Beim nächsten Kochdurchgang mitverwenden
Eine kleine Menge flüssiger Marmelade kann bei einer späteren Charge mit frischen Brombeeren verarbeitet werden. Sie muss dabei in das Gesamtgewicht und das Mischungsverhältnis einbezogen werden.
Warum Brombeermarmelade zu fest wird
Eine sehr harte Marmelade entsteht meist durch:
zu lange Kochzeit
zu viel Gelierzucker
zu wenig Frucht
starke Verdunstung in einer kleinen Menge
falsches Mischungsverhältnis nach dem Passieren
Die gesamte Charge erneut mit Wasser zu verdünnen, ist für den Vorrat nicht ideal. Haltbarkeit und Gelierverhalten werden dadurch schwer kalkulierbar.
Besser ist es, die Marmelade erst nach dem Öffnen portionsweise anzupassen. Rühren Sie dazu eine kleine Menge mit etwas heißem Wasser, Brombeersaft oder Zitronensaft glatt.
Beginnen Sie mit einem Teelöffel Flüssigkeit und erhöhen Sie die Menge nur langsam.
Weitere häufige Fehler beim Marmeladekochen
Die Marmelade schmeckt bitter
Mögliche Ursachen sind:
zu viele unreife Früchte
zermahlene Brombeerkerne
angebrannte Fruchtmasse
übermäßig lange Kochzeit
beschädigte oder gärige Beeren
Pürieren Sie die Früchte nicht länger als nötig und rühren Sie besonders während der Aufheizphase bis zum Topfboden.
Die Farbe wird braun
Brombeermarmelade kann während der Lagerung allmählich dunkler oder bräunlicher werden.
Beschleunigt wird dieser Prozess durch:
Licht
Wärme
lange Kochzeit
viel Sauerstoff im Glas
wiederholtes Öffnen
Lagern Sie die Gläser dunkel und möglichst gleichmäßig kühl. Eine Farbveränderung allein bedeutet nicht automatisch, dass die Marmelade verdorben ist.
Frucht und Gel setzen sich unterschiedlich ab
Bei sehr grob zerkleinerten Brombeeren können Fruchtstücke nach oben steigen, während sich darunter eine weichere Gelschicht bildet.
Rühren Sie die fertige Marmelade vor dem Abfüllen noch einmal ruhig und gleichmäßig durch. Schlagen Sie dabei keine zusätzliche Luft ein.
Es entstehen viele Luftblasen
Ursachen können sein:
langes Pürieren
heftiges Schlagen mit einem Schneebesen
zu schnelles Abfüllen
viel Schaum auf der Oberfläche
Arbeiten Sie mit einem Kochlöffel, pürieren Sie nur kurz und füllen Sie die Gläser gleichmäßig.
Der Deckel klickt nach dem Abkühlen
Ein klickender Deckel deutet darauf hin, dass kein zuverlässiges Vakuum entstanden ist.
Mögliche Gründe:
verschmutzter Glasrand
beschädigter Deckel
zu langsames Abfüllen
zu stark abgekühlte Marmelade
nicht richtig geschlossener Deckel
Lagern Sie ein solches Glas im Kühlschrank und verbrauchen Sie es zuerst.
Wie lange ist selbst gemachte Brombeermarmelade haltbar?
Sauber zubereitete, heiß abgefüllte und zuverlässig verschlossene Brombeermarmelade sollte für die beste Qualität innerhalb von ungefähr zwölf Monaten verbraucht werden.
Lagern Sie die Gläser:
dunkel
trocken
vor Wärme geschützt
möglichst bei gleichmäßiger Temperatur
idealerweise ungefähr zwischen 15 und 20 Grad Celsius
Ein Vorratsschrank, eine kühle Speisekammer oder ein trockener Keller eignen sich gut. Direkte Sonne, Heizungsnähe und starke Temperaturschwankungen sind ungünstig.
Nach dem Öffnen gehört das Glas in den Kühlschrank
Geöffnete Brombeermarmelade sollte gekühlt werden.
Entnehmen Sie die Marmelade ausschließlich mit sauberem Besteck. Butterreste, Brotkrümel, Frischkäse oder Speichel gelangen sonst in das Glas und können den Verderb beschleunigen.
