Apfelessig selber machen: So gelingt Fruchtessig aus Äpfeln oder Birnen
Apfelessig selber zu machen ist eine der schönsten Möglichkeiten, reife Äpfel, Birnen und überschüssiges Obst aus dem eigenen Garten sinnvoll zu verwerten. Aus wenigen Zutaten entsteht ein aromatischer Fruchtessig, der Salate, Soßen, Marinaden und viele traditionelle Gerichte verfeinert.
Ganz so einfach wie „Obst mit Wasser übergießen und warten“ ist eine zuverlässige Essigherstellung allerdings nicht. Damit aus süßem Fruchtsaft tatsächlich Essig entsteht, müssen zwei unterschiedliche Gärungen nacheinander ablaufen: Zunächst verwandeln Hefen den Fruchtzucker in Alkohol. Anschließend wandeln Essigsäurebakterien diesen Alkohol mithilfe von Sauerstoff in Essigsäure um.
In dieser Anleitung erfährst du Schritt für Schritt, wie du Apfelessig oder Birnenessig selber machen kannst, welche Früchte sich eignen, was eine Essigmutter ist und woran du erkennst, ob dein Ansatz gelungen ist.
Das Wichtigste in Kürze
Für selbst gemachten Apfel- oder Birnenessig benötigst du:
reinen Apfel- oder Birnensaft ohne Konservierungsstoffe
Wein-, Most- oder Ciderhefe für die erste Gärung
eine Essigmutter oder aktiven, unpasteurisierten Essig als Starter
ein Gärgefäß mit Gäraufsatz
ein breites Glasgefäß
ein sauberes, luftdurchlässiges Tuch
saubere Flaschen
etwa fünf bis zwölf Wochen Zeit
Die Herstellung erfolgt in zwei Phasen:
Alkoholische Gärung: Aus dem Fruchtsaft entsteht zunächst Apfelwein oder Birnenwein.
Essigsäuregärung: Essigsäurebakterien verwandeln den Alkohol unter Sauerstoffzufuhr in Essig.
Je nach Temperatur, Fruchtzucker, Hefekultur und Essigstarter kann die Herstellung auch länger dauern. Essig entsteht nicht nach einem festen Kalender, sondern erst dann, wenn der enthaltene Alkohol weitgehend in Essigsäure umgewandelt wurde.
Apfelessig selbstgemacht
Warum Apfelessig oder Birnenessig selber machen?
Selbst gemachter Fruchtessig verbindet traditionelle Vorratshaltung mit nachhaltiger Obstverwertung. Besonders in Jahren mit einer reichen Apfel- oder Birnenernte bleibt häufig mehr Obst übrig, als frisch gegessen, eingekocht oder zu Saft verarbeitet werden kann.
Die eigene Essigherstellung bietet mehrere Vorteile:
Überschüssige Äpfel und Birnen werden sinnvoll verwertet.
Du bestimmst selbst, welche Früchte verwendet werden.
Alte und regionale Obstsorten entwickeln individuelle Aromen.
Der Essig kann naturtrüb und unpasteurisiert abgefüllt werden.
Eine Essigmutter lässt sich für weitere Ansätze verwenden.
Der Geschmack kann durch Fruchtsorte und Reifezeit beeinflusst werden.
Lebensmittelverschwendung wird vermieden.
Die Herstellung benötigt nur wenige Hilfsmittel.
Apfelessig schmeckt meist frisch, kräftig und leicht herb. Birnenessig ist häufig milder, runder und etwas weicher im Aroma. Auch Mischungen aus Apfel- und Birnensaft sind möglich.
Wie entsteht Fruchtessig?
Bei der Essigherstellung arbeiten zwei Gruppen von Mikroorganismen nacheinander.
Erste Phase: Hefen erzeugen Alkohol
Hefen ernähren sich vom natürlichen Zucker des Apfel- oder Birnensafts. Dabei entstehen Alkohol und Kohlendioxid. Aus Apfelsaft wird zunächst Apfelwein, aus Birnensaft wird Birnenwein.
Diese Phase sollte möglichst kontrolliert und mit wenig Sauerstoff ablaufen. Deshalb eignet sich ein Gärgefäß mit Gäraufsatz. Das entstehende Kohlendioxid kann entweichen, während Fruchtfliegen, Schmutz und ein großer Teil des Luftsauerstoffs draußen bleiben.
Zweite Phase: Essigsäurebakterien erzeugen Essig
Erst nach der alkoholischen Gärung beginnt die eigentliche Essigherstellung. Nun kommen Essigsäurebakterien zum Einsatz. Sie benötigen Alkohol und Sauerstoff.
Der vergorene Fruchtsaft wird deshalb in ein breites Gefäß umgefüllt und nicht luftdicht verschlossen. Ein engmaschiges Tuch schützt den Ansatz vor Fruchtfliegen, lässt aber ausreichend Luft hindurch.
Die beiden Gärphasen benötigen unterschiedliche Bedingungen:
Gärphase
Umwandlung
Sauerstoff
Geeignetes Gefäß
Alkoholische Gärung
Zucker wird zu Alkohol
möglichst wenig
Gärgefäß mit Gäraufsatz
Essigsäuregärung
Alkohol wird zu Essigsäure
ausdrücklich erforderlich
breites Gefäß mit Tuch
Essig aus Saft oder aus Fruchtstücken herstellen?
Im Internet finden sich zahlreiche Rezepte, bei denen Apfelstücke, Schalen oder Birnenreste mit Wasser und Zucker übergossen werden. Diese Methode kann einen sauren Fruchtansatz hervorbringen, liefert aber weniger vorhersehbare Ergebnisse.
Klassischer Apfel- oder Birnenessig wird aus vergorenem Fruchtsaft beziehungsweise Obstwein hergestellt. Diese Methode ist zuverlässiger, aromatischer und besser kontrollierbar.
Ausgangsprodukt
Mögliches Ergebnis
Schwierigkeit
Empfehlung
Frisch gepresster Apfel- oder Birnensaft
aromatischer Fruchtessig
mittel
besonders empfehlenswert
Gekaufter Direktsaft ohne Konservierungsstoffe
gut planbarer Fruchtessig
einfach
ideal für Einsteiger
Fertiger trockener Apfel- oder Birnenwein
nur noch Essiggärung erforderlich
einfach
sehr gut geeignet
Fruchtstücke, Schalen und Wasser
schwankender, oft schwacher Ansatz
schwer planbar
eher für erfahrene Hobbyfermentierer
Wer zum ersten Mal Apfelessig selber machen möchte, erzielt mit naturtrübem Direktsaft meist die zuverlässigsten Ergebnisse.
Welche Äpfel eignen sich für selbst gemachten Apfelessig?
Grundsätzlich lässt sich nahezu jede reife Apfelsorte verwenden. Besonders aromatisch wird der Essig, wenn süße, säuerliche und leicht herbe Sorten miteinander kombiniert werden.
Gut geeignet sind beispielsweise:
Boskoop
Elstar
Topaz
Cox Orange
Goldparmäne
Jakob Lebel
Brettacher
Rubinette
Jonagold
Gravensteiner
Süße Äpfel liefern ausreichend Fruchtzucker für die alkoholische Gärung. Säuerliche Sorten bringen Frische, während alte Most- und Wirtschaftssorten häufig kräftigere Gerbstoffe und ein komplexeres Aroma beisteuern.
Eine Mischung verschiedener Sorten ist deshalb oft interessanter als ein Essig aus nur einer einzigen Apfelsorte.
Welche Birnen eignen sich für Birnenessig?
Für Birnenessig sollten die Früchte reif und aromatisch, aber noch nicht faulig oder bereits stark angegoren sein.
Geeignet sind unter anderem:
Williams Christ
Conference
Gute Luise
Gellerts Butterbirne
Vereinsdechantsbirne
Alexander Lucas
Köstliche aus Charneux
Gräfin von Paris
Birnen enthalten häufig viel Zucker und ergeben einen milden, fruchtigen Essig. Sehr süße Birnensäfte können mit einem Teil Apfelsaft gemischt werden. Dadurch erhält der spätere Essig mehr Frische und Struktur.
Kann man Fallobst für Apfelessig verwenden?
Frisch gefallenes Obst kann verwendet werden, sofern es noch gesund und sauber ist. Kleine Druckstellen sind kein Problem, wenn sie großzügig ausgeschnitten werden.
Nicht in den Essigansatz gehören:
schimmelige Früchte
stark fauliges Obst
Früchte mit unangenehmem Gärgeruch
Obst mit Tierkot oder anderen starken Verunreinigungen
Früchte, die lange auf feuchtem Boden gelegen haben
Schimmel darf nicht nur oberflächlich entfernt werden. Sichtbar verschimmelte Äpfel oder Birnen sollten vollständig aussortiert werden.
Das Obst wird gründlich unter fließendem Wasser gewaschen. Schälen ist nicht notwendig. Stiele, Blätter, faulige Stellen und grober Schmutz werden entfernt. Anschließend werden die Früchte zerkleinert und ausgepresst.
Apfelessig selber machen Infografik
Apfelessig selber machen: Zutaten für etwa einen Liter
Für einen einfachen Ansatz benötigst du folgende Zutaten.
Zutaten
1 Liter naturtrüben Apfel- oder Birnensaft
Wein-, Most- oder Ciderhefe nach Herstellerangabe
eine aktive Essigmutter mit etwas Starterflüssigkeit
Alternativ zur Essigmutter kannst du etwa 100 bis 200 Milliliter aktiven, unpasteurisierten und ungefilterten Essig mit lebenden Essigkulturen verwenden.
Wichtig beim Saft
Der Saft sollte:
zu 100 Prozent aus Äpfeln oder Birnen bestehen
keine Konservierungsstoffe enthalten
nicht mit Sorbat oder Benzoat haltbar gemacht worden sein
möglichst keine Sulfite enthalten
nicht aromatisiert sein
Pasteurisierter Direktsaft kann verwendet werden. Da durch die Erhitzung die natürlich vorhandenen Hefen weitgehend abgetötet wurden, sollte eine geeignete Reinzuchthefe zugesetzt werden.
Zusätzlicher Zucker ist bei reifem Apfel- oder Birnensaft normalerweise nicht notwendig.
Diese Ausrüstung benötigst du
Für die Herstellung sind keine komplizierten Geräte erforderlich.
Hilfreich sind:
ein Gärgefäß mit mindestens 1,5 Liter Fassungsvermögen
ein Gäraufsatz oder Gärspund
ein breites Glasgefäß für die Essiggärung
ein sauberes, engmaschiges Baumwoll- oder Mulltuch
ein Gummiband
ein Kunststoff- oder Edelstahltrichter
ein feines Sieb oder Filtertuch
saubere Glasflaschen
ein Küchenthermometer
optional ein Mostgewichtsmesser oder Hydrometer
Verwende bevorzugt Glas, lebensmittelechten Kunststoff, Emaille oder Edelstahl. Aluminium, Kupfer, Messing, Eisen und verzinkte Gefäße sind ungeeignet, da Säure mit diesen Materialien reagieren kann.
Schritt 1: Geräte und Gefäße gründlich reinigen
Sauberkeit ist bei jeder Gärung entscheidend. Rückstände in Gläsern, Schläuchen oder Flaschen können unerwünschte Hefen, Schimmelpilze und andere Mikroorganismen in den Ansatz bringen.
Reinige alle Gefäße zunächst mit heißem Wasser und Spülmittel. Spüle sie anschließend sorgfältig aus.
Hitzebeständige Glasgefäße und Flaschen können zusätzlich mit kochendem Wasser ausgespült oder einige Minuten ausgekocht werden. Lasse sie anschließend umgedreht auf einem sauberen Tuch trocknen.
Auch Löffel, Trichter, Siebe und Gäraufsatz müssen gründlich gereinigt werden.
Schritt 2: Apfel- oder Birnensaft gewinnen
Wer eigenes Obst verwendet, kann den Saft mit einer Obstpresse, einer elektrischen Saftpresse oder einem geeigneten Entsafter gewinnen.
So gehst du vor:
Äpfel oder Birnen gründlich waschen.
Faulige und schadhafte Stellen großzügig entfernen.
Früchte grob zerkleinern.
Obst mahlen, raspeln oder zerdrücken.
Fruchtmasse durch eine Presse oder ein kräftiges Filtertuch auspressen.
Saft in einem sauberen Gefäß auffangen.
Die Früchte müssen nicht geschält oder vollständig entkernt werden. Kerngehäuse können beim Pressen im Obst bleiben. Blätter, Stiele und verdorbene Teile werden vorher entfernt.
Wer keine Presse besitzt, kann reinen Apfel- oder Birnendirektsaft ohne Konservierungsstoffe verwenden.
Schritt 3: Alkoholische Gärung starten
Fülle den Saft in das vorbereitete Gärgefäß. Das Gefäß sollte höchstens zu etwa drei Vierteln gefüllt sein. Während der Gärung entstehen Schaum und Kohlendioxid, weshalb genügend freier Raum notwendig ist.
Gib die Wein-, Most- oder Ciderhefe nach Herstellerangabe hinzu. Verschließe das Gefäß mit einem Gäraufsatz.
Stelle es an einen dunklen oder vor direkter Sonne geschützten Ort. Eine Temperatur zwischen etwa 18 und 24 Grad Celsius ist für die meisten Wein- und Mosthefen gut geeignet.
Nach kurzer Zeit sollten im Gäraufsatz Bläschen aufsteigen. Das zeigt, dass die Hefen den Fruchtzucker verarbeiten.
Wie lange dauert die alkoholische Gärung?
Je nach Temperatur, Hefe und Zuckergehalt dauert diese Phase meist etwa ein bis drei Wochen. Bei kühleren Temperaturen kann sie länger dauern.
Die Gärung nähert sich ihrem Ende, wenn:
im Gäraufsatz kaum noch Bläschen aufsteigen
der Saft nicht mehr deutlich süß schmeckt
sich am Boden ein Hefesatz abgelagert hat
der Ansatz leicht alkoholisch und weinartig riecht
Ein vollständig dicht verschlossenes Gefäß ohne Gäraufsatz darf nicht verwendet werden. Das entstehende Kohlendioxid könnte einen gefährlichen Überdruck aufbauen.
Schritt 4: Den jungen Obstwein abziehen
Sobald die alkoholische Gärung beendet ist, wird der junge Apfel- oder Birnenwein vorsichtig vom groben Hefesatz getrennt.
