Garten bei Hitze richtig gießen: Diese sieben Fehler schaden Gemüse, Beeren und Kübelpflanzen
Wenn das Thermometer auf 35 Grad steigt, geraten viele Gartenpflanzen innerhalb kurzer Zeit unter Stress. Besonders Tomaten, Gurken, Zucchini, Bohnen, Beerensträucher und Kübelpflanzen brauchen jetzt eine zuverlässige Wasserversorgung.
Doch nicht nur zu wenig Wasser kann den Pflanzen schaden. Auch tägliche kleine Wassergaben, ein ungünstiger Gießzeitpunkt, nasse Blätter oder dauerhaft feuchte Wurzeln können Wachstum, Fruchtbildung und Pflanzengesundheit beeinträchtigen.
Wer den Garten bei Hitze richtig gießen möchte, sollte deshalb nicht einfach häufiger zur Gießkanne greifen. Entscheidend sind die richtige Wassermenge, die Bodenart, die Wurzeltiefe, der Standort und die jeweilige Pflanzenart.
Garten bei Hitze gießen: Das Wichtigste in Kürze
Bei Temperaturen um 35 Grad gelten folgende Grundregeln:
Gartenbeete möglichst früh am Morgen bewässern.
Das Wasser direkt auf den Boden und in den Wurzelbereich geben.
Gemüsebeete bei Bedarf mit ungefähr 20 bis 25 Litern Wasser je Quadratmeter durchdringend bewässern.
Große Wassermengen in mehreren Durchgängen langsam versickern lassen.
Vor dem nächsten Gießen die Bodenfeuchtigkeit in etwa zehn Zentimetern Tiefe prüfen.
Kübelpflanzen täglich kontrollieren.
Kleine Töpfe können an sehr heißen Tagen morgens und abends Wasser benötigen.
Tomaten, Gurken, Zucchini und Beeren möglichst gleichmäßig mit Wasser versorgen.
Nach dem Gießen mulchen, damit die Feuchtigkeit länger im Boden bleibt.
Die wichtigste Regel lautet: Nicht die trockene Bodenoberfläche entscheidet, sondern die Feuchtigkeit im Wurzelraum.
Garten bei Hitze gießen Infografik
Warum Pflanzen bei 35 Grad besonders empfindlich reagieren
Pflanzen geben über ihre Blätter ständig Wasser an die Umgebung ab. Dieser natürliche Vorgang verstärkt sich bei hohen Temperaturen, trockener Luft und Wind.
Gleichzeitig erwärmt sich die Bodenoberfläche. Ein Teil der gespeicherten Feuchtigkeit verdunstet, bevor die Pflanzen ihn aufnehmen können. Besonders auf unbedeckten, sandigen oder stark verdichteten Böden kann der Wasserverlust erheblich sein.
Besonders gefährdet sind:
Aussaaten und Keimlinge
frisch gesetzte Jungpflanzen
Salate und Blattgemüse
Gurken und Zucchini
flach wurzelnde Beerensträucher
Pflanzen in Hochbeeten
Kübel- und Balkonpflanzen
neu gepflanzte Bäume und Sträucher
Tomaten verfügen zwar über ein vergleichsweise kräftiges Wurzelsystem, reagieren während der Fruchtbildung aber empfindlich auf starke Wechsel zwischen Trockenheit und sehr viel Wasser.
Gurken und Zucchini besitzen große Blätter und verdunsten entsprechend viel Feuchtigkeit. Während der Blüte und Erntezeit benötigen sie eine möglichst gleichmäßige Wasserversorgung.
Auch Bohnen brauchen ausreichend Wasser, insbesondere während der Blüte und der Bildung der Hülsen.
Hängende Blätter bedeuten nicht immer Wassermangel
Wenn eine Pflanze am Nachmittag ihre Blätter hängen lässt, wird häufig sofort gegossen. Das ist verständlich, aber nicht immer notwendig.
Einige Pflanzen reduzieren bei extremer Hitze vorübergehend die Spannung in ihren Blättern. Sie schützen sich damit vor einem zu hohen Wasserverlust. Der Boden kann im tieferen Bereich trotzdem noch ausreichend feucht sein.
Erholt sich die Pflanze am Abend oder über Nacht wieder, ohne dass gegossen wurde, lag möglicherweise kein akuter Wassermangel vor.
Bleiben die Blätter dagegen auch am frühen Morgen schlaff, sollte der Wurzelbereich genauer kontrolliert werden.
Die Bodenprobe: Erst prüfen, dann gießen
Bevor gegossen wird, sollte die Feuchtigkeit im Boden geprüft werden. Dafür reicht meist ein Finger, ein Pflanzstab oder eine kleine Handschaufel.
Prüfen Sie die Erde in ungefähr acht bis zehn Zentimetern Tiefe:
Zustand der Erde
Was ist zu tun?
