Garten im September: Was jetzt wirklich wichtig ist
Am Morgen liegt wieder Tau auf den Blättern. Zwischen den Bohnenranken glänzen Spinnweben, die Luft riecht kühler, und unter dem Apfelbaum liegen die ersten Früchte im Gras. Trotzdem ist der Sommer noch nicht ganz vorbei: Tomaten färben sich, Zucchini wachsen weiter, Dahlien blühen üppig und an warmen Nachmittagen summt es noch zwischen Astern und Kräutern.
Der Garten im September steht genau zwischen zwei Jahreszeiten. Er ist Erntemonat, Pflanzzeit, Aussaatfenster und Vorbereitung auf den Winter zugleich. Wer jetzt nur aufräumt, beendet das Gartenjahr zu früh. Wer dagegen einfach so weitermacht wie im Hochsommer, übersieht die kürzeren Tage, feuchten Nächte und ersten möglichen Bodenfröste.
Im September geht es deshalb nicht darum, den Garten möglichst schnell „winterfest“ zu machen. Es geht darum, die Ernte zu sichern, freie Flächen sinnvoll zu nutzen, empfindliche Pflanzen im Blick zu behalten und gleichzeitig die Grundlagen für das kommende Frühjahr zu legen.
Das Wichtigste im Garten im September auf einen Blick
Im September solltest du vor allem reifes Obst und Gemüse regelmäßig ernten, freie Beete mit Herbst- und Winterkulturen oder Gründüngung bestellen, Tomaten vor Feuchtigkeit schützen, Kartoffeln und Lagergemüse trocken einbringen, Rasenlücken ausbessern, Stauden und Gehölze pflanzen sowie Blumenzwiebeln setzen. Starke Heckenrückschnitte bleiben bis zum 30. September verboten. Laub, Samenstände und trockene Stängel sollten nicht vollständig entfernt werden, weil sie Boden und Gartentiere schützen.
| Gartenbereich | Im September besonders wichtig |
|---|---|
| Gemüsegarten | ernten, Feldsalat und Spinat säen, Winterzwiebeln und Knoblauch stecken |
| Obstgarten | Äpfel, Birnen, Pflaumen und Beeren mehrfach durchpflücken |
| Tomaten | gesundes Laub erhalten, kranke Blätter entfernen, Früchte ausreifen lassen |
| Kartoffeln | bei trockenem Wetter ernten, nicht waschen, dunkel lagern |
| Freie Beete | Gründüngung säen, mulchen oder mit Winterkulturen bepflanzen |
| Rasen | nachsäen, Lücken schließen, nicht zu kurz mähen |
| Ziergarten | Stauden pflanzen oder teilen, Frühjahrsblüher setzen |
| Gehölze | pflanzen und wässern, aber noch keine radikalen Heckenrückschnitte |
| Naturgarten | Laub, Samenstände, Totholz und Rückzugsorte erhalten |
| Vorratshaltung | Ernte sortieren, trocknen, lagern, einkochen oder teilen |
Warum der September ein Schlüsselmonat im Gartenjahr ist
Der September wirkt auf den ersten Blick ruhiger als Juli und August. Tatsächlich laufen im Garten jetzt mehrere wichtige Prozesse gleichzeitig.
Die Bodentemperaturen sind vielerorts noch ausreichend hoch, damit Wurzeln wachsen und Saatgut keimen kann. Gleichzeitig werden die Tage deutlich kürzer. Selbst bei warmem Wetter verlangsamt sich deshalb das Wachstum vieler Pflanzen. Hinzu kommen längere Tauphasen, kühlere Nächte und steigender Pilzdruck.
Das bedeutet:
Eine Aussaat, die Anfang September noch sicher gelingt, kann zwei oder drei Wochen später deutlich langsamer keimen. Eine Tomate, die tagsüber in warmer Sonne steht, trocknet nachts möglicherweise nicht mehr vollständig ab. Eine frisch gepflanzte Staude bildet noch Wurzeln, während ein stark zurückgeschnittenes oder überdüngtes Gehölz vor dem Winter unnötig geschwächt werden kann.
Der September belohnt deshalb keine starren Kalenderregeln, sondern gute Beobachtung.

Die drei wichtigsten Ziele im September
- Die vorhandene Ernte sichern.
Reifes und fast reifes Gemüse muss rechtzeitig geerntet, gesundes Lagergut sorgfältig sortiert und Überschüsse verarbeitet werden. - Den Boden bedeckt halten.
Ein abgeerntetes Beet bleibt nicht kahl. Es erhält eine Nachkultur, Gründüngung, Mulch oder zumindest eine schützende Pflanzendecke. - Das nächste Gartenjahr vorbereiten.
Pflanzungen, Saatgutgewinnung, Beetnotizen, Kompost und ein durchdachter Fruchtfolgeplan sparen im Frühjahr Zeit und verhindern viele Fehler.
Was kann man im September noch säen?
Auch im September endet die Aussaatzeit noch nicht. Entscheidend sind Kultur, Sorte, Region und der genaue Saattermin.
Anfang September stehen deutlich mehr Möglichkeiten offen als am Monatsende. In Mittelgebirgen, rauen Lagen und kalten Senken muss früher gesät werden. In Weinbauregionen, Städten, geschützten Innenhöfen und unter Glas verlängert sich das Zeitfenster.
Aussaatkalender für September
| Kultur | Günstiger Zeitraum | Verwendung | Praxis-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Feldsalat | ganzer September | Herbst-, Winter- oder Frühjahrsernte | Saatbett feinkrümelig und gleichmäßig feucht halten |
| Spinat | Anfang bis Mitte September, Überwinterungssorten auch später | Herbsternte oder Überwinterung | ausdrücklich geeignete Herbst- oder Wintersorte wählen |
| Winterportulak | September bis Oktober | Winter- und Frühjahrsernte | keimt am besten bei kühleren Temperaturen |
| Löffelkraut | September | winterhartes Würzkraut | liebt feuchte, humose Standorte |
| Winterzwiebeln | August bis September | frühe Zwiebeln im nächsten Jahr | Steckzwiebeln nur knapp mit Erde bedecken |
| Knoblauch | Ende September bis Oktober | Ernte im folgenden Sommer | keine weichen oder beschädigten Zehen verwenden |
| Asiasalate | Anfang September, geschützt teils länger | junge Blätter im Herbst | Mizuna und Tatsoi sind meist robuster als Pak Choi |
| Radieschen | Anfang September in milden Lagen oder geschützt | schnelle Herbsternte | Herbstsorte wählen und vor Erdflöhen schützen |
| Winterkresse | September | würzige Winterblätter | gleichmäßig feucht halten |
| Gründüngung | je nach Art Anfang September bis Oktober | Bodenschutz und Humusaufbau | Fruchtfolge beachten |
Feldsalat im September säen
Feldsalat gehört zu den wichtigsten Kulturen für den Septembergarten. Er verträgt niedrige Temperaturen, benötigt wenig Platz und kann den Boden über den Winter bedecken.
Das Saatbett sollte fein, eben und bereits leicht abgesetzt sein. In frisch tief gelockerter Erde können die Samen zu weit absinken oder ungleichmäßig keimen. Drücke die Saatrille deshalb leicht an, säe ungefähr ein bis zwei Zentimeter tief und halte die Fläche bis zur Keimung gleichmäßig feucht.
Zu dichte Aussaat führt später zu kleinen Rosetten, schlechter Luftzirkulation und höherer Fäulnisgefahr. Eine ausführliche Anleitung findest du im Beitrag Feldsalat anbauen: Aussaat, Pflege und Ernte.
Spinat für Herbst und Frühjahr
Spinat kann im September entweder für eine späte Herbsternte oder zum Überwintern gesät werden. Für die Überwinterung eignen sich winterharte Sorten, die kleine Rosetten bilden und im Frühjahr schnell weiterwachsen.
Säe Spinat etwa zwei bis drei Zentimeter tief in Reihen. Der Boden sollte locker, aber nicht frisch und stark stickstoffhaltig gedüngt sein. Spinat gehört zu den Kulturen, bei denen eine übertriebene Düngung weder notwendig noch sinnvoll ist.
Bei trockenem Septemberwetter muss die Saatfläche zuverlässig feucht gehalten werden. Ein einmal ausgetrocknetes Keimbett führt häufig zu lückigen Reihen.
Winterportulak: unterschätztes Wintergemüse
Winterportulak, auch Postelein genannt, keimt bevorzugt bei sinkenden Temperaturen. Genau deshalb ist der September ein guter Monat für die Aussaat.
Die Samen werden nur sehr flach gesät und leicht angedrückt. Winterportulak wächst im Herbst langsam, liefert unter Glas, Vlies oder in milden Regionen aber bis weit in den Winter hinein zarte Blätter.
Er eignet sich besonders für Beete, Frühbeete und Gewächshäuser, die nach Tomaten, Gurken oder Paprika frei werden.
Knoblauch und Winterzwiebeln stecken
Knoblauch kann ab Ende September in die Erde, wenn der Boden nicht vernässt ist. Verwende nur feste, gesunde Zehen und stecke sie mit der Spitze nach oben ungefähr fünf bis sieben Zentimeter tief. Der Abstand sollte etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter betragen.
Winterzwiebeln werden flacher gesetzt. Die Spitze darf noch sichtbar sein. Zu tief gesteckte Zwiebeln entwickeln sich oft schlechter und können in schweren Böden faulen.
Ein guter Standort ist sonnig, luftig und durchlässig. In sehr schweren Böden hilft eine leicht erhöhte Pflanzreihe, damit Winternässe besser abfließen kann.
Was kann man im September noch pflanzen?
Der September ist eine wertvolle Pflanzzeit, weil der Boden noch warm ist und die Verdunstung langsam zurückgeht. Viele Pflanzen können vor dem Winter neue Feinwurzeln bilden und starten im Frühjahr mit einem deutlichen Vorsprung.
Gemüsejungpflanzen für Anfang September
In der ersten Monatshälfte können noch kräftige Jungpflanzen gesetzt werden:
| Kultur | Voraussetzung |
|---|---|
| Endivie | gut entwickelte Jungpflanze, ausreichender Pflanzabstand |
| Zuckerhut | möglichst früh im Monat setzen |
| Radicchio | geeignete Herbstsorte verwenden |
| Pak Choi | nur kräftige Pflanzen, möglichst mit Kulturschutznetz |
| Wintersalat | winterharte Sorte und geschützte Lage |
| Frühlingszwiebeln | für Überwinterung geeignete Sorte |
| Rhabarber | Pflanzung ab September bis Oktober möglich |
Bei Endivie, Zuckerhut und Radicchio ist der September meist keine Zeit mehr für eine Freilandaussaat. Jetzt werden vorgezogene Jungpflanzen gesetzt. Stehen sie zu eng, trocknen die Blätter nach Tau und Regen langsamer ab.
Erdbeeren noch im September pflanzen?
Die beste Pflanzzeit für viele Erdbeeren liegt bereits im Sommer. Anfang September kann eine Pflanzung dennoch gelingen, wenn kräftige Pflanzen vorhanden sind und der Boden ausreichend warm und feucht ist.
Je später gepflanzt wird, desto weniger Zeit bleibt bis zum Winter für die Bildung eines starken Wurzelsystems. In rauen Regionen sollte deshalb nicht unnötig gewartet werden.
Das Herz der Pflanze muss nach dem Setzen auf Höhe der Bodenoberfläche bleiben. Zu tief gepflanzte Erdbeeren faulen leichter, zu hoch gesetzte Pflanzen trocknen schneller aus.
Stauden, Kräuter und Beerensträucher
Der September eignet sich gut zum Pflanzen vieler winterharter Stauden, Kräuter und Beerensträucher. Besonders günstig ist ein bewölkter Tag nach einem ergiebigen Regen.
Geeignet sind unter anderem:
- Johannisbeeren und Stachelbeeren im Container
- Himbeeren und Brombeeren
- Schnittlauch, Minze und Zitronenmelisse
- Salbei, Thymian und Oregano an durchlässigen Standorten
- Pfingstrosen, sofern eine Teilung wirklich notwendig ist
- Taglilien, Funkien und viele früh blühende Stauden
- heimische Wildstauden für Insekten und Vögel
Eine Herbstpflanzung darf nicht mit einem einmaligen Angießen erledigt sein. Bleibt der September trocken, müssen frisch gesetzte Pflanzen weiterhin kontrolliert und durchdringend gewässert werden.
Freie Beete im September richtig nutzen
Nach Kartoffeln, Bohnen, Zucchini, Gurken oder Frühgemüse entstehen jetzt größere Lücken. Ein leer geräumtes Beet sieht ordentlich aus, ist für den Boden aber selten die beste Lösung.
Nackte Erde ist Regen, Wind, Verschlämmung, Austrocknung und unerwünschtem Aufwuchs ausgesetzt. Gleichzeitig können noch vorhandene Nährstoffe ausgewaschen werden.
Schritt für Schritt: Vom abgeernteten Beet zum Winterbeet
- Erntereste beurteilen.
Gesunde Wurzeln können teilweise im Boden bleiben. Stark kranke Pflanzenteile werden entfernt. - Unkraut vor der Samenreife beseitigen.
Wurzelunkräuter vollständig ausgraben. Samen tragende Problemunkräuter nicht auf den kalten Hauskompost geben. - Boden nur flach lockern.
Eine Grabegabel, Handgabel oder ein Sauzahn reicht. Tiefes Umgraben ist auf den meisten Gartenböden im September unnötig. - Nachkultur auswählen.
Möglich sind Feldsalat, Spinat, Winterportulak, Knoblauch, Winterzwiebeln oder Gründüngung. - Fruchtfolge prüfen.
Nach Kohl sollte keine senfhaltige Gründüngung folgen. Nach Erbsen und Bohnen sind Leguminosen als Gründüngung weniger günstig. - Aussaat oder Pflanzung wässern.
Nicht nur die Oberfläche befeuchten. Das Wasser muss bis in den späteren Wurzelbereich gelangen. - Beet kennzeichnen.
Sorte und Saatdatum notieren. Im Frühjahr ist sonst häufig nicht mehr erkennbar, was wo überwintert.
Wer Ende August bereits Flächen freibekommt, findet im Beitrag Hochbeet im August: Was kann man jetzt noch pflanzen? zusätzliche Ideen für den Übergang in den September.
Gründüngung im September: Nicht irgendeine Saat verwenden
Gründüngung ist mehr als ein grüner Teppich. Sie schützt den Boden, bindet Nährstoffe, liefert Wurzelmasse und kann die Bodenstruktur verbessern. Die falsche Pflanzenfamilie kann jedoch eine ungünstige Fruchtfolge verstärken.
| Gründüngung | Aussaat | Vorteil | Wichtig |
|---|---|---|---|
| Phacelia | bis Anfang oder Mitte September | gehört zu keiner typischen Gemüsefamilie | meist nicht winterhart |
| Gelbsenf | bis etwa Mitte September | wächst schnell und bedeckt den Boden | nicht vor oder nach Kohlgewächsen |
| Ölrettich | früh im September | tiefe Durchwurzelung | ebenfalls Kreuzblütler |
| Winterroggen | September bis Oktober | winterhart und stark durchwurzelnd | im Frühjahr rechtzeitig bearbeiten |
| Winterwicke | September | bindet Stickstoff | nicht ideal in enger Leguminosen-Fruchtfolge |
| Roggen-Wicken-Gemenge | September | Bodenbedeckung und Stickstoffbindung | braucht im Frühjahr ausreichend Zeit |
Der häufigste Fehler bei Gründüngung
Viele Gärtner kaufen eine beliebige Mischung, ohne auf die enthaltenen Pflanzen zu achten. In solchen Mischungen befinden sich häufig Senf, Ölrettich, Klee oder Wicken.
Wer regelmäßig Kohl, Radieschen, Rucola oder Rettich anbaut, sollte nicht jedes freie Beet zusätzlich mit Kreuzblütlern begrünen. Wer viele Bohnen und Erbsen kultiviert, sollte Leguminosen ebenfalls bewusst einsetzen.
Phacelia ist für viele Gemüsegärten eine unkomplizierte Zwischenlösung, weil sie mit den üblichen Gemüsefamilien nicht eng verwandt ist. Für eine winterharte Bedeckung sind dagegen Roggen oder eine passende Wintermischung interessanter.
Gemüse im September richtig pflegen und ernten
Der September ist kein Monat für pauschales Abräumen. Viele Sommerkulturen tragen noch mehrere Wochen, wenn sie gesund gehalten und regelmäßig geerntet werden.
Tomaten: Jetzt entscheidet das Wetter über die Resternte
Tomaten können im September noch erstaunlich viele Früchte liefern. Gleichzeitig steigt das Risiko für Kraut- und Braunfäule, weil Blätter nachts länger feucht bleiben.
Jetzt kommt es auf vier Dinge an:
- für gute Luftzirkulation sorgen
- kranke oder bodennahe Blätter früh entfernen
- möglichst morgens und nur an die Erde gießen
- reife Früchte laufend ernten
Entferne nicht plötzlich den größten Teil des gesunden Laubes. Die Pflanze benötigt ihre Blätter weiterhin für die Versorgung und Ausreifung der Früchte. Sinnvoll ist ein maßvolles Auslichten: gelbe, fleckige, bodennahe und sehr dicht stehende Blätter zuerst.
Neue Blüten und winzige Fruchtansätze können Anfang oder Mitte September entfernt werden, wenn am Standort absehbar ist, dass sie nicht mehr ausreifen. In einem beheizbaren Gewächshaus oder sehr milden Innenhof sieht die Entscheidung anders aus als in einer frostgefährdeten Mittelgebirgslage.
Bei drohendem Frost, starkem Krankheitsdruck oder anhaltend kaltem Regen können bereits ausgewachsene grüne Tomaten im Haus nachreifen. Die vollständige Anleitung findest du unter Grüne Tomaten nachreifen lassen.
Von besonders aromatischen, samenfesten Sorten lässt sich jetzt außerdem Saatgut gewinnen. Wie Fermentation, Trocknung und Lagerung funktionieren, zeigt der Ratgeber Tomatensamen selber gewinnen.
Zucchini und Gurken
Zucchini sollten weiterhin klein bis mittelgroß geerntet werden. Große Früchte kosten die Pflanze viel Kraft und bremsen den weiteren Fruchtansatz.
Entferne stark mehltaubefallene Blätter, aber nicht jedes Blatt mit einem kleinen hellen Fleck. Viele Zucchinisorten besitzen natürliche silbrige Blattzeichnungen, die leicht mit Mehltau verwechselt werden.
Gurken leiden im September besonders unter kühlen Nächten, feuchtem Laub und erschöpften Wurzeln. Regelmäßige Ernte, vorsichtiges Gießen und das Entfernen fauler Früchte verlängern die Kultur. Eine späte kräftige Stickstoffdüngung ist dagegen selten hilfreich.
Bohnen
Busch- und Stangenbohnen werden weiterhin in kurzen Abständen durchgepflückt. Je regelmäßiger geerntet wird, desto länger bilden viele Sorten neue Hülsen.
Bohnen für Saatgut müssen vollständig ausreifen und an der Pflanze trocknen. Markiere dafür gesunde, sortentypische Pflanzen. Ernte nicht gleichzeitig Saatgut von möglicherweise verkreuzten oder kranken Beständen, wenn du im kommenden Jahr sortenrein weiterarbeiten möchtest.
Nach dem Abräumen können gesunde Bohnenwurzeln im Boden bleiben. Schneide die Pflanzen knapp über der Erde ab, statt alle Wurzeln herauszureißen.
Paprika und Auberginen
Paprika reifen in geschützten Lagen bis weit in den September. Entferne sehr späte Blüten und sorge dafür, dass die vorhandenen Früchte Licht erhalten, ohne die Pflanze vollständig zu entlauben.
Grüne Paprika sind essbar, auch wenn sie ihre endgültige Sortenfarbe noch nicht erreicht haben. Rote, gelbe oder orange ausgefärbte Früchte schmecken meist süßer und aromatischer.
Auberginen werden geerntet, solange die Schale glänzt und das Fruchtfleisch auf leichten Druck elastisch reagiert. Matte, sehr harte oder überreife Früchte verlieren häufig an Qualität.
Möhren, Rote Bete, Sellerie und Lauch
Nicht jedes Wurzelgemüse muss im September sofort aus dem Boden. Möhren, Rote Bete, Sellerie und Lauch dürfen abhängig von Sorte, Boden und Wetter noch weiterwachsen.
Für den unmittelbaren Verbrauch wird bedarfsgerecht geerntet. Lagergemüse kommt möglichst an einem trockenen Tag aus dem Boden.
Drehe oder schneide das Laub von Lagermöhren und Roter Bete vorsichtig ab, ohne die Rübe zu verletzen. Beschädigte Exemplare werden zuerst verbraucht und nicht eingelagert.
Kartoffeln im September ernten und lagern
Bei mittelfrühen und späten Kartoffeln fällt die Haupternte häufig in den September. Reif sind sie, wenn das Kraut weitgehend abgestorben ist und die Schale sich nicht mehr leicht mit dem Daumen abreiben lässt.
Nach dem natürlichen Absterben des Krautes kann es sinnvoll sein, noch etwa ein bis zwei Wochen zu warten, sofern das Wetter trocken bleibt und keine Krankheitssituation ein schnelleres Handeln erfordert. In dieser Zeit festigt sich die Schale.
Kartoffelernte Schritt für Schritt
- Einen trockenen Tag wählen.
- Mit ausreichendem Abstand zur Pflanze in den Damm stechen.
- Erde vorsichtig anheben.
- Knollen von Hand einsammeln.
- Beschädigte Kartoffeln getrennt legen.
- Erde nur grob abtrocknen und abbürsten.
- Kartoffeln vor Licht schützen.
- Vor der endgültigen Lagerung nochmals kontrollieren.
Kartoffeln werden vor der Lagerung nicht gewaschen. Feuchtigkeit und Verletzungen erhöhen das Fäulnisrisiko. Der Lagerplatz muss kühl, dunkel, frostfrei, trocken und belüftet sein.
Grüne, stark keimende, bittere oder umfangreich beschädigte Kartoffeln gehören nicht ins Vorratslager. Weitere Hinweise zum Anbau und zur Bodenvorbereitung findest du unter Kartoffeln anbauen wie früher.
Kürbisse richtig ernten
Viele Lagerkürbisse werden Ende September oder im Oktober erntereif. Der genaue Zeitpunkt hängt von Sorte, Pflanztermin und Wetter ab.
Typische Reifezeichen sind:
- sortentypisch ausgefärbte Schale
- harte Schale, die sich nicht leicht mit dem Fingernagel verletzen lässt
- trockener oder verholzter Stiel
- kräftige, reife Frucht
- beginnendes Absterben der Pflanze
Schneide den Kürbis mit einem sauberen Messer ab und lasse möglichst einen mehrere Zentimeter langen Stiel stehen. Ein abgebrochener Stielansatz ist eine häufige Eintrittsstelle für Fäulnis.
Lagerkürbisse profitieren von einer trockenen Nachreife an einem warmen, luftigen Ort. Sie dürfen dabei nicht auf kaltem, nassem Boden liegen.
Obsternte im September
Äpfel, Birnen, Pflaumen, Zwetschgen, Brombeeren, Herbsthimbeeren, Holunderbeeren und Weintrauben machen den September zu einem der wichtigsten Erntemonate.
Dabei gilt: Nicht alles wird in einem Durchgang geerntet.
Äpfel pflückreif erkennen
Ein Apfel ist pflückreif, wenn sich sein Stiel beim leichten Anheben und Drehen relativ einfach vom Fruchtholz löst. Er sollte nicht abgerissen werden müssen.
Weitere Anzeichen können sein:
- die Grundfarbe verändert sich von kräftigem Grün zu Gelbgrün
- erste gesunde Früchte fallen vom Baum
- die Kerne beginnen sich sortentypisch zu verfärben
- Geschmack und Aroma entwickeln sich
- die Frucht erreicht ihre typische Größe
Die Kernfarbe allein ist kein zuverlässiger Test. Auch der Geschmack muss zur Sorte passen. Viele Lageräpfel erreichen ihre volle Genussreife erst einige Zeit nach der Ernte.
Pflücke größere Bäume in mehreren Durchgängen. Früchte an der sonnigen Außenseite reifen häufig früher als beschattete Äpfel im Kroneninneren.
Birnen nicht zu spät ernten
Viele Birnen werden gepflückt, bevor sie am Baum vollständig weich werden. Zu spät geerntete Früchte können innen bereits überreif sein, obwohl sie äußerlich noch gut wirken.
Birnen sind druckempfindlich. Lege sie vorsichtig in flache Kisten und stapel sie nicht unnötig hoch.
Pflaumen und Zwetschgen
Pflaumen und Zwetschgen reifen am Baum besonders aromatisch. Da nicht alle Früchte gleichzeitig reif sind, lohnt sich auch hier das Durchpflücken.
Faulende oder beschädigte Früchte werden entfernt. Große Erntemengen lassen sich zu Mus, Kompott, Kuchenbelag oder Chutney verarbeiten. Eine ausführliche Vorratsanleitung bietet der Beitrag Zwetschgen einkochen.
Herbsthimbeeren und Brombeeren
Reife Früchte werden möglichst häufig geerntet. Überreife, beschädigte und schimmelige Beeren sollten nicht lange am Strauch bleiben.
Bei sommertragenden Himbeeren können die abgeernteten alten Ruten bodennah entfernt werden. Die diesjährigen jungen Ruten bleiben stehen und werden geordnet angebunden.
Herbsthimbeeren werden erst nach Abschluss der Ernte vollständig zurückgeschnitten. Bei zweifacher Nutzung einzelner Sorten gelten abweichende Schnittsysteme.
Bei Brombeeren werden abgetragene Ruten entfernt, während die jungen Ruten für das kommende Jahr bleiben.
Ernte richtig sortieren: Sofort essen, lagern oder verarbeiten
Nicht jedes geerntete Stück Obst oder Gemüse besitzt dieselbe Qualität. Wer alles wahllos in eine Kiste legt, verliert häufig einen Teil des Vorrats.
Bewährt hat sich die Einteilung in drei Gruppen:
| Gruppe | Verwendung |
|---|---|
| Makellos und lagerfähig | trocken, kühl und sortengerecht einlagern |
| Reif, weich oder leicht beschädigt | innerhalb weniger Tage verbrauchen oder verarbeiten |
| Faul, schimmelig oder stark krank | konsequent aussortieren und passend entsorgen |
Die wichtigsten Lagerregeln
Äpfel: kühl, frostfrei und mit hoher Luftfeuchtigkeit lagern; regelmäßig kontrollieren. Von Kartoffeln und empfindlichem Gemüse möglichst trennen.
Kartoffeln: dunkel, kühl, trocken und luftig lagern; nicht waschen.
Kürbisse: trocken, luftig und wärmer als Kartoffeln lagern.
Zwiebeln und Knoblauch: vollständig trocknen lassen und luftig aufbewahren.
Möhren und Rote Bete: kühl und vor Austrocknung geschützt lagern; verletzte Exemplare zuerst verwenden.
Tomaten: nicht im Kühlschrank nachreifen lassen. Gesunde, ausgewachsene Früchte bei Zimmertemperatur kontrolliert nachreifen.
Bei großen Mengen lohnt es sich, nicht nur ans eigene Vorratsregal zu denken. Nachbarschaftskörbe, Mostereien, gemeinsames Einkochen und Erntetausch verhindern, dass wertvolle Lebensmittel verderben.
Rasenpflege im September
Der September ist in vielen Regionen ein guter Monat für Rasennachsaaten. Der Boden ist noch warm, die Verdunstung geringer als im Hochsommer und häufiger Tau unterstützt die Keimung.
Rasenlücken ausbessern
- Abgestorbene Reste entfernen.
- Boden zwei bis drei Zentimeter tief lockern.
- Bei Bedarf etwas sandige Rasenerde aufbringen.
- Passende Rasensaat dünn ausbringen.
- Saat andrücken.
- Fläche bis zur Keimung gleichmäßig feucht halten.
- Erst mähen, wenn die jungen Gräser ausreichend hoch und gut verwurzelt sind.
Darf man im September vertikutieren?
Ein leichtes Vertikutieren kann im frühen September sinnvoll sein, wenn der Rasen stark verfilzt ist, der Boden ausreichend feucht bleibt und anschließend nachgesät wird.
Vertikutieren sollte jedoch keine automatische Herbstpflicht sein. Ein geschwächter, trockener oder schattiger Rasen wird durch eine aggressive Bearbeitung häufig weiter geschädigt.
Bei kleinen Moosstellen ist es sinnvoller, zunächst die Ursache zu prüfen:
- Staunässe
- verdichteter Boden
- dauerhafter Schatten
- sehr tiefer Schnitt
- unausgewogene Nährstoffversorgung
- ungeeignete Gräsermischung
Rasen im September düngen
Eine späte, stark stickstoffbetonte Sommerdüngung fördert weiches Wachstum, das empfindlicher gegenüber Krankheiten und Kälte sein kann.
Ein spezieller Herbstrasendünger kann auf intensiv genutzten Rasenflächen sinnvoll sein. Er sollte jedoch nicht allein deshalb ausgebracht werden, weil September im Kalender steht. Zustand, Boden, Nutzungsintensität und bisherige Düngung entscheiden.
Nicht zu kurz mähen
Mähe den Rasen im September weiterhin regelmäßig, aber nicht extrem kurz. Eine Höhe von ungefähr vier bis fünf Zentimetern ist für viele Gebrauchsrasenflächen ein guter Orientierungswert.
In Schattenlagen darf das Gras etwas länger bleiben. Laub sollte vom Rasen entfernt werden, weil eine geschlossene Laubdecke Licht und Luft abschirmt. Unter Hecken, Bäumen und in Staudenbeeten ist Laub dagegen wertvoll.
Staudenbeet und Ziergarten im September
Im Ziergarten beginnt jetzt eine der schönsten Pflanzzeiten. Astern, Herbstanemonen, Fetthenne, Sonnenhut, Gräser und spät blühende Kräuter liefern Farbe und Nahrung für Insekten.
Stauden pflanzen und teilen
Viele Stauden können im September gepflanzt oder geteilt werden, sofern sie nicht gerade in voller Blüte stehen und noch Zeit zum Einwurzeln haben.
So gehst du vor:
- Pflanze vor dem Ausgraben zurückhaltend wässern.
- Wurzelballen großzügig ausheben.
- Mit Spaten oder Messer in gesunde Teilstücke teilen.
- Alte, verholzte oder kranke Mitte entfernen.
- Teilstücke zügig neu pflanzen.
- Erde gut andrücken.
- Gründlich angießen.
- In den folgenden Wochen nicht austrocknen lassen.
Spät blühende Stauden werden besser nach der Blüte oder im Frühjahr geteilt. Arten mit besonderen Ansprüchen sollten nicht pauschal behandelt werden.
Was sollte im September nicht abgeschnitten werden?
Ein aufgeräumtes Beet ist nicht automatisch ein gesundes Beet. Viele trockene Stängel und Samenstände haben über den Winter einen hohen Wert.
Stehen bleiben dürfen unter anderem:
- Sonnenhut
- Fetthenne
- Disteln
- Königskerzen
- Astern
- Ziergräser
- Wilde Karde
- Fenchel
- Doldenblütler
- standfeste Kräuterstängel
Samenstände liefern Vögeln Nahrung. Hohle und markhaltige Stängel dienen Insekten als Rückzugsraum. Außerdem schützen abgestorbene Pflanzenteile den Wurzelbereich vor Kälte.
Entfernt werden vor allem kranke, stark faulende oder zusammengebrochene Pflanzenteile, die andere Kulturen beeinträchtigen.
Blumenzwiebeln für das Frühjahr setzen
Narzissen, Krokusse, Schneeglöckchen, Zierlauch und viele weitere Frühjahrsblüher können ab September gepflanzt werden. Tulpen werden häufig etwas später gesetzt, wenn der Boden bereits kühler ist.
Die richtige Pflanztiefe
Als Grundregel gilt: Die Zwiebel kommt ungefähr zwei- bis dreimal so tief in die Erde, wie sie selbst hoch ist.
Auf sehr schweren Böden kann eine Drainageschicht aus Sand oder feinem Kies sinnvoll sein. Blumenzwiebeln vertragen Winterkälte meist besser als dauerhafte Nässe.
Die Spitze zeigt nach oben. Ist die Orientierung bei kleinen Knollen nicht erkennbar, können sie seitlich gelegt werden; der Austrieb findet seinen Weg.
Blumenzwiebeln natürlicher pflanzen
Für ein natürliches Bild werden Zwiebeln nicht einzeln in geraden Abständen gesetzt. Wirf eine Handvoll locker auf die Fläche und pflanze sie dort, wo sie landet.
Größere Gruppen wirken im Frühjahr deutlich stärker als viele weit auseinanderstehende Einzelpflanzen.
Rosen im September
Rosen werden im September nicht mehr stark stickstoffbetont gedüngt. Weiche neue Triebe könnten vor dem Winter nicht ausreichend ausreifen.
Verblühtes kann bei öfter blühenden Rosen weiterhin entfernt werden. Bei Wildrosen und fruchttragenden Arten dürfen Hagebutten stehen bleiben. Sie sind dekorativ und für Vögel wertvoll.
Kranke abgefallene Blätter, insbesondere bei deutlichem Sternrußtau- oder Rostbefall, werden aus dem Rosenbereich entfernt. Ein starker Rückschnitt erfolgt nicht pauschal im September.
Bei anhaltender Trockenheit brauchen Rosen weiterhin Wasser. Lieber selten und durchdringend gießen als täglich nur die Oberfläche zu befeuchten.
Hecken schneiden im September: Was ist erlaubt?
Vom 1. März bis einschließlich 30. September dürfen Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und bestimmte Gehölze in Deutschland grundsätzlich nicht abgeschnitten, auf den Stock gesetzt oder beseitigt werden.
Zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte, bei denen der aktuelle Zuwachs entfernt oder die Gesundheit eines Gehölzes erhalten wird.
Das bedeutet für den September:
- kein radikaler Rückschnitt
- kein Auf-den-Stock-Setzen
- keine vollständige Beseitigung
- nur zurückhaltende Pflegearbeiten
- vor jedem Schnitt gründliche Kontrolle auf Nester und Tiere
Auch ein grundsätzlich zulässiger Formschnitt darf nicht ausgeführt werden, wenn dadurch ein besetztes Nest, eine Lebensstätte oder ein Tier beeinträchtigt wird.
Ab dem 1. Oktober endet der bundesweite Zeitraum für das saisonale Schnittverbot. Trotzdem gelten Artenschutz, mögliche kommunale Baumschutzsatzungen, Nachbarrecht und weitere örtliche Bestimmungen weiterhin.
Gehölze und Obstbäume pflanzen
Containergehölze können im September gepflanzt werden, wenn der Boden nicht ausgetrocknet oder vernässt ist. Die klassische Pflanzzeit für wurzelnackte Bäume und Sträucher beginnt meist später, nach dem Laubfall.
So gelingt die Herbstpflanzung
Das Pflanzloch sollte deutlich breiter als der Wurzelballen sein, aber nicht unnötig tief. Der Baum darf nach dem Setzen nicht tiefer stehen als zuvor im Container oder in der Baumschule.
Lockere verdichtete Ränder des Pflanzlochs, setze das Gehölz ein, verfülle mit dem vorhandenen Boden und schlämme gründlich ein. Eine Gießmulde erleichtert die weitere Versorgung.
Bei Bäumen wird der Pflahl auf der Seite gesetzt, aus der der Hauptwind kommt. Die Bindung muss Halt geben, darf den Stamm aber nicht einschnüren.
Frisch gepflanzte Gehölze benötigen auch bei kühlerem Wetter Wasser. Ein feuchter Morgen bedeutet nicht automatisch, dass der Boden im Wurzelraum ausreichend nass ist.
Bodenpflege im September
Der Boden sollte im September weder tief umgegraben noch mit großen Mengen Dünger „auf Vorrat“ versorgt werden.
Flach lockern statt alles umwenden
Durch flaches Lockern lassen sich Unkräuter beseitigen und verschlämmte Oberflächen öffnen, ohne die gewachsene Bodenstruktur vollständig zu zerstören.
Ein schwerer Lehmboden wird nur bearbeitet, wenn er ausreichend abgetrocknet ist. Das Betreten und Umgraben nasser Lehmböden kann Verdichtungen erzeugen, die über Jahre bestehen bleiben.
Kompost gezielt einsetzen
Reifer Kompost ist ein wertvoller Bodenverbesserer, aber kein Material, das unbegrenzt auf jedes Beet gehört. Er enthält Nährstoffe und sollte wie ein Dünger behandelt werden.
Im September kann reifer Kompost sparsam bei Pflanzungen oder auf besonders nährstoffarmen Flächen eingesetzt werden. Für feine Aussaaten eignet sich nur vollständig reifer, gesiebter Kompost in begrenzter Menge.
Unreifer Kompost gehört nicht direkt an empfindliche Wurzeln oder in die Saatrille.
Kompost im Herbst richtig aufbauen
Im September fallen größere Mengen Pflanzenmaterial an. Damit daraus kein nasser, stinkender Haufen entsteht, werden feuchte und trockene Stoffe gemischt.
Gut geeignet sind:
- angetrockneter Rasenschnitt
- gesunde Gemüsereste
- zerkleinerte Staudenstängel
- Laub
- dünne Zweige
- ungekochte pflanzliche Küchenabfälle
- Kaffeesatz in begrenzter Menge
Feuchtes Material wird nur dünn aufgebracht. Grobes Schnittgut sorgt für Luft. Kranke Pflanzenteile, stark samenhaltige Problemunkräuter und Wurzelunkräuter gehören im Zweifel in die kommunale Biotonne oder eine dafür vorgesehene Entsorgung.
Auch im September richtig gießen
Kühle Nächte und Tau täuschen leicht darüber hinweg, dass der Boden weiterhin trocken sein kann. Besonders Gemüse, Kübelpflanzen, Neupflanzungen, Erdbeeren und junge Gehölze benötigen eine kontrollierte Wasserversorgung.
Prüfe die Feuchtigkeit mit dem Finger oder einer kleinen Bodenprobe in einigen Zentimetern Tiefe. Die Oberfläche allein sagt wenig aus.
Richtiges Gießen im September
- möglichst morgens gießen
- Wasser direkt an den Wurzelbereich geben
- lieber durchdringend als täglich oberflächlich
- Neupflanzungen besonders kontrollieren
- Regenwasser nutzen, sofern verfügbar
- Kübel nicht dauerhaft im Wasser stehen lassen
- Mulchschichten anheben und Boden darunter prüfen
Eine Mulchdecke reduziert Verdunstung und schützt das Bodenleben. Welches Material zu welchem Beet passt, erklärt der Beitrag Mulchen gegen Trockenheit.

Laub im September: Nicht alles wegräumen
Die ersten größeren Laubmengen fallen häufig bereits im September. Auf Wegen, Treppen und Rasenflächen muss Laub aus Sicherheits- oder Pflegegründen entfernt werden. Unter Gehölzen und in Staudenflächen darf ein Teil liegen bleiben.
Laub schützt die Erde vor Schlagregen, versorgt Bodenorganismen und bietet kleinen Tieren Rückzugsräume.
Wohin mit welchem Laub?
| Bereich | Empfehlung |
|---|---|
| Rasen | regelmäßig entfernen oder sehr fein mähen |
| Wege und Treppen | wegen Rutschgefahr beseitigen |
| Staudenbeet | dünne Schicht liegen lassen |
| Unter Hecken | als Boden- und Tierschutz belassen |
| Gemüsebeet | gesundes Laub dünn als Mulch verwenden |
| Laubhaufen | geschützten Platz für Igel und Kleintiere schaffen |
| Kompost | mit stickstoffreichem Material mischen |
Große Mengen schwer verrottbaren Laubes sollten nicht als dichte, luftundurchlässige Decke auf empfindlichen Pflanzen liegen. Praktische Verwendungsmöglichkeiten zeigt Laub im Garten sinnvoll verwenden.
Garten für Igel, Vögel und Insekten vorbereiten
Im September sind Igel intensiv auf Nahrungssuche. Auch junge Igel können unterwegs sein. Mähroboter, Freischneider, Motorsensen und unkontrolliert bewegte Reisighaufen stellen jetzt besondere Gefahren dar.
Ein tierfreundlicher Septembergarten braucht nicht viel
Ein geschützter Laub- und Reisighaufen, offene Durchgänge im Zaun, verblühte Stauden, heimische Hecken und ein Verzicht auf nächtlich arbeitende Mähroboter bewirken bereits viel.
Lass außerdem einige Samenstände und gesunde Früchte stehen. Fallobst sollte nicht vollständig unter Obstbäumen vergären, doch eine kleine Menge an einem geeigneten Platz kann Vögeln, Insekten und anderen Tieren Nahrung bieten.
Verwende keine Laubbläser in Bereichen, in denen Kleintiere leben oder sich Insekten im Bodenmaterial verbergen. Laubbläser beseitigen nicht nur Blätter, sondern zerstören häufig die gesamte schützende Streuschicht.
Weitere Gestaltungsideen enthält der Ratgeber Vogelfreundlichen Garten anlegen.
Teichpflege im September
Im Gartenteich beginnt jetzt die Vorbereitung auf den Laubfall. Ein Laubschutznetz kann sinnvoll sein, sofern es straff gespannt wird und keine Gefahr für Tiere darstellt.
Übermäßig wuchernde Wasserpflanzen dürfen vorsichtig ausgedünnt werden. Der Teich sollte jedoch nicht vollständig ausgeräumt oder radikal gereinigt werden. Viele Tiere nutzen Pflanzenbestände und Sediment als Lebensraum.
Abgestorbene, stark faulende Pflanzenteile werden entfernt. Gesunde Stängel können teilweise stehen bleiben, damit später ein Gasaustausch durch eine Eisdecke möglich bleibt.
Fische werden nicht nach Kalender, sondern abhängig von Wassertemperatur und Aktivität gefüttert. Mit sinkender Temperatur nimmt ihr Stoffwechsel ab.
Gewächshaus im September
Im Gewächshaus lässt sich der Gartenmonat deutlich verlängern. Gleichzeitig steigt durch kühle Nächte und hohe Luftfeuchtigkeit das Risiko für Pilzkrankheiten.
Jetzt besonders wichtig
- morgens statt abends gießen
- tagsüber konsequent lüften
- nasse Blätter vermeiden
- krankes Pflanzenmaterial entfernen
- Tomaten und Gurken nicht unnötig dicht wachsen lassen
- Schattierung schrittweise reduzieren
- freie Flächen für Feldsalat, Spinat oder Winterportulak nutzen
- Scheiben bei Bedarf reinigen, um den geringeren Lichteinfall auszugleichen
Schließe Türen und Fenster nicht zu früh vollständig. Ein dicht verschlossenes Gewächshaus kann am Abend viel feuchte Luft einschließen. Besser ist es, nach Wetterlage zunächst abzulüften und später zu schließen.