Gieße oder ziehe die Flüssigkeit langsam in ein sauberes, breites Glasgefäß um. Der Bodensatz sollte möglichst im ersten Gefäß zurückbleiben.
Ein breites Gefäß ist für die folgende Essiggärung günstiger als eine schmale Flasche. Je größer die Flüssigkeitsoberfläche ist, desto besser können die Essigsäurebakterien mit Sauerstoff versorgt werden.
Das Gefäß sollte nicht vollständig gefüllt werden. Ein ausreichender Luftraum ist notwendig.
Schritt 5: Essigmutter oder Essigstarter hinzugeben
Gib nun die Essigmutter zusammen mit etwas aktiver Essigflüssigkeit in den vergorenen Fruchtsaft.
Eine gekaufte Essigkultur wird nach Herstellerangabe dosiert. Alternativ kann aktiver, unpasteurisierter Essig mit lebenden Kulturen verwendet werden.
Nicht geeignet sind:
pasteurisierter Tafelessig
Essigessenz
aromatisierter Essig
stark gefilterter Essig ohne lebende Kulturen
Essig mit Konservierungsstoffen
Die Essigmutter kann zunächst an der Oberfläche schwimmen, später absinken oder sich in mehrere Schichten teilen. Das ist normalerweise kein Problem.
Schritt 6: Essigsäuregärung durchführen
Decke das Gefäß mit einem sauberen, engmaschigen Tuch ab und befestige es mit einem Gummiband.
Das Tuch erfüllt zwei Aufgaben:
Sauerstoff kann an die Flüssigkeit gelangen.
Fruchtfliegen und Verunreinigungen bleiben draußen.
Stelle das Gefäß an einen warmen, ruhigen und vor direkter Sonne geschützten Ort. Eine gleichmäßige Temperatur von ungefähr 20 bis 26 Grad Celsius ist günstig.
Lasse den Ansatz nun vier bis acht Wochen stehen. Bei niedriger Temperatur oder einer schwachen Starterkultur kann die Umwandlung zwölf Wochen oder länger dauern.
Muss der Essigansatz täglich umgerührt werden?
Ein breites Gefäß sorgt bereits für eine gute Sauerstoffversorgung. In den ersten Tagen kann der Ansatz vorsichtig geschwenkt werden.
Sobald sich an der Oberfläche eine Essigmutter bildet, sollte sie möglichst nicht mehr ständig bewegt werden. Die gallertartige Schicht befindet sich genau dort, wo besonders viel Sauerstoff verfügbar ist.
Zum Probieren wird eine kleine Menge mit einem sauberen Löffel unterhalb der Essigmutter entnommen.
Was ist eine Essigmutter?
Die Essigmutter ist eine feuchte, gallertartige Schicht, die während der Essigsäuregärung entstehen kann. Sie besteht vor allem aus bakterieller Zellulose und enthält lebende Essigsäurebakterien.
Typische Merkmale einer Essigmutter sind:
eine glatte oder leicht unregelmäßige Oberfläche
eine feuchte, gallertartige Konsistenz
eine weißliche, beige oder durchscheinende Farbe
kein pelziger oder flaumiger Bewuchs
ein milder bis deutlich säuerlicher Geruch
Eine Essigmutter kann:
an der Oberfläche schwimmen
an den Gefäßrand wachsen
in mehreren Schichten entstehen
auf den Boden sinken
sich teilweise auflösen
Nicht jeder gelungene Essig bildet eine gut sichtbare Essigmutter. Die Umwandlung kann auch stattfinden, ohne dass sich eine dicke Schicht entwickelt.
Kann man Apfelessig ohne Essigmutter herstellen?
Grundsätzlich können Essigsäurebakterien aus der Umgebung in einen alkoholischen Ansatz gelangen. Eine spontane Essiggärung ist deshalb möglich.
Sie ist jedoch deutlich weniger vorhersehbar. Gleichzeitig können sich unerwünschte Hefen, Schimmelpilze oder andere Mikroorganismen ansiedeln.
Für Einsteiger ist eine aktive Essigmutter oder eine geeignete Essigstarterkultur empfehlenswert. Sie beschleunigt den Beginn der Essiggärung und erhöht die Wahrscheinlichkeit eines sauberen Ergebnisses.
Wann ist der Apfelessig fertig?
Nach einigen Wochen verändert sich der Geruch deutlich. Aus dem weinartigen Aroma entwickelt sich ein klarer Essiggeruch.
Der Essig ist weitgehend fertig, wenn:
er deutlich sauer riecht
er angenehm fruchtig-säuerlich schmeckt
kein ausgeprägter Alkoholgeschmack mehr vorhanden ist
sich der Geschmack über mehrere Tage kaum noch verändert
keine starke Gasbildung mehr auftritt
Beginne frühestens nach etwa drei bis vier Wochen mit kleinen Geschmacksproben. Verwende dafür immer einen sauberen Löffel oder eine kleine Pipette.
Ein selbst gemachter Essig kann milder schmecken als gekaufter Essig. Das bedeutet nicht automatisch, dass er misslungen ist. Der tatsächliche Essigsäuregehalt lässt sich durch Probieren oder einfache pH-Teststreifen jedoch nicht zuverlässig bestimmen.
pH-Wert und Säuregehalt sind nicht dasselbe
Ein häufiger Irrtum besteht darin, den pH-Wert mit dem prozentualen Säuregehalt gleichzusetzen.
Ein pH-Wert von 3 bedeutet nicht, dass der Essig drei Prozent Essigsäure enthält. Ebenso beweist ein niedriger pH-Wert nicht, dass der Essig für das sichere Einkochen geeignet ist.
Für eine genaue Bestimmung des Säuregehalts wäre eine Säuretitration erforderlich. Einfache Teststreifen reichen dafür nicht aus.
Dieser Unterschied ist besonders wichtig, wenn Essig zur Konservierung von Gemüse verwendet werden soll.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Selbst gemachten Essig nicht zum Einkochen verwenden
Der Säuregehalt von selbst gemachtem Apfel- oder Birnenessig kann erheblich schwanken. Deshalb sollte er nicht für Lebensmittel verwendet werden, die eingekocht und anschließend ungekühlt bei Zimmertemperatur gelagert werden sollen.
Das betrifft beispielsweise:
eingekochte Gewürzgurken
ungekühlt gelagerte Gemüsekonserven
eingelegte Paprika oder Bohnen
Chutneys nach Einkochrezept
Relishes
ungekühlt haltbare Zwiebel- oder Knoblauchzubereitungen
Für solche Rezepte sollte handelsüblicher Essig mit einem ausdrücklich angegebenen Säuregehalt von mindestens fünf Prozent verwendet werden. Außerdem muss das Mengenverhältnis eines geprüften Einkochrezepts eingehalten werden.
Selbst gemachter Essig eignet sich dagegen gut für:
frische Salate
Soßen und Marinaden
unmittelbar verzehrte Speisen
Kühlschrank-Pickles, die kalt gelagert und zeitnah verbraucht werden
Essigmutter oder Schimmel: So erkennst du den Unterschied
Nicht jede Schicht auf dem Essigansatz ist harmlos. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick.
So sieht eine normale Essigmutter aus
glatt oder gallertartig
feucht und weich
weißlich, beige oder leicht bräunlich
nicht pelzig
riecht sauer oder fruchtig
So kann Kahmhefe aussehen
Kahmhefe bildet häufig eine dünne, matte, weißliche und teilweise faltige Haut. Sie ist normalerweise nicht pelzig, kann aber den Geschmack beeinträchtigen.
Da die Unterscheidung für Einsteiger schwierig sein kann, sollte ein Ansatz bei Unsicherheit nicht weiterverwendet werden.
So sieht Schimmel aus
pelzig oder flaumig
grün, blau, schwarz, rosa oder kräftig weiß
punktförmige, deutlich abgegrenzte Kolonien
muffiger, fauliger oder unangenehmer Geruch
Bei eindeutigem Schimmel wird der gesamte Ansatz entsorgt. Es reicht nicht aus, lediglich die sichtbare Schicht abzunehmen.
Auch ein stark fauliger, fäkalischer oder dauerhaft lösungsmittelartiger Geruch ist ein Grund, den Ansatz nicht mehr zu verwenden.
Den fertigen Essig filtern
Ist der gewünschte Säuregrad geschmacklich erreicht, wird der Essig gefiltert.
Dafür eignen sich:
ein feines Baumwolltuch
mehrere Lagen Mull
ein Kaffeefilter
ein sehr feines Kunststoff- oder Edelstahlsieb
Ein Kaffeefilter ergibt einen klareren Essig, benötigt aber viel Zeit. Naturtrüber Essig muss nicht vollständig geklärt werden. Feine Trübungen und Ablagerungen sind bei einem unfiltrierten Fruchtessig normal.
Die Essigmutter kann aufgehoben und für den nächsten Ansatz verwendet werden. Bewahre sie dafür vollständig mit aktivem Essig bedeckt in einem sauberen Glas auf.
Apfelessig roh abfüllen oder pasteurisieren?
Nach der Gärung gibt es zwei Möglichkeiten.
Unpasteurisierter Fruchtessig
Unpasteurisierter Essig enthält weiterhin lebende Essigsäurebakterien. Dadurch kann sich in der Flasche später erneut eine Essigmutter bilden.
Der Essig sollte:
in sehr saubere Flaschen gefüllt werden
fest verschlossen werden
kühl und dunkel stehen
regelmäßig auf ungewöhnliche Veränderungen kontrolliert werden
Die Lagerung im Kühlschrank verlangsamt weitere Veränderungen.
Pasteurisierter Fruchtessig
Wer einen stabileren Essig ohne weitere Essigmutterbildung bevorzugt, kann ihn pasteurisieren.
Erhitze den gefilterten Essig langsam auf mindestens 60 Grad Celsius. Eine Temperatur von etwa 60 bis höchstens 71 Grad Celsius ist ausreichend. Der Essig sollte nicht gekocht werden, da dadurch feine Aromen verloren gehen können.
Fülle ihn anschließend in saubere, hitzebeständige Flaschen und verschließe sie.
Die Pasteurisierung stabilisiert den Essig. Sie macht einen Essig mit unbekanntem Säuregehalt jedoch nicht automatisch zu einem sicheren Einkochessig.
Wie lange ist selbst gemachter Apfelessig haltbar?
Eine pauschale Haltbarkeit lässt sich bei selbst gemachtem Essig nicht sicher angeben, weil Säuregehalt, Sauberkeit, Filtration und Lagerung unterschiedlich sind.
Gut durchgegorener, sauber abgefüllter und pasteurisierter Essig kann lange haltbar bleiben. Geschmack und Aroma sind jedoch meist innerhalb des ersten Jahres am besten.
Beschrifte jede Flasche mit:
Art des Essigs
verwendeten Früchten
Beginn der Gärung
Datum der Abfüllung
Hinweis, ob der Essig pasteurisiert wurde
Entsorge den Essig, wenn sich Schimmel, ungewöhnliche Gasbildung, starker Überdruck oder ein deutlich fauliger Geruch entwickelt.
Eine neue gallertartige Essigmutter in unpasteurisiertem Essig ist dagegen nicht automatisch ein Verderbniszeichen.
Häufige Probleme bei selbst gemachtem Fruchtessig
Problem
Mögliche Ursache
Lösung
Der Saft beginnt nicht zu gären
Konservierungsstoffe, ungeeignete Hefe oder zu niedrige Temperatur
Zutaten prüfen, geeignete Weinhefe verwenden und wärmer stellen
Der Ansatz bleibt sehr süß
Alkoholische Gärung ist nicht abgeschlossen
Länger gären lassen und Temperatur kontrollieren
Der Ansatz wird nicht sauer
Kein aktiver Essigstarter oder zu wenig Sauerstoff
Aktive Kultur zugeben und breiteres Gefäß verwenden
Der Essig schmeckt wässrig
Saft wurde stark verdünnt oder enthielt wenig Zucker
Beim nächsten Ansatz unverdünnten Saft verwenden
Die Essigmutter sinkt ab
Normales Verhalten einer älteren Essigmutter
Ansatz weiter beobachten
Es bildet sich keine sichtbare Essigmutter
Kultur bildet nur eine dünne Schicht
Geruch und Säuerung prüfen
Der Essig riecht nach Nagellackentferner
Unerwünschte Nebenprodukte oder ungünstige Gärbedingungen
Bei starkem oder dauerhaftem Geruch Ansatz entsorgen
Es entsteht pelziger Belag
Schimmelbefall
Gesamten Ansatz entsorgen
Der Essig ist zu scharf
Sehr weit fortgeschrittene Gärung
Zum Kochen verwenden oder mit milderem Essig mischen
Der Essig schmeckt noch alkoholisch
Essiggärung ist nicht beendet
Länger unter Sauerstoffzufuhr reifen lassen
Apfelessig aus Schalen und Kerngehäusen herstellen
Auch Apfelschalen und Kerngehäuse werden häufig für einen sogenannten Apfelschalenessig verwendet. Dabei werden die Obstreste mit Wasser übergossen und häufig mit Zucker ergänzt.
Diese Methode ist zwar sparsam, aber weniger zuverlässig als die Herstellung aus Saft. Durch das Wasser wird der natürliche Zuckergehalt verdünnt. Dadurch kann zunächst nur wenig Alkohol und anschließend entsprechend wenig Essigsäure entstehen.
Außerdem schwankt die Zusammensetzung des Ansatzes erheblich.
Wer Schalen und Kerngehäuse verwerten möchte, kann sie besser:
zusammen mit den Früchten auspressen
für Apfelgelee auskochen
trocknen und für Früchtetee verwenden
kompostieren
Für einen hochwertigen und möglichst gleichmäßigen Fruchtessig ist unverdünnter Saft die bessere Grundlage.
Muss Zucker in den Essigansatz?
Reifer Apfel- oder Birnensaft enthält von Natur aus ausreichend Fruchtzucker. Zusätzlicher Haushaltszucker ist deshalb normalerweise nicht notwendig.
Mehr Zucker bedeutet außerdem nicht automatisch einen besseren Essig. Die Hefen erzeugen daraus zunächst mehr Alkohol. Ist der Alkoholgehalt später zu hoch, können Essigsäurebakterien gehemmt werden.
Bei einem normalen Direktsaft ist es daher sinnvoller, auf zusätzliche Zuckerzugaben zu verzichten.
Nur bei sehr saurem, unreifem oder stark verdünntem Saft müsste der Zuckergehalt genauer bestimmt und gegebenenfalls fachgerecht angepasst werden.
Apfelessig und Birnenessig richtig verwenden
Apfelessig besitzt eine fruchtige Säure und passt besonders gut zu:
Blattsalaten
Kartoffelsalat
Gurkensalat
Linsengerichten
Rotkohl
Schmorgerichten
Suppen und Eintöpfen
Marinaden
dunklen Soßen
Apfel- und Krautsalaten
Birnenessig harmoniert besonders gut mit:
Feldsalat
Walnüssen
Ziegenkäse
kräftigem Hartkäse
Wildgerichten
Roter Bete
Kürbis
Birnensalaten
herbstlichen Soßen
Einfaches Fruchtessig-Dressing
Für ein klassisches Dressing benötigst du:
3 Esslöffel Raps- oder Olivenöl
1 Esslöffel Apfel- oder Birnenessig
1 Teelöffel Senf
1 Teelöffel Honig
Salz
Pfeffer
Alle Zutaten in einem Schraubglas kräftig schütteln. Passt die Säure noch nicht, wird das Verhältnis nach Geschmack angepasst.
Schnelle Kühlschrank-Zwiebeln
Für Zwiebeln, die im Kühlschrank aufbewahrt und zeitnah verbraucht werden, kannst du selbst gemachten Essig verwenden.
Dünn geschnittene rote Zwiebeln werden mit Fruchtessig, etwas Wasser, Salz und Zucker übergossen und anschließend kalt gestellt.
Wichtig: Dies ist kein Rezept für eine ungekühlt haltbare Konserve.
Fruchtessig nach der Gärung aromatisieren
Fertiger Apfel- oder Birnenessig kann nach der abgeschlossenen Gärung zusätzlich verfeinert werden.
Geeignet sind beispielsweise:
Thymian
Rosmarin
Estragon
Salbei
Himbeeren
Brombeeren
Holunderbeeren
Zitronenschale
Orangenschale
Zimt
Gewürznelken
Wacholderbeeren
Honig
Verwende nur einwandfreie und saubere Zutaten. Kräuter sollten möglichst trocken sein, da zusätzliche Feuchtigkeit die Haltbarkeit beeinflussen kann.
Gib die Aromazutaten in ein sauberes Gefäß, übergieße sie mit fertigem Essig und lasse alles je nach gewünschter Intensität einige Tage bis mehrere Wochen ziehen. Anschließend wird der Essig gefiltert und neu abgefüllt.
Kann man Apfelessig trinken?
Apfelessig wird traditionell auch verdünnt als Getränk verwendet. Viele der verbreiteten Versprechen zu Verdauung, Gewichtsabnahme oder Blutzucker sind wissenschaftlich jedoch nicht eindeutig belegt.
Apfelessig ist kein Arzneimittel und ersetzt weder eine medizinische Behandlung noch eine ausgewogene Ernährung.
Essig sollte niemals unverdünnt getrunken werden. Die Säure kann:
den Zahnschmelz angreifen
den Mund- und Rachenraum reizen
bei empfindlichem Magen Beschwerden auslösen
die Speiseröhre reizen
Wer Apfelessig als Getränk verwenden möchte, sollte nur eine kleine Menge in reichlich Wasser verdünnen. Bei Diabetes, Magenproblemen, Nierenerkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme ist eine medizinische Rücksprache sinnvoll.
Eignet sich selbst gemachter Apfelessig zum Putzen?
Essig kann Kalkablagerungen und Seifenreste lösen. Für den Haushalt ist farbloser, handelsüblicher Essig allerdings meist besser geeignet als selbst gemachter Fruchtessig.
Apfel- oder Birnenessig kann:
Farbstoffe enthalten
einen deutlichen Fruchtgeruch hinterlassen
Trübungen und Rückstände enthalten
einen unbekannten Säuregehalt besitzen
Essig darf nicht auf Marmor, Kalkstein und anderen säureempfindlichen Natursteinen verwendet werden. Er ist außerdem kein vollwertiger Ersatz für ein geprüftes Desinfektionsmittel.
Häufig gestellte Fragen zum Apfelessig-Selbermachen
Wie lange dauert es, Apfelessig selber zu machen?
Die alkoholische Gärung dauert meist ein bis drei Wochen. Die anschließende Essigsäuregärung benötigt häufig vier bis acht Wochen. Insgesamt solltest du etwa fünf bis zwölf Wochen einplanen. Bei niedrigen Temperaturen kann es länger dauern.
Kann man Apfelessig aus gekauftem Apfelsaft herstellen?
Ja. Geeignet ist hundertprozentiger Apfelsaft ohne Konservierungsstoffe. Bei pasteurisiertem Saft sollte eine Wein-, Most- oder Ciderhefe zugesetzt werden.
Kann naturtrüber Apfelessig aus dem Supermarkt als Starter dienen?
Das kann funktionieren, wenn der Essig unpasteurisiert ist und lebende Kulturen beziehungsweise eine Essigmutter enthält. Pasteurisierter und stark gefilterter Essig ist als Starter ungeeignet.
Kann man Apfelessig ohne zusätzlichen Zucker herstellen?
Ja. Reifer Apfelsaft enthält normalerweise genügend natürlichen Zucker für die alkoholische Gärung. Eine zusätzliche Zuckerzugabe ist in der Regel nicht erforderlich.
Kann man Birnenessig genauso herstellen wie Apfelessig?
Ja. Die Herstellung erfolgt auf dieselbe Weise. Birnenessig schmeckt häufig milder und runder als Apfelessig.
Kann man Äpfel und Birnen mischen?
Ja. Mischungen ergeben einen ausgewogenen Fruchtessig. Eine gute Ausgangsbasis ist beispielsweise ein größerer Anteil Apfelsaft mit einem kleineren Anteil Birnensaft.
Muss sich eine Essigmutter bilden?
Nein. Eine sichtbare Essigmutter ist ein gutes Zeichen für aktive Essigsäurebakterien, aber keine zwingende Voraussetzung. Auch ohne dicke gallertartige Schicht kann Essig entstehen.
Ist eine abgesunkene Essigmutter verdorben?
Nein. Essigmütter sinken häufig ab, wenn sie schwerer werden oder sich eine neue Schicht an der Oberfläche bildet.
Warum wird mein Apfelessig nicht sauer?
Mögliche Ursachen sind eine inaktive Starterkultur, eine zu niedrige Temperatur, mangelnde Sauerstoffversorgung oder eine nicht abgeschlossene alkoholische Gärung.
Darf selbst gemachter Essig zum Einkochen verwendet werden?
Nein. Der Säuregehalt ist nicht zuverlässig bekannt. Verwende für ungekühlt haltbare Einkochprodukte handelsüblichen Essig mit ausgewiesenem Säuregehalt und ein geprüftes Rezept.
Ist pH-Papier ausreichend, um den Säuregehalt zu messen?
Nein. Der pH-Wert und der prozentuale Essigsäuregehalt sind unterschiedliche Messgrößen. Für die zuverlässige Bestimmung des Säuregehalts ist eine Titration erforderlich.
Muss Apfelessig im Kühlschrank aufbewahrt werden?
Pasteurisierter und sauber abgefüllter Essig kann dunkel und kühl gelagert werden. Bei unpasteurisiertem, selbst gemachtem Essig bietet die Kühlschranklagerung zusätzliche Stabilität und verlangsamt weitere Veränderungen.
Warum bildet sich in der Flasche eine neue Essigmutter?
In unpasteurisiertem Essig können lebende Essigsäurebakterien verbleiben. Sind noch geringe Mengen Alkohol vorhanden, kann sich erneut eine gallertartige Schicht entwickeln. Das ist nicht automatisch ein Verderbniszeichen.
Kann man den Essig zu lange gären lassen?
Mit zunehmender Gärdauer kann der Essig kräftiger und schärfer werden. Irgendwann steht den Essigsäurebakterien jedoch kaum noch Alkohol zur Verfügung. Ist der gewünschte Geschmack erreicht, sollte der Essig gefiltert und abgefüllt werden.
Warum riecht der Ansatz noch nach Alkohol?
Ein alkoholischer Geruch deutet darauf hin, dass die Essigsäuregärung noch nicht abgeschlossen ist. Der Ansatz benötigt möglicherweise mehr Zeit, Wärme oder Sauerstoff.
Kann man eine Essigmutter mehrfach verwenden?
Ja. Eine gesunde Essigmutter kann immer wieder als Starter für neue Ansätze verwendet werden. Sie sollte zwischen den Ansätzen vollständig mit aktivem Essig bedeckt aufbewahrt werden.
Apfelessig selber machen braucht Zeit, aber wenig Technik
Apfelessig oder Birnenessig selber zu machen ist ein traditionelles Verfahren, das mit wenigen Geräten gelingt. Entscheidend ist, die beiden Gärphasen voneinander zu trennen.
Zuerst wird aus dem Fruchtsaft durch Hefen ein trockener Obstwein. Danach wandeln Essigsäurebakterien den Alkohol unter Sauerstoffzufuhr in Essig um. Eine aktive Essigmutter, saubere Gefäße, ausreichend Wärme und Geduld verbessern die Erfolgsaussichten erheblich.
Für Einsteiger ist unverdünnter Apfel- oder Birnensaft die beste Grundlage. Die häufig empfohlene Variante aus Fruchtstücken und Wasser ist zwar möglich, aber deutlich schwerer zu kontrollieren.
Richtig hergestellt entsteht ein individueller Fruchtessig, der nach den verwendeten Obstsorten schmeckt und sich vielseitig in der Küche verwenden lässt. Für haltbare Einkochprodukte bleibt jedoch handelsüblicher Essig mit ausgewiesenem Säuregehalt die sichere Wahl.
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