Tomatenmark selber machen: konzentriertes Aroma aus der eigenen Ernte
Wenn sich im Spätsommer die Schalen mit reifen Tomaten füllen, kommt irgendwann der Punkt, an dem selbst Tomatensalat, Tomatensuppe und Ofentomaten nicht mehr ausreichen. Auf der Fensterbank liegen die nächsten Früchte zum Nachreifen, im Gewächshaus warten schon wieder neue, und einige besonders reife Exemplare müssen noch am selben Tag verarbeitet werden.
Genau dann lohnt es sich, Tomatenmark selber zu machen.
Aus mehreren Kilogramm Tomaten entsteht ein kleiner, kostbarer Vorrat: dunkelrot, samtig und so aromatisch, dass bereits ein Löffel ausreicht, um Suppen, Saucen, Eintöpfen oder Schmorgerichten mehr Tiefe zu geben. Das Wasser verschwindet, während Süße, Säure und der herzhafte Geschmack der Tomaten immer dichter zusammenrücken.
Selbstgemachtes Tomatenmark ist allerdings mehr als nur lange eingekochtes Tomatenpüree. Die Sorte, der Reifegrad, die Größe des Topfes, die Art des Passierens und vor allem der richtige Zeitpunkt zum Beenden entscheiden darüber, ob das Ergebnis fruchtig und konzentriert oder dunkel, bitter und angebrannt schmeckt.
Auch bei der Haltbarmachung ist Genauigkeit wichtig: Heißes Tomatenmark in ein Glas zu füllen und den Deckel zuzuschrauben macht daraus noch keine sicher ungekühlt lagerfähige Konserve. Deshalb findest du hier neben dem eigentlichen Grundrezept auch klare Empfehlungen zum Kühlen, Einfrieren und sicheren Einkochen.
Tomatenmark selber machen: die wichtigsten Schritte
Für selbstgemachtes Tomatenmark werden vollreife, gesunde und möglichst fleischige Tomaten gewaschen, zerkleinert und weich gekocht. Anschließend wird die Masse durch eine Flotte Lotte oder ein feines Sieb passiert. Das entstandene Tomatenpüree wird ohne Deckel langsam reduziert, bis es dick, glänzend und löffelfest ist. Danach wird das Mark entweder gekühlt, portionsweise eingefroren oder nach einem geprüften Verfahren eingekocht.

Die Grundregel lautet:
Je weniger Wasser die Tomaten enthalten und je größer die Verdunstungsfläche ist, desto schneller und aromatischer wird das Tomatenmark.
| Punkt | Empfehlung |
|---|---|
| Tomatenmenge | 5 kg vollreife Tomaten |
| Geeignete Sorten | Roma-, Eier-, Flaschen- und andere Fleischtomaten |
| Voraussichtliche Ausbeute | ungefähr 700 g bis 1 kg |
| Aktive Arbeitszeit | etwa 40 bis 60 Minuten |
| Gesamtdauer | je nach Sorte und Methode 3 bis 5 Stunden |
| Beste Verarbeitung | Kochtopf, Backofen oder kombinierte Methode |
| Universellste Variante | nur Tomaten, Salz erst bei Bedarf |
| Sicherste Vorratsmethode | portionsweise einfrieren |
| Ungekühlte Lagerung | nur nach einem geprüften Einkochverfahren |
Die Ausbeute schwankt deutlich. Sehr fleischige Verarbeitungstomaten liefern wesentlich mehr Mark als große, wasserreiche Salattomaten. Auch die gewünschte Endkonsistenz spielt eine Rolle: Ein noch streichfähiges Tomatenkonzentrat wiegt mehr als ein sehr fest reduziertes Mark.
Warum es sich lohnt, Tomatenmark selbst herzustellen
Der größte Vorteil liegt im Geschmack. Reife Gartentomaten besitzen ein Aroma, das sich nicht allein durch Süße beschreiben lässt. Sie bringen Säure, Fruchtigkeit, würzige Noten und einen natürlichen herzhaften Geschmack mit. Beim Reduzieren wird dieses Profil konzentriert.
Darüber hinaus kannst du selbst entscheiden:
- welche Tomatensorten verarbeitet werden,
- wie stark das Mark konzentriert wird,
- ob es vollkommen ungewürzt bleibt,
- ob Salz verwendet wird,
- wie groß die späteren Portionen sind,
- und welche Haltbarmachungsmethode zu deinem Haushalt passt.
Selbstgemachtes Tomatenmark ist jedoch nicht automatisch gesünder als gekauftes. Viele handelsübliche Produkte bestehen ebenfalls ausschließlich aus Tomaten und gelegentlich etwas Salz. Auch günstiger ist die eigene Herstellung nicht in jedem Fall, wenn Arbeitszeit und Energie vollständig eingerechnet werden.
Besonders sinnvoll wird sie, wenn du eine eigene Ernte verwerten möchtest, sehr aromatische Sorten anbaust oder einen Tomatenüberschuss vor dem Verderben bewahren willst. Dann verwandelt sich eine schnell vergängliche Ernte in eine hochwertige Grundzutat für viele Monate.
Welche Tomaten eignen sich am besten für Tomatenmark?
Fleischtomaten mit wenig Wasser bringen die beste Ausbeute
Ideal sind Tomaten mit:
- einem hohen Fruchtfleischanteil,
- kleinen Samenkammern,
- wenig wässrigem Saft,
- voll entwickeltem Aroma,
- dünner oder gut passierbarer Schale.
Dazu gehören viele Roma-, Eier-, Pflaumen- und Flaschentomaten. Auch San-Marzano-Typen und andere klassische Verarbeitungssorten sind gut geeignet.
Große Salat- oder Fleischtomaten können ebenfalls verwendet werden. Sie benötigen allerdings häufig mehr Zeit, weil zunächst deutlich mehr Wasser verdampfen muss. Sehr saftige Früchte ergeben nicht zwangsläufig schlechtes Tomatenmark – sie reduzieren nur langsamer und liefern weniger fertige Paste.
Der beste Geschmack entsteht oft durch eine Mischung
Für Tomatenmark, das später gekühlt oder eingefroren wird, hat sich folgende Mischung bewährt:
- etwa 70 bis 80 Prozent fleischige Verarbeitungstomaten,
- etwa 20 bis 30 Prozent besonders aromatische Cocktail-, Kirsch- oder alte Gartensorten.
Die fleischigen Sorten sorgen für eine gute Ausbeute. Die kleineren, süßeren Früchte bringen zusätzliche Fruchtigkeit und Komplexität.
Bei einem geprüften Einkochrezept solltest du dagegen exakt die dort vorgesehenen Zutaten, Mengen und Tomatentypen verwenden. Eine Rezeptur für ungekühlte Lagerung ist kein geeigneter Ort für freie Experimente.
Reif, aber nicht überreif
Die besten Tomaten sind vollständig ausgefärbt und aromatisch, aber noch gesund und stabil. Sehr weiche Früchte können für eine gekühlte oder eingefrorene Charge verwendet werden, sofern sie weder Schimmel noch Fäulnis, gärigen Geruch oder nässende Stellen aufweisen.
Für eine ungekühlt lagerfähige Konserve sollten nur einwandfreie, krankheitsfreie und möglichst feste Früchte verwendet werden. Auch Tomaten von abgestorbenen oder durch Frost geschädigten Pflanzen sollen nach den Empfehlungen des National Center for Home Food Preservation nicht eingekocht werden.
Welche Tomaten gehören nicht in den Topf?
Aussortiert werden:
- schimmelige Früchte,
- gärig riechende Tomaten,
- Tomaten mit tiefen faulen Stellen,
- Früchte mit austretendem, verfärbtem Saft,
- stark krankheitsgeschädigte Tomaten,
- verunreinigte Früchte, die sich nicht gründlich reinigen lassen.
Ein kleiner, trockener Druckpunkt kann großzügig entfernt werden, wenn der Rest der Frucht fest, geruchlich unauffällig und gesund ist. Bei Schimmel oder Fäulnis wird dagegen die gesamte Tomate entsorgt.
Die richtige Ausstattung
Du brauchst keine Spezialküche. Einige passende Werkzeuge erleichtern die Arbeit jedoch erheblich.
Ein breiter, schwerer Topf
Ein breiter Topf ist besser als ein hoher, schmaler Suppentopf. Je größer die Oberfläche des Tomatenpürees, desto schneller kann Wasser verdampfen.
Gut geeignet sind:
- Edelstahl,
- emailliertes Gusseisen,
- schwere, beschichtete Bräter,
- breite Sauteusen mit hohem Rand.
Sehr dünne Töpfe entwickeln schnell heiße Stellen, an denen das Mark anbrennt. Unbeschichtetes Aluminium oder Kupfer sind für längeren Kontakt mit sauren Tomaten weniger geeignet.
Flotte Lotte oder Passiersieb
Eine Flotte Lotte trennt Schalen, Kerne und harte Pflanzenfasern besonders zuverlässig vom Fruchtfleisch. Alternativ funktioniert ein feines Metallsieb, durch das die weich gekochte Masse mit einer Kelle oder einem stabilen Löffel gestrichen wird.
Ein Stabmixer ersetzt das Passieren nicht. Er zerkleinert Schalen und Kerne, entfernt sie aber nicht. Außerdem kann er viel Luft in die Masse einarbeiten.
Weitere hilfreiche Utensilien
Praktisch sind außerdem:
- eine Küchenwaage,
- ein scharfes Messer,
- ein großes Schneidebrett,
- eine hitzefeste Silikon- oder Holzspachtel,
- ein Spritzschutz,
- kleine Gefrierdosen oder Eiswürfelformen,
- saubere, hitzebeständige Gläser,
- ein Glasheber bei der Verwendung eines Einkochtopfs.
Tomatenmark selber machen: das Grundrezept
Zutaten für eine große Erntecharge
Für ungefähr 700 g bis 1 kg Tomatenmark:
- 5 kg vollreife, gesunde Tomaten
- optional 1 bis 2 Teelöffel Salz
Mehr wird für ein universell einsetzbares Tomatenmark nicht benötigt.
Zucker, Kräuter, Knoblauch und Öl sind für das Grundrezept bewusst nicht vorgesehen. Ein neutrales Mark lässt sich später für italienische, deutsche, orientalische, asiatische oder osteuropäische Gerichte verwenden. Ein bereits stark gewürztes Mark ist weniger vielseitig.
Schritt 1: Tomaten sortieren und waschen
Kontrolliere jede Frucht einzeln. Entferne Stiele, Blätter und groben Schmutz. Wasche die Tomaten gründlich unter fließendem Wasser und lasse sie kurz abtropfen.
Einweichen ist nicht notwendig. Werden Tomaten lange in einer gefüllten Spüle liegen gelassen, können Verschmutzungen eher verteilt als entfernt werden.
Verarbeite die Ernte möglichst noch am Pflücktag. Muss sie warten, bewahrst du sie kühl, luftig und vor direkter Sonne geschützt auf.
Schritt 2: Strunk entfernen und Tomaten zerkleinern
Schneide die harten Stielansätze heraus. Kleine Roma- oder Eiertomaten werden geviertelt, große Früchte in grobe Stücke geschnitten.
Häuten und Entkernen sind an dieser Stelle nicht nötig. Beides erledigt später die Flotte Lotte wesentlich schneller und mit weniger Fruchtfleischverlust.
Gib die Tomatenstücke in einen großen Topf. Der Topf sollte höchstens zu etwa zwei Dritteln gefüllt sein, damit die Masse beim Kochen nicht überläuft.
Schritt 3: Tomaten weich kochen
Erwärme die Tomaten zunächst bei mittlerer Hitze. Rühre besonders am Anfang regelmäßig um, bis die ersten Früchte Saft abgeben.
Bei sehr fleischigen, trockenen Sorten können zwei bis drei Esslöffel Wasser auf dem Topfboden helfen, das erste Ansetzen zu verhindern. Mehr Wasser ist nicht sinnvoll, weil es später wieder verdampfen muss.
Lege den Deckel für die ersten 10 bis 15 Minuten auf. Sobald ausreichend Flüssigkeit vorhanden ist, nimmst du ihn ab und lässt die Tomaten 30 bis 60 Minuten sanft köcheln. Die Stücke sollen vollständig weich werden und ihre Form verlieren.
Schritt 4: Tomaten passieren
Gib die heiße Masse portionsweise durch eine Flotte Lotte mit feiner Scheibe. Drehe so lange, bis nur noch relativ trockene Schalen und Kerne zurückbleiben.
Bei einem Sieb arbeitest du am besten mit einer stabilen Schöpfkelle. Streiche die Tomaten sorgfältig durch das Sieb, ohne die Kerne gewaltsam zu zerdrücken.
Das aufgefangene Püree bildet die Grundlage für das Tomatenmark.
Die Rückstände müssen nicht zwingend im Abfall landen. Saubere Schalen und Kerne können dünn ausgebreitet und getrocknet werden. Fein vermahlen entsteht daraus ein würziges Tomatenpulver. Für diese Verwendung dürfen die Rückstände allerdings weder verbrannt noch verdorben sein.
Schritt 5: Püree reduzieren
Gib das passierte Tomatenpüree zurück in einen sauberen, breiten Topf. Bringe es unter Rühren erneut zum leichten Kochen.
Nun beginnt die eigentliche Konzentration.
Lasse die Masse ohne Deckel bei niedriger bis mittlerer Hitze köcheln. Zu Beginn genügt es, etwa alle 10 bis 15 Minuten gründlich über den Topfboden zu rühren. Sobald das Püree dickflüssiger wird, verkürzt du die Abstände.
In der Schlussphase solltest du nahezu ständig rühren. Ziehe die Spachtel dabei nicht nur kreisförmig durch das Mark, sondern auch über die Mitte, an den Rand und durch die Ecken des Topfes.
Ein guter Rhythmus ist:
- Anfangs kräftiger köcheln lassen, solange die Masse noch flüssig ist.
- Bei zunehmender Dicke die Hitze reduzieren.
- In der Endphase nur noch sanft erhitzen und kontinuierlich rühren.
- Den Topfboden nach jedem Durchgang vollständig freilegen.
Je nach Sorte, Topfgröße und Menge dauert dieser Schritt etwa 1,5 bis 3 Stunden.
Schritt 6: Die richtige Konsistenz erkennen
Tomatenmark wird beim Abkühlen noch etwas fester. Warte deshalb nicht, bis es im heißen Zustand bereits trocken und bröckelig wirkt.
Das Mark ist fertig, wenn mehrere dieser Merkmale zusammenkommen:
- Eine Spur mit dem Kochlöffel bleibt für einige Sekunden sichtbar.
- Das Mark läuft nicht sofort wieder über den freigelegten Topfboden.
- Auf einem Löffel bildet es einen kleinen Hügel.
- Auf einem kalten Teller entsteht nach einer Minute kaum noch ein wässriger Rand.
- Die Oberfläche wirkt dicht und glänzend.
- Beim Rühren bewegt sich die Masse als Ganzes und nicht mehr wie eine Sauce.
- Kleine Spritzer sind dick und schwer statt wässrig.
Für Suppen und Saucen darf das Mark etwas weicher bleiben. Für portionierte Würfel oder eine besonders hohe Konzentration kannst du es weiter reduzieren.
Sobald die Farbe von kräftigem Rot in ein stumpfes Braunrot kippt und sich am Boden dunkle Stellen bilden, war die Hitze zu hoch oder die Kochzeit zu lang.
Schritt 7: Erst jetzt abschmecken
Möchtest du Salz verwenden, kommt es erst kurz vor dem Ende hinzu. Durch das starke Verdampfen würde eine früh gesalzene Masse zunehmend salziger werden.
Für ein universell einsetzbares Mark genügt häufig ein halber bis ein Teelöffel Salz für die gesamte Charge. Du kannst vollständig darauf verzichten und erst das spätere Gericht würzen.
Zucker ist bei vollreifen Tomaten normalerweise nicht erforderlich. Schmeckt die Ernte deutlich sauer, wird die Balance besser im fertigen Gericht korrigiert. Ein wenig Möhre, geschmorte Zwiebel, Sahne, Butter oder eine kleine Prise Zucker kann dort gezielter eingesetzt werden.
Schritt 8: Abfüllen oder portionieren
Entscheide jetzt, wie du das Tomatenmark aufbewahren möchtest:
- für wenige Tage in kleinen Gläsern im Kühlschrank,
- in Esslöffelportionen im Gefrierschrank,
- oder nach einem exakt eingehaltenen, geprüften Verfahren als ungekühlt lagerfähige Konserve.
Die drei Methoden sind nicht gleichwertig. Einfaches heißes Abfüllen ersetzt weder Kühlung noch ein sicheres Einkochverfahren.
Tomatenmark im Backofen herstellen
Der Backofen bietet eine größere Verdunstungsfläche und verlangt weniger ständiges Rühren. Besonders bei größeren Mengen ist das angenehm.
So funktioniert die Ofenmethode
Koche und passiere die Tomaten zunächst wie im Grundrezept. Verteile das Püree anschließend auf ein bis zwei breite, ausreichend tiefe, säurebeständige Bleche oder Bräter.
Die Schicht sollte möglichst nur etwa zwei bis drei Zentimeter hoch sein.
Reduziere das Püree bei ungefähr:
- 130 bis 140 °C Ober-/Unterhitze oder
- 110 bis 120 °C Umluft.
Lasse die Backofentür geschlossen und rühre die Masse etwa alle 20 bis 30 Minuten gründlich durch. Streiche dunkler werdende Ränder immer wieder in die Mitte.
Je dicker das Mark wird, desto häufiger muss es kontrolliert werden. In der Schlussphase können bereits 10 Minuten darüber entscheiden, ob es aromatisch oder angebrannt schmeckt.
Vorteile der Ofenmethode
- große Verdunstungsfläche,
- geringeres Risiko punktuellen Anbrennens,
- weniger Rührarbeit,
- gut für größere Mengen,
- leicht geröstetes, tieferes Aroma.
Nachteile
- höherer Energiebedarf bei kleinen Chargen,
- Ränder trocknen schneller als die Mitte,
- die Farbe kann dunkler werden,
- eine flache Schicht kann am Ende plötzlich verbrennen.
Die beste Lösung: Topf und Backofen kombinieren
Für viele Haushalte ist die kombinierte Methode ideal:
- Tomaten im Topf weich kochen.
- Durch die Flotte Lotte passieren.
- Püree im breiten Topf um etwa ein Drittel reduzieren.
- Anschließend im Backofen zur gewünschten Konsistenz bringen.
Dadurch landet keine extrem dünne Flüssigkeit im Ofen, und die anstrengende Endphase am Herd wird verkürzt.

Drei Konzentrationsstufen für unterschiedliche Zwecke
Nicht jedes selbstgemachte Tomatenkonzentrat muss gleich fest sein.
| Stufe | Konsistenz | Geeignet für |
|---|---|---|
| Dicke Passata | fließt langsam vom Löffel | Suppen, Pastasaucen, Pizza |
| Klassisches Tomatenmark | bildet einen weichen Hügel | Eintöpfe, Ragù, Schmorgerichte |
| Stark konzentriertes Mark | fest, streichfähig, kaum freie Flüssigkeit | kleine Würzportionen, Saucenbasis |
Je stärker die Konzentration, desto häufiger muss am Ende gerührt werden. Gleichzeitig nimmt das Risiko für dunkle, bittere Röstaromen zu.
Für die meisten Küchen ist die mittlere Stufe am sinnvollsten. Sie lässt sich gut portionieren und kann beim Kochen noch gezielt angeröstet werden.
So bleibt das Tomatenmark rot, fruchtig und samtig
Nicht unnötig lange kochen
Die richtige Konsistenz ist wichtiger als eine bestimmte Stundenzahl. Wasserreiche Tomaten brauchen länger, fleischige Sorten kürzer. Sobald der gewünschte Konzentrationsgrad erreicht ist, wird die Hitze beendet.
Möglichst breite Gefäße verwenden
In einem schmalen Topf muss die Masse länger kochen. In einer breiten Sauteuse verdampft dieselbe Wassermenge schneller. Das schont Farbe und frische Aromen.
Schalen und Kerne frühzeitig entfernen
Schalenstücke stören die Textur, während zerkleinerte Kerne gelegentlich eine herbere Note verursachen können. Passieren ist deshalb besser als langes Pürieren.
Nicht mit voller Hitze „beschleunigen“
Starke Hitze erhöht zwar kurzfristig die Verdampfung, führt aber an der Kontaktfläche zum Topfboden schnell zu Temperaturen, bei denen das Mark anbrennt.
Verbranntes Tomatenmark lässt sich nicht durch Zucker, Gewürze oder weiteres Kochen retten. Sobald sich erste dunkle Stellen bilden, wird der noch unversehrte obere Teil sofort in einen sauberen Topf umgefüllt. Der angebrannte Bodensatz bleibt zurück und wird nicht abgekratzt.
Gewürze besser später einsetzen
Basilikum, Knoblauch, Chili und Oregano können bei stundenlangem Kochen ihre frischen Aromen verlieren oder bitter werden. Ein neutraler Grundvorrat ist deshalb meist hochwertiger.
Aromatisiere das Mark besser beim späteren Kochen oder stelle eine kleine separate Portion her, die du einfrierst.
Tomatenmark richtig haltbar machen
Dieser Abschnitt ist besonders wichtig. Bei selbstgemachten Gemüsekonserven reicht es nicht, nur auf ein entstandenes Vakuum zu achten.
Ein eingezogener Deckel zeigt lediglich, dass sich das Glas beim Abkühlen verschlossen hat. Er beweist nicht, dass Rezeptur und Wärmebehandlung ausreichend waren.
Tomaten können je nach Sorte, Reifegrad und Anbaubedingungen unterschiedlich sauer sein. Das BfR weist darauf hin, dass sich die pH-Werte von Lebensmitteln erheblich unterscheiden können und Lebensmittel mit einem pH-Wert über 4,6 besondere Sicherheitsmaßnahmen benötigen.
Methode 1: Im Kühlschrank aufbewahren
Für den kurzfristigen Gebrauch füllst du das fertige Mark in kleine, sehr saubere und hitzebeständige Gläser.
Lasse es kurz abdampfen, verschließe die Gefäße und stelle sie zügig in den Kühlschrank. Das Mark sollte nicht mehrere Stunden bei Raumtemperatur stehen.
Plane bei einer selbstgemachten, geöffneten oder nur heiß abgefüllten Charge vorsichtshalber mit etwa drei bis fünf Tagen. Verwende immer einen sauberen Löffel und entnimm nur die benötigte Menge. Für geöffnete, säurereiche Tomatenprodukte nennt die USDA allgemein fünf bis sieben Tage Kühllagerung; bei selbstgemachten Produkten ist eine konservativere Planung sinnvoll, weil Zusammensetzung, Hygiene und Säuregehalt schwanken können.
Methode 2: Tomatenmark portionsweise einfrieren
Einfrieren ist für die meisten Haushalte die einfachste, flexibelste und sicherste Methode.
So gehst du vor:
- Tomatenmark vollständig abkühlen lassen.
- In Eiswürfelformen oder Silikonmulden füllen.
- Jede Mulde möglichst mit einem Esslöffel Mark portionieren.
- Vollständig durchfrieren lassen.
- Würfel aus der Form lösen.
- In beschriftete Gefrierbehälter oder Gefrierbeutel umfüllen.
- Datum und Portionsgröße notieren.
Damit kannst du später genau einen oder zwei Würfel direkt in die heiße Pfanne, Suppe oder Sauce geben.
Auch kleine Schraubgläser können verwendet werden, sofern sie ausdrücklich gefriergeeignet und möglichst geradwandig sind. Fülle sie nicht bis zum Rand, weil sich der Inhalt beim Gefrieren ausdehnt.
Für die beste Qualität sollte das Tomatenmark innerhalb des folgenden Erntejahres verbraucht werden. Sicherheit und Qualität sind dabei nicht dasselbe: Ein dauerhaft tiefgefrorenes Produkt kann länger verwendbar bleiben, verliert aber nach und nach Farbe und Aroma.
Methode 3: Nach einem geprüften Verfahren einkochen
Für ungekühlt lagerfähiges Tomatenmark sollte kein frei zusammengestelltes Internetrezept verwendet werden. Ein wissenschaftlich geprüftes Verfahren stammt vom National Center for Home Food Preservation der University of Georgia.
Dieses Verfahren ist für etwa 237 ml große „Half-Pint“-Einmachgläser validiert. Größere Gläser sind nicht vorgesehen und sollten nicht eigenmächtig eingesetzt werden.
Zutaten des geprüften Verfahrens
- 6,35 kg Roma- oder andere Verarbeitungstomaten
- 1 standardisierter Mess-Teelöffel lebensmitteltaugliche Zitronensäure
- optional 2 Lorbeerblätter
- optional 1 Teelöffel Einkoch- oder Pökelsalz ohne Zusätze
- optional 1 Knoblauchzehe
Die erwartete Ausbeute beträgt ungefähr acht bis neun Gläser mit jeweils rund 237 ml.
Verwende ausdrücklich Zitronensäure in Lebensmittelqualität. Reinigungsprodukte für Kaffeemaschinen oder Haushaltsgeräte sind nicht automatisch für Lebensmittel geeignet.
Das geprüfte Verfahren Schritt für Schritt
1. Gläser vorbereiten
Wasche die Einmachgläser gründlich und halte sie bis zum Befüllen heiß. Bereite Deckel und Verschlüsse entsprechend den Angaben des Herstellers vor.
2. Tomaten vorbereiten
Wasche die Tomaten unter fließendem Wasser, entferne die Strünke und schneide die Früchte in ungefähr 1,5 bis 2 cm große Stücke. Die Tomaten werden bei diesem Verfahren nicht vorab gehäutet.
3. Erste Reduktion
Gib die Stücke in einen großen Topf, bringe sie unter Rühren zum Kochen und lasse sie ohne Deckel ungefähr eine Stunde langsam köcheln, bis sich das Volumen etwa halbiert hat.
4. Passieren
Drücke die gekochten Tomaten durch ein feines Sieb oder eine Flotte Lotte mit feiner Scheibe. Für dieses geprüfte Verfahren soll kein Mixer oder Foodprocessor verwendet werden, weil dadurch unerwünscht viel Luft eingearbeitet werden kann.
5. Zitronensäure einarbeiten
Gib das passierte Püree zurück in den Topf und rühre den gesamten Mess-Teelöffel Zitronensäure sehr gründlich in die gesamte Masse ein.
Dieser Zeitpunkt ist entscheidend: Die Säure wird vor der zweiten Reduktion gleichmäßig in das Püree eingerührt. Sie wird bei diesem speziellen Rezept nicht erst auf die einzelnen Gläser verteilt.
6. Zweite Reduktion
Gib nach Wunsch Salz, Lorbeerblätter und die ganze Knoblauchzehe hinzu. Koche die Masse ohne Deckel bei mittlerer bis niedriger Hitze weiter, bis sie auf einem Löffel einen Hügel bildet und sich ihr Volumen erneut ungefähr halbiert hat. Das dauert etwa zweieinhalb Stunden.
Rühre häufig und schütze dich vor heißen Spritzern.
7. Aromaten entfernen
Entferne Lorbeerblätter und Knoblauchzehe vollständig.
8. Heiß abfüllen
Fülle das heiße Mark in die heißen Gläser. Lasse etwa 1,3 cm Kopfraum. Entferne eingeschlossene Luft, korrigiere den Füllstand, säubere die Glasränder und bringe die vorbereiteten Verschlüsse an.
9. Im sprudelnden Wasserbad verarbeiten
Die Gläser werden vollständig in einem Wasserbad verarbeitet:
| Höhenlage des Wohnortes | Verarbeitungszeit |
|---|---|
| bis etwa 305 m | 45 Minuten |
| 306 bis 914 m | 50 Minuten |
| 915 bis 1.829 m | 55 Minuten |
| über 1.829 m | 60 Minuten |
Die Zeit beginnt erst, wenn das Wasser wieder vollständig kocht. Weil der Vorgang länger als 30 Minuten dauert, sollte das Wasser etwa 5 cm über den Glasdeckeln stehen. Hört das Wasser während der Verarbeitung auf zu kochen, muss es wieder kräftig zum Kochen gebracht und die volle Verarbeitungszeit erneut gestartet werden.
10. Abkühlen und Verschluss prüfen
Nimm die Gläser nach Ablauf der Zeit aufrecht aus dem Wasser und stelle sie mit Abstand auf ein Tuch oder Gitter. Lasse sie 12 bis 24 Stunden ungestört abkühlen und überprüfe anschließend die Verschlüsse.
Das vollständige Verfahren einschließlich Zutatenverhältnis, Reduktion, Säurezugabe, Glasgröße und Verarbeitungszeit wurde als zusammengehöriger Prozess entwickelt. Es sollte nicht frei verändert werden.
Was bei der Einkochrezeptur nicht verändert werden sollte
Für die ungekühlte Lagerung solltest du insbesondere nicht:
- die Menge der Zitronensäure verringern,
- frischen Zitronensaft anstelle der vorgesehenen Zitronensäure verwenden,
- Zwiebeln oder Paprika ergänzen,
- zusätzliches Öl einarbeiten,
- größere Gläser benutzen,
- die Einkochzeit verkürzen,
- die Höhenanpassung ignorieren,
- nur heiß abfüllen und auf das Wasserbad verzichten,
- das Einkochen im Backofen oder Geschirrspüler ersetzen.
Die Sicherheit eines Einkochrezeptes hängt nicht nur vom pH-Wert ab. Auch Dichte, Zusammensetzung, Glasgröße, Füllhöhe und Wärmeleitung durch das Lebensmittel beeinflussen den Prozess.
Warum eine Ölschicht das Mark nicht sicher konserviert
Der bekannte Rat, eine Schicht Olivenöl auf das Tomatenmark zu gießen, ist kein geprüftes Konservierungsverfahren.
Öl schließt Sauerstoff aus, beseitigt aber keine vorhandenen Mikroorganismen. Der Sauerstoffausschluss allein kann bei bestimmten Lebensmitteln sogar Bedingungen schaffen, unter denen problematische Keime wachsen können.
Das BfR warnt allgemein davor, selbst hergestelltes Gemüse in Öl als länger haltbaren Vorrat zu betrachten. Eine Ölschicht darf deshalb weder Kühlung noch ein geprüftes Einkochverfahren ersetzen. Für übrig gebliebenes Tomatenmark ist portionsweises Einfrieren die bessere Lösung.
Woran erkennt man verdorbenes Tomatenmark?
Entsorge das Produkt, wenn du Folgendes bemerkst:
- Schimmel,
- gärigen oder ungewöhnlich alkoholischen Geruch,
- austretenden Schaum,
- unerklärliche Bläschen,
- einen aufgewölbten Deckel,
- auslaufenden Inhalt,
- einen gelösten Verschluss,
- ungewöhnliche Verfärbungen,
- fehlendes Vakuum bei einem als Konserve gelagerten Glas.
Verdächtiges Tomatenmark wird nicht probiert.
Das BfR weist ausdrücklich darauf hin, dass bestimmte Botulinumtoxin-bildende Stämme weder Gas noch eindeutig erkennbare Geruchs- oder Geschmacksveränderungen verursachen müssen. Sicht- und Geruchskontrolle sind daher wichtig, können aber ein korrektes Herstellungsverfahren nicht ersetzen. Aufgeblähte oder aufgegangene Konserven sollen nicht verzehrt werden.
Hat sich ein frisch verarbeitetes Glas nach dem Abkühlen nicht verschlossen, kommt es sofort in den Kühlschrank und wird zeitnah verbraucht oder eingefroren. Es gehört nicht in das Vorratsregal.
Die häufigsten Fehler beim Tomatenmark selber machen
Fehler 1: Das Mark bleibt wässrig
Ursachen:
- sehr saftige Tomatensorten,
- zu hoher Füllstand im Topf,
- zu kleine Verdunstungsfläche,
- Deckel bleibt auf dem Topf,
- Kochzeit zu kurz.
Lösung:
Verteile die Masse auf zwei breite Töpfe oder einen großen Bräter. Dadurch vergrößert sich die Oberfläche erheblich. Der Deckel bleibt nach dem Weichkochen vollständig ab.
Fehler 2: Das Tomatenmark brennt an
Ursachen:
- dünner Topfboden,
- zu hohe Hitze,
- zu seltenes Rühren,
- zu lange unbeaufsichtigte Schlussphase.
Lösung:
Reduziere die Temperatur frühzeitig. Je dicker das Mark wird, desto häufiger muss gerührt werden. Führe die Spachtel immer vollständig über Boden und Ränder.
Bei ersten Brandspuren wird der nicht verbrannte obere Teil in einen sauberen Topf umgefüllt. Der Bodensatz bleibt zurück.
Fehler 3: Das Mark schmeckt bitter
Mögliche Ursachen sind:
- angebrannte Stellen,
- stark zerkleinerte Kerne,
- unreife Tomaten,
- zu viel Lorbeer,
- verbrannter Knoblauch,
- zu starke Röstung im Backofen.
Eine kleine Bitterkeit lässt sich in einem späteren Gericht durch Fett, Süße und Flüssigkeit etwas abmildern. Ein deutlich verbrannter Geschmack bleibt jedoch bestehen.
Fehler 4: Das Tomatenmark ist zu sauer
Sehr säurebetonte Sorten oder noch nicht vollständig ausgereifte Früchte können ein kräftig saures Mark ergeben.
Verändere bei einem geprüften Einkochrezept nicht die vorgeschriebene Säuremenge. Gleiche die Säure erst beim späteren Kochen aus, beispielsweise durch:
- langsam geschmorte Zwiebeln,
- fein geriebene Möhre,
- Butter oder Sahne,
- einen kleinen Hauch Zucker,
- längeres gemeinsames Schmoren mit anderen Zutaten.
Bei einer reinen Gefriercharge kannst du einen kleinen Teil süßer Cocktailtomaten untermischen.
Fehler 5: Das Mark wird dunkelbraun
Eine gewisse Verdunkelung ist bei starker Konzentration normal. Ein stumpfes Braun kann jedoch auf zu hohe Hitze, lange Sauerstoffeinwirkung oder angebrannte Randbereiche hinweisen.
Arbeite mit einer breiten Fläche und moderater Temperatur. Das ist besser, als eine tiefe Masse viele Stunden zu kochen.
Fehler 6: Die Küche wird voller roter Spritzer
Dickes Tomatenpüree bildet Dampfblasen, die an der Oberfläche platzen.
Verwende:
- einen ausreichend hohen Topf,
- niedrige bis mittlere Hitze,
- einen Spritzschutz,
- einen langstieligen Kochlöffel,
- Ofenhandschuhe in der Endphase.
Ein geschlossener Deckel ist keine Lösung, weil er die Verdunstung verhindert.
Fehler 7: Das Mark ist zu salzig
Salz wurde meist zu früh dosiert. Während das Wasser verdampft, bleibt das Salz vollständig zurück.
Salze deshalb erst am Ende oder verzichte bei der Grundcharge ganz darauf.
Zu salziges Tomatenmark wird nicht pur korrigiert. Verwende kleinere Mengen davon in ungesalzenen Saucen, Suppen oder Eintöpfen.
Fehler 8: Nach dem Öffnen bildet sich schnell Schimmel
Häufige Gründe sind:
- zu große Vorratsgläser,
- verunreinigte Löffel,
- lange Standzeit im Kühlschrank,
- Reste am Glasrand,
- wiederholtes Erwärmen und Abkühlen.
Kleine Portionen sind die beste Vorbeugung. Ein Glas sollte so bemessen sein, dass sein Inhalt innerhalb weniger Tage verbraucht wird.
Fehler 9: Das Tomatenmark ist nach dem Abkühlen zu fest
Sehr stark reduziertes Mark lässt sich problemlos verwenden. Löse die benötigte Menge mit etwas Wasser, Brühe, Wein oder Tomatensaft auf.
Beim nächsten Ansatz beendest du die Reduktion etwas früher. Beachte, dass das Mark beim Abkühlen nachdickt.
Fehler 10: Das Tomatenmark schmeckt flach
Sehr ertragreiche, aber wenig aromatische Tomaten ergeben auch nach der Konzentration kein komplexes Mark.
Abhilfe schaffen beim nächsten Ansatz:
- aromatischere Sorten,
- vollständig ausgereifte Früchte,
- ein kleiner Anteil süßer Cherrytomaten,
- schonendere und kürzere Reduktion,
- Anrösten des fertigen Marks erst beim späteren Kochen.
Aromatische Varianten
Die folgenden Varianten eignen sich für gekühltes oder eingefrorenes Tomatenmark. Sie sollten nicht ohne geprüftes Verfahren ungekühlt eingelagert werden.
Mediterranes Tomatenmark
Gib während der letzten 15 Minuten etwas getrockneten Oregano und Thymian hinzu. Frisches Basilikum wird besser erst beim späteren Kochen verwendet, weil sein Aroma durch langes Erhitzen stark nachlässt.
Scharfes Tomatenmark
Rühre fein gemahlene, getrocknete Chiliflocken oder etwas geräuchertes Paprikapulver in eine kleine Teilmenge. Portioniere diese Variante getrennt und beschrifte sie deutlich.
Geröstetes Tomatenmark
Reduziere das Mark im Backofen etwas stärker, bis die Ränder leicht dunkler werden. Rühre häufig, damit keine verbrannten Bereiche entstehen.
Diese Variante eignet sich besonders für:
- Schmorgerichte,
- kräftige Linseneintöpfe,
- Gulasch,
- dunkle Saucen,
- Gemüsepfannen.
Knoblauch-Tomaten-Paste
Gare eine Knoblauchknolle separat im Backofen, drücke das weiche Fruchtfleisch heraus und mische es in eine kleine Portion fertiges Tomatenmark.
Diese Paste wird gekühlt rasch verbraucht oder eingefroren. Sie ist kein ungekühlt lagerfähiger Vorrat.
Rauchige Variante
Eine kleine Menge geräuchertes Paprikapulver verleiht dem Mark ein Aroma, das gut zu Bohnen, Chili, Grillmarinaden und veganen Schmorgerichten passt.
Dosierung ist hier entscheidend: Bereits eine kleine Menge kann den Tomatengeschmack überdecken.
So wird selbstgemachtes Tomatenmark richtig verwendet
Tomatenmark entfaltet sein volles Aroma meist erst, wenn es kurz angeröstet wird.
Gib es nach Zwiebeln oder Wurzelgemüse in die Pfanne und röste es bei mittlerer Hitze etwa ein bis zwei Minuten mit. Es darf dunkler und duftender werden, aber nicht schwarz.
Anschließend wird mit Wasser, Brühe, Wein oder Tomatensaft abgelöscht.
| Gericht | Ungefähre Menge |
|---|---|
| Sauce für 2 Personen | 1 bis 2 EL |
| Suppe für 4 Personen | 1 bis 3 EL |
| Eintopf für 4 Personen | 2 bis 4 EL |
| Schmorgericht | 2 bis 3 EL |
| Pizza-Grundsauce | 1 EL pro kleiner Pizza |
| Marinade | 1 bis 2 TL |
| Gemüsepfanne | 1 EL |
| Linsen- oder Bohnengericht | 1 bis 2 EL |
Schnelle Tomatensauce aus Tomatenmark
Verrühre:
- 2 Esslöffel Tomatenmark,
- 150 bis 200 ml Wasser oder Brühe,
- 1 Esslöffel Olivenöl,
- etwas Salz,
- Pfeffer,
- Oregano oder Basilikum.
Lasse die Sauce 10 Minuten leise köcheln. Für mehr Süße können zuvor fein gewürfelte Zwiebeln oder Möhren angeschmort werden.
Für Pizza
Selbstgemachtes Tomatenmark ist pur meist zu konzentriert. Verdünne es etwa im Verhältnis 1:1 oder 1:2 mit Wasser oder passierten Tomaten und würze anschließend.
Als Umami-Verstärker
Ein Teelöffel Tomatenmark kann auch Gerichten Tiefe verleihen, die nicht ausdrücklich nach Tomate schmecken sollen:
- Bratensaucen,
- Pilzgerichte,
- Linsensuppen,
- dunkle Gemüsebrühen,
- vegetarische Füllungen,
- geschmorte Kohlgerichte,
- kräftige Reisgerichte.
Die Menge bleibt dabei so klein, dass das Mark nicht dominiert.
Saisonale Tipps für Deutschland
Der beste Zeitpunkt liegt in der Haupternte
Freilandtomaten erreichen in vielen Regionen Deutschlands ihren Höhepunkt im Spätsommer. In geschützten Lagen, Gewächshäusern und Folientunneln kann die Ernte früher beginnen und länger anhalten.
Tomatenmark lohnt sich besonders dann, wenn mehrere Kilogramm Früchte gleichzeitig reifen. Warte nicht, bis die gesamte geplante Menge überreif geworden ist. Besser sind mehrere kleinere Chargen mit gesunden, frisch geernteten Tomaten.
Nach Regentagen mehr Zeit einplanen
Tomaten können nach regenreichen Phasen oder starker Bewässerung wasserreicher schmecken. Das Mark benötigt dann länger, um die gewünschte Konsistenz zu erreichen.
Beurteile die Charge deshalb nicht nach der Uhr, sondern nach Konsistenz und Gewicht.
Aufgeplatzte Tomaten sofort verarbeiten
Frisch aufgeplatzte, ansonsten einwandfreie Früchte können für eine am selben Tag gekochte Gefriercharge verwendet werden. Schneide die beschädigte Stelle großzügig aus und prüfe Geruch sowie Fruchtfleisch.
Für eine langfristig ungekühlt gelagerte Charge sind makellose, krankheitsfreie Früchte die bessere Wahl.
Ernten vor dem ersten Frost
Am Saisonende sollten reife Tomaten vor Frostnächten geerntet werden. Für eine Einkochcharge werden keine Früchte von bereits abgestorbenen oder frostgeschädigten Pflanzen verwendet.
Noch grüne Tomaten lässt du getrennt nachreifen oder verarbeitest sie in dafür vorgesehenen Rezepten. Sie werden nicht einfach in eine rote Tomatenmarkcharge gemischt.
Häufig gestellte Fragen
Muss man Tomaten für Tomatenmark häuten?
Nein. Die Tomaten können mit Schale weich gekocht und anschließend durch eine Flotte Lotte oder ein feines Sieb passiert werden. Das ist meist schneller als Blanchieren, Abschrecken, Häuten und Entkernen jeder einzelnen Frucht.
Müssen die Kerne entfernt werden?
Für besonders feines Tomatenmark ist es sinnvoll, die Kerne beim Passieren zu entfernen. Einzelne Kerne sind nicht gefährlich, können aber die samtige Konsistenz stören. Werden sie im Hochleistungsmixer stark zerkleinert, kann das Ergebnis zudem herber schmecken.
Kann man aus jeder Tomatensorte Tomatenmark machen?
Grundsätzlich ja. Fleischige Roma-, Eier- und Flaschentomaten liefern jedoch mehr Mark und benötigen weniger Reduktionszeit. Wasserreiche Salattomaten funktionieren ebenfalls, ergeben aber eine geringere Ausbeute.
Wie viel Tomaten braucht man für 100 g Tomatenmark?
Als praktische Küchenfaustzahl solltest du je nach Sorte und Konzentrationsgrad mit etwa 500 bis 800 g frischen Tomaten für 100 g stark konzentriertes Mark rechnen.
Bei sehr wasserreichen Früchten kann der Bedarf höher liegen. Ein weicheres Tomatenkonzentrat benötigt entsprechend weniger Ausgangsmenge.
Wie lange muss Tomatenmark einkochen?
Nach dem Passieren dauert die Reduktion häufig 1,5 bis 3 Stunden. Entscheidend sind jedoch Tomatensorte, Topfbreite, Füllhöhe und gewünschte Konsistenz.
Das Mark ist fertig, wenn eine mit der Spachtel gezogene Spur einige Sekunden sichtbar bleibt und auf einem kalten Teller kaum wässrige Flüssigkeit austritt.
Kann man Tomatenmark im Backofen machen?
Ja. Das passierte Püree wird in einer flachen Schicht bei moderater Temperatur reduziert und regelmäßig umgerührt. Der Backofen eignet sich besonders für große Mengen.
Das Herstellen des Marks im Backofen ist jedoch nicht mit dem sicheren Einkochen gefüllter Gläser im Backofen gleichzusetzen.
Wie lange hält selbstgemachtes Tomatenmark?
Nur gekühlt und ohne geprüftes Einkochverfahren sollte es innerhalb weniger Tage verbraucht werden. Eingefroren bleibt es über viele Monate gut verwendbar. Ungekühlte Lagerung ist nur nach einem geprüften Verfahren mit korrekter Säurezugabe, Glasgröße und Verarbeitungszeit zu empfehlen.
Kann man Tomatenmark einfach heiß in Gläser füllen?
Heißes Abfüllen allein macht Tomatenmark nicht verlässlich ungekühlt haltbar. Das Glas kann zwar ein Vakuum bilden, doch dies sagt nichts darüber aus, ob die notwendige Säure und Wärmebehandlung erreicht wurden.
Für heiß abgefülltes, nicht weiter verarbeitetes Mark gilt deshalb: zügig kühlen und innerhalb weniger Tage verbrauchen oder einfrieren.
Kann man Zitronensäure beim Einkochen weglassen?
Nicht bei einem geprüften Rezept, das Zitronensäure vorschreibt. Die Menge ist Bestandteil des Sicherheitsverfahrens.
Tomaten liegen hinsichtlich ihrer Säure in einem Bereich, der je nach Sorte und Reifegrad schwanken kann. Die Säurezugabe wird nicht nur wegen des Geschmacks vorgenommen.
Kann frischer Zitronensaft verwendet werden?
Bei frei gekühlten oder eingefrorenen Rezepten kann frischer Zitronensaft geschmacklich eingesetzt werden. Bei einem geprüften Einkochverfahren sollte jedoch exakt die angegebene Säureart verwendet werden.
Das beschriebene Tomatenmarkverfahren verlangt lebensmitteltaugliche Zitronensäure in festgelegter Menge.
Warum trennt sich Flüssigkeit vom Tomatenmark?
Eine geringe Flüssigkeitsabsonderung kann entstehen, wenn das Mark noch nicht stark genug konzentriert wurde oder längere Zeit steht. Rühre es vor der Verwendung um.
Bei ungewöhnlicher Gasbildung, gärigem Geruch oder einem gelösten Verschluss wird das Produkt dagegen entsorgt.
Kann man Tomatenmark im Glas einfrieren?
Ja, sofern das Glas gefriergeeignet ist und ausreichend Platz für die Ausdehnung bleibt. Geradwandige, kleine Gläser sind besser als bauchige Behälter mit engem Hals.
Praktischer sind häufig Silikonformen, aus denen sich einzelne Esslöffelportionen entnehmen lassen.
Ist selbstgemachtes Tomatenmark gesund?
Tomatenmark liefert konzentrierte Tomatenbestandteile, darunter Lycopin. Untersuchungen zeigen, dass Lycopin aus verarbeitetem Tomatenmark besser verfügbar sein kann als aus rohen Tomaten. Die Aufnahme kann zusätzlich verbessert werden, wenn Tomatenprodukte gemeinsam mit etwas Fett verzehrt werden. Daraus folgt jedoch kein Heilversprechen; Tomatenmark bleibt ein Lebensmittel und kein Medikament.
Wenige Zutaten, viel Geschmack und ein sinnvoller Vorrat
Tomatenmark selber zu machen ist eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten, eine große Tomatenernte auf kleinem Raum zu bewahren. Aus einer vollen Erntekiste entstehen wenige Gläser oder viele kleine Würzportionen – doch in jeder davon steckt das konzentrierte Aroma des Sommers.
Für ein gutes Ergebnis brauchst du vor allem:
- reife und gesunde Tomaten,
- eine breite Verdunstungsfläche,
- moderate Hitze,
- häufigeres Rühren in der Endphase,
- Geduld bei der Konsistenz,
- und eine sichere Aufbewahrungsmethode.
Am flexibelsten bleibt ein neutrales Mark ohne Öl, Zwiebeln und starke Gewürze. Friere es esslöffelweise ein und röste die benötigte Portion später beim Kochen an. So erhältst du kräftige Röstaromen, ohne die gesamte Charge unnötig lange oder heiß zu behandeln.
Für eine ungekühlt lagerfähige Konserve gilt dagegen: Zutatenverhältnisse, Zitronensäure, Glasgröße, Kopfraum, Höhenlage und Einkochzeit gehören zusammen. Kreativität ist beim Würzen willkommen – aber erst nach dem Öffnen oder bei einer Gefriercharge.
Wer Ernteplanung, Verarbeitung und Vorratshaltung systematisch vertiefen möchte, findet in den weiterführenden Heimatwurzel-Ratgebern und der Heimatwurzel Akademie passende Anregungen für eine alltagstaugliche Selbstversorgung.
Tomatenmark auf professionellem Niveau herstellen
Konzentration ist kein Zeitwert, sondern ein Verhältnis
Viele Rezepte beschreiben Tomatenmark mit Sätzen wie „zwei Stunden einkochen lassen“. Das klingt präzise, ist aber nur begrenzt hilfreich.
Zwei Kilogramm sehr fleischige Roma-Tomaten verhalten sich vollkommen anders als zwei Kilogramm wasserreiche Salattomaten. Auch ein breiter Bräter verdampft Wasser schneller als ein hoher Kochtopf.
Professioneller wird das Ergebnis, wenn du nicht nur die Zeit, sondern drei Werte beobachtest:
- das Gewicht der vorbereiteten Tomaten,
- das Gewicht des passierten Pürees,
- das Gewicht des fertigen Marks.
Ein Beispiel:
- 5.000 g sortierte Tomaten,
- 4.100 g passiertes Püree,
- 820 g fertiges Tomatenmark.
Die Differenz besteht hauptsächlich aus Schalen, Kernen und verdampftem Wasser. Beim nächsten Anbaujahr kannst du Sorten und Chargen objektiver vergleichen.
Eine Tomatensorte, die besonders groß aussieht, muss nicht die beste Verarbeitungssorte sein. Entscheidend ist, wie viel aromatisches Mark sie nach dem Passieren und Reduzieren tatsächlich liefert.
Das Ernteprotokoll für Selbstversorger
Wer jedes Jahr größere Mengen verarbeitet, sollte ein einfaches Protokoll führen.
Notiere:
| Wert | Beispiel |
|---|---|
| Datum | 28. August |
| Sorte | Roma und Cherrytomaten |
| Wetter vor der Ernte | zwei trockene Tage |
| Ausgangsgewicht | 5,0 kg |
| Gewicht nach dem Passieren | 4,1 kg |
| Endgewicht | 820 g |
| Reduktionsdauer | 2 Stunden 20 Minuten |
| Methode | Topf und Backofen |
| Geschmack | süß, kräftig, leicht geröstet |
| Aufbewahrung | 40 Gefrierportionen |
Nach zwei oder drei Erntejahren entsteht daraus ein wertvolles persönliches Nachschlagewerk. Du erkennst, welche Sorten bei deinem Boden, deinem Klima und deiner Bewässerung nicht nur gut wachsen, sondern auch gutes Tomatenmark liefern.
Warum die Topfgeometrie wichtiger ist als maximale Hitze
Verdunstung findet überwiegend an der Oberfläche statt. Eine doppelt so große Oberfläche kann die Reduktionszeit stärker verkürzen als eine deutlich höhere Herdstufe.
Ein hoher Topf mit 25 cm Durchmesser bietet wesentlich weniger Verdunstungsfläche als zwei breite Pfannen mit jeweils 30 cm Durchmesser. Gleichzeitig ist die Flüssigkeitsschicht im hohen Topf tiefer, sodass das Wasser aus unteren Bereichen einen längeren Weg zurücklegt.
Für eine effiziente Verarbeitung gilt daher:
- lieber zwei breite Gefäße als einen überfüllten Topf,
- lieber eine flache Schicht als eine tiefe Masse,
- lieber mäßige Hitze über eine große Fläche als starke Hitze auf kleiner Fläche.
Das spart nicht zwangsläufig in jeder Küche Energie, verkürzt aber die thermische Belastung und erleichtert die Kontrolle.
Die drei thermischen Phasen verstehen
Phase 1: Struktur aufbrechen
Zu Beginn werden die Tomaten erhitzt, damit Zellstrukturen weich werden und Saft austritt. Die Masse darf hier kräftiger köcheln, weil sie noch viel Wasser enthält.
Ziel dieser Phase ist nicht die endgültige Konzentration, sondern eine gut passierbare Konsistenz.
Phase 2: Wasser verdampfen
Nach dem Passieren ist das Püree noch relativ dünn. In dieser Phase kann es gleichmäßig und lebhaft köcheln. Die Oberfläche soll sich bewegen, ohne heftig zu spritzen.
Die Masse wird regelmäßig gerührt, muss aber noch nicht ununterbrochen betreut werden.
Phase 3: Endkonzentration kontrollieren
Sobald die Konsistenz dick wird, verändert sich das Verhalten im Topf. Wasserdampf kann nicht mehr so leicht entweichen, Blasen werden größer und die Wärme verteilt sich schlechter.
Jetzt steigt das Anbrennrisiko stark. Die Herdstufe wird reduziert, während die Rührhäufigkeit zunimmt.
Viele misslungene Chargen entstehen nicht in den ersten zwei Stunden, sondern in den letzten zehn Minuten.
Warum sehr starkes Rösten besser beim Kochen erfolgt
Tomatenmark schmeckt besonders intensiv, wenn es in etwas Fett angeröstet wird. Daraus folgt jedoch nicht, dass die gesamte Vorratscharge bereits bei der Herstellung stark geröstet werden sollte.
Ein kräftig geröstetes Mark ist:
- dunkler,
- weniger frisch-fruchtig,
- für helle Gerichte weniger geeignet,
- anfälliger für bittere Noten,
- schwerer vielseitig einzusetzen.
Besser ist eine neutrale Grundcharge. Beim späteren Kochen kann jede Portion passend zum Gericht behandelt werden:
- nur kurz erwärmen für frische Tomatensaucen,
- zwei Minuten rösten für Ragù,
- etwas länger rösten für Gulasch oder Linseneintopf,
- mit Gewürzen und Öl mischen für Marinaden.
So wird das Röstaroma gezielt erzeugt, statt den gesamten Jahresvorrat auf eine Geschmacksrichtung festzulegen.
Der Unterschied zwischen Säure, Süße und Fruchtigkeit
Ein Tomatenmark kann sauer schmecken, obwohl es aus reifen Früchten hergestellt wurde. Säure allein sagt jedoch wenig über die Gesamtqualität aus.
Beim Verkosten solltest du vier Eindrücke getrennt beurteilen:
1. Säure
Wirkt das Mark frisch, lebendig und klar oder unangenehm spitz?
2. Süße
Besitzt es eine natürliche reife Süße oder schmeckt es unreif und dünn?
3. Fruchtigkeit
Sind noch sortentypische Tomatenaromen erkennbar oder schmeckt die Masse nur noch gekocht?
4. Herzhafte Tiefe
Bleibt nach dem Schlucken ein kräftiger, würziger Eindruck zurück?
Ein ausgewogenes Mark muss nicht süß schmecken. Es sollte jedoch neben der Säure genügend Frucht und Tiefe besitzen.
Salz kann diese Wahrnehmung verstärken, darf aber nicht fehlende Tomatenqualität überdecken.
Warum ein pH-Test allein kein Einkochverfahren ersetzt
Ein pH-Messgerät kann für erfahrene Selbstversorger ein interessantes Kontrollinstrument sein. Es beantwortet aber nicht alle sicherheitsrelevanten Fragen.
Selbst ein gemessener niedriger pH-Wert sagt noch nichts darüber aus:
- wie gleichmäßig die Säure im gesamten Mark verteilt ist,
- ob das Messgerät korrekt kalibriert wurde,
- ob die Probe repräsentativ war,
- wie schnell die Wärme bis zur Glasmitte gelangt,
- ob die Glasgröße zum Verfahren passt,
- ob zusätzliche Zutaten die Wärmeleitung verändern,
- ob der Kopfraum korrekt eingehalten wurde.
Besonders bei einer sehr dicken Paste verteilt sich Wärme langsamer als in dünnem Tomatensaft. Deshalb können Einkochzeiten für Saft oder Sauce nicht einfach auf Tomatenmark übertragen werden.
Ein sicheres Rezept ist ein geprüftes Gesamtsystem. Der pH-Wert ist ein Bestandteil, aber nicht der einzige.
Warum Zwiebeln, Paprika und Kräuter die Rezeptur verändern
Zwiebeln, Knoblauch, Paprika, Möhren und frische Kräuter wirken in einer kleinen Menge harmlos. Bei einer Konserve verändern sie jedoch:
- die natürliche Säure,
- die Dichte,
- den Wassergehalt,
- die Partikelgröße,
- die Wärmeleitung,
- das Verhältnis von Säure zu Gesamtmenge.
Deshalb wird aus einem geprüften Tomatenmarkrezept nicht automatisch ein sicheres Paprika-Tomatenmark, nur weil etwas zusätzliche Zitronensäure verwendet wird.
Für geschmackliche Varianten gilt daher:
- nach dem Öffnen würzen,
- eine Teilmenge im Kühlschrank lagern,
- oder aromatisierte Portionen einfrieren.
Eine neutrale Muttercharge anlegen
Eine besonders praktische Vorratsstrategie ist die Herstellung einer neutralen „Muttercharge“.
Diese besteht ausschließlich aus:
- reifen Tomaten,
- bei Bedarf einer kleinen Menge Salz,
- und der für die jeweilige Aufbewahrungsmethode erforderlichen Behandlung.
Aus dieser Grundcharge entstehen später verschiedene Varianten:
- italienisch mit Basilikum und Oregano,
- scharf mit Chili,
- rauchig mit Paprikapulver,
- orientalisch mit Kreuzkümmel,
- herzhaft mit Knoblauch,
- mild mit Butter oder Sahne,
- süß-sauer für Marinaden.
Das spart Arbeit und verhindert, dass ein großer Vorrat durch eine zu dominante Würzung nur für wenige Gerichte geeignet ist.
Die ideale Portionsgröße ermitteln
Überlege vor dem Abfüllen, wie viel Tomatenmark du normalerweise verwendest.
Für viele Haushalte sind folgende Portionen sinnvoll:
- 1 Teelöffel für kleine Pfannengerichte,
- 1 Esslöffel für eine Sauce für zwei Personen,
- 2 Esslöffel für Eintöpfe oder Schmorgerichte,
- 100 bis 150 g für große Familiengerichte.
Silikonformen mit kleinen Mulden sind besonders praktisch. Nach dem Durchfrieren kommen die Würfel in einen größeren Behälter. Dadurch bleiben sie einzeln entnehmbar.
Beschrifte die Verpackung nicht nur mit dem Datum, sondern auch mit der Portionierung, beispielsweise:
Tomatenmark – 1 Würfel entspricht 1 EL – Ernte August
Energie effizient nutzen, ohne Qualität zu verlieren
Tomatenmark benötigt viel Verdampfungsenergie. Trotzdem lässt sich der Aufwand reduzieren.
Ernte bündeln, aber Töpfe nicht überfüllen
Eine größere Charge ist meist effizienter als mehrere sehr kleine Ansätze. Der Topf darf jedoch nicht so voll sein, dass die Verdunstung stark gebremst wird.
Die erste Phase mit Deckel nutzen
Während die Tomaten lediglich weich werden sollen, kann der Deckel für kurze Zeit aufgelegt werden. Das beschleunigt das Aufheizen.
Sobald die Reduktion beginnt, muss er herunter.
Mehrere breite Gefäße verwenden
Zwei breite Töpfe können eine Charge schneller reduzieren als ein einzelner tiefer Topf.
Restwärme richtig einsetzen
Kurz vor der gewünschten Endkonsistenz kann bei schweren Töpfen die Herdplatte ausgeschaltet werden. Die gespeicherte Wärme wirkt noch einige Minuten weiter.
Dabei wird weiterhin gerührt. Diese Methode ist nicht für einen vorgeschriebenen Einkochvorgang geeignet, bei dem Temperatur und Zeit vollständig eingehalten werden müssen.
Den Backofen auslasten
Wird ohnehin Brot, Gemüse oder ein Auflauf gebacken, kann die Tomatenmasse anschließend in den noch warmen Ofen gestellt werden. Sie darf jedoch nicht unbeaufsichtigt über Nacht oder bei unkontrollierter Restwärme stehen bleiben.
Sensorische Qualitätskontrolle ohne Labor
Ein gutes Tomatenmark kannst du mit vier einfachen Tests beurteilen.
Der Spurtest
Ziehe die Spachtel über den Topfboden. Die Spur soll kurz sichtbar bleiben.
Der Tellertest
Gib einen Teelöffel auf einen kalten Teller. Nach einer Minute sollte sich kaum wässrige Flüssigkeit absetzen.
Der Geruchstest
Das Mark soll reif, würzig und konzentriert riechen. Stechend gärige, modrige oder verbrannte Gerüche sind Warnsignale.
Der Abkühltest
Lasse einen kleinen Löffel vollständig abkühlen. Erst dann zeigt sich die endgültige Festigkeit. Heißes Tomatenmark wirkt immer weicher und schmeckt häufig saurer als die abgekühlte Probe.
Der professionelle Ablauf für einen Erntetag
Ein gut organisierter Verarbeitungstag verhindert Stress und Qualitätsverluste.
Am Vorabend
- Gläser und Behälter kontrollieren,
- Gefrierplatz schaffen,
- Flotte Lotte bereitstellen,
- Arbeitsflächen reinigen,
- ausreichend große Töpfe auswählen,
- Etiketten vorbereiten.
Am Erntemorgen
- nur reife Früchte pflücken,
- Tomaten schattig transportieren,
- beschädigte Früchte getrennt halten,
- Ernte wiegen und dokumentieren.
Während der Verarbeitung
- zuerst sortieren und waschen,
- anschließend alle Tomaten zerkleinern,
- in mehreren Töpfen weich kochen,
- gemeinsam passieren,
- Püree nach Gefäßgröße aufteilen,
- Reduktionsstufen parallel überwachen.
Nach dem Abfüllen
- Gefrierportionen eindeutig beschriften,
- Kühlgläser datieren,
- eingekochte Gläser vollständig abkühlen lassen,
- Verschlüsse prüfen,
- Charge und Ausbeute notieren,
- Arbeitsgeräte sofort einweichen.
Dieser Ablauf klingt zunächst aufwendig, spart aber bei jeder weiteren Ernte Zeit.
Was wirklich den Unterschied macht
Das beste Tomatenmark entsteht nicht durch möglichst viele Zutaten. Es entsteht durch die Qualität der Früchte und eine präzise Verarbeitung.
Die entscheidenden Punkte sind:
- fleischige, vollreife Tomaten verwenden,
- kranke und verdorbene Früchte konsequent aussortieren,
- Schalen und Kerne sauber abtrennen,
- eine große Verdunstungsfläche schaffen,
- Hitze mit zunehmender Dicke reduzieren,
- am Ende nahezu ständig rühren,
- Salz und Gewürze zurückhaltend einsetzen,
- kleine, alltagstaugliche Portionen herstellen,
- Kühlung, Einfrieren und Einkochen klar unterscheiden,
- bei ungekühlter Lagerung ausschließlich ein geprüftes Verfahren verwenden.
So wird aus der eigenen Tomatenernte nicht nur ein Vorrat, sondern eine konzentrierte Grundzutat, deren Qualität du bei jedem späteren Gericht schmeckst.
Fachliche Quellen
Die Sicherheitshinweise zum Einkochen und zur Säuerung orientieren sich am geprüften Tomatenmarkverfahren sowie den allgemeinen Empfehlungen des National Center for Home Food Preservation. (Zentrum für Lebensmittelkonservierung)
Die Hinweise zu Botulismus, pH-Wert, verdächtigen Konserven und in Öl eingelegtem Gemüse beruhen auf den aktuellen Informationen des Bundesinstituts für Risikobewertung. (Bundesinstitut für Risikobewertung)
Ergänzende Grundlagen zur Haltbarmachung und Lagerung stellt das Bundeszentrum für Ernährung bereit. (Bundeszentrum für Ernährung)
Die Aussagen zur besseren Verfügbarkeit von Lycopin aus verarbeitetem Tomatenmark und zur Aufnahme in Verbindung mit Speiseöl stützen sich auf veröffentlichte Humanstudien. (PubMed)

Hobbykoch, Gartenliebhaber und Autor