Füllen Sie die Marmelade lieber in mehrere kleine Gläser als in wenige sehr große. Kleine Gläser werden schneller verbraucht und sind nach dem Öffnen kürzer möglichen Verunreinigungen ausgesetzt.
Wann muss die Marmelade entsorgt werden?
Entsorgen Sie das gesamte Glas, wenn:
sichtbarer Schimmel vorhanden ist
der Deckel vor dem Öffnen deutlich gewölbt ist
Flüssigkeit ausgetreten ist
der Inhalt stark gärt oder ungewöhnlich schäumt
ein fremder, fauliger oder deutlich alkoholischer Geruch entsteht
das Glas längere Zeit ohne Vakuum ungekühlt stand
Schimmel sollte nicht nur von der Oberfläche entfernt werden. Bei einem weichen Lebensmittel kann er sich weiter ausgebreitet haben, als äußerlich erkennbar ist.
Fünf Marmeladen-Mythen, die das Ergebnis verschlechtern
Mythos 1: Je länger die Marmelade kocht, desto besser geliert sie
Eine kurze Verlängerung kann bei einer zu flüssigen Gelierprobe helfen. Langes Weiterkochen führt jedoch zu Farb- und Aromaverlusten und kann die Marmelade übermäßig fest machen.
Mythos 2: Die doppelte Zutatenmenge benötigt einfach die doppelte Kochzeit
Eine größere Menge verhält sich in einem Topf anders. Sie erwärmt sich langsamer, hat im Verhältnis weniger Verdunstungsfläche und lässt sich schwieriger gleichmäßig auf den Gelierpunkt bringen.
Kochen Sie lieber mehrere einzelne Chargen mit jeweils höchstens ungefähr einem Kilogramm Frucht.
Mythos 3: Weniger Zucker verändert nur die Süße
Zucker beeinflusst auch Gelierung, Wasserbindung und Haltbarkeit. Für eine weniger süße Marmelade sollte ein dafür vorgesehener Gelierzucker verwendet werden.
Mythos 4: Die Gläser müssen nach dem Befüllen umgedreht werden
Das Umdrehen ist nicht erforderlich. Lassen Sie die Gläser besser aufrecht abkühlen, damit sich die Marmelade gleichmäßig setzen kann.
Mythos 5: Eine kleine Schimmelstelle kann großzügig entfernt werden
Bei weichen Lebensmitteln ist das nicht zuverlässig sicher. Ein sichtbar verschimmeltes Glas gehört vollständig entsorgt.
FAQ zur selbst gemachten Brombeermarmelade
Wie viel Gelierzucker braucht man für ein Kilogramm Brombeeren?
Bei Gelierzucker 2:1 benötigen Sie für ein Kilogramm vorbereitete Brombeeren 500 Gramm Gelierzucker. Bei einer kernlosen Marmelade wird das Fruchtpüree erst nach dem Passieren gewogen.
Wie lange muss Brombeermarmelade kochen?
Die sprudelnde Kochzeit beträgt bei vielen Gelierzuckersorten drei bis vier Minuten. Maßgeblich ist die Angabe auf der verwendeten Packung. Die Zeit beginnt erst, wenn die gesamte Fruchtmasse kräftig kocht.
Muss man Brombeeren vor dem Kochen waschen?
Ja. Brombeeren sollten sorgfältig verlesen, vorsichtig gewaschen und gründlich abgetropft werden. Langes Einweichen ist nicht empfehlenswert, weil die Früchte dabei beschädigt werden und Saft verlieren können.
Muss man Brombeeren für Marmelade pürieren?
Nein. Für eine rustikale Marmelade genügt es, die Früchte mit einem Kartoffelstampfer zu zerdrücken. Pürieren ergibt eine gleichmäßigere Konsistenz, entfernt aber die Kerne nicht.
Wie bekommt man die Kerne aus Brombeermarmelade?
Die Brombeeren werden zunächst erwärmt und zerdrückt. Anschließend wird die warme Masse durch ein feines Sieb oder eine Passiermühle gestrichen. Das gewonnene Fruchtpüree muss danach neu gewogen werden.
Warum kommt Zitronensaft in Brombeermarmelade?
Zitronensaft gleicht die Süße aus, hebt das Brombeeraroma und unterstützt die Bedingungen für die Gelierung. Eine größere Menge ist nicht automatisch besser, insbesondere wenn der Gelierzucker bereits Säuerungsmittel enthält.
Kann man tiefgekühlte Brombeeren verwenden?
Ja. Tiefgekühlte Brombeeren eignen sich gut. Der beim Auftauen austretende Saft wird mitverarbeitet. Die gesamte Masse muss vollständig aufgekocht werden.
Kann man die Zuckermenge reduzieren?
Bei einem Rezept mit Gelierzucker 2:1 sollte die vorgesehene Menge nicht eigenmächtig reduziert werden. Für einen geringeren Zuckeranteil ist ein passender Gelierzucker 3:1 oder ein spezielles Geliermittel erforderlich.
Warum ist die Marmelade direkt nach dem Kochen noch flüssig?
Heiße Marmelade ist grundsätzlich dünnflüssiger als abgekühlte. Das Pektinnetzwerk entwickelt sich während des Abkühlens weiter. Die endgültige Konsistenz sollte deshalb erst nach ein bis drei Tagen beurteilt werden.
Warum soll man die Gläser nicht auf den Kopf stellen?
Für die Vakuumbildung ist das Umdrehen nicht erforderlich. Es kann außerdem die gleichmäßige Gelierung stören und bringt die heiße Marmelade mit der Deckelbeschichtung in Kontakt.
Wie lange hält ein geöffnetes Glas?
Das hängt von Zuckergehalt, Kühlschranktemperatur und hygienischer Entnahme ab. Bewahren Sie das Glas gekühlt auf, verwenden Sie nur sauberes Besteck und prüfen Sie Aussehen sowie Geruch vor dem Verzehr.
Kann man flüssige Brombeermarmelade erneut kochen?
Ja. Warten Sie zunächst mehrere Tage ab. Bleibt sie sehr flüssig, kann eine kleine Probemenge mit passend dosiertem Geliermittel erneut aufgekocht werden.
Autoritätswissen: Das präzise Brombeermarmeladen-Protokoll
Ein gutes Rezept beschreibt Zutaten und Kochzeit. Ein wirklich verlässliches Verfahren erklärt zusätzlich, welche Veränderungen während der Zubereitung auftreten und wie sie kontrolliert werden.
Brombeeren sind kein industriell standardisierter Rohstoff. Eine Charge aus dem Garten kann sehr saftig und süß sein, die nächste kleiner, säuerlicher und kernreicher. Auch Niederschlag, Reifegrad, Sorte, Standort und Erntezeit beeinflussen die Früchte.
Trotzdem lässt sich ein wiederholbares Ergebnis erzielen. Entscheidend ist, nicht nur nach dem Kalender oder nach Augenmaß zu arbeiten, sondern einige wenige Größen konsequent zu kontrollieren.
1. Das Nettogewicht zählt, nicht die geerntete Menge
Ein gefüllter Korb mit einem Kilogramm Brombeeren ergibt nicht automatisch ein Kilogramm verwendbare Fruchtmasse.
Abgezogen werden müssen:
unreife Früchte
schimmelige Beeren
Blätter
Stiele
Insekten
ausgetretener Saft, der nicht aufgefangen wurde
bei kernloser Marmelade Kerne und Siebrückstände
Wiegen Sie deshalb immer erst nach dem Verlesen und bei kernloser Marmelade ein weiteres Mal nach dem Passieren.
Das exakte Nettogewicht ist der wichtigste Ausgangspunkt für die richtige Gelierzuckermenge.
2. Die Reife bestimmt Aroma und Gelierverhalten
Sehr reife Brombeeren bringen viel Saft, intensive Farbe und ein rundes Aroma mit. Gleichzeitig ist ihre natürliche Struktur bereits stärker abgebaut.
Festere Früchte besitzen häufig mehr Säure und eine kompaktere Zellstruktur, schmecken allein aber weniger voll.
Die Mischung aus überwiegend vollreifen und einigen festen Beeren verbindet beide Eigenschaften. Das ist keine starre wissenschaftliche Formel, sondern eine praktische Auswahlregel für den Erntekorb.
Verwenden Sie jedoch keine deutlich roten oder harten Früchte. Einige festere Beeren sind hilfreich, unreife Früchte verschlechtern dagegen den Geschmack.
3. Die Topfform beeinflusst das Ergebnis
In einem breiten Topf kann Wasser schneller verdampfen als in einem schmalen, hohen Gefäß.
Das hat mehrere Vorteile:
Die Masse erreicht schneller den Kochpunkt.
Die Kochzeit lässt sich genauer bestimmen.
Das Aroma wird kürzer erhitzt.
Die Farbe bleibt frischer.
Die Gelierung wird gleichmäßiger.
Der Topf sollte gleichzeitig hoch genug sein, damit die aufsteigende Marmelade nicht überkocht.
Als praktische Regel gilt: Füllen Sie den Topf vor Beginn des Kochens höchstens bis etwa zur Hälfte.
4. Kleine Chargen sind zuverlässiger als ein großer Jahresvorrat
Bei einer reichen Ernte liegt es nahe, zwei oder drei Kilogramm Früchte in einem Durchgang zu verarbeiten. Genau das führt jedoch häufig zu schwankenden Ergebnissen.
Eine große Masse:
braucht länger zum Aufheizen
kocht weniger gleichmäßig
verdampft im Verhältnis langsamer
kann am Boden ansetzen
erschwert die Bestimmung des Kochbeginns
verlängert die Belastung für Farbe und Aroma
Verarbeiten Sie lieber ungefähr ein Kilogramm Frucht pro Charge. Während die erste Charge abkühlt, kann bereits die nächste vorbereitet werden.
5. Der vollständige Kochpunkt ist wichtiger als die Herdstufe
Eine hohe Herdstufe garantiert noch kein vollständig sprudelndes Kochen.
Entscheidend ist das Verhalten der Fruchtmasse:
große Blasen über die gesamte Oberfläche
sichtbares Aufsteigen
kräftige Bewegung auch in der Topfmitte
das Kochen bleibt beim Rühren erhalten
Erst dann beginnt die auf der Packung angegebene Kochzeit.
Wer die Minuten bereits ab den ersten kleinen Randblasen zählt, beendet den Kochvorgang häufig zu früh.
6. Das Rühren erfüllt mehrere Aufgaben
Rühren verhindert nicht nur das Anbrennen.
Es sorgt außerdem dafür, dass:
Gelierzucker gleichmäßig verteilt bleibt
alle Bereiche dieselbe Temperatur erreichen
Fruchtstücke nicht am Boden haften
der Kochpunkt besser beurteilt werden kann
keine übermäßig konzentrierten Bereiche entstehen
Verwenden Sie einen Kochlöffel oder Teigschaber, der den Topfboden sicher erreicht.
Ein Schneebesen ist weniger geeignet, weil er unnötig viel Luft in die Marmelade einarbeiten kann.
7. Die Gelierprobe ist eine Momentaufnahme des späteren Glases
Der kalte Teller simuliert das Abkühlen der Marmelade. Die Probe zeigt aber nicht exakt, wie fest die gesamte Charge nach zwei Tagen sein wird.
Eine gerade noch weich wirkende Probe kann später vollkommen ausreichend gelieren. Deshalb sollte das Ergebnis nicht übertrieben fest gekocht werden.
Die ideale Probe:
läuft nicht wie Saft
bleibt als kompakter Klecks liegen
bildet beim Schieben eine leichte Falte
wirkt weiterhin weich und glänzend
8. Die Abkühlphase gehört zum Rezept
Mit dem Verschließen der Gläser ist die Zubereitung noch nicht vollständig abgeschlossen.
Während des Abkühlens:
zieht sich die Luft im Glas zusammen
bildet sich das Vakuum
ordnet sich das Pektinnetzwerk
nimmt die Marmelade ihre endgültige Konsistenz an
Stellen Sie die Gläser deshalb ruhig, aufrecht und mit etwas Abstand voneinander auf. Stapeln oder schütteln Sie sie nicht.
9. Farbe und Aroma werden vor allem nach dem Kochen geschützt
Selbst perfekt gekochte Marmelade verliert schneller Farbe, wenn sie anschließend warm und hell gelagert wird.
Kleine Gläser sind vorteilhaft, weil:
sie schneller auskühlen
sie nach dem Öffnen rascher verbraucht werden
weniger Luft über längere Zeit an den Inhalt gelangt
der verbleibende Vorrat ungeöffnet bleibt
Beschriften Sie die Gläser und verwenden Sie ältere Chargen zuerst.
10. Ein einfaches Kochprotokoll verbessert jede weitere Charge
Wer regelmäßig Marmelade kocht, sollte sich vier oder fünf Angaben notieren:
Datum
Nettogewicht der Früchte
Menge und Art des Gelierzuckers
Beginn und Dauer des sprudelnden Kochens
Konsistenz nach zwei Tagen
Zusätzlich können Besonderheiten ergänzt werden, etwa:
besonders saftige Früchte
hoher Anteil fester Beeren
vollständiges Passieren
ungewöhnlich viel Schaum
zusätzliche Kochminute
Schon nach wenigen Durchgängen entsteht ein persönliches Erfahrungsarchiv. So lässt sich erkennen, welche Fruchtreife, Kochdauer und Konsistenz im eigenen Haushalt am besten funktionieren.
11. Das Ziel ist nicht maximale Festigkeit
Die Qualität einer Marmelade lässt sich nicht daran messen, ob ein Löffel darin stehen bleibt.
Eine sehr feste Marmelade besitzt häufig:
weniger frisches Aroma
eine dunklere Farbe
eine klebrigere Konsistenz
ein stärker konzentriertes Süßegefühl
Das bessere Ziel ist eine Marmelade, die nach dem Abkühlen:
weich vom Löffel fällt
auf dem Brot nicht wegläuft
sich ohne Kraft verstreichen lässt
deutlich nach Brombeeren schmeckt
eine natürliche, glänzende Oberfläche besitzt
12. Das ideale 1-Kilogramm-Arbeitsprotokoll
Für eine besonders übersichtliche Zubereitung können Sie nach folgendem Ablauf arbeiten:
Vorbereitung
fünf bis sechs Gläser kontrollieren und reinigen
kalten Teller bereitstellen
Topf, Trichter, Kelle und Tuch bereitlegen
Früchte
Brombeeren verlesen
vorsichtig waschen
vollständig abtropfen lassen
exakt 1.000 Gramm abwiegen
Mischung
Früchte zerkleinern
500 Gramm Gelierzucker 2:1 hinzufügen
30 Milliliter Zitronensaft ergänzen
gründlich verrühren
10 bis 20 Minuten Saft ziehen lassen
Kochen
langsam erwärmen
regelmäßig bis zum Boden rühren
vollständigen sprudelnden Kochpunkt abwarten
Zeit nach Packungsangabe messen
Gelierprobe durchführen
Abfüllen
Schaum bei Bedarf entfernen
kochend heiß einfüllen
Glasränder reinigen
sofort verschließen
aufrecht abkühlen lassen
Kontrolle
Vakuum nach dem Abkühlen prüfen
Gläser beschriften
Konsistenz erst nach ein bis drei Tagen abschließend beurteilen
dunkel und kühl lagern
Dieses Arbeitsprotokoll nimmt der Zubereitung nichts von ihrem traditionellen Charakter. Es macht lediglich sichtbar, was erfahrene Marmeladenköchinnen früher oft aus Gewohnheit richtig gemacht haben.
Mehr aus der eigenen Ernte bewahren
Ein Glas Brombeermarmelade ist häufig der Einstieg in eine umfassendere Vorratshaltung. Wer die Erntesaison gezielt nutzt, kann Früchte in kleinen Chargen verarbeiten, statt große Mengen verderben zu lassen.
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Fazit: Brombeermarmelade selber machen gelingt mit drei Zutaten
Brombeermarmelade selber machen ist einfach, wenn die entscheidenden Arbeitsschritte eingehalten werden.
Für Omas Grundrezept benötigen Sie lediglich:
1 Kilogramm vorbereitete Brombeeren
500 Gramm Gelierzucker 2:1
etwa 2 Esslöffel Zitronensaft
Das Geheimnis liegt nicht in einer besonderen Zutat. Entscheidend sind vollreife, einwandfreie Früchte, das exakte Abwiegen, ein ausreichend großer Topf und eine Kochzeit, die erst ab dem vollständig sprudelnden Kochen gemessen wird.
Wer eine kernlose Marmelade bevorzugt, passiert die Früchte und wiegt das gewonnene Püree anschließend neu. Wer mehrere Kilogramm Brombeeren verarbeiten möchte, kocht lieber mehrere kleine Chargen, statt den Topf bis zum Rand zu füllen.
So entsteht eine dunkelviolette, fruchtige Brombeermarmelade, die weich auf dem Brot liegt, nicht davonläuft und auch Monate später noch an die Brombeerernte im Spätsommer erinnert.
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