Walnusslaub kompostieren: Was Sie wirklich beachten sollten
Walnusslaub kompostieren ist grundsätzlich möglich. Gesundes Herbstlaub muss nicht allein deshalb in die Biotonne, weil es von einem Walnussbaum stammt. Für den Gartenkompost sind eine abwechslungsreiche Mischung, ausreichend Luft, passende Feuchtigkeit und genügend Zeit entscheidend. Auch die Verwendung als Bodenabdeckung kommt infrage. Anders ist auffällig krankes Laub zu behandeln: Hier steht die Pflanzenhygiene im Vordergrund.
Die hilfreiche Frage lautet deshalb nicht nur: „Dürfen Walnussblätter auf den Kompost?“ Sondern: Wie viel Laub fällt an, wie wird es verarbeitet und wofür soll das Material später verwendet werden?
Ein paar Blätter zwischen anderen Gartenabfällen sind eine andere Ausgangslage als mehrere Schubkarren reines Walnusslaub. Ebenso wenig sind eine winterliche Bodenabdeckung und eine feine Aussaatfläche dasselbe.
Dieser Ratgeber hilft Ihnen, für Ihren Garten den passenden Weg auszuwählen – ohne pauschales Verbot, aber auch ohne unkritische Freigabe für jede Verwendung.
Walnusslaub kompostieren oder anders verwenden? Die Entscheidungshilfe
| Ihre Situation | Ein sinnvoller Weg | Darauf kommt es an |
|---|---|---|
| Kleine Mengen gesundes Walnusslaub | Mit anderen Gartenabfällen kompostieren | Nicht als dicke, geschlossene Blätterschicht einfüllen. Zerkleinern erleichtert die Verarbeitung. |
| Sehr viel gesundes Walnusslaub | Separat sammeln und portionsweise beimischen oder langsam zu Laubkompost verrotten lassen | Platz, Feuchtigkeit und eine längere Wartezeit einplanen. |
| Freier Boden unter Gehölzen oder zwischen Stauden | Als lockere Laubauflage nutzen | Niedrige Pflanzen und die Basis von Gehölzen nicht unter Laub begraben. |
| Abgeerntetes Gemüsebeet über den Winter | Als oberflächliche Bodenabdeckung verwenden | Im Frühjahr die nächste Aussaat und die Bodenerwärmung berücksichtigen. |
| Frische Aussaat oder kleine Jungpflanzen | Aussaatstellen und Pflanzen von geschlossenen Laubdecken freihalten | Bodenabdeckung nicht mit dem Zudecken wachsender Pflanzen verwechseln. |
| Laub eines deutlich erkrankten Walnussbaums | Gesondert sammeln und den geeigneten kommunalen Entsorgungsweg prüfen | Nicht ungeprüft im Hausgarten verteilen. |
Die wichtigste Unterscheidung lautet: Gesundes Walnusslaub ist ein nutzbarer Gartenrohstoff. Krankheitsbelastetes Material erfordert eine gesonderte Entscheidung.

Warum Walnusslaub langsamer verrottet
Walnussblätter werden häufig allein wegen ihrer Gerbstoffe als problematisch bezeichnet. Die Bayerische Gartenakademie gewichtet die Ursachen anders: Entscheidend sei vor allem der höhere Verholzungsgrad der härteren Blätter. Im Vergleich zu weicherem Laub stehe weniger stickstoffhaltige Blattmasse zur Verfügung, die den mikrobiellen Abbau beschleunigt.
Langsame Verrottung ist damit kein ausreichender Grund, Walnusslaub grundsätzlich auszuschließen.
Was bedeutet das für Juglon?
Neben Gerbstoffen spielt in der Diskussion Juglon eine Rolle. Diese Verbindung kann Pflanzen beeinflussen; sie sollte weder zum pauschalen Schreckgespenst erklärt noch vollständig ausgeblendet werden.
Der Beratungsdienst der Oregon State University erläutert für Schwarzwalnusslaub, dass Juglon in einem gut geführten Kompost abgebaut wird. Hervorgehoben werden eine vielfältige Materialmischung, die Vermeidung von Trockenheit und Vernässung sowie genügend stickstoffhaltiges Material.
Eine pauschale Frist, nach der jeder beliebige Laubhaufen sicher durchgerottet wäre, lässt sich daraus nicht ableiten.
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung der Baumarten: Viele amerikanische Hinweise betreffen die Schwarzwalnuss. Für die Echte Walnuss, Juglans regia, gibt es ebenfalls Untersuchungen.
Eine 2023 veröffentlichte Studie untersuchte Komposte aus trockenem Herbstlaub dieser Art nach zweijähriger Kompostierung und anschließendem Salatanbau in Boden-Kompost-Mischungen. Die Ergebnisse stützen die grundsätzliche Verwertbarkeit, sind aber keine Freigabe für unreifes Material, jede Mischung oder jede Kulturpflanze.
Welche Walnussarten es gibt und worauf es bei Standort und Pflege ankommt, erfahren Sie in unserem Ratgeber Walnussbaum: Arten, Standort und Pflege.
Kleine Mengen Walnussblätter auf den Kompost geben
Für überschaubare Mengen ist der vorhandene Gartenkompost meist der praktischste Ausgangspunkt. Statt eine starre Prozentregel in den Mittelpunkt zu stellen, lohnt sich die Kontrolle von Mischung, Struktur und Feuchtigkeit.
1. Auffälliges Material getrennt halten
Sammeln Sie deutlich krankheitsverdächtiges Laub zunächst separat. Vermischen Sie es nicht vorsorglich mit sämtlichen übrigen Gartenabfällen.
Bei bestimmten Pflanzenkrankheiten ist die zuverlässige Abtötung der Erreger im Hausgartenkompost nicht gewährleistet. Was bei auffälligen Walnussblättern zu beachten ist, erläutern wir weiter unten.
2. Die Blätter bei Bedarf zerkleinern
Zerkleinertes Laub lässt sich leichter mit anderem Material vermengen. Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz zeigt dafür ausdrücklich Walnusslaub vor und nach der Bearbeitung mit dem Rasenmäher.
Für diesen Arbeitsgang kommt frisch gesammeltes, dünn ausgebreitetes Material infrage. Das Zerkleinern ist eine Verarbeitungshilfe, aber kein Ersatz für eine gute Kompostmischung.
3. Unterschiedliche Materialien zusammenbringen
Trockene Blätter allein ergeben eine einseitige Mischung. Kombinieren Sie sie mit geeigneten feuchteren Garten- und Küchenabfällen. Etwas gröberer, zerkleinerter Staudenschnitt oder kleine Zweigstücke helfen, die Struktur offen zu halten.
Der Kompost soll feucht, aber nicht nass sein und ausreichend Luft erhalten. Eine fest zusammengedrückte Schicht aus Blättern erfüllt diese Bedingungen ebenso wenig wie ein großer, dichter Klumpen Rasenschnitt.
Die einfachste Grundregel lautet deshalb: Unterschiedliche Materialien nicht nur aufeinanderlegen, sondern gut miteinander vermischen.
4. Feuchtigkeit und Luft kontrollieren
Als praktische Orientierung dient die Feuchtigkeit eines ausgedrückten Schwamms. Ist das Material trocken und raschelt im Inneren, wird es vorsichtig angefeuchtet und durchmischt. Riecht es unangenehm oder wirkt es schmierig, braucht es meist mehr Luft und strukturgebendes, trockeneres Material.
Kontrollieren Sie deshalb nicht nur die Oberfläche, sondern gelegentlich auch das Innere. Durchmischen hilft, unterschiedlich feuchte Bereiche auszugleichen.
Diese Grundregeln gelten für den gesamten Kompost, nicht ausschließlich für Walnusslaub.
Große Mengen Walnusslaub: Separat sammeln statt den Kompost überladen
Fallen viele Schubkarren Laub an, muss nicht alles am selben Tag in den vorhandenen Komposter passen.
Eine Möglichkeit ist ein Laubvorrat, aus dem Sie später jeweils passende Mengen zu frischen Gartenabfällen geben. So lässt sich das trockene Laub nach und nach als Mischmaterial nutzen.
Die zweite Möglichkeit ist ein eigener Laubkomposter. Dafür eignet sich beispielsweise eine luftdurchlässige Umfassung aus Draht oder Holz. Das Laub soll nicht dauerhaft austrocknen; ein geschützter Platz und gelegentliche Feuchtigkeitskontrollen erleichtern die Pflege.
Wie lange dauert die Herstellung von Laubkompost?
Die Herstellung von Laubhumus ist ein langsamer Prozess. Gut verrottetes Material braucht häufig etwa zwei Jahre. Bei ungünstigen Bedingungen kann es länger dauern.
Ein reiner Laubhaufen ist deshalb kein verlässlicher Schnelllieferant für die nächste Frühjahrsaussaat.
Kennzeichnen Sie den Behälter mit dem Sammeljahr. So bleibt nachvollziehbar, welches Material frisch hinzugekommen ist und welches bereits länger verrottet.
Unser Vorschlag für die Organisation: Halten Sie frisches Vorratslaub und bereits länger verrottendes Material räumlich getrennt. Das erleichtert die spätere Auswahl und verhindert, dass eine fertige Charge ständig mit neuen Blättern vermischt wird.
Walnusslaub als Mulch unter Gehölzen und zwischen Stauden
Eine lockere Laubauflage kann den Boden bedecken, ohne dass zuvor fertiger Kompost entstehen muss. Für Laub zwischen Stauden nennt die Bayerische Gartenakademie eine Größenordnung von gut fünf Zentimetern.
Entscheidend ist, wo die Blätter liegen. Der freie Boden zwischen Pflanzen ist etwas anderes als das Herz einer niedrigen Staude.
Lassen Sie Triebe, niedrige Pflanzenpolster und die Basis von Gehölzen frei. Häufen Sie das Laub nicht unmittelbar an Stämmen oder verholzten Stängeln an.
Nicht jede Pflanzung braucht dieselbe Laubdecke
Bei trockenheitsliebenden, niedrig wachsenden Pflanzen wie Thymian kann eine organische Abdeckung unerwünscht viel Feuchtigkeit an Stängeln und Blättern halten.
Die Auswahl sollte sich deshalb auch nach den Pflanzen richten, nicht nur nach der verfügbaren Laubmenge.
Unser Vorschlag für die Gartenpraxis: Beginnen Sie auf einer überschaubaren Fläche. Prüfen Sie nach Regen und Wind, ob das Laub locker liegt oder sich an einzelnen Stellen zu dicken Paketen gesammelt hat.
Einen ausführlichen Vergleich verschiedener Materialien finden Sie in unserem Beitrag Mulchen gegen Trockenheit: Rasenschnitt, Stroh und Laub richtig nutzen.
Walnusslaub auf Gemüsebeeten: Winterabdeckung und Aussaat unterscheiden
Ein pauschales Verbot für Gemüsebeete ist nicht durch die Empfehlung der Bayerischen Gartenakademie gedeckt. Sie nennt Herbstlaub ausdrücklich als geeignetes Deckmaterial, besonders für leichtere Böden.
Die sinnvolle Abfolge lautet: Abgeerntete Flächen über Winter bedecken, im Frühjahr störende Reste zunächst beiseiteräumen und den Boden erwärmen lassen. Anschließend kann verbliebenes Laub wieder zwischen geeigneten Gemüsepflanzen liegen.
Bodenabdeckung ist keine Anzuchterde
Eine Empfehlung zur Bodenabdeckung bedeutet nicht, dass frisches Walnusslaub als universelle Anzuchterde geeignet wäre. Auch dichtes Laub über einer gerade eingesäten Reihe ist etwas anderes als Mulch zwischen bereits stehenden Pflanzen.
Mulch kann Licht vom Boden fernhalten und auflaufende Pflanzen unterdrücken. Was zwischen den Reihen erwünscht ist, passt nicht über die eigentliche Aussaat.
Halten Sie deshalb Saatreihen und kleine Pflanzen frei.
Für Ihre Planung heißt das: Markieren Sie bereits im Herbst die Flächen, die im Frühjahr früh bestellt werden sollen. Dort lässt sich die Abdeckung später gezielt entfernen, ohne das gesamte Beet räumen zu müssen.
Wie Sie Ernte, Beetvorbereitung und Bodenpflege miteinander verbinden, zeigt unser Ratgeber zu den Gartenarbeiten im September.
Wann ist Kompost mit Walnusslaub ausreichend verrottet?
Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf ein Datum. Die Royal Horticultural Society nennt für Gartenkompost je nach Bedingungen eine große Zeitspanne von mehreren Monaten bis zu zwei Jahren. Wärme, Ausgangsmaterial und Pflege beeinflussen den Verlauf.
Reifer Kompost ist dunkel, locker und krümelig und riecht angenehm nach Erde beziehungsweise Waldboden. Größere unverrottete Bestandteile können ausgesiebt und erneut kompostiert werden.
Eine solche Sicht- und Geruchskontrolle hilft bei der Beurteilung, ersetzt aber keine Untersuchung einzelner Inhaltsstoffe.
Ein Kressetest als zusätzliche Orientierung
Das Umweltbundesamt beschreibt einen einfachen Test zur Pflanzenverträglichkeit: Etwas Kompost wird mit Gartenerde gemischt, angefeuchtet und mit Kresse besät.
Zügiges Wachstum ohne auffällige Verfärbungen spricht für eine bessere Verträglichkeit. Stockendes Wachstum gibt Anlass, das Material weiter reifen zu lassen.
Für Ihren eigenen Vergleich empfehlen wir zusätzlich ein zweites Gefäß mit derselben Gartenerde, aber ohne den zu prüfenden Kompost. Verwenden Sie dieselben Samen und halten Sie Licht, Temperatur und Bewässerung möglichst gleich.
Der Kressetest ist kein Nachweis für Juglonfreiheit und kein Test auf Pflanzenkrankheitserreger. Er zeigt lediglich, wie diese Testpflanzen unter den gewählten Bedingungen reagieren.
Krankes Walnusslaub: Wann die Empfehlung anders ausfällt
Die Aussage „Walnusslaub ist kompostierbar“ beantwortet noch nicht die Frage nach der Pflanzenhygiene.
Bei der Marssonina-Blattfleckenkrankheit kann der Erreger im abgefallenen Laub überwintern. Von dort sind im folgenden Frühjahr neue Infektionen möglich.
Die Entfernung von Laub und befallenen Früchten gehört deshalb zu den wichtigen Maßnahmen, um die Infektionsquelle zu verkleinern.
Welche Auffälligkeiten sollten Sie prüfen lassen?
Verdächtig sind unter anderem deutliche Flecken auf noch grünen Blättern, zusammenfließende braune Bereiche, ungewöhnlich früher Blattfall und gleichzeitig geschädigte grüne Fruchthüllen.
Ähnliche Schäden können unterschiedliche Ursachen haben. Eine sichere Unterscheidung allein anhand der Farbe ist nicht möglich.
Umgekehrt ist nicht jede Veränderung ein Grund für eine pauschale Entsorgung. Beispielsweise können blasige Aufwölbungen mit filzig behaarter Unterseite durch Walnuss-Gallmilben entstehen. Dieser Befall ist normalerweise nicht bekämpfungsbedürftig.
Bei bestätigter Blattfleckenkrankheit nicht nur einzelne Blätter herauspicken
Für einen betroffenen Baum empfiehlt die Royal Horticultural Society, sowohl vorzeitig abgefallene Blätter als auch das übrige Herbstlaub einzusammeln.
Lediglich einige besonders auffällige Blätter zu entfernen und den Rest als Mulch unter dem Baum zu verteilen, entspricht dieser Hygienestrategie nicht.
Lassen Sie die Ursache bei wiederkehrenden oder starken Schäden durch eine Gartenakademie oder eine Pflanzenschutzberatung einordnen.
Unser Vorschlag für die Vorbereitung: Fotografieren Sie Blattoberseite, Blattunterseite, Früchte und den gesamten Baum. Notieren Sie außerdem, wann die Veränderungen erstmals aufgefallen sind.

Walnusslaub entsorgen: Welcher Weg ist sinnvoll?
Ist das Laub deutlich krankheitsbelastet oder fehlt im Garten schlicht der Platz zur Verwertung, kommen kommunale Sammelsysteme infrage.
Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass eine vollständige Hygienisierung bei der Eigenkompostierung meist nicht gewährleistet ist. Für krankes Pflanzenmaterial sind deshalb die örtlichen Entsorgungswege zu beachten.
Ob Biotonne, Grünabfallsammlung oder im konkreten Ausnahmefall Restmüll vorgesehen ist, klären Sie beim zuständigen Entsorger.
Auch gesundes überschüssiges Laub darf über einen dafür vorgesehenen kommunalen Weg verwertet werden. Ein Garten muss nicht jede anfallende Menge selbst aufnehmen.
Walnusslaub nicht einfach verbrennen
Offenes Verbrennen ist keine sinnvolle Standardlösung. Dabei entstehen unter anderem Feinstaub und weitere Schadstoffe. Zusätzlich gelten örtliche Einschränkungen und Verbote.
Die bessere Entscheidung lautet daher: im Garten passend verwerten oder einen zulässigen kommunalen Entsorgungsweg nutzen.
Häufige Fragen zum Kompostieren von Walnusslaub
Muss ich Kalk oder Kompostbeschleuniger dazugeben?
Nicht automatisch. Bei einer passenden Mischung sind zusätzliche Aktivatoren und Kalk grundsätzlich nicht erforderlich.
Zusatzstoffe gleichen weder eine ungeeignete Mischung noch eine schlechte Kompostführung zuverlässig aus. Beheben Sie deshalb zuerst Trockenheit, Vernässung oder fehlende Struktur, statt vorsorglich ein Mittel einzustreuen.
Gibt es einen festen erlaubten Walnusslaubanteil?
Aus den hier herangezogenen Fachinformationen lässt sich keine allgemeingültige Prozentgrenze ableiten. Sie empfehlen vielmehr eine geeignete Mischung und Kompostführung.
Eine behauptete Grenze wie „höchstens zehn Prozent“ sollte daher nicht ohne belastbaren Beleg als Sicherheitsregel weitergegeben werden.
Für den eigenen Garten ist die praktische Kontrolle hilfreicher: Ist der Kompost abwechslungsreich gemischt, ausreichend feucht und locker aufgebaut?
Kann ich Walnusslaub einfach unter dem Baum liegen lassen?
Bei gesundem Laub kommt das grundsätzlich infrage. Bei einer bestätigten Blattfleckenkrankheit ist die Situation anders: Dann dient das Entfernen des Falllaubs dazu, die Infektionsquelle für das nächste Jahr zu verkleinern.
Der Gesundheitszustand des Baums ist wichtiger als eine pauschale Regel zum Liegenlassen.
Praxisidee: Walnusslaub vergleichen statt Ergebnisse vorwegnehmen
Für einen späteren Heimatwurzel-Praxisbeitrag mit Olaf eignen sich kleine, beschriftete Vergleichsflächen oder Kompostansätze.
Der folgende Aufbau ist ein Vorschlag für die Dokumentation – noch kein durchgeführter oder ausgewerteter Versuch.
| Vergleich | Aufbau | Dokumentation |
|---|---|---|
| Ganze oder zerkleinerte Walnussblätter | Zwei möglichst gleiche Kompostansätze mit denselben Ausgangsmengen und Beimischungen; nur die Zerkleinerung unterscheidet sich | Startdatum, Feuchtigkeit, Umsetzen, sichtbare Blattreste und Fotos aus gleicher Perspektive |
| Winterbeet mit oder ohne Laubabdeckung | Zwei vergleichbare Teilflächen; eine bleibt ohne Laub, die andere erhält eine dokumentierte Auflage | Bodenoberfläche, Feuchtigkeit, Aufwuchs, Laubreste und Zustand bei der Frühjahrsvorbereitung |
Die Ausgangsmengen sollten vor dem Zerkleinern erfasst werden. Standorte, Pflege und Aufnahmezeitpunkte werden möglichst gleich gehalten.
In eine spätere Auswertung gehören die tatsächlichen Beobachtungen, einschließlich Abweichungen und offener Fragen. Aus einem Gartenvergleich sollte weder ein allgemeiner Unbedenklichkeitsnachweis noch eine Aussage über gemessene Juglongehalte werden.
Walnusslaub kompostieren – mit einem passenden Plan statt pauschalem Verbot
Walnusslaub kompostieren ist eine sinnvolle Möglichkeit, gesundes Herbstlaub im Garten zu verwerten. Kleine Mengen lassen sich mit anderen Materialien mischen; große Mengen brauchen zusätzlichen Platz oder eine langsamere Verarbeitung.
Als Bodenabdeckung kommt das Laub ebenfalls infrage. Deutlich krankes Material verlangt dagegen eine gesonderte Entscheidung.
Beginnen Sie mit drei Fragen: Ist das Laub gesund? Wie viel fällt an? Wo soll es später verwendet werden? Damit lässt sich die passende Lösung meist besser finden als mit einem pauschalen Ja oder Nein.
Und während die Blätter im Garten weiterverwendet werden, können die geernteten Nüsse in die Küche wandern. Anregungen dafür finden Sie in unseren Walnuss-Rezepten für die eigene Ernte.
Quellen und weiterführende Fachinformationen
Walnusslaub kompostieren und auf Beeten verwenden
Bayerische Gartenakademie, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau:
Auch Walnusslaub auf die Beete?
Veröffentlicht am 15. Oktober 2025. Fachliche Grundlage zur langsameren Zersetzung härterer Blätter und zur Verwendung von Herbstlaub als Bodenabdeckung. (LWG Bayern)
Gartenakademie Rheinland-Pfalz:
Falllaub – wohin damit?
Hinweise zur Kompostierung und Flächenverwendung von Herbstlaub, ausdrücklich auch mit Beispielen für Walnