Basilikum richtig schneiden – der große Ratgeber für buschige Pflanzen und reiche Ernte
Basilikum richtig zu schneiden entscheidet maßgeblich darüber, ob aus einer kleinen Pflanze ein kräftiges, verzweigtes Küchenkraut wird oder ob nach wenigen Ernten nur noch lange, kahle Stängel übrig bleiben.
Der wichtigste Grundsatz lautet:
Basilikum möglichst nicht Blatt für Blatt abernten, sondern regelmäßig die Triebspitzen knapp oberhalb eines Blattpaares abschneiden.
An dieser Stelle sitzen die sogenannten Blattknoten beziehungsweise Blattachseln. Nach dem Entfernen der Triebspitze können sich dort Seitentriebe entwickeln. Aus einem Trieb werden dadurch mehrere neue Triebe – und die Basilikumpflanze wächst zunehmend buschig. Genau dieses regelmäßige Entspitzen wird auch von gärtnerischen Fachstellen empfohlen, um die Verzweigung und damit eine längere Ernte zu fördern.
Wer sein Basilikum über Wochen oder sogar Monate beernten möchte, sollte das Schneiden deshalb nicht nur als Ernte betrachten. Es ist gleichzeitig eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen.
Basilikum richtig schneiden: Das Wichtigste auf einen Blick
Für eine gesunde, kompakte und ertragreiche Basilikumpflanze haben sich folgende Grundregeln bewährt:
- Triebspitzen statt ausschließlich einzelner Blätter ernten.
- Etwa wenige Millimeter oberhalb eines gesunden Blattpaares schneiden.
- Unterhalb der Schnittstelle ausreichend Blätter stehen lassen.
- Regelmäßig ernten, statt die Pflanze lange ungeschnitten wachsen zu lassen.
- Blütenansätze entfernen, wenn möglichst lange Blätter geerntet werden sollen.
- Eine saubere, scharfe Schere oder ein sauberes Messer verwenden.
- Nicht sämtliche Triebe gleichzeitig extrem stark zurückschneiden.
- Bei größeren Erntemengen bevorzugt an einem trockenen Vormittag schneiden.
- Einige Blütentriebe stehen lassen, wenn Insekten Nahrung finden oder Samen gewonnen werden sollen.
Regelmäßiges Entspitzen hält Basilikum kompakter und fördert neue Seitentriebe. Ganze Stängel werden dabei direkt oberhalb eines Blattpaares abgeschnitten, sodass aus den darunterliegenden Knoten neues Wachstum entstehen kann.

Warum sollte man Basilikum überhaupt schneiden?
Viele Menschen betrachten Basilikum wie Petersilie: Man benötigt ein paar Blätter, also pflückt man einfach einige ab.
Das funktioniert kurzfristig. Für die Entwicklung der gesamten Pflanze ist eine gezielte Schnitttechnik jedoch meist günstiger.
Basilikum besitzt einen deutlich erkennbaren Haupttrieb. An diesem sitzen paarweise gegenüberstehende Blätter. In den Blattachseln befinden sich Anlagen für neue Seitentriebe.
Wird die Spitze oberhalb eines solchen Blattpaares entfernt, verliert der Haupttrieb seine dominierende Wachstumsspitze. Die darunterliegenden Seitentriebe können sich anschließend stärker entwickeln.
Aus einem langen einzelnen Trieb entsteht dadurch eine verzweigte Pflanze.
Regelmäßiges Entspitzen fördert deshalb einen buschigen Aufbau und verlängert die produktive Wachstumsphase. Fachinformationen der Royal Horticultural Society und der University of Minnesota empfehlen genau diese Methode für Basilikum.
Schneiden bedeutet bei Basilikum gleichzeitig ernten und pflegen
Das Besondere am Basilikum ist:
Die richtige Ernte ersetzt einen großen Teil des klassischen Pflanzenschnitts.
Man muss Basilikum nicht erst wachsen lassen und später zusätzlich zurückschneiden. Wer regelmäßig die richtigen Triebspitzen für Salate, Tomatengerichte, Pesto oder andere Speisen verwendet, hält die Pflanze gleichzeitig in Form.
Das Ziel ist ein kontinuierlicher Kreislauf:
Trieb wachsen lassen → oberhalb eines Blattpaares schneiden → Seitentriebe wachsen lassen → erneut schneiden.