Hochbeet im September
Ein Hochbeet kühlt meist langsamer aus als ein ebenerdiges Beet. Dadurch eignet es sich besonders für späte Aussaaten und Winterkulturen.
Geeignet sind:
- Feldsalat
- Spinat
- Winterportulak
- Asiasalate
- Wintersalat
- Winterzwiebeln
- Knoblauch
- Kräuter für die Herbsternte
Nach dem Abräumen von Starkzehrern ist nicht automatisch eine kräftige Düngung erforderlich. Prüfe zunächst den Zustand der Erde. Ist das Hochbeet stark abgesackt, kann die obere Schicht mit reifer Komposterde und guter Gartenerde ergänzt werden.
Frischer Mist, grober unreifer Kompost oder große Mengen Rasenschnitt gehören nicht in den unmittelbaren Saatbereich.
Ein Kulturschutznetz oder Vlies verlängert die Saison, darf aber nicht dauerhaft nass auf den Pflanzen liegen. Regelmäßiges Lüften verhindert Fäulnis.
Kübel- und Balkonpflanzen
Kübelpflanzen benötigen im September weiterhin Aufmerksamkeit. Die Verdunstung nimmt ab, weshalb die bisherigen Gießmengen häufig zu hoch werden.
Kontrolliere deshalb vor jedem Gießen die Erde. Dauerhaft nasse Wurzelballen sind bei kühlerem Wetter besonders problematisch.
Frostempfindliche Pflanzen müssen nicht vorsorglich schon Anfang September ins Winterquartier. Viele profitieren noch von Licht und Frischluft. Halte jedoch Vlies, Transporthilfen und einen frostfreien Platz bereit.
Basilikum, Zitronenverbene, empfindliche Chilis und tropische Kübelpflanzen reagieren früher auf Kälte als robuste mediterrane Arten. Entscheidend ist die tatsächliche Nachttemperatur.
Regionale Besonderheiten in Deutschland
Ein Garten im September verlangt in Freiburg andere Entscheidungen als in einem Erzgebirgstal oder an der Nordseeküste.
Norddeutschland und Küstenregionen
Milde Temperaturen können die Saison verlängern. Wind, häufige Feuchtigkeit und salzhaltige Luft in Küstennähe erhöhen jedoch den Stress für Pflanzen.
Tomaten und Beeren brauchen besonders gute Luftzirkulation. Hohe Pflanzen und Kübel müssen sturmsicher stehen.
Ostdeutsche Trockengebiete und Sandböden
Sandige Böden können auch im September schnell austrocknen. Neupflanzungen, Winteraussaaten und junge Gehölze müssen deshalb zuverlässig gewässert werden.
Kompost, Mulch und Gründüngung helfen langfristig, Wasser und Nährstoffe besser zu halten.
Südwestdeutsche Weinbaulagen
In milden Lagen reicht die Erntezeit von Tomaten, Paprika, Auberginen, Bohnen und Trauben oft weit in den Monat hinein.
Trotzdem können feuchte Nächte Krankheiten fördern. Spätsommerliche Wärme ist kein Grund, die Lüftung und Pflanzenkontrolle zu vernachlässigen.
Mittelgebirge und Alpenrand
Hier können frühe Bodenfröste auftreten. Frostempfindliche Kulturen sollten rechtzeitig geerntet oder mit Vlies geschützt werden.
Späte Aussaaten entwickeln sich langsamer. Feldsalat, Spinat und Winterportulak sind meist sicherer als Kulturen, die noch viel Blattmasse bilden müssen.
Städte und geschützte Innenhöfe
Mauern und Gebäude speichern Wärme und verschieben den ersten Frost häufig nach hinten. Gleichzeitig trocknen Kübel, Hochbeete und kleine Beete in aufgeheizten Höfen schneller aus.
Das lokale Mikroklima ist wichtiger als eine allgemeine Deutschlandkarte.
Der praktische Vier-Wochen-Plan für September
Erste Septemberwoche
Jetzt werden späte Aussaaten nicht länger aufgeschoben. Feldsalat, Spinat, Winterportulak und Gründüngung kommen in vorbereitete Beete.
Tomaten, Bohnen, Zucchini, Gurken und Beeren werden gründlich kontrolliert. Reifes Obst wird in kurzen Abständen gepflückt.
Rasenlücken können vorbereitet und nachgesät werden.
Zweite Septemberwoche
Freie Beete erhalten ihre Winterfunktion. Jungpflanzen von Herbstsalaten werden gesetzt, Winterzwiebeln gesteckt und erste Knoblauchflächen vorbereitet.
Stauden und Beerensträucher können gepflanzt werden. Frühlingsblüher kommen nach und nach in die Erde.
Lagerkisten, Regale und Vorratsräume werden gereinigt.
Dritte Septemberwoche
Kartoffeln, Zwiebeln, Kürbisse und Lagerobst rücken stärker in den Mittelpunkt. Alle Vorräte werden nach Lagerfähigkeit sortiert.
Tomatenpflanzen werden abhängig von Wetter und Gesundheit weitergeführt oder schrittweise abgeerntet.
Laubhaufen, Reisigplätze und Winterquartiere für Gartentiere entstehen.
Vierte Septemberwoche
Frostschutzmaterial liegt griffbereit. Empfindliche Kübel werden nicht zwingend eingeräumt, aber transportfähig vorbereitet.
Starke Heckenrückschnitte werden für die Zeit ab dem 1. Oktober geplant. Vorher bleiben nur zulässige, tierverträgliche Pflegemaßnahmen.
Gartengeräte werden gereinigt, Beetbelegungen notiert und Saatgut beschriftet.
Häufige Fehler im Garten im September
Fehler 1: Das Gartenjahr zu früh beenden
Wer Anfang September alle Gemüseflächen abräumt, verschenkt Ernte und Anbauzeit. Viele Kulturen tragen noch wochenlang.
Besser: Pflanze für Pflanze nach Gesundheit, Wetter und Ertrag beurteilen.
Fehler 2: Freie Erde unbedeckt lassen
Kahle Beete verlieren Struktur, Nährstoffe und Feuchtigkeit.
Besser: Nachkultur, Gründüngung, Mulch oder eine andere Bodenbedeckung nutzen.
Fehler 3: Zu spät aussäen
Im September kann eine Verzögerung von zwei Wochen entscheidend sein. Die Tageslänge nimmt schnell ab.
Besser: Herbst- und Winterkulturen zu Monatsbeginn priorisieren.
Fehler 4: Tomaten radikal entlauben
Ohne ausreichendes gesundes Laub reifen Früchte schlechter und können Sonnen- oder Kälteschäden erleiden.
Besser: Krankes, bodennahes und stark verdichtendes Laub schrittweise entfernen.
Fehler 5: Nasse Kartoffeln und Äpfel einlagern
Feuchtigkeit und kleine Verletzungen führen im Lager schnell zu Fäulnis.
Besser: Nur trockenes, unbeschädigtes Lagergut verwenden und regelmäßig kontrollieren.
Fehler 6: Alles kompostieren
Kranke Tomaten- und Kartoffelreste, Wurzelunkräuter oder große Mengen samenreifer Problemunkräuter können auf einem kleinen, kalten Hauskompost überleben.
Besser: Problematisches Material getrennt und nach örtlichen Vorgaben entsorgen.
Fehler 7: Rasen zu kurz mähen
Sehr kurzer Rasen ist gegenüber Trockenheit, Kälte, Moos und Belastung anfälliger.
Besser: Schnitthöhe im Herbst leicht anheben.
Fehler 8: Den Garten vollständig aufräumen
Das Entfernen aller Blätter, Samenstände, Stängel und Reisighaufen nimmt Tieren Nahrung und Schutz.
Besser: Nur dort aufräumen, wo es für Pflanzengesundheit, Sicherheit oder Nutzung notwendig ist.
Fehler 9: Im September nicht mehr gießen
Tau befeuchtet oft nur Blätter und Bodenoberfläche.
Besser: Bodenfeuchtigkeit im Wurzelraum prüfen und Neupflanzungen weiter versorgen.
Fehler 10: Hecken zu früh stark zurückschneiden
Bis einschließlich 30. September gelten bundesweite Einschränkungen.
Besser: Größere Rückschnitte erst ab Oktober und auch dann nur nach Kontrolle auf Tiere sowie unter Beachtung örtlicher Regeln ausführen.
FAQ: Garten im September
Was muss man im Garten im September unbedingt erledigen?
Die wichtigsten Aufgaben sind regelmäßiges Ernten, Einlagern und Verarbeiten, die Aussaat von Feldsalat und Spinat, das Begrünen freier Beete, die Pflege von Tomaten und anderem Sommergemüse, Rasennachsaat, Staudenpflanzung sowie das Setzen von Blumenzwiebeln. Außerdem sollten Frostschutzmaterial und Lagerplätze vorbereitet werden.
Welches Gemüse kann man im September noch aussäen?
Im September können vor allem Feldsalat, Spinat, Winterportulak, Winterkresse und bestimmte Asiasalate gesät werden. Winterzwiebeln und Knoblauch werden gesteckt. Radieschen gelingen Anfang September noch in milden oder geschützten Lagen.
Kann man im September noch Salat pflanzen?
Ja. Kräftige Jungpflanzen von Endivie, Zuckerhut, Radicchio und bestimmten Wintersalaten können Anfang September noch gesetzt werden. Eine späte Freilandaussaat dieser Kulturen ist dagegen meist nicht mehr erfolgversprechend.
Kann man im September noch Rasen säen?
Ja. Anfang bis Mitte September ist in vielen Regionen eine gute Zeit für Rasennachsaat oder Neuanlage. Der Boden ist noch warm und die Fläche trocknet weniger schnell aus. Die Saat muss bis zur Keimung gleichmäßig feucht bleiben.
Darf man im September Hecken schneiden?
Schonende Form- und Pflegeschnitte am aktuellen Zuwachs können zulässig sein. Radikale Rückschnitte, das Auf-den-Stock-Setzen und die Beseitigung von Hecken sind bis einschließlich 30. September grundsätzlich verboten. Tiere, Nester und Lebensstätten dürfen auch bei zulässigen Schnitten nicht beeinträchtigt werden.
Sollte man im September noch düngen?
Stark stickstoffbetonte Düngungen sind bei vielen mehrjährigen Pflanzen jetzt nicht mehr sinnvoll. Kompost und Herbstdünger sollten gezielt nach Pflanzenbedarf und Bodenverhältnissen eingesetzt werden. Wintergemüse und Neupflanzungen benötigen keine pauschale Überversorgung.
Wann sollte man Kartoffeln ernten?
Lagerkartoffeln werden geerntet, wenn das Kraut abgestorben und die Schale fest ist. Nach dem Absterben des Krautes kann bei trockenem Wetter noch etwas gewartet werden, damit die Schale ausreift. Geerntete Knollen werden nicht gewaschen und sofort vor Licht geschützt.
Wann sind Äpfel pflückreif?
Pflückreife Äpfel lösen sich beim vorsichtigen Anheben und Drehen relativ leicht vom Zweig. Grundfarbe, Geschmack, Sorte und Reifeverlauf müssen zusätzlich berücksichtigt werden. Viele Bäume werden in mehreren Durchgängen abgeerntet.
Muss Laub im September entfernt werden?
Vom Rasen, von Wegen und Treppen sollte eine dichte Laubdecke entfernt werden. Unter Hecken, Sträuchern und in Staudenbeeten darf gesundes Laub in dünner Schicht liegen bleiben. Es schützt den Boden und bietet Tieren Lebensraum.
Muss der Garten im September schon winterfest sein?
Nein. Im September wird der Winter vorbereitet, aber nicht vorzeitig ausgerufen. Viele Pflanzen wachsen, blühen und tragen noch. Frostschutz, Lagerplätze und Winterquartiere sollten bereitstehen, während gesunde Sommerkulturen abhängig vom Wetter weiter genutzt werden.
Im September wird geerntet und neu begonnen
Der Garten im September ist kein müder Ausklang. Er ist ein Monat voller Entscheidungen.
Jetzt zeigt sich, welche Tomaten noch ausreifen, welche Äpfel ins Lager dürfen, welche Beete im Winter grün bleiben und welche Pflanzen im nächsten Frühjahr mit kräftigen Wurzeln starten. Gleichzeitig entscheidet der Umgang mit Laub, Kompost, Wasser und Pflanzenresten darüber, wie lebendig und fruchtbar der Boden bleibt.
Die richtige Reihenfolge lautet:
Zuerst die Ernte sichern. Dann freie Flächen nutzen. Danach pflanzen und Boden schützen. Erst zum Schluss wird dort aufgeräumt, wo es wirklich notwendig ist.
Wer den September auf diese Weise nutzt, verlängert nicht nur die Gartensaison. Er verwandelt den Übergang zum Herbst in den Beginn des nächsten Gartenjahres.
Wer Beetplanung, Selbstversorgung, Saatgutgewinnung und Vorratshaltung systematisch vertiefen möchte, findet in der Heimatwurzel Akademie einen passenden Ort für weiterführende Praxisanleitungen.
Der September-Systemplan für einen produktiven und widerstandsfähigen Garten
Ein gewöhnlicher Gartenkalender nennt einzelne Aufgaben. Ein dauerhaft erfolgreicher Garten braucht jedoch ein System.
Im September greifen Ernte, Lagerung, Pflanzengesundheit, Fruchtfolge, Wasserhaushalt, Kompostierung und Naturschutz besonders eng ineinander. Eine Entscheidung in einem Bereich verändert häufig mehrere andere Bereiche.
Wer beispielsweise eine kranke Tomatenpflanze achtlos auf dem Beet liegen lässt, erhöht möglicherweise den Krankheitsdruck. Wer sie mitsamt gesunder Wurzel ausreißt, entfernt zugleich organische Substanz aus dem Boden. Wer das Beet danach tief umgräbt und unbedeckt lässt, verliert zusätzlich Bodenstruktur. Wer es dagegen prüft, dokumentiert, flach lockert und passend begrünt, macht aus derselben Fläche eine Investition in das kommende Jahr.
1. Arbeite nach Entwicklungsstand, nicht nur nach Kalenderdatum
Der September ist klimatisch kein einheitlicher Monat. Anfang September kann es hochsommerlich warm sein, während Ende September in exponierten Lagen bereits Frost auftritt.
Deshalb sollten Entscheidungen an sichtbaren Kriterien hängen.
Bei Tomaten zählen Pflanzengesundheit, Fruchtgröße, Nachttemperatur und Feuchtigkeit. Bei Kartoffeln zählen abgestorbenes Kraut und Schalenfestigkeit. Bei Äpfeln zählen Sorte, Lösbarkeit des Stiels, Grundfarbe und Geschmack. Bei Aussaaten zählen Bodentemperatur, Tageslänge und die erwartete Entwicklungszeit.
Die entscheidende Frage lautet nicht:
„Was macht man am 15. September?“
Sondern:
„Welches Entwicklungsstadium hat diese konkrete Pflanze an diesem konkreten Standort erreicht?“
Dieses Denken verhindert sowohl zu frühes Abräumen als auch zu spätes Hoffen.
2. Teile den Gemüsegarten in vier Flächentypen
Statt jedes Beet einzeln und spontan zu behandeln, kannst du den Garten im September in vier Funktionsbereiche aufteilen.
Bereich A: Noch produktive Sommerbeete
Hier stehen Tomaten, Bohnen, Zucchini, Mangold, Paprika, Auberginen, Gurken oder späte Möhren.
Diese Flächen werden nicht vorsorglich geräumt. Sie erhalten nur so viel Pflege, dass die vorhandene Ernte ausreifen kann:
- regelmäßig ernten
- krankes Material entfernen
- Pflanzen stabilisieren
- Wasser gezielt geben
- keine unnötige Stickstoffdüngung
- Frostentwicklung beobachten
Bereich B: Sofort nutzbare Übergangsbeete
Diese Beete sind bereits frei und können unmittelbar bestellt werden.
Geeignet sind Feldsalat, Spinat, Winterportulak, Winterzwiebeln, Knoblauch oder schnell wachsende Gründüngung.
Hier zählt jeder Tag. Eine Anfang September ausgesäte Kultur kann noch einen kräftigen Bestand bilden. Dieselbe Aussaat Ende des Monats geht möglicherweise klein in den Winter und liefert erst im Frühjahr.
Bereich C: Winterbeete mit stehenden Kulturen
Auf diesen Flächen wachsen Lauch, Grünkohl, Rosenkohl, Feldsalat, Spinat, Wintersalat, Pastinaken oder anderes frostverträgliches Gemüse.
Diese Beete brauchen keine kosmetische Aufräumaktion. Sie benötigen stabile Wege, Schutznetze, Kennzeichnung und einen Plan für die Ernte bei Frost oder Schnee.
Bereich D: Regenerationsbeete
Nicht jede Fläche muss sofort wieder Gemüse tragen. Ein ausgelaugtes, stark verunkrautetes oder krankheitsbelastetes Beet kann bewusst regeneriert werden.
Mögliche Maßnahmen sind:
- geeignete Gründüngung
- dünne Mulchdecke
- reifer Kompost nach tatsächlichem Bedarf
- Überwinterung mit Wurzeln und Bodenbedeckung
- Fruchtfolgepause für problematische Pflanzenfamilien
Die Einteilung verhindert, dass alle Beete nach demselben Muster behandelt werden.
3. Nutze die Drei-Kisten-Methode für jede größere Ernte
Ernteverluste entstehen häufig nicht im Garten, sondern in den Stunden und Tagen danach. Mehrere Eimer Äpfel, Zwetschgen, Kartoffeln oder Tomaten werden abgestellt und später unsortiert verarbeitet.
Die Drei-Kisten-Methode schafft sofort Ordnung.
Kiste 1: Frisch verwenden
Hier landen vollreife, aromatische und empfindliche Früchte für die nächsten Mahlzeiten.
Kiste 2: Verarbeiten
Hier kommen leicht beschädigte, sehr reife oder optisch weniger perfekte, aber gesunde Früchte hinein. Diese Kiste wird innerhalb von 24 bis 48 Stunden verarbeitet.
Kiste 3: Lagern
Nur trockenes, gesundes und unbeschädigtes Erntegut kommt in die Lagerkiste. Jedes Stück wird vor dem Einlagern noch einmal geprüft.
Faules oder schimmeliges Erntegut gehört in keine der drei Kisten. Es wird sofort getrennt.
Diese einfache Organisation spart mehr Ernte als viele komplizierte Lagertechniken.
4. Führe ein September-Krankheitsgedächtnis
Im Frühjahr erinnern sich viele Gärtner nicht mehr genau daran, an welcher Stelle Braunfäule, Kohlhernie, Mehltau, Wurzelfäule oder Schädlingsdruck auftrat.
Eine kurze Skizze genügt:
| Beet | Kultur | Auffälligkeit | Vermutete Ursache | Konsequenz |
|---|---|---|---|---|
| Beet 1 | Tomaten | frühe Blattflecken | feucht und zu dichter Stand | nächstes Jahr luftiger pflanzen |
| Beet 2 | Kohl | schwaches Wachstum | möglicher Fruchtfolgefehler | mehrere Jahre kein Kohl |
| Beet 3 | Zucchini | Mehltau ab August | Sortenanfälligkeit | robustere Sorte testen |
| Hochbeet | Salat | Schneckenfraß | dichter Mulch am Rand | Mulchabstand verändern |
Es geht nicht darum, jede Krankheit aus der Ferne sicher zu diagnostizieren. Entscheidend ist, Beobachtungen nicht zu verlieren.
Fotografiere problematische Pflanzen, notiere Sorte und Standort und prüfe im Winter in Ruhe, welche Änderung sinnvoll ist.
5. Erstelle einen Frost-Reaktionsplan
Frostschutz sollte nicht erst organisiert werden, wenn für die Nacht zwei Grad angekündigt sind. Der Garten braucht im September eine klare Reihenfolge.
Priorität 1: Sofort ernten
Sehr empfindliche und bereits reife Früchte werden abgenommen. Dazu gehören je nach Situation Auberginen, Gurken, Zucchini, Basilikum und reife Paprika.
Priorität 2: Mobile Pflanzen sichern
Kleine Kübel, Chilis, empfindliche Kräuter und Jungpflanzen kommen vorübergehend an einen geschützten Platz.
Priorität 3: Wertvolle Kulturen abdecken
Vlies schützt besser als luftdicht aufliegende Plastikfolie. Das Material wird so befestigt, dass kein Wind daruntergreift und die Pflanzen nicht zerdrückt werden.
Priorität 4: Große Bestände beurteilen
Bei einer einzelnen kalten Nacht kann Schutz sinnvoll sein. Bei einer länger anhaltenden Kälteperiode ist es oft besser, die Kultur kontrolliert zu beenden und das Beet neu zu nutzen.
Ein Frostplan spart hektisches Handeln und verhindert, dass wertvolle Kulturen geschützt werden, während transportierbare Pflanzen draußen vergessen werden.
6. Steuere Nährstoffe als Kreislauf
Im September fallen große Mengen organischer Substanz an. Der richtige Umgang entscheidet darüber, ob daraus Humus oder ein Fäulnishaufen wird.
Der Nährstoffkreislauf beginnt bereits beim Abräumen:
Gesunde Bohnenwurzeln dürfen im Boden bleiben. Zerkleinerte, gesunde Staudenreste kommen auf den Kompost. Laub bleibt teilweise unter Hecken. Stark kranke Pflanzenteile werden getrennt. Samenreife Problemunkräuter gelangen nicht unkontrolliert in den Hauskompost.
Reifer Kompost wird nicht automatisch sofort wieder vollständig ausgebracht. Ein Teil bleibt für Frühjahrspflanzungen reserviert.
Das Ziel ist nicht, möglichst viel organisches Material auf eine kleine Fläche zu bringen. Das Ziel ist ein ausgeglichener Kreislauf, in dem Boden, Kompost und Pflanzenbedarf zusammenpassen.
7. Plane Lager und Küche als Teil des Gartens
Selbstversorgung endet nicht an der Beetkante. Ein produktiver Garten benötigt im September einen funktionierenden Weg von der Ernte bis zum Verzehr.
Prüfe deshalb:
- Sind genügend saubere Kisten vorhanden?
- Gibt es einen kühlen und frostfreien Lagerplatz?
- Können Äpfel getrennt von Kartoffeln aufbewahrt werden?
- Sind Gläser, Deckel und Etiketten vorhanden?
- Welche Ernte muss zuerst verarbeitet werden?
- Welche Mengen werden realistisch verbraucht?
- Was kann getrocknet, eingefroren, eingekocht oder verschenkt werden?
Ein Garten, der 100 Kilogramm Obst hervorbringt, aber nur Platz für zehn Kilogramm Lagerware besitzt, braucht keine größere Ernte. Er braucht eine bessere Verwertungsstrategie.
8. Führe einen 90-Minuten-September-Audit durch
Nimm dir einmal im Monat bewusst Zeit, den Garten nicht zu bearbeiten, sondern zu prüfen.
Die ersten 20 Minuten: Ernte und Gesundheit
Gehe jede Kultur ab. Notiere reife Früchte, Krankheiten, instabile Rankhilfen und Pflanzen, die ihre Leistung beendet haben.
Die nächsten 20 Minuten: Boden und Wasser
Prüfe Feuchtigkeit, Verdichtung, offene Erde, Mulchschichten und freie Flächen. Kontrolliere Regentonnen und Gießmöglichkeiten.
Weitere 20 Minuten: Lager und Verarbeitung
Sieh nach vorhandenen Kisten, Gläsern, Gefrierkapazität und Lagerraum. Entscheide, welche Ernte in der nächsten Woche verarbeitet werden muss.
Weitere 20 Minuten: Winter und Natur
Prüfe Frostschutz, Kübelstandorte, Laubhaufen, Reisig, Nistmöglichkeiten und Gefahrenstellen für Igel.
Die letzten 10 Minuten: Schriftlicher Plan
Notiere nur die fünf wichtigsten Aufgaben für die kommende Woche. Keine endlose Liste, sondern klare Prioritäten.
9. Sammle Daten, die im nächsten Jahr wirklich helfen
Ein Gartenbuch muss kein literarisches Tagebuch sein. Wenige Angaben reichen:
- Kultur und Sorte
- Saat- oder Pflanzdatum
- erste und letzte Ernte
- grobe Erntemenge
- Krankheits- oder Schädlingsprobleme
- Geschmack und Lagerfähigkeit
- Entscheidung für das kommende Jahr
Besonders wertvoll ist die Frage:
Würde ich diese Sorte auf derselben Fläche noch einmal anbauen?
Eine Sorte kann hohe Erträge liefern und trotzdem ungeeignet sein, weil sie schlecht schmeckt, früh krank wird oder sich nicht lagern lässt. Umgekehrt kann eine geringere Ernte wertvoll sein, wenn Geschmack, Robustheit und Verwertung überzeugen.
10. Betrachte den September als Beginn statt als Ende
Der produktivste Perspektivwechsel besteht darin, den September nicht als Aufräumphase zu behandeln.
Mit Feldsalat, Spinat, Winterportulak, Knoblauch, Winterzwiebeln, Gründüngung, Staudenpflanzung, Saatgutgewinnung und Bodenschutz beginnt bereits das kommende Gartenjahr.
Jedes begrünte Beet, jede dokumentierte Sorte, jede richtig gelagerte Kartoffel und jeder stehen gelassene Samenstand ist ein Baustein dieses neuen Jahres.
Der September ist deshalb der Monat, in dem ein Garten seine Erfahrungen speichert.
NABU Niedersachsen – Herbstliche Aktivitäten im Naturgarten (NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.)

Hobbykoch, Gartenliebhaber und Autor