Kühl und leicht feucht
Noch nicht gießen
Trocken und krümelig
Durchdringend bewässern
Nur die obersten Zentimeter trocken
Bei älteren Pflanzen meist noch kein Grund zum Gießen
Nass und muffig riechend
Nicht weitergießen und Entwässerung prüfen
Sehr hart und wasserabweisend
Langsam in mehreren Durchgängen bewässern
Bei Kübelpflanzen hilft zusätzlich die Hebeprobe. Ein trockener Topf ist deutlich leichter als ein gut durchfeuchteter.
Bei großen Gefäßen kann ein unbehandelter Holzstab in das Substrat gesteckt werden. Bleibt nach einigen Minuten feuchte Erde daran haften, ist im Inneren noch Wasser vorhanden.
Wie viel Wasser braucht der Garten bei 35 Grad?
Als Orientierung gilt: Ein Liter Wasser auf einem Quadratmeter entspricht einem Millimeter Niederschlag.
Eine 10-Liter-Gießkanne, die gleichmäßig auf einem Quadratmeter verteilt wird, bringt demnach zehn Millimeter Wasser auf die Fläche.
Für ein durchdringendes Gießen eines Gemüsebeetes können ungefähr 20 bis 25 Liter Wasser je Quadratmeter erforderlich sein. Damit wird nicht nur die Oberfläche benetzt, sondern auch der tiefere Wurzelbereich erreicht.
Ein zehn Quadratmeter großes Gemüsebeet benötigt entsprechend etwa 200 bis 250 Liter Wasser für einen vollständigen Gießgang.
Das klingt zunächst nach einer großen Menge. Diese Wassermenge wird jedoch nicht automatisch täglich benötigt. Auf einem humosen oder lehmigen Boden kann eine gründliche Bewässerung je nach Wetter, Pflanzenbestand und Mulchschicht mehrere Tage ausreichen.
Tägliche Kleinstmengen von nur ein oder zwei Litern je Quadratmeter befeuchten dagegen häufig nur die Oberfläche. Ein großer Teil verdunstet wieder, bevor das Wasser tiefere Wurzeln erreicht.
Nicht alles auf einmal gießen
Sehr trockene Böden können Wasser oft nicht sofort aufnehmen. Das Wasser läuft dann seitlich ab, sammelt sich in Vertiefungen oder fließt auf Wege.
Deshalb sollte in mehreren Etappen gegossen werden:
Den Boden zunächst leicht anfeuchten.
Zehn bis zwanzig Minuten warten.
Eine größere Wassermenge langsam nachgießen.
Bei Bedarf einen dritten Durchgang durchführen.
Anschließend prüfen, wie tief die Feuchtigkeit eingedrungen ist.
Diese Methode ist besonders auf schweren Lehmböden, ausgetrockneten Hochbeeten und stark verkrusteten Gartenböden sinnvoll.
Die Bodenart entscheidet über den Gießrhythmus
Nicht jeder Gartenboden speichert Wasser gleich gut.
Boden oder Standort
Gießen bei großer Hitze
Sandiger Boden
Kleinere Mengen, dafür häufiger; täglich kontrollieren
Humoser Lehmboden
Gründlich gießen, häufig im Abstand von zwei bis drei Tagen
Schwerer Tonboden
Sehr langsam in mehreren Etappen gießen; Staunässe vermeiden
Hochbeet
Täglich kontrollieren; trocknet oft schneller aus
Gewächshaus
Täglich prüfen, da natürlicher Regen fehlt
Kübel und Balkonkästen
Jeden Morgen kontrollieren; kleine Gefäße eventuell zusätzlich abends
Frisch bepflanztes Beet
Häufiger kontrollieren, da die Wurzeln noch nicht tief reichen
Gemulchtes Beet
Trocknet deutlich langsamer aus als unbedeckter Boden
Diese Angaben sind keine starren Gießpläne. Wind, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung, Gefäßgröße, Pflanzenalter und Bodenbeschaffenheit können den tatsächlichen Wasserbedarf deutlich verändern.
Tabelle: Gemüse, Beeren und Kübelpflanzen bei Hitze richtig gießen
Pflanzenart
Kontrolle bei 35 Grad
Praktische Orientierung
Besonders wichtig
Tomaten im Beet
täglich prüfen
Je nach Boden alle zwei bis drei Tage gründlich bewässern
Gleichmäßige Feuchtigkeit, Blätter trocken halten
Tomaten im Kübel
täglich
Meist täglich gründlich gießen
Trocken-Nass-Wechsel vermeiden
Gurken
täglich
Boden gleichmäßig leicht feucht halten
Hoher Bedarf während Fruchtbildung und Ernte
Zucchini
täglich
Großzügig in eine Gießmulde wässern
Große Blattfläche erhöht den Wasserverbrauch
Paprika
täglich prüfen
Gleichmäßig feucht halten
Staunässe vermeiden
Auberginen
täglich prüfen
Durchdringend gießen, sobald der Wurzelballen abtrocknet
In Kübeln besonders aufmerksam kontrollieren
Stangenbohnen
täglich während Blüte und Ernte
Bei trockenem Boden gründlich bewässern
Wassermangel kann Blüten und Hülsen beeinträchtigen
Buschbohnen
alle ein bis zwei Tage prüfen
Vor allem während Blüte und Hülsenbildung gießen
Nicht dauerhaft nass halten
Salat
täglich
Gleichmäßig feucht halten
Trockenstress fördert das Schossen
Mangold und Spinat
täglich prüfen
Vor vollständiger Austrocknung gießen
Blattqualität leidet bei Trockenheit
Möhren
alle zwei bis drei Tage prüfen
Tiefgründig statt oberflächlich gießen
Nach langer Trockenheit nicht plötzlich überfluten
Rote Bete
alle zwei bis drei Tage prüfen
Gleichmäßig versorgen
Starke Schwankungen vermeiden
Kartoffeln
während der Knollenbildung regelmäßig prüfen
Durchdringend bewässern
Wichtige Phase ab Beginn der Knollenbildung
Erdbeeren
täglich während Ernte
Wurzelbereich gleichmäßig feucht halten
Früchte und Blätter möglichst trocken halten
Himbeeren
täglich prüfen
Bei Trockenheit gründlich wässern
Flachwurzler, Mulch besonders sinnvoll
Heidelbeeren
täglich prüfen
Gleichmäßig feucht halten
Wurzelbereich darf nicht austrocknen
Johannisbeeren
alle zwei bis drei Tage prüfen
Bei längerer Trockenheit gründlich gießen
Während Fruchtentwicklung wichtig
Stachelbeeren
alle zwei bis drei Tage prüfen
Bei Bedarf tiefgründig bewässern
Mulch schützt die flachen Wurzeln
Basilikum
täglich
Gleichmäßig feucht halten
Nicht völlig austrocknen lassen
Petersilie
täglich prüfen
Bei trockenem Boden gießen
Kübel trocknen besonders schnell aus
Lavendel
nur nach Bodenprüfung
Erst gießen, wenn der Boden deutlich trocken ist
Dauerhafte Nässe vermeiden
Salbei
nur nach Bodenprüfung
Sparsam und durchdringend gießen
Eingewachsene Pflanzen sind trockenheitsverträglich
Thymian
selten
Erst bei deutlich trockenem Boden bewässern
Staunässe unbedingt vermeiden
Junge Obstbäume
zwei- bis dreimal wöchentlich prüfen
Etwa 20 bis 30 Liter langsam geben
Gießrand anlegen
Große Obstbäume
bei längerer Trockenheit
Je nach Größe etwa 50 bis 70 Liter
Selten, aber tiefgründig gießen
Rasen
je nach gewünschtem Zustand
Etwa 15 bis 20 Liter je Quadratmeter
Nicht täglich kurz beregnen
Diese sieben Gießfehler schaden dem Garten bei Hitze
Fehler 1: Jeden Tag nur ein wenig Wasser verteilen
Der häufigste Fehler beim Gießen besteht darin, täglich nur die Bodenoberfläche anzufeuchten.
Die Erde sieht anschließend dunkel aus und vermittelt den Eindruck, ausreichend bewässert worden zu sein. Schon wenige Zentimeter tiefer kann sie jedoch weiterhin trocken bleiben.
Dadurch entstehen mehrere Probleme:
Ein großer Teil des Wassers verdunstet schnell.
Die Pflanzen bilden bevorzugt oberflächennahe Wurzeln.
Das Wurzelsystem wird anfälliger für Trockenheit.
Die Pflanzen geraten schneller unter Stress, wenn ein Gießtag ausfällt.
Tief liegende Wurzeln werden nicht ausreichend versorgt.
Besser ist es, seltener, dafür aber gründlich zu gießen. Das Wasser sollte langsam bis in den eigentlichen Wurzelraum eindringen.
Sobald das Wasser oberflächlich abläuft, wird eine Pause eingelegt. Nach zehn bis dreißig Minuten folgt der nächste Gießdurchgang.
Fehler 2: In der größten Mittagshitze gießen
Zwischen Mittag und dem späten Nachmittag sind Boden, Blätter, Pflanzgefäße und Gartenwege besonders stark aufgeheizt.
Wird jetzt gegossen, verdunstet ein größerer Teil des Wassers. Außerdem kann Wasser aus einem in der Sonne liegenden Gartenschlauch sehr heiß sein und empfindliche Pflanzenwurzeln schädigen.
Die beste Gießzeit liegt in den frühen Morgenstunden. Dann ist der Boden noch vergleichsweise kühl und die Pflanzen können sich mit Wasser versorgen, bevor die größte Tageshitze beginnt.
Abendliches Gießen ist grundsätzlich möglich und immer besser, als eine durstige Pflanze bis zum nächsten Tag warten zu lassen. Bleiben Blätter und Boden jedoch die ganze Nacht nass, können Schnecken und bestimmte Pilzerkrankungen begünstigt werden.
Eine akut welkende Pflanze mit trockenem Wurzelballen sollte trotzdem sofort gegossen werden. In einem solchen Notfall wird das Wasser direkt und langsam auf den Boden gegeben.
Fehler 3: Blätter statt Wurzeln bewässern
Beim Gießen mit einer hoch eingestellten Brause landet ein großer Teil des Wassers auf Blättern, Wegen und unbewachsenen Flächen.
Die eigentlichen Wurzeln erhalten möglicherweise nur einen kleinen Anteil.
Nasse Tomatenblätter können in dichten Beständen oder geschützten Gewächshäusern nur langsam abtrocknen. Dadurch steigt das Risiko für Blattkrankheiten.
Besser geeignet sind:
eine Gießkanne ohne Brause
ein weicher Wasserstrahl
eine Gießmulde
ein eingegrabener Blumentopf
ein Tropfschlauch
ein Perlschlauch
Das Wasser sollte nicht ausschließlich unmittelbar am Stängel ausgebracht werden. Größere Pflanzen besitzen einen ausgedehnten Wurzelbereich, der deutlich über den sichtbaren Stängel hinausreichen kann.
Fehler 4: Alle Pflanzen nach demselben Plan gießen
Eine Gurke hat einen anderen Wasserbedarf als ein eingewachsener Salbeibusch. Ein kleiner Terrakottatopf trocknet schneller aus als ein großes Gemüsebeet mit humosem Lehmboden.
Besonders wasserbedürftig sind während der Wachstums- und Erntezeit:
Gurken
Zucchini
Tomaten
Salate
Stangenbohnen
Erdbeeren
Himbeeren
Heidelbeeren
Basilikum
Pflanzen in kleinen Kübeln
Deutlich sparsamer sind viele eingewachsene mediterrane Kräuter wie Lavendel, Salbei und Thymian.
Werden diese Pflanzen täglich gegossen, kann der Boden dauerhaft vernässen. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff und es können Fäulnisschäden entstehen.
Der richtige Gießrhythmus richtet sich nach der Bodenfeuchtigkeit, der Wurzeltiefe, dem Entwicklungsstadium und dem Standort – nicht allein nach der Temperatur.
Garten bei Hitze gießen
Fehler 5: Tomaten und Fruchtgemüse zwischen Trockenheit und Nässe wechseln lassen
Tomaten, Paprika, Gurken und Zucchini benötigen während der Blüte und Fruchtbildung eine möglichst gleichmäßige Wasserversorgung.
Starke Schwankungen zwischen völliger Trockenheit und großen Wassermengen können verschiedene Probleme begünstigen:
Tomatenfrüchte können leichter aufplatzen.
Blüten und junge Früchte können abgestoßen werden.
Das Wachstum kann ins Stocken geraten.
Gurken können klein bleiben oder sich schlecht entwickeln.
Bei Tomaten kann Blütenendfäule auftreten.
Möhren und andere Wurzelgemüse können nach starken Wassergaben aufreißen.
Gleichmäßige Feuchtigkeit bedeutet nicht, dass der Boden ständig nass sein muss. Die Oberfläche darf durchaus abtrocknen. Der tiefere Wurzelbereich sollte jedoch nicht vollkommen austrocknen.
Eine Mulchschicht hilft dabei, starke Schwankungen zu vermeiden.
Fehler 6: Kübelpflanzen nur kurz überbrausen oder im Wasser stehen lassen
Kübelpflanzen besitzen nur einen begrenzten Wasservorrat. Bei 35 Grad kann dieser innerhalb weniger Stunden aufgebraucht sein.
Besonders schnell trocknen aus:
kleine Pflanzgefäße
schwarze und dunkel gefärbte Töpfe
Terrakottatöpfe
Hängeampeln
Balkonkästen
Töpfe an südlichen Hauswänden
Gefäße auf Stein-, Beton- oder Metallflächen
Ein völlig ausgetrockneter Topfballen nimmt Wasser häufig nur schlecht auf. Das Wasser läuft dann zwischen Wurzelballen und Topfwand hindurch und tritt unten wieder aus, obwohl die Erde im Inneren weiterhin trocken ist.
In diesem Fall hilft folgendes Vorgehen:
Die Pflanze langsam mit einer kleinen Menge Wasser angießen.
Zehn Minuten warten.
Einen zweiten Gießgang durchführen.
Prüfen, ob das Substrat die Feuchtigkeit aufgenommen hat.
Kleinere Töpfe bei Bedarf für einige Minuten in Wasser stellen.
Nach dem Gießen darf etwas Wasser kurzzeitig im Untersetzer stehen und vom Substrat aufgenommen werden. Bleibt nach einiger Zeit weiterhin viel Wasser stehen, sollte es entfernt werden.
Dauerhafte Staunässe verdrängt Sauerstoff aus dem Wurzelraum und kann die Wurzeln schädigen.
Fehler 7: Nackten und harten Boden ohne Gießrand bewässern
Auf einem verkrusteten oder stark ausgetrockneten Boden läuft Wasser häufig seitlich davon. Besonders an Hängen oder unter großen Pflanzen erreicht es dann nicht den eigentlichen Wurzelbereich.
Eine einfache Gießmulde kann deshalb wirkungsvoller sein als häufiges oberflächliches Bewässern.
Dazu wird rund um die Pflanze ein niedriger Erdwall geformt. Das Wasser bleibt innerhalb dieses Rings stehen und kann langsam nach unten versickern.
Nach dem Gießen sollte der Boden nach Möglichkeit mit einer Mulchschicht abgedeckt werden. Mulch reduziert die Verdunstung, schützt den Boden vor Überhitzung und unterdrückt Beikräuter, die ebenfalls Wasser verbrauchen.
Geeignete Mulchmaterialien sind:
angewelkter Rasenschnitt
Stroh
zerkleinerte Gemüseblätter
Laub
reifer Kompost
Schafwolle
Miscanthushäcksel
gehäckselte Gartenreste
Frischer Rasenschnitt sollte zunächst etwas antrocknen und nur in dünnen Schichten aufgebracht werden. Eine zu dicke und feuchte Schicht kann faulen.
Direkt am Stängel oder Pflanzenhals sollte ein kleiner Bereich frei bleiben.
Bewährte Bewässerung ohne teure Technik
Viele wassersparende Methoden stammen aus traditionellen Bauerngärten. Sie funktionieren ohne automatische Bewässerungscomputer und lassen sich mit einfachen Mitteln umsetzen.
Gießrand und Pflanzmulde anlegen
Bei Tomaten, Gurken, Zucchini, jungen Sträuchern und Bäumen wird rund um die Pflanze eine flache Mulde angelegt.
Ein kleiner Erdwall verhindert, dass das Wasser seitlich abläuft.
Die Mulde wird nicht nur einmal kurz gefüllt. Besser sind zwei oder drei Füllungen mit kurzen Pausen, damit das Wasser langsam in tiefere Bodenschichten eindringen kann.
Besonders bei frisch gepflanzten Bäumen sollte der Gießrand groß genug sein, um den gesamten ursprünglichen Wurzelballen zu versorgen.
Einen Blumentopf neben der Pflanze eingraben
Neben einer Tomate, Gurke oder Zucchini kann ein größerer Blumentopf bis zum Rand in die Erde eingegraben werden.
Das Abflussloch bleibt offen.
Wird der Topf mit Wasser gefüllt, gelangt die Feuchtigkeit langsam in tiefere Bodenschichten. Die Oberfläche bleibt vergleichsweise trocken und weniger Wasser geht durch Verdunstung oder seitliches Ablaufen verloren.
Der Topf sollte nicht direkt am Pflanzenstängel sitzen, sondern etwas seitlich im durchwurzelten Bereich.
Diese Methode eignet sich besonders für:
Tomaten
Gurken
Zucchini
Kürbisse
Paprika
einzelne Stangenbohnen
junge Sträucher
Tonkegel für Kübel und Balkonkästen
Tonkegel werden mit einer Wasserflasche oder einem kleinen Vorratsbehälter verbunden. Durch den porösen Ton gelangt langsam Feuchtigkeit in das Substrat.
Für kleinere Kübel und Balkonkästen kann diese Methode gut funktionieren.
Bei ausgewachsenen Tomaten, Gurken oder stark blühenden Balkonpflanzen reicht ein kleiner Tonkegel während einer Hitzewelle jedoch möglicherweise nicht aus. Das System sollte deshalb täglich kontrolliert werden.
Tonkegel sind eine Ergänzung, aber kein Ersatz für die regelmäßige Prüfung der Bodenfeuchtigkeit.
Eingegrabene Tongefäße
Unglasierte Tongefäße können zwischen den Pflanzen eingegraben und mit Wasser gefüllt werden.
Durch die porösen Gefäßwände tritt die Feuchtigkeit langsam in den umgebenden Boden aus. Die Pflanzenwurzeln wachsen in Richtung der feuchten Zone.
Diese traditionelle Bewässerungsmethode eignet sich besonders für:
Hochbeete
Gewächshäuser
kleine Gemüseflächen
einzelne Gruppen von Tomaten oder Paprika
Beete, die nicht täglich erreicht werden können
Das Gefäß sollte mit einem Deckel oder einer Abdeckung versehen werden. Dadurch wird die Verdunstung verringert und verhindert, dass Tiere hineinfallen.
Mulchen nach dem Gießen
Mulch sollte möglichst auf bereits gut durchfeuchteten Boden gelegt werden.
Eine Mulchschicht auf vollkommen ausgetrockneter Erde ersetzt keine gründliche Bewässerung.
Für Gemüsebeete eignen sich beispielsweise:
zwei bis drei Zentimeter angewelkter Rasenschnitt
fünf bis acht Zentimeter lockeres Stroh
dünne Lagen zerkleinerter Gemüseblätter
reifer Kompost
trockenes Laub
Schafwolle
Unter Beerensträuchern können zusätzlich Holzhäcksel, Laub oder geeignetes Rindenmaterial verwendet werden.
Bei Heidelbeeren sind leicht saure Mulchmaterialien besonders geeignet.
Die Mulchschicht sollte regelmäßig kontrolliert werden. Wird sie zu dicht, nass oder faulig, muss sie gelockert oder teilweise entfernt werden.
Flach hacken und Verdunstung reduzieren
Wo nicht gemulcht wird, kann die Bodenoberfläche nach dem Abtrocknen vorsichtig gelockert werden.
Dabei wird nur wenige Zentimeter tief gearbeitet, damit keine Pflanzenwurzeln beschädigt werden.
Das flache Hacken unterbricht feine Bodenkanäle, über die Wasser aus tieferen Schichten an die Oberfläche steigt und dort verdunstet.
Die alte Gartenregel „Einmal hacken spart zweimal gießen“ hat deshalb einen praktischen Hintergrund.
Nicht gehackt werden sollte direkt an flach wurzelnden Pflanzen wie Himbeeren, Heidelbeeren oder Gurken. Dort kann eine Mulchschicht die bessere Lösung sein.
Regenwasser sammeln und sinnvoll nutzen
Regenwasser ist für die meisten Gartenpflanzen sehr gut geeignet. Es ist meist weich und enthält weniger Kalk als Leitungswasser.
Gesammelt werden kann es in:
Regentonnen
Fässern
verbundenen Wassertanks
unterirdischen Zisternen
kleineren Behältern am Gewächshaus
Regentonnen sollten abgedeckt werden. Das reduziert die Verdunstung, verhindert das Hineinfallen von Tieren und erschwert Stechmücken die Eiablage.
Auch Wasser, in dem ungespritztes Obst oder Gemüse ohne Spülmittel gewaschen wurde, kann im Garten weiterverwendet werden.
Nicht ins Beet gehören:
stark gesalzenes Kochwasser
Wasser mit Spül- oder Reinigungsmitteln
stark fettiges Wasser
Wasser mit aggressiven Haushaltschemikalien
heißes Wasser
Vorübergehend Schatten schaffen
Während einer extremen Hitzephase kann es sinnvoll sein, empfindliche Pflanzen vor der stärksten Nachmittagssonne zu schützen.
Geeignet sind:
ein Sonnenschirm
ein Schattiernetz
ein helles Tuch
ein Schilfgewebe
ein Bambusrollo
ein leichter Sonnenschutz am Gewächshaus
Die Abdeckung sollte nicht direkt auf den Pflanzen liegen. Zwischen Blättern und Sonnenschutz muss ausreichend Luft zirkulieren können.
Besonders hilfreich ist eine vorübergehende Beschattung für:
frisch gesetzte Jungpflanzen
Salate
Basilikum
kleine Kübel
Balkonpflanzen
Heidelbeeren im Topf
Pflanzen mit bereits geschädigten Blättern
So retten Sie bereits welkende Pflanzen
Hängen die Blätter stark herunter, muss zunächst der Boden geprüft werden.
Der Boden ist trocken
Dann sollte die Pflanze schrittweise versorgt werden:
Langsam direkt im Wurzelbereich angießen.
Zehn bis zwanzig Minuten warten.
Erneut Wasser geben.
Die Pflanze vorübergehend beschatten.
Den Boden nach dem Einsickern mulchen.
Zunächst nicht düngen.
Am nächsten Morgen erneut kontrollieren.
Eine stark ausgetrocknete Pflanze sollte nicht sofort mit einer großen Menge Dünger versorgt werden. Die geschädigten Wurzeln können konzentrierte Nährsalze nur schlecht verarbeiten.
Der Boden ist noch feucht
Wenn die Blätter hängen, obwohl die Erde feucht ist, sollte nicht automatisch weiteres Wasser gegeben werden.
Mögliche Ursachen sind:
reine Hitzebelastung
Staunässe
beschädigte Wurzeln
Wurzelfäule
ein verstopftes Abflussloch
ein zu kleiner Kübel
Schäden durch Wühlmäuse oder Engerlinge
eine Erkrankung der Pflanze
Bei Kübelpflanzen sollten die Abflusslöcher kontrolliert und stehendes Wasser entfernt werden.
Erholt sich die Pflanze über Nacht und steht am Morgen wieder aufrecht, war sie möglicherweise hauptsächlich durch die hohe Verdunstung am Nachmittag belastet.
Bleibt sie auch am Morgen schlaff, sollte der Wurzelbereich genauer untersucht werden.
Welche Pflanzen zuerst gießen, wenn das Wasser knapp wird?
Wenn nur wenig Regenwasser zur Verfügung steht, sollte nicht der gesamte Garten gleichmäßig ein wenig Wasser erhalten. Sinnvoller ist eine klare Reihenfolge.
Höchste Priorität
Zuerst versorgt werden sollten:
Aussaaten und Keimlinge
frisch gesetzte Pflanzen
kleine Kübel und Balkonkästen
Gurken während der Ernte
Zucchini mit Fruchtansatz
Tomaten und Paprika mit Fruchtbehang
Salate und Blattgemüse
Erdbeeren
Himbeeren
Heidelbeeren
junge Obstbäume
Mittlere Priorität
Danach folgen:
Bohnen während der Blüte
Kartoffeln während der Knollenbildung
Johannisbeeren
Stachelbeeren
neu gepflanzte Stauden
Rosen mit starkem Blütenansatz
größere Kübel an halbschattigen Standorten
Geringere Priorität
Weniger dringend sind meist:
eingewachsene Sträucher
ältere Obstbäume ohne starken Fruchtbehang
trockenheitsverträgliche Stauden
Lavendel
Salbei
Thymian
gut eingewachsene Kräuter
Rasen
Ein Rasen darf während einer längeren Trockenperiode vorübergehend gelb oder braun werden. Viele Rasengräser treiben nach ausreichendem Regen wieder aus.
Wer den Rasen grün halten möchte, sollte ihn nicht täglich kurz besprengen. Sinnvoller ist eine durchdringende Wassergabe von etwa 15 bis 20 Litern je Quadratmeter.
Praktischer Gießplan für einen Tag mit 35 Grad
Zwischen 5 und 8 Uhr
Am frühen Morgen werden die wichtigsten Arbeiten erledigt:
Gemüsebeete gründlich bewässern.
Tomaten, Gurken und Zucchini kontrollieren.
Kübel und Balkonkästen gießen.
Junge Bäume langsam über den Gießrand versorgen.
Aussaaten vorsichtig feucht halten.
Regenwasserbehälter kontrollieren.
Gewächshaus frühzeitig lüften.
Am Vormittag
Nach dem Gießen kann der Garten auf den heißen Nachmittag vorbereitet werden:
Mulch ergänzen.
Empfindliche Kübel in den Halbschatten stellen.
Untersetzer auf stehendes Wasser kontrollieren.
Gewächshaus schattieren.
Sonnenschutz für Jungpflanzen anbringen.
Verdichtete Bodenoberflächen vorsichtig lockern.
Am Nachmittag
Während der größten Hitze sollte möglichst wenig gearbeitet werden.
Nur akut welkende Pflanzen mit trockenem Wurzelbereich werden notversorgt.
Vor dem Gießen mit dem Gartenschlauch muss geprüft werden, ob sich das Wasser im Schlauch stark aufgeheizt hat. Das heiße Wasser sollte zunächst ablaufen.
Die Blätter aufgeheizter Pflanzen werden nicht mit kaltem Wasser abgespritzt.
Am Abend
Am Abend werden vor allem kleine Gefäße nochmals kontrolliert:
kleine Kübel
Hängeampeln
Balkonkästen
Basilikumtöpfe
frisch gesetzte Pflanzen
Pflanzen an stark aufgeheizten Hauswänden
Gemüsebeete sollten nicht routinemäßig ein zweites Mal gegossen werden, wenn der Boden noch ausreichend feucht ist.
Häufige Fragen zum Gießen bei großer Hitze
Wann sollte man den Garten bei 35 Grad gießen?
Der beste Zeitpunkt liegt am frühen Morgen, möglichst zwischen Sonnenaufgang und etwa acht oder neun Uhr.
Zu dieser Zeit sind Boden und Pflanzen noch vergleichsweise kühl. Das Wasser kann in Ruhe versickern und die Pflanzen können sich vor Beginn der größten Hitze versorgen.
Muss man bei 35 Grad jeden Tag gießen?
Nein. Nicht jedes Beet muss täglich gegossen werden.
Humose und lehmige Böden können nach einer gründlichen Bewässerung mehrere Tage feucht bleiben. Kübel, Hochbeete, sandige Böden, Aussaaten und frisch gesetzte Pflanzen sollten dagegen täglich kontrolliert werden.
Wie viel Wasser braucht ein Gemüsebeet bei Hitze?
Als Orientierung können etwa 20 bis 25 Liter Wasser je Quadratmeter und Gießgang dienen.
Die genaue Menge hängt von der Bodenart, der Wurzeltiefe, der Pflanzengröße, dem Standort und der vorhandenen Bodenfeuchtigkeit ab.
Das Wasser sollte langsam in mehreren Durchgängen ausgebracht werden.
Darf man den Garten mittags gießen?
Mittags zu gießen ist weniger effizient, aber nicht grundsätzlich verboten.
Eine stark welkende Pflanze mit trockenem Wurzelballen sollte sofort Wasser erhalten. In diesem Fall wird direkt auf den Boden und möglichst langsam gegossen.
Ist morgens oder abends gießen besser?
Der frühe Morgen ist in der Regel der beste Zeitpunkt.
Abends ist das Gießen ebenfalls möglich. Allerdings bleiben Boden und Blätter dann länger feucht. Deshalb sollte das Wasser direkt in den Wurzelbereich gegeben werden.
Sollte man Tomaten bei Hitze täglich gießen?
Tomaten im Kübel benötigen bei 35 Grad häufig täglich Wasser.
Im Gartenboden kann eine gründliche Wassergabe je nach Bodenart, Mulchschicht und Pflanzengröße für mehrere Tage ausreichen.
Entscheidend ist eine möglichst gleichmäßige Wasserversorgung ohne extreme Trocken-Nass-Wechsel.
Brauchen Gurken mehr Wasser als Tomaten?
Gurken reagieren besonders empfindlich auf Trockenheit. Während der Fruchtbildung und Ernte benötigen sie eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit.
Ihr Wurzelbereich sollte an heißen Tagen täglich kontrolliert werden.
Auch Zucchini besitzen aufgrund ihrer großen Blattfläche einen hohen Wasserbedarf.
Wie erkennt man, ob eine Kübelpflanze genug Wasser bekommen hat?
Das Substrat sollte nach dem Gießen vollständig durchfeuchtet sein.
Bei gut entwässerten Gefäßen darf am Ende etwas Wasser aus den Abzugslöchern austreten.
Läuft das Wasser sofort seitlich aus dem Topf, ohne den Ballen zu befeuchten, muss in mehreren kleinen Durchgängen gegossen werden.
Ist Regenwasser besser als Leitungswasser?
Für die meisten Gartenpflanzen ist Regenwasser sehr gut geeignet. Es ist weich und meist kalkärmer als Leitungswasser.
Besonders Moorbeetpflanzen wie Heidelbeeren profitieren von kalkarmem Wasser.
Sollte man kaltes Wasser zum Gießen verwenden?
Sehr kaltes Wasser kann für stark aufgeheizte Pflanzen und Wurzeln eine Belastung sein.
Regenwasser aus einer schattig stehenden Tonne besitzt meist eine geeignete Temperatur. Leitungswasser kann in der Gießkanne kurz stehen gelassen werden, bevor empfindliche Pflanzen damit bewässert werden.
Hilft Mulch wirklich gegen Trockenheit?
Ja. Eine Mulchschicht schützt den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung, reduziert die Verdunstung und hält die Bodentemperatur gleichmäßiger.
Mulch ersetzt jedoch keine gründliche Bewässerung. Er sollte auf bereits feuchten Boden aufgebracht werden.
Bei Hitze nicht häufiger, sondern gezielter gießen
Den Garten bei Hitze richtig zu gießen bedeutet nicht, jeden Abend mit dem Schlauch über sämtliche Pflanzen zu gehen.
Viel wichtiger ist es, das Wasser gezielt, langsam und ausreichend tief in den Boden zu bringen.
Für Gemüsebeete sind ungefähr 20 bis 25 Liter je Quadratmeter ein sinnvoller Ausgangswert. Kübelpflanzen werden täglich kontrolliert, während eingewachsene Gehölze deutlich seltener Wasser benötigen.
Tomaten, Gurken, Zucchini, Bohnen und Beeren profitieren während der Blüte und Fruchtbildung von einer möglichst gleichmäßigen Wasserversorgung.
Gießränder, Mulch, eingegrabene Töpfe, Tonkegel, Regenwasser und eine einfache Bodenprobe können teure Bewässerungstechnik häufig ersetzen.
Die wichtigste Regel bleibt:
Nicht die trockene Oberfläche entscheidet, sondern die Feuchtigkeit im Wurzelraum.
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