Auf diese Weise kann eine gut versorgte Basilikumpflanze während der warmen Wachstumsperiode immer wieder neue Blattmasse bilden.
Wo muss man Basilikum schneiden?
Die richtige Schnittstelle ist einfach zu erkennen.
Betrachten Sie einen Basilikumstängel von oben nach unten. In regelmäßigen Abständen sitzen jeweils zwei Blätter einander gegenüber.
Diese Stelle wird häufig als Blattknoten, Knoten, Blattverzweigung oder Nodium bezeichnet.
Die richtige Schnittstelle
Geschnitten wird:
knapp oberhalb eines kräftigen Blattpaares.
Unterhalb der Schnittstelle sollten ausreichend gesunde Blätter und gut entwickelte Blattachseln erhalten bleiben.
Nach dem Schnitt können aus den Achseln der beiden verbliebenen Blätter neue Seitentriebe entstehen. Die Pflanze verzweigt sich.
Nicht mitten zwischen zwei Blattpaaren abschneiden
Ein langer Stängelrest oberhalb des letzten Blattpaares bringt der Pflanze keinen Vorteil.
Besser ist ein sauberer Schnitt unmittelbar oberhalb des Knotens, ohne dabei die jungen Seitentriebe oder Blätter zu verletzen.
Eine saubere und scharfe Schere erzeugt eine glattere Schnittfläche als ein stumpfes Werkzeug. Die University of Minnesota empfiehlt beim Rückschnitt von Gartenpflanzen einschließlich Basilikum saubere und scharfe Schneidwerkzeuge.
Basilikum schneiden oder Blätter abzupfen?
Hier kursieren viele widersprüchliche Aussagen.
Häufig liest man:
„Beim Basilikum darf man niemals einzelne Blätter abzupfen.“
Ganz so streng muss man es nicht sehen.
Wer für ein Gericht ein oder zwei Blätter benötigt, kann selbstverständlich einzelne Blätter ernten. Auch gärtnerische Fachinformationen nennen die laufende Ernte einzelner Blätter als mögliche Methode.
Problematisch wird es erst, wenn eine Basilikumpflanze dauerhaft ausschließlich Blatt für Blatt abgeerntet wird.
Dann bleiben die Triebspitzen erhalten und wachsen weiter nach oben. Gleichzeitig werden weiter unten immer mehr Blätter entfernt.
Das Ergebnis kann eine lange, wenig verzweigte und zunehmend kahle Pflanze sein.
Besser: ganze Triebspitzen ernten
Für eine längerfristig produktive Pflanze empfiehlt sich deshalb:
Benötigen Sie mehrere Blätter, schneiden Sie gleich ein Stück des Triebes einschließlich der Spitze ab.
Dadurch erhalten Sie nicht nur Basilikum für die Küche. Gleichzeitig regen Sie die Pflanze zur Verzweigung an.
Die University of Minnesota empfiehlt bei der Ernte ganzer Basilikumstängel ausdrücklich einen Schnitt oberhalb eines Blattpaares, weil sich dort anschließend neues Wachstum entwickelt.
Basilikum richtig schneiden – Schritt für Schritt
Schritt 1: Einen geeigneten Trieb auswählen
Wählen Sie einen gesunden Trieb mit mehreren kräftigen Blattpaaren.
Sehr kleine oder gerade erst anwachsende Pflanzen sollten zunächst genügend Blattmasse aufbauen können.
Bei jungen Pflanzen kann ein früher erster Rückschnitt sinnvoll sein, sobald mehrere echte Blattpaare vorhanden sind. Dadurch wird bereits früh die Verzweigung gefördert. Das Prinzip des frühen Entspitzens wird auch in gärtnerischen Fachinformationen zum Basilikumanbau empfohlen.
Schritt 2: Ein kräftiges Blattpaar suchen
Gehen Sie vom oberen Ende des Triebes etwas nach unten.
Suchen Sie ein gesundes Blattpaar, aus dessen Blattachseln später neue Seitentriebe wachsen können.
Schritt 3: Oberhalb des Blattpaares schneiden
Setzen Sie die Schere wenige Millimeter oberhalb des Blattpaares an.
Nicht durch den Knoten schneiden und die darunterliegenden Blätter nicht verletzen.
Schritt 4: Genügend Blattmasse stehen lassen
Ein häufiger Anfängerfehler besteht darin, den Stängel fast vollständig abzuschneiden.
Das ist unnötig.
Die verbleibenden Blätter sind für die weitere Versorgung und das Wachstum der Pflanze wichtig. In klassischen Schnittanleitungen wird deshalb empfohlen, unterhalb der Schnittstelle wenigstens ein bis mehrere gesunde Blattpaare stehen zu lassen.
Schritt 5: Seitentriebe wachsen lassen
Nach dem Schnitt entwickeln sich unter guten Bedingungen neue Triebe aus den Blattachseln.
Bei aktiv wachsenden Pflanzen kann neues Wachstum bereits relativ schnell sichtbar werden. Die University of Minnesota beschreibt bei geernteten Basilikumstängeln neues Wachstum an der Schnittstelle innerhalb ungefähr einer Woche.
Schritt 6: Neue Triebe später erneut schneiden
Sind die neuen Seitentriebe kräftig genug, wird das Prinzip wiederholt.
So entsteht nach und nach eine immer stärker verzweigte Basilikumpflanze.
Wie viel Basilikum darf man auf einmal abschneiden?
Je kräftiger die Pflanze, desto besser verkraftet sie regelmäßige Ernten.
Trotzdem sollte man nicht ständig sämtliche Triebe bis auf wenige Blätter gleichzeitig zurücksetzen.
Besonders bei frisch gekauften, geschwächten oder sehr dicht stehenden Supermarkt-Pflanzen ist ein moderates Vorgehen sinnvoll.
Praxistipp
Benötigen Sie nur etwas Basilikum, schneiden Sie zunächst die kräftigsten Triebspitzen.
Benötigen Sie viel Basilikum für Pesto, können mehrere größere Triebe geerntet werden. Lassen Sie aber genügend gesunde Blattmasse stehen, damit sich die Pflanze regenerieren kann.
Die RHS weist darauf hin, dass Basilikum sowohl über einzelne Triebspitzen als auch – bei größerem Bedarf – umfangreicher geerntet werden kann. Für eine längerfristige Kultur ist die regelmäßige Teilernte meist sinnvoller als eine ständig sehr starke Komplettentnahme.
Wann sollte man Basilikum schneiden?
Während der Hauptwachstumszeit kann Basilikum regelmäßig geschnitten werden.
Entscheidend ist weniger ein bestimmtes Kalenderdatum als der Zustand der Pflanze.
Sobald ausreichend kräftige Triebe mit mehreren Blattpaaren vorhanden sind, kann die Ernte beginnen.
Der beste Zeitpunkt am Tag
Wer größere Mengen Basilikum für die Verarbeitung oder Konservierung ernten möchte, wählt möglichst einen trockenen Vormittag, nachdem Tau oder andere Feuchtigkeit abgetrocknet sind.
Viele Küchenkräuter besitzen zu diesem Zeitpunkt ein intensives Aroma. Für die tägliche Verwendung in der Küche kann Basilikum natürlich auch zu anderen Tageszeiten frisch geschnitten werden.
Nicht direkt nach starkem Regen ernten
Für größere Ernten sind trockene Pflanzen angenehmer zu verarbeiten.
Insbesondere wenn Basilikum anschließend getrocknet werden soll, sollte das Pflanzenmaterial möglichst trocken geerntet werden.
Basilikum vor der Blüte schneiden
Sobald Basilikum älter wird, beginnt die Pflanze Blütenstände zu entwickeln.
Wer hauptsächlich Blätter ernten möchte, sollte diese Entwicklung beobachten.
Warum Blüten entfernen?
Mit beginnender Blüte verändert die Pflanze ihre Wachstumsstrategie.
Sie investiert zunehmend Energie in Blüten- und Samenbildung. Gleichzeitig kann die Bildung zarter neuer Blätter nachlassen.
Regelmäßiges Entfernen entstehender Blütenstände verlängert deshalb die Phase, in der die Pflanze vor allem Blätter produziert. Sowohl die RHS als auch die University of Minnesota empfehlen das Entfernen beziehungsweise Zurückschneiden von Blütentrieben, wenn eine möglichst lange Blatternte gewünscht ist.
Wird Basilikum nach der Blüte bitter?
Diese Aussage wird häufig etwas zu stark vereinfacht.
Basilikum wird nicht in dem Moment ungenießbar, in dem die erste Blüte erscheint.
Allerdings können ältere und blühende Pflanzen zunehmend festere Blätter entwickeln; auch das Geschmacksprofil kann sich verändern und herber wirken. Die University of Minnesota weist darauf hin, dass blühende Pflanzen verholzen können, geringere Erträge liefern und bitterere Geschmacksnoten entwickeln können.
Wer besonders zarte Blätter möchte, hält die Pflanzen deshalb durch regelmäßiges Schneiden möglichst lange im vegetativen Wachstum.
Soll man Basilikumblüten immer abschneiden?
Nein.
Die Entscheidung hängt davon ab, wofür Sie die Pflanze nutzen möchten.
Blüten abschneiden, wenn …
- möglichst lange viele Blätter geerntet werden sollen,
- die Pflanze kompakt bleiben soll,
- zarte junge Triebe Priorität haben,
- die Samenbildung nicht gewünscht ist.
Blüten stehen lassen, wenn …
- Samen gewonnen werden sollen,
- die Blüten als essbare Dekoration genutzt werden sollen,
- blütenbesuchende Insekten davon profitieren sollen,
- ein Teil der Pflanzen bewusst ausblühen darf.
Basilikumblüten sind essbar. Gleichzeitig können sie von Bienen und anderen Insekten besucht werden. Die RHS empfiehlt für eine verlängerte Blatternte das Entfernen der Blüten, weist aber ebenfalls auf ihren ökologischen und kulinarischen Wert hin.
Eine gute Lösung für Garten und Balkon lautet deshalb:
Die meisten Pflanzen beziehungsweise Triebe beernten und einige bewusst blühen lassen.
Supermarkt-Basilikum richtig schneiden
Bei Basilikum aus dem Supermarkt gelten grundsätzlich die gleichen Schnittregeln.
Das eigentliche Problem liegt häufig nicht beim Schneiden, sondern in der ungewöhnlich hohen Pflanzendichte des Topfes.
In einem einzigen kleinen Kräutertopf stehen oft zahlreiche junge Basilikumpflanzen sehr eng nebeneinander. Dadurch konkurrieren sie um Licht, Wasser, Nährstoffe und Wurzelraum.
Deshalb lohnt es sich, stark gedrängtes Basilikum auf mehrere größere Gefäße zu verteilen.
Erst danach können sich einzelne Pflanzen besser verzweigen.
So schneiden Sie Supermarkt-Basilikum
- Kräftige einzelne Stängel auswählen.
- Ein gut entwickeltes Blattpaar suchen.
- Die Triebspitze darüber abschneiden.
- Die darunterliegenden Blätter stehen lassen.
- Nach der Neubildung von Seitentrieben erneut ernten.
Schneiden Sie nicht sofort sämtliche kleinen Pflanzen radikal zurück. Gerade frisch gekaufte Kräuter sollten zunächst ausreichend Licht, Wasser und Wurzelraum bekommen.
Basilikum auf der Fensterbank schneiden
Auf einer hellen Fensterbank funktioniert die gleiche Schnitttechnik.
Allerdings hängt das Nachwachsen stark von Licht, Temperatur und Jahreszeit ab.
Im Sommer kann Basilikum nach einem Schnitt sehr zügig neue Triebe bilden.
Im lichtarmen Winter wächst es wesentlich langsamer.
Wer Basilikum über die dunklere Jahreszeit im Haus kultiviert, benötigt einen möglichst hellen Standort. Bei schwachem Wachstum sollte entsprechend zurückhaltender geerntet werden. Die University of Minnesota weist darauf hin, dass für Basilikum im Winter unter Innenraumbedingungen zusätzliches Pflanzenlicht notwendig werden kann.
Basilikum im Garten schneiden
Im Beet entwickeln sich gut versorgte Basilikumpflanzen häufig kräftiger als dicht stehende Exemplare in kleinen Töpfen.
Hier lohnt sich ein konsequenter Aufbau.
Beginnen Sie früh mit dem Entspitzen und warten Sie nicht, bis ein langer Haupttrieb entstanden ist.
Je früher sich mehrere kräftige Seitentriebe bilden, desto kompakter kann sich die Pflanze entwickeln.
Basilikum ist wärmeliebend und frostempfindlich. Gute Lichtverhältnisse, ausreichend Wärme sowie eine gleichmäßige Wasserversorgung unterstützen das Wachstum und damit auch die Regeneration nach dem Schnitt.

Junges Basilikum zum ersten Mal schneiden
Der erste Schnitt ist besonders wichtig.
Lässt man einen Sämling ausschließlich nach oben wachsen, entsteht häufig zunächst ein einzelner langer Haupttrieb.
Wird dagegen früh die Spitze entfernt, beginnen Seitentriebe stärker zu wachsen.
Wann ist der erste Schnitt sinnvoll?
Warten Sie, bis die junge Pflanze mehrere vollständig entwickelte echte Blattpaare besitzt und kräftig wächst.
Dann kann die Spitze oberhalb eines der unteren kräftigen Blattpaare entfernt werden.
Gärtnerische Empfehlungen zum frühen Entspitzen nennen bei Basilikum häufig einen Zeitpunkt, an dem mehrere echte Blätter beziehungsweise Blattpaare entwickelt sind.
Der junge Sämling sieht unmittelbar nach dem Schnitt zunächst kleiner aus.
Wenige Wochen später kann er jedoch deutlich stärker verzweigt sein.
Basilikum radikal zurückschneiden – ist das möglich?
Bei kräftigen Basilikumpflanzen ist durchaus ein stärkerer Rückschnitt möglich.
Entscheidend ist jedoch, wo geschnitten wird.
Schneiden Sie einen grünen, vitalen Trieb nicht einfach irgendwo bis auf einen kahlen Stängel zurück.
Es sollten gesunde Blattknoten und ausreichend Blattmasse erhalten bleiben.
Besonders einjährige Basilikumsorten müssen nicht durch extreme Rückschnitte „verjüngt“ werden wie manche mehrjährigen Gehölze.
Regelmäßige moderate Ernteschnitte sind meistens die bessere Strategie.
Basilikum nach dem Schneiden richtig pflegen
Der beste Schnitt hilft wenig, wenn die Pflanze anschließend unter ungünstigen Bedingungen steht.
Gleichmäßig mit Wasser versorgen
Basilikum reagiert empfindlich auf längere Trockenphasen, gleichzeitig sollte dauerhaft vernässte Erde vermieden werden.
Container trocknen schneller aus als Gartenboden und benötigen entsprechend häufigere Kontrolle.
Viel Licht bieten
Basilikum gehört zu den wärme- und lichtliebenden Kräutern.
Ein heller Standort unterstützt kräftiges Wachstum und damit die Bildung neuer Seitentriebe.
Nicht dauerhaft nass halten
Töpfe brauchen einen funktionierenden Wasserabzug.
Staunässe schwächt die Wurzeln.
Auch dauerhaft feuchte Blätter und schlechte Luftzirkulation können Pflanzenkrankheiten begünstigen. Die RHS empfiehlt bei Basilikum unter anderem gute Belüftung und möglichst geeignetes Gießmanagement, um Probleme mit Pilzerkrankungen zu reduzieren.
Was tun, wenn Basilikum bereits blüht?
Keine Sorge: Eine blühende Basilikumpflanze muss nicht entsorgt werden.
Schneiden Sie zunächst die Blütenstände einschließlich eines Teils des darunterliegenden Triebes zurück.
Setzen Sie den Schnitt wiederum oberhalb eines gesunden Blattpaares.
Bei ausreichend Wärme, Licht und Versorgung kann die Pflanze erneut Seitentriebe bilden.
Je weiter die Pflanze allerdings bereits in der Samenbildung fortgeschritten ist und je älter sie geworden ist, desto geringer kann ihre weitere Blattproduktion ausfallen.
Kann man abgeschnittene Basilikumtriebe als Stecklinge verwenden?
Ja.
Kräftige, nicht blühende Basilikumtriebe lassen sich gut als Stecklinge verwenden.
Dazu werden geeignete Triebe geschnitten, die unteren Blätter entfernt und die Stängel beispielsweise in Wasser gestellt.
Nach der Wurzelbildung können sie eingetopft werden.
Die RHS beschreibt diese Methode ausdrücklich für Basilikum und nennt sowohl die Bewurzelung in Wasser als auch direkt in geeignetem Substrat als mögliche Vorgehensweisen.
Damit erfüllt ein einziger Schnitt gleich drei Aufgaben:
ernten, verzweigen und vermehren.
Thai-Basilikum richtig schneiden
Auch bei Thai-Basilikum funktioniert grundsätzlich das gleiche Prinzip.
Die Triebspitzen werden oberhalb eines Blattpaares entfernt.
Dadurch wird die Verzweigung gefördert.
Wer hauptsächlich Blätter verwenden möchte, entfernt entstehende Blütenstände regelmäßig. Die RHS nennt das Entfernen der Blütenköpfe auch für Thai-Basilikum als Maßnahme zur Förderung weiterer Blattbildung.
Da gerade die Blütenstände verschiedener Thai-Basilikum-Sorten attraktiv aussehen können, dürfen einzelne Pflanzen selbstverständlich auch blühen.
Strauchbasilikum schneiden
Mehrjährige beziehungsweise ausdauernde Strauchbasilikum-Typen unterscheiden sich etwas vom klassischen einjährigen Genoveser Basilikum.
Während gewöhnliches Basilikum in Mitteleuropa typischerweise als einjährige Kultur gezogen wird, können bestimmte frostempfindliche Strauchbasilikum-Typen überwintert werden.
Während der Wachstumsperiode werden auch sie regelmäßig entspitzt.
Vor beziehungsweise während der Überwinterung sollte der Rückschnitt jedoch an Wuchsform, Temperatur, Lichtangebot und Zustand der Pflanze angepasst werden.
Bei schwachem Winterwachstum ist eine zurückhaltende Ernte besser als ein ständig starker Rückschnitt.
Die 10 häufigsten Fehler beim Basilikum-Schneiden
1. Immer nur die größten Blätter abzupfen
Die Pflanze wird zunehmend kahl, während der Haupttrieb weiter nach oben wächst.
Besser: Regelmäßig ganze Triebspitzen ernten.
2. Zu weit unterhalb eines Blattpaares schneiden
Damit geht unnötig viel potenzieller Neuaustrieb verloren.
Besser: Knapp oberhalb eines gesunden Knotens schneiden.
3. Einen langen Stängelrest stehen lassen
Ein unnötiger Stummel oberhalb des Blattpaares bringt keinen Vorteil.
Besser: Sauber kurz oberhalb des Knotens schneiden.
4. Sämtliche Blätter entfernen
Ohne genügend Blattmasse kann sich eine geschwächte Pflanze schlechter regenerieren.
Besser: Mehrere gesunde Blätter beziehungsweise Blattpaare stehen lassen.
5. Zu lange bis zum ersten Schnitt warten
Ein langer unverzweigter Haupttrieb ist schwieriger zu einer kompakten Pflanze zu erziehen.
Besser: Junge kräftige Pflanzen früh entspitzen.
6. Blütenstände ständig wachsen lassen
Das ist kein Problem, wenn Blüten oder Samen gewünscht sind.
Wer hauptsächlich Blätter ernten möchte, verliert dadurch jedoch einen Teil der vegetativen Produktivität.
7. Mit einer stumpfen Schere schneiden
Gequetschte Schnittstellen sind unnötig.
Besser: Sauberes, scharfes Werkzeug verwenden.
8. Supermarkt-Basilikum im winzigen Topf lassen
Viele dicht stehende Jungpflanzen konkurrieren miteinander.
Besser: Bei Bedarf teilen und in größere Gefäße setzen.
9. Nach starkem Rückschnitt austrocknen lassen
Neue Triebe benötigen gute Wachstumsbedingungen.
Besser: Gleichmäßig mit Wasser versorgen, aber Staunässe vermeiden.
10. Im Winter genauso stark ernten wie im Hochsommer
Weniger Licht bedeutet meist weniger Wachstum.
Besser: Die Erntemenge dem tatsächlichen Wachstum anpassen.
So wird Basilikum richtig buschig
Wer eine besonders kompakte Basilikumpflanze möchte, sollte nicht auf einen einzelnen starken Rückschnitt setzen.
Entscheidend ist die Wiederholung.
Ein vereinfachtes Beispiel:
Der Haupttrieb besitzt mehrere Blattpaare.
Sie schneiden die Spitze ab.
Darunter entwickeln sich zwei Seitentriebe.
Später schneiden Sie auch deren Spitzen ab.
Aus zwei Trieben können dadurch wiederum mehrere neue Triebe entstehen.
Mit jedem sinnvollen Schnitt wird die Pflanzenstruktur stärker verzweigt.
Genau deshalb ist regelmäßiges Entspitzen effektiver als gelegentliches Abpflücken einzelner großer Blätter. Die Förderung buschigen Wachstums durch das Entfernen der Wachstumsspitzen wird von der RHS ausdrücklich als Kulturmaßnahme beschrieben.
Basilikum richtig ernten: Kleine Menge oder große Ernte?
Für zwei oder drei Blätter
Wenn Sie lediglich einige Blätter zum Garnieren benötigen, können einzelne Blätter geerntet werden.
Für Salat oder Tomate-Mozzarella
Schneiden Sie vorzugsweise eine oder mehrere junge Triebspitzen.
Für Pesto
Hier können mehrere längere Triebe geerntet werden.
Achten Sie darauf, an der Pflanze genügend Blattpaare für den Neuaustrieb zu erhalten.
Für Vorrat und Konservierung
Größere Mengen werden vorzugsweise an einem trockenen Vormittag geerntet.
Basilikum kann eingefroren oder getrocknet werden. Die University of Minnesota weist darauf hin, dass Einfrieren das frische Basilikumaroma häufig besser erhält als klassische Lufttrocknung.
Basilikum schneiden und gleichzeitig vermehren
Gerade im Hochsommer lohnt es sich, besonders schöne Schnitttriebe nicht sofort zu verarbeiten.
Kräftige, gesunde und nicht blühende Triebspitzen können als Stecklinge dienen.
Ein praktischer Ablauf:
- Einen gesunden Trieb abschneiden.
- Untere Blätter entfernen.
- Den Trieb in ein kleines Glas Wasser stellen.
- Hell und warm platzieren.
- Wasser regelmäßig erneuern.
- Nach ausreichender Wurzelbildung eintopfen.
Alternativ können geeignete Basilikumstecklinge direkt in Substrat bewurzelt werden.
So lässt sich aus einer kräftigen Mutterpflanze im Laufe des Sommers eine ganze Gruppe neuer Basilikumpflanzen ziehen.
Basilikum richtig schneiden im Jahresverlauf
Frühjahr
Junge Pflanzen zunächst kräftig werden lassen.
Sobald mehrere echte Blattpaare vorhanden sind, kann der erste Entspitzungsschnitt erfolgen.
Frühsommer
Jetzt beginnt die intensive Wachstumsphase.
Regelmäßig Triebspitzen ernten und dadurch die Verzweigung fördern.
Hochsommer
Weiter konsequent schneiden.
Blütenansätze entfernen, wenn hauptsächlich Blätter gewünscht sind.
Basilikum kann während des Sommers kontinuierlich entspitzt werden.
Spätsommer
Weiter ernten und gleichzeitig überlegen, ob einige Blüten zur Samenbildung oder für Insekten stehen bleiben sollen.
Herbst
Vor kalten Nächten größere Mengen ernten.
Gewöhnliches Basilikum ist frostempfindlich und übersteht den Winter im Freiland in Mitteleuropa in der Regel nicht.
Häufige Fragen zum richtigen Schneiden von Basilikum
Wo genau schneidet man Basilikum ab?
Basilikum wird am besten knapp oberhalb eines gesunden Blattpaares beziehungsweise Blattknotens geschnitten. Aus den darunterliegenden Blattachseln können neue Seitentriebe entstehen.
Soll man Basilikum schneiden oder zupfen?
Für eine dauerhaft buschige Pflanze sollten regelmäßig ganze Triebspitzen geschnitten werden. Einzelne Blätter dürfen für kleine Mengen durchaus abgezupft werden, sollten aber nicht die einzige Erntemethode sein.
Wie schneidet man Basilikum, damit es wieder nachwächst?
Schneiden Sie den Stängel oberhalb eines Blattpaares ab und lassen Sie darunter genügend gesunde Blätter stehen. Aus den Blattachseln können anschließend neue Triebe wachsen.
Wie oft sollte man Basilikum schneiden?
Während der Hauptwachstumszeit kann immer dann geschnitten werden, wenn neue Triebe ausreichend entwickelt sind. Regelmäßiges Entspitzen während des Sommers fördert einen kontinuierlichen Neuaustrieb.
Darf man Basilikum radikal zurückschneiden?
Kräftige Pflanzen vertragen stärkere Ernten, sollten jedoch nicht unnötig bis auf kahle Stängel zurückgeschnitten werden. Blattknoten und ausreichend Blattmasse sollten erhalten bleiben.
Was passiert, wenn man Basilikum nicht schneidet?
Die Pflanze wächst stärker in die Höhe und beginnt früher oder später zu blühen und Samen zu bilden. Gleichzeitig nimmt die Produktion neuer zarter Blatttriebe meist ab.
Sollte man die Blüten von Basilikum abschneiden?
Wenn möglichst lange Blätter geerntet werden sollen: ja. Wer Blüten für Insekten, zum Essen oder zur Samengewinnung möchte, kann einzelne Blütenstände stehen lassen.
Kann man Basilikum nach der Blüte noch essen?
Ja. Blühendes Basilikum ist nicht plötzlich ungenießbar. Die Blätter können jedoch mit zunehmendem Alter fester und geschmacklich herber werden. Auch die Blüten selbst sind essbar.
Warum wird mein Basilikum nach dem Schneiden nicht buschig?
Mögliche Ursachen sind ein Schnitt an der falschen Stelle, zu wenig Licht, niedrige Temperaturen, Wassermangel, geschädigte Wurzeln oder eine insgesamt geschwächte Pflanze.
Kann ich Basilikumstängel verwenden?
Ja. Junge Stängel sind aromatisch und können beispielsweise für Pesto oder andere zerkleinerte Kräuterzubereitungen mitverwendet werden.
Kann man abgeschnittenes Basilikum wieder einpflanzen?
Nicht unmittelbar ohne Wurzeln. Geeignete Triebstecklinge lassen sich jedoch zunächst in Wasser oder Substrat bewurzeln und anschließend als neue Pflanzen weiterkultivieren.
Wann sollte Basilikum zum ersten Mal geschnitten werden?
Sobald eine junge, gesunde Pflanze mehrere echte Blattpaare gebildet hat, kann die Triebspitze entfernt werden. Ein früher Schnitt fördert die Verzweigung.
Kann Basilikum den ganzen Sommer geschnitten werden?
Ja. Bei gesundem Wachstum kann Basilikum während der gesamten warmen Vegetationsperiode regelmäßig geerntet und entspitzt werden.
Die einfache Schnittregel zum Merken
Wer sich nur eine einzige Regel merken möchte, braucht nicht mehr als diesen Satz:
Nicht unten die größten Blätter wegpflücken, sondern oben einen kräftigen Trieb nehmen und knapp oberhalb eines gesunden Blattpaares abschneiden.
Damit wird aus jeder Ernte gleichzeitig eine Pflegemaßnahme.
Die verbleibenden Blattknoten können neue Seitentriebe hervorbringen, die später wiederum geschnitten werden.
So entwickelt sich Basilikum nicht nur nach oben, sondern zunehmend in die Breite.
Basilikum richtig schneiden für mehr Blätter und kräftige Pflanzen
Basilikum richtig schneiden bedeutet vor allem, die natürlichen Verzweigungspunkte der Pflanze zu nutzen.
Statt über Wochen ausschließlich einzelne große Blätter vom unteren Stängel zu entfernen, werden regelmäßig ganze Triebspitzen knapp oberhalb eines Blattpaares abgeschnitten.
Der Effekt ist doppelt:
Sie ernten frisches Basilikum und fördern gleichzeitig neue Seitentriebe.
Wer früh mit dem Entspitzen beginnt, während des Sommers regelmäßig weiter erntet und unerwünschte Blütenstände entfernt, kann aus einer kleinen Pflanze eine deutlich kompaktere und ertragreichere Basilikumpflanze entwickeln. Das Grundprinzip wird sowohl von der Royal Horticultural Society als auch von universitären Gartenbau-Beratungsstellen empfohlen.
Und genau darin liegt das eigentliche Geheimnis einer langen Basilikumernte:
Nicht trotz des Schneidens wächst Basilikum weiter – richtig ausgeführt wächst es gerade dadurch buschiger weiter.

Hobbykoch, Gartenliebhaber und Autor