Schwarzwurzeln im August säen: So gelingt das vergessene Wintergemüse
Wenn im August die ersten Beete abgeerntet sind, denken viele Gartenfreunde bereits an Feldsalat, Spinat oder eine Gründüngung. Dabei öffnet sich jetzt noch ein weniger bekanntes Aussaatfenster für ein Gemüse, das früher in vielen Hausgärten selbstverständlich war: die Schwarzwurzel.
Unter ihrer dunklen, unscheinbaren Schale verbirgt sich ein helles, mildes und leicht nussig schmeckendes Fruchtfleisch. Wegen ihres feinen Aromas wird die Schwarzwurzel gelegentlich als Winterspargel bezeichnet. Mit Spargel ist sie botanisch zwar nicht verwandt, als hochwertiges Wintergemüse hat sie den Vergleich jedoch nicht zu scheuen.
Wer Schwarzwurzeln im August säen möchte, braucht vor allem drei Dinge: einen tief gelockerten Boden, frisches Saatgut und Geduld. Die Spätsommeraussaat ist keine schnelle Nachkultur für eine Ernte wenige Wochen später. Sie dient vielmehr dazu, kräftige Pflanzen aufzubauen, die überwintern und sich im folgenden Jahr weiterentwickeln.
Richtig angelegt, kann daraus eine besonders robuste Kultur mit langen, geraden Wurzeln entstehen.
Das Wichtigste in Kürze
| Frage | Empfehlung |
|---|---|
| Kann man Schwarzwurzeln im August säen? | Ja, als Spätsommer- beziehungsweise zweijährige Kultur |
| Günstigster Zeitraum | Möglichst Anfang bis Mitte August |
| Standort | Sonnig, offen und nicht staunass |
| Bodentiefe | Mindestens 35 bis 40 Zentimeter locker und steinfrei |
| Saattiefe | Etwa 2 bis 3 Zentimeter |
| Reihenabstand | Rund 30 bis 40 Zentimeter |
| Abstand in der Reihe | Nach dem Vereinzeln etwa 8 bis 10 Zentimeter |
| Aussaatform | Direktsaat, nicht vorziehen oder verpflanzen |
| Wichtigste Pflege | Saatbeet durchgehend leicht feucht halten |
| Haupternte der Augustsaat | In der Regel im folgenden Jahr |
Kann man Schwarzwurzeln wirklich im August säen?
Ja. Neben der klassischen Frühjahrsaussaat im März oder April ist auch eine Aussaat im August möglich. Allerdings unterscheiden sich beide Anbaumethoden deutlich voneinander.
Im Frühjahr gesäte Schwarzwurzeln wachsen während des gesamten Sommers und können bei guten Bedingungen ab Oktober desselben Jahres geerntet werden. Im August ausgesäte Schwarzwurzeln haben dagegen nur wenige Wochen Zeit, um zu keimen, erste Blätter zu bilden und sich im Boden zu verwurzeln. Anschließend gehen sie in die Winterruhe.
Im folgenden Frühjahr treiben sie erneut aus und setzen ihr Wachstum fort. Die Augustsaat ist deshalb eher mit einer überwinternden Langzeitkultur als mit einer gewöhnlichen Nachkultur zu vergleichen.

Die Erntezeit richtig einordnen
Die Angabe „Ernte ab Oktober“ bezieht sich bei Schwarzwurzeln überwiegend auf früh im Jahr ausgesäte Bestände. Wer erst im August sät, sollte nicht damit rechnen, bereits acht oder zehn Wochen später küchenfertige Wurzeln auszugraben.
In besonders günstigen Lagen kann im folgenden Frühjahr vorsichtig geprüft werden, wie weit die Wurzeln entwickelt sind. Häufig sind sie zu diesem Zeitpunkt jedoch noch relativ dünn. Für eine verlässliche Ernte kräftiger Wurzeln ist es sinnvoller, bis zum Herbst des folgenden Jahres zu warten.
Das bedeutet:
Augustsaat bedeutet normalerweise Aussaat in diesem Jahr und Haupternte im nächsten Jahr.
Diese lange Kulturzeit verlangt etwas Planung, hat aber auch Vorteile. Die Pflanzen können ein kräftiges Wurzelsystem entwickeln und nutzen die Feuchtigkeit des Herbstes sowie den frühen Wachstumsbeginn im nächsten Frühjahr.
Warum die Aussaat im August interessant ist
Die Schwarzwurzel gehört zu den langsam wachsenden Gemüsearten. Gerade deshalb kann das zweite Aussaatfenster für Gartenfreunde interessant sein, die ein Beet längerfristig nutzen möchten.
Die Augustsaat bietet sich insbesondere an, wenn:
- ein tiefgründiges Beet frei geworden ist,
- ausreichend Wasser zum Gießen vorhanden ist,
- frisches, ausdrücklich geeignetes Saatgut verfügbar ist,
- die Fläche bis zum folgenden Jahr nicht anderweitig benötigt wird,
- eine langfristige Versorgung mit Wintergemüse geplant ist.
Der warme Boden kann eine zügige Keimung begünstigen. Gleichzeitig liegt darin die größte Schwierigkeit: Im August trocknet die obere Bodenschicht oft innerhalb weniger Stunden aus. Keimende Schwarzwurzelsamen reagieren darauf empfindlich.
Der Erfolg entscheidet sich deshalb häufig nicht während des Winters, sondern bereits in den ersten zwei bis drei Wochen nach der Aussaat.
Der richtige Zeitpunkt im August
Für die Spätsommeraussaat ist die erste Augusthälfte meistens günstiger als das Monatsende. Je früher die Samen keimen, desto mehr Zeit bleibt den Jungpflanzen, vor dem Winter eine stabile Blattrosette und eine erste Pfahlwurzel zu bilden.
In milden, geschützten Regionen kann die Aussaat gegebenenfalls noch in der zweiten Augusthälfte gelingen. In rauen Mittelgebirgslagen, an schattigen Standorten oder bei frühem Herbstbeginn sollte dagegen möglichst früh gesät werden.
Entscheidend ist nicht allein das Kalenderdatum. Gute Voraussetzungen sind gegeben, wenn:
- der Boden noch warm ist,
- nach der Aussaat keine längere Hitze- und Trockenperiode erwartet wird,
- regelmäßig gegossen werden kann,
- bis zu den ersten stärkeren Frösten noch mehrere Wochen verbleiben.
Ein bedeckter Tag nach einem ergiebigen Sommerregen ist nahezu ideal. Bei heißem Wetter wird am besten am späten Nachmittag oder Abend gesät.
Welchen Standort benötigen Schwarzwurzeln?
Schwarzwurzeln bevorzugen einen sonnigen, offenen Standort. Leichter Halbschatten wird zwar häufig toleriert, für kräftige Wurzeln ist ein möglichst heller Platz jedoch vorteilhafter.
Wichtiger als eine besonders warme Lage ist der Zustand des Bodens. Die Pflanzen bilden lange Pfahlwurzeln, die je nach Sorte und Kulturbedingungen deutlich mehr als 30 Zentimeter in die Erde reichen können.
Ein oberflächlich schön aussehendes Beet reicht deshalb nicht aus. Sind die oberen 15 Zentimeter locker, darunter befindet sich jedoch eine harte Verdichtungsschicht, wachsen die Wurzeln häufig nur bis zu dieser Grenze. Anschließend werden sie kurz, krumm oder beginnen sich zu verzweigen.
Der ideale Boden
Am besten geeignet ist ein Boden, der:
- tiefgründig gelockert ist,
- keine Staunässe bildet,
- möglichst wenige Steine enthält,
- gleichmäßig feinkrümelig ist,
- Wasser speichern kann, ohne zu verschlämmen,
- mäßig humos und nicht frisch überdüngt ist.
Lockere, humose Sand- und Lehmböden bieten meistens die besten Bedingungen. Auf schweren Ton- oder verdichteten Lehmböden ist der Anbau zwar möglich, erfordert aber eine sorgfältigere Vorbereitung.
Warum verdichteter Boden zu krummen Wurzeln führt
Die Schwarzwurzel versucht, mit ihrer Hauptwurzel möglichst geradlinig in die Tiefe zu wachsen. Trifft die empfindliche Wurzelspitze auf einen Stein, eine harte Erdscholle oder eine verdichtete Bodenschicht, kann sie nicht einfach durch dieses Hindernis hindurchwachsen.
Sie weicht seitlich aus, krümmt sich oder bildet mehrere Nebenwurzeln. Im Gartenbau wird diese unerwünschte Verzweigung häufig als Beinigkeit bezeichnet.
Typische Ursachen sind:
| Erscheinungsbild | Wahrscheinliche Ursache |
|---|---|
| Stark verzweigte Wurzeln | Steine, harte Klumpen oder verletzte Wurzelspitzen |
| Kurze, dicke Wurzeln | Nur oberflächlich gelockerter Boden |
| Seitlich gebogene Wurzeln | Verdichtete Schicht im Unterboden |
| Viele dünne Wurzeln | Zu enger Pflanzenabstand |
| Lücken in der Reihe | Altes Saatgut oder ausgetrocknetes Saatbeet |
| Sehr ungleichmäßige Wurzeln | Wechsel zwischen Trockenheit und starker Bewässerung |
Auch das Verpflanzen kann die Pfahlwurzel verletzen. Schwarzwurzeln werden deshalb grundsätzlich direkt an ihrem endgültigen Standort gesät.
Das Beet richtig vorbereiten
Für Schwarzwurzeln lohnt sich eine gründlichere Bodenvorbereitung als für Salat oder Radieschen. Was vor der Aussaat versäumt wird, lässt sich später kaum noch korrigieren.
1. Beet vollständig räumen
Entfernen Sie Erntereste, Wurzelstücke und mehrjährige Unkräuter. Besonders Quecke, Giersch und andere Wurzelunkräuter sollten sorgfältig beseitigt werden. Späteres tiefes Hacken könnte die Schwarzwurzeln beschädigen.
2. Boden mindestens 35 bis 40 Zentimeter tief lockern
Arbeiten Sie mit einer Grabegabel, einem Spaten oder einer stabilen Doppelgrabegabel. Der Boden muss nicht zwangsläufig vollständig gewendet werden. Entscheidend ist, dass auch tiefere Verdichtungen aufgebrochen werden.
Prüfen Sie dabei, ob unter der bisherigen Bearbeitungsschicht eine harte Sohle liegt. Eine solche Verdichtung entsteht häufig, wenn Beete über Jahre immer nur bis zur gleichen Tiefe umgegraben oder mit einer Motorhacke bearbeitet wurden.
3. Steine und harte Klumpen entfernen
Lesen Sie größere und mittelgroße Steine sorgfältig aus. Zerdrücken Sie feste Erdklumpen und entfernen Sie grobe Wurzelreste.
Bei Schwarzwurzeln zählt nicht nur die Oberfläche des Saatbeetes. Der gesamte zukünftige Wurzelraum sollte möglichst gleichmäßig aufgebaut sein.
4. Reife organische Substanz sparsam einarbeiten
Gut ausgereifter, feinkrümeliger Kompost kann die Bodenstruktur und Wasserhaltefähigkeit verbessern. Er sollte jedoch nicht in großen Mengen direkt in die Saatrille gegeben werden.
Frischer Mist und noch nicht vollständig verrottetes Material sind ungeeignet. Sie können zu ungleichmäßigen Wachstumsbedingungen und stärker verzweigten Wurzeln beitragen.
5. Oberfläche einebnen
Nach der tiefen Lockerung wird die Oberfläche mit einem Rechen fein vorbereitet. Die Saatrillen sollten später auf einem gleichmäßigen, leicht gesetzten Untergrund liegen.
Ist der Boden nach der Bearbeitung sehr trocken und locker, kann das Beet bereits am Vortag gründlich gewässert werden. So setzt sich die Erde, ohne nach der Aussaat stark zu verschlämmen.
Schwarzwurzeln auf schwerem Lehmboden anbauen
Schwere Böden müssen nicht automatisch das Ende des Schwarzwurzelanbaus bedeuten. Allerdings ist es wenig sinnvoll, lediglich die oberen Zentimeter mit etwas Sand zu vermischen. Kleine Sandmengen können in sehr tonigem Boden sogar eine harte, betonähnliche Struktur begünstigen.
Besser sind drei andere Möglichkeiten:
Anbau auf Dämmen
Aus lockerer, steinfreier Erde werden etwa 20 bis 30 Zentimeter hohe Dämme geformt. Die Schwarzwurzeln werden oben auf dem Damm ausgesät. Dadurch erhalten sie einen tieferen, besser durchlüfteten Wurzelraum.
Dämme trocknen jedoch schneller aus. Gerade bei der Augustsaat muss deshalb besonders sorgfältig gegossen werden.
Tiefes Hochbeet
Ein Hochbeet eignet sich hervorragend, sofern mindestens 40, besser 50 Zentimeter lockere und steinfreie Erde zur Verfügung stehen. Flache Hochbeete oder reine Aufsatzrahmen über verdichtetem Untergrund reichen nicht aus.
Schmaler Wurzelgraben
Für wenige Reihen kann ein tiefer, schmaler Graben ausgehoben und mit guter, feinkrümeliger Gartenerde aufgefüllt werden. Diese Methode ist arbeitsintensiv, ermöglicht aber auch auf schwierigen Grundstücken vergleichsweise gerade Wurzeln.
Schwarzwurzeln im August säen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die langen, schmalen Samen der Schwarzwurzel wirken fast wie kleine Stäbchen. Sie sind empfindlicher als runde Erbsen- oder Bohnensamen und sollten vorsichtig behandelt werden.
Schritt 1: Frisches Saatgut verwenden
Schwarzwurzelsamen verlieren vergleichsweise schnell an Keimfähigkeit. Saatgut aus lange geöffneten oder warm gelagerten Tüten kann zu erheblichen Ausfällen führen.
Verwenden Sie möglichst Saatgut aus der aktuellen Saison. Achten Sie außerdem auf die Sortenbeschreibung. Nicht jede Sorte wird ausdrücklich für eine Augustsaat oder zweijährige Kultur angeboten.
Schritt 2: Gerade Reihen markieren
Spannen Sie eine Pflanzschnur. Gerade Reihen sind bei Schwarzwurzeln besonders sinnvoll. Sie erleichtern:
- die gleichmäßige Aussaat,
- das spätere Vereinzeln,
- die Unkrautkontrolle,
- die Bewässerung,
- das seitliche Freilegen bei der Ernte.
Zwischen den Reihen sollten etwa 30 bis 40 Zentimeter Platz bleiben.
Schritt 3: Zwei bis drei Zentimeter tiefe Rillen ziehen
Die Saatrillen sollten nicht nur oberflächlich in den Boden gekratzt werden. Eine Tiefe von ungefähr zwei bis drei Zentimetern schützt die Samen vor zu schnellem Austrocknen und kann verhindern, dass sie von Vögeln aufgenommen werden.
Zu tief dürfen die Samen allerdings ebenfalls nicht liegen. In schwerem oder verschlämmtem Boden fehlt den Keimlingen sonst die Kraft, bis zur Oberfläche durchzudringen.
Schritt 4: Rillen vorwässern
Bei trockenem Augustboden ist es besser, zunächst nur die Saatrille gründlich zu wässern. Warten Sie anschließend kurz, bis das Wasser eingezogen ist.
Diese Methode erzeugt Feuchtigkeit direkt unter den Samen, ohne die gesamte Beetoberfläche in Schlamm zu verwandeln.
Schritt 5: Samen einzeln auslegen
Legen Sie die Samen zunächst ungefähr drei bis fünf Zentimeter voneinander entfernt in die Rille. Nach dem Auflaufen werden die Pflanzen später auf einen größeren Endabstand vereinzelt.
Wer sehr hochwertiges und zuverlässig keimendes Saatgut besitzt, kann bereits mit acht bis zehn Zentimetern Abstand säen. Bei unsicherer Keimfähigkeit entstehen dadurch jedoch schnell größere Lücken.
Schritt 6: Mit feiner Erde bedecken
Schließen Sie die Saatrillen mit lockerer, feinkrümeliger Erde. Drücken Sie die Oberfläche vorsichtig mit der Rückseite des Rechens oder einem Brett an.
Der sogenannte Bodenschluss ist wichtig: Die Samen sollen von feuchter Erde umgeben sein, dürfen aber nicht in einer harten Kruste eingeschlossen werden.
Schritt 7: Vorsichtig angießen
Verwenden Sie eine Gießkanne mit feiner Brause. Ein harter Wasserstrahl kann die länglichen Samen verschieben oder die Saatrille auswaschen.
Markieren Sie Anfang und Ende jeder Reihe deutlich. Die Keimung kann sich hinziehen, und ohne Markierung wird die Fläche leicht versehentlich gehackt oder neu bepflanzt.
Gleichmäßige Feuchtigkeit entscheidet über den Erfolg
Die wichtigste Aufgabe nach der Augustaussaat ist das Feuchthalten des Saatbeetes. Die Erde darf nicht vernässen, sollte in der Keimzone aber niemals vollständig austrocknen.
An warmen Tagen genügt es nicht, nur die Oberfläche anzusehen. Eine scheinbar dunkle Erdkruste kann darunter bereits trocken sein. Prüfen Sie die Feuchtigkeit vorsichtig mit dem Finger am Rand der Saatrille.
In den ersten Wochen gilt:
- lieber regelmäßig und behutsam als selten mit großen Wassermengen gießen,
- möglichst morgens oder abends wässern,
- keine harten Wasserstrahlen verwenden,
- nach Gewittern kontrollieren, ob die Oberfläche verschlämmt ist,
- bei starker Hitze vorübergehend leicht schattieren.
Ein helles Schattiernetz oder locker aufgelegtes Gartenvlies kann die Verdunstung reduzieren. Die Abdeckung darf allerdings nicht dicht auf einer verschlämmten Oberfläche liegen und sollte nach dem Auflaufen entfernt oder angehoben werden.
Warum eine dicke Mulchschicht direkt nach der Aussaat problematisch ist
Mulch schützt zwar vor Austrocknung, kann aber das Auflaufen kleiner Keimlinge behindern. Außerdem lässt sich unter einer dicken Schicht schwer erkennen, ob die Saatrille noch feucht ist.
Besser ist es, zunächst offen zu säen und erst nach dem sicheren Auflaufen dünn zu mulchen.
Wann keimen Schwarzwurzeln?
Unter günstigen Bedingungen zeigen sich die ersten Keimlinge nach ungefähr ein bis drei Wochen. Die tatsächliche Dauer hängt von der Bodentemperatur, der Saatgutqualität und der Feuchtigkeit ab.
Bleibt die Reihe nach drei Wochen vollständig leer, kommen hauptsächlich vier Ursachen infrage:
- Das Saatgut war nicht mehr ausreichend keimfähig.
- Die Saatrille ist zwischenzeitlich ausgetrocknet.
- Die Samen lagen zu tief oder unter einer harten Bodenkruste.
- Vögel oder andere Tiere haben Samen beziehungsweise Keimlinge entfernt.
Da das Augustfenster begrenzt ist, sollte bei erkennbaren Ausfällen nicht zu lange gewartet werden. Eine rasche Nachsaat ist erfolgversprechender als eine Nachsaat erst im September.
Junge Schwarzwurzeln richtig vereinzeln
Sobald die Pflanzen mehrere echte Blätter entwickelt haben, werden zu dicht stehende Exemplare entfernt. Als Endabstand sind ungefähr acht bis zehn Zentimeter sinnvoll, wenn kräftige Einzelwurzeln gewünscht werden.
Bei engerem Abstand entstehen meist mehr, aber dünnere Wurzeln.
Ziehen Sie überzählige Pflanzen nicht ruckartig aus der Reihe. Dabei können die feinen Wurzeln benachbarter Schwarzwurzeln beschädigt werden. Sicherer ist es, schwächere Pflänzchen direkt über dem Boden mit einer kleinen Schere abzuschneiden.
Die entfernten Sämlinge sollten nicht an anderer Stelle eingepflanzt werden. Eine verletzte oder geknickte Pfahlwurzel entwickelt später häufig mehrere Seitenwurzeln.
Pflege im Herbst
Nach dem Vereinzeln benötigt die Kultur nur noch eine ruhige, gleichmäßige Pflege.
Unkraut frühzeitig entfernen
Schwarzwurzeln wachsen anfangs langsam und werden leicht von schnell keimenden Unkräutern überwuchert. Jäten Sie regelmäßig, solange die Unkräuter noch klein sind.
Zwischen den Reihen kann sehr flach gehackt werden. Direkt an den Pflanzen sollte besser von Hand gearbeitet werden. Tiefes Hacken kann die Pfahlwurzeln verletzen.
Weiterhin gleichmäßig gießen
Auch nach dem Auflaufen sollte der Boden nicht über längere Zeit austrocknen. Statt täglich nur die Oberfläche zu befeuchten, wird später seltener, dafür durchdringender gegossen.
Das regt die Pflanzen an, tiefer zu wurzeln.
Nicht überdüngen
Starker Blattwuchs ist nicht automatisch ein Zeichen für eine gute Wurzelentwicklung. Eine übermäßige Stickstoffversorgung kann weiches, mastiges Wachstum fördern.
Auf einem normal versorgten Gartenboden genügt meist eine maßvolle Kompostgabe bei der Beetvorbereitung. Weitere Düngergaben sollten nur erfolgen, wenn tatsächlich ein Nährstoffmangel erkennbar ist.
Erst nach dem Auflaufen mulchen
Sobald die Pflanzen sicher stehen, kann eine dünne Mulchschicht zwischen den Reihen ausgebracht werden. Geeignet sind beispielsweise angewelkter Rasenschnitt, feines Laub oder anderes lockeres, samenfreies Material.
Der unmittelbare Bereich um die Blattrosetten sollte frei bleiben.
Schwarzwurzeln sicher überwintern
Schwarzwurzeln sind grundsätzlich winterhart. Kräftige Pflanzen überstehen gewöhnliche mitteleuropäische Winter meist ohne aufwendigen Schutz.
Bei einer Augustsaat sind die Pflanzen jedoch noch jung. Eine lockere Abdeckung kann deshalb sinnvoll sein, insbesondere in rauen Lagen oder bei starkem Kahlfrost.
Geeignet sind:
- trockenes Herbstlaub,
- lockeres Stroh,
- Reisig als Halt für das Laub,
- eine dünne Schicht reifen Komposts zwischen den Reihen.
Die Blattrosette sollte nicht unter einer nassen, verdichteten Schicht begraben werden. Auf schweren, feuchten Böden kann zu viel Wintermulch Fäulnis fördern.
Markieren Sie die Reihen vor dem Winter mit stabilen Stäben. Das Laub kann sich teilweise zurückziehen, sodass der genaue Standort später schwer zu erkennen ist.

Was geschieht im folgenden Frühjahr?
Sobald sich der Boden erwärmt, beginnen die überwinterten Schwarzwurzeln erneut zu wachsen. Entfernen Sie eine dicke Winterabdeckung rechtzeitig und lockern Sie nur die oberste Bodenschicht zwischen den Reihen.
Jetzt zeigt sich, ob die Pflanzen gleichmäßig durch den Winter gekommen sind. Fehlstellen sollten nicht mit vorgezogenen Schwarzwurzeln aufgefüllt werden. Das Verpflanzen beschädigt die Pfahlwurzel und führt selten zu zufriedenstellenden Ergebnissen.
Blütenstiele frühzeitig entfernen
Schwarzwurzeln können im zweiten Standjahr Blütenstiele entwickeln. Soll weiterhin eine möglichst kräftige Wurzel geerntet werden, sollten diese Stiele frühzeitig entfernt werden.
Einzelne Pflanzen können bewusst zur Blüte stehen bleiben. Ihre gelben Blüten sind dekorativ und ermöglichen später die Gewinnung eigenen Saatguts. Diese Pflanzen sollten jedoch getrennt von der eigentlichen Wurzelernte betrachtet werden.
Erntekalender für im August gesäte Schwarzwurzeln
| Zeitraum | Entwicklung |
|---|---|
| August | Aussaat und Keimung |
| September bis Oktober | Aufbau der Blattrosette und jungen Pfahlwurzel |
| November bis Februar | Winterruhe beziehungsweise stark verlangsamtes Wachstum |
| März bis Frühsommer des Folgejahres | Erneuter Austrieb und weiteres Wurzelwachstum |
| Sommer des Folgejahres | Hauptwachstumsphase, gegebenenfalls Blütenstiele entfernen |
| Herbst des Folgejahres | Günstiger Zeitraum für die Haupternte |
| Winter danach | Ernte nach Bedarf, solange der Boden nicht gefroren ist |
Bei gutem Wachstum kann bereits im Frühjahr des Folgejahres eine einzelne Wurzel probeweise freigelegt werden. Ist sie noch bleistiftdünn, sollte der übrige Bestand weiterwachsen.
Schwarzwurzeln ernten, ohne sie abzubrechen
Die Ernte ist oft anspruchsvoller als die Aussaat. Schwarzwurzeln können lang und gleichzeitig spröde sein. Wer lediglich am Laub zieht, hält meistens nur den oberen Teil der Wurzel in der Hand.
Die sichere Erntemethode
Wählen Sie möglichst einen frostfreien Tag, an dem der Boden leicht feucht, aber nicht nass ist.
Heben Sie neben der Schwarzwurzelreihe einen ausreichend tiefen Graben aus. Anschließend wird die Erde von der Seite mit einer Grabegabel oder einem Spaten vorsichtig gelockert. Erst wenn die Wurzel auf ihrer gesamten Länge weitgehend freiliegt, wird sie aus der Erde gehoben.
Diese Methode dauert länger, verringert aber die Bruchgefahr erheblich.
Beschädigte Wurzeln sollten zuerst verwendet werden. An der Bruchstelle tritt der typische weiße Milchsaft aus, und die Wurzel trocknet schneller aus.
Schwarzwurzeln im Boden lagern
Der beste Lagerort ist häufig das Beet selbst. Solange der Boden nicht tief gefroren ist und keine Wühlmäuse auftreten, können die Wurzeln nach Bedarf geerntet werden.
Eine Laub- oder Strohschicht über dem Beet verzögert das tiefe Durchfrieren des Bodens. Dadurch bleibt die Ernte auch bei kurzen Frostperioden länger möglich.
Bei erkennbarem Mäusefraß sollte der Bestand allerdings zeitnah gerodet werden. Unbeschädigte Wurzeln lassen sich anschließend kühl und in feuchtem Sand lagern.
Häufige Fehler bei der Augustaussaat
Zu spät säen
Eine Aussaat Ende August oder im September kann in milden Regionen noch auflaufen. Die Pflanzen gehen dann jedoch häufig sehr klein in den Winter.
Besser: Möglichst in der ersten Augusthälfte säen.
Altes Saatgut verwenden
Schwarzwurzelsamen können äußerlich noch einwandfrei aussehen, obwohl ihre Keimfähigkeit bereits deutlich nachgelassen hat.
Besser: Frisches Saatgut verwenden und das Ernte- oder Abfülldatum prüfen.
Nur oberflächlich lockern
Eine feine Beetoberfläche täuscht leicht darüber hinweg, dass der Unterboden hart und verdichtet ist.
Besser: Vor der Aussaat mindestens 35 bis 40 Zentimeter tief prüfen und lockern.
Die Saatrille austrocknen lassen
Bereits eine kurze Trockenphase während der Keimung kann größere Lücken verursachen.
Besser: Die Feuchtigkeit täglich kontrollieren und mit feiner Brause gießen.
Zu dicht stehen lassen
Dichte Reihen sehen zunächst ertragreich aus, führen aber häufig zu vielen dünnen Wurzeln.
Besser: Frühzeitig auf einen gleichmäßigen Endabstand vereinzeln.
Sämlinge verpflanzen
Das Umsetzen verletzt fast immer die empfindliche Hauptwurzel.
Besser: Ausschließlich direkt an den endgültigen Standort säen.
Beim Jäten zu tief arbeiten
Eine Hacke kann die jungen Wurzeln unbemerkt beschädigen.
Besser: Direkt an der Reihe von Hand jäten und zwischen den Reihen nur flach hacken.
Eignen sich Schwarzwurzeln für das Hochbeet?
Ein tiefes Hochbeet kann sogar besonders gute Bedingungen bieten. Die Erde ist dort häufig lockerer, wärmer und steinärmer als im gewachsenen Gartenboden.
Das Hochbeet sollte allerdings ausreichend tief gefüllt sein. Unterhalb einer dünnen lockeren Schicht darf sich keine harte Platte, Folie oder verdichtete Lage befinden, die das Wurzelwachstum stoppt.
Für Schwarzwurzeln sind mindestens 40 Zentimeter nutzbarer Wurzelraum erforderlich. 50 bis 60 Zentimeter sind noch besser.
Da Hochbeete schneller austrocknen, muss die Feuchtigkeit bei einer Augustaussaat besonders aufmerksam kontrolliert werden.
Kann man Schwarzwurzeln im Kübel anbauen?
Der Anbau im Gefäß ist möglich, aber nur in sehr tiefen Behältern sinnvoll. Geeignet sind beispielsweise hohe Pflanzkübel, Mörtelwannen mit Abzugslöchern oder stabile Pflanztonnen.
Der Behälter sollte:
- mindestens 40 bis 50 Zentimeter tief sein,
- über einen sicheren Wasserabzug verfügen,
- mit lockerer, steinfreier Erde gefüllt werden,
- nicht vollständig austrocknen,
- im Winter nicht dauerhaft vernässen.
Flache Balkonkästen sind ungeeignet. Die Wurzeln würden früh auf den Gefäßboden treffen und sich verformen.
Warum sich der Anbau trotz der langen Wartezeit lohnt
Schwarzwurzeln sind kein Gemüse für eine schnelle Ernte. Gerade darin liegt jedoch ihr Reiz. Sie verlängern die Gartensaison, bleiben über längere Zeit im Boden und können in der kalten Jahreszeit frisch geerntet werden.
In der Küche lassen sie sich vielseitig verwenden: klassisch als Gemüsebeilage, in Suppen, Aufläufen, Salaten oder zusammen mit Kartoffeln und anderem Wurzelgemüse.
Unter der dunklen Schale befindet sich ein helles Fruchtfleisch mit klebrigem Milchsaft. Beim Schälen sind Handschuhe empfehlenswert. Geschälte Stücke werden sofort in Wasser mit etwas Zitronensaft oder Essig gelegt, damit sie sich nicht dunkel verfärben.
Schwarzwurzeln enthalten unter anderem den Ballaststoff Inulin. Empfindliche Menschen sollten deshalb zunächst kleinere Portionen essen, da größere Mengen Blähungen verursachen können.
Häufig gestellte Fragen
Kann man Schwarzwurzeln im August säen?
Ja. Die Augustsaat ist eine traditionelle Alternative zur Frühjahrsaussaat. Sie wird gewöhnlich als überwinternde beziehungsweise zweijährige Kultur geführt.
Kann ich im August säen und schon im Oktober ernten?
Normalerweise nicht. Die Zeit bis Oktober reicht nicht aus, um kräftige Schwarzwurzeln zu bilden. Der Erntebeginn im Oktober gilt vor allem für im Frühjahr ausgesäte Pflanzen.
Bis wann kann man Schwarzwurzeln im August säen?
Am sichersten ist eine Aussaat Anfang bis Mitte August. Spätere Termine sind stärker vom regionalen Klima, vom Wetter und von der Sorte abhängig.
Wie tief werden Schwarzwurzeln gesät?
Die länglichen Samen werden ungefähr zwei bis drei Zentimeter tief abgelegt und vorsichtig mit feiner Erde bedeckt.
Welcher Abstand ist richtig?
Zwischen den Reihen sind etwa 30 bis 40 Zentimeter sinnvoll. Innerhalb der Reihe werden die Pflanzen später auf ungefähr acht bis zehn Zentimeter vereinzelt.
Warum wachsen meine Schwarzwurzeln krumm?
Die häufigsten Ursachen sind Steine, harte Erdklumpen, verdichtete Bodenschichten und Verletzungen der Wurzelspitze. Auch das Verpflanzen kann zu stark verzweigten Wurzeln führen.
Müssen Schwarzwurzeln vorgezogen werden?
Nein. Eine Voranzucht ist nicht empfehlenswert, weil die empfindliche Pfahlwurzel beim Umpflanzen leicht geknickt oder beschädigt wird.
Sind Schwarzwurzeln winterhart?
Ja, etablierte Schwarzwurzeln vertragen Frost. Problematisch ist weniger die Kälte für die Pflanze als ein tief gefrorener Boden, aus dem sich die Wurzeln nicht ernten lassen.
Brauchen Schwarzwurzeln viel Wasser?
Während der Keimung und in längeren Trockenperioden benötigen sie eine gleichmäßige Wasserversorgung. Staunässe sollte dennoch vermieden werden.
Was mache ich, wenn die Pflanzen im Folgejahr blühen?
Wer möglichst kräftige Wurzeln ernten möchte, entfernt die Blütenstiele frühzeitig. Einzelne Pflanzen können zur Blüte und Saatgutgewinnung stehen bleiben.
Die Augustsaat braucht Bodenpflege und Geduld
Schwarzwurzeln im August zu säen ist möglich und kann eine lohnende Ergänzung der Gartenplanung sein. Das zweite Aussaatfenster darf jedoch nicht mit einer schnellen Herbstkultur verwechselt werden. Die Pflanzen werden im Spätsommer ausgesät, überwintern im Beet und entwickeln ihre Wurzeln im folgenden Jahr weiter.
Über Erfolg oder Misserfolg entscheiden vor allem die unsichtbaren Bedingungen unter der Erde. Ein mindestens 35 bis 40 Zentimeter tief gelockerter, steinfreier Boden ermöglicht lange und gerade Wurzeln. Verdichtungen, Steine und verletzte Wurzelspitzen führen dagegen zu kurzen, krummen oder stark verzweigten Schwarzwurzeln.
Ebenso wichtig ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit während der Keimung. Trocknet das Saatbeet im heißen August aus, kann die Kultur bereits scheitern, bevor die ersten Blätter erscheinen.
Wer das Beet gründlich vorbereitet, frisches Saatgut verwendet und der Schwarzwurzel ausreichend Zeit lässt, wird dafür mit einem robusten Wintergemüse belohnt, das heute selten geworden ist – und gerade deshalb wieder einen festen Platz im Selbstversorgergarten verdient.

Hobbykoch, Gartenliebhaber und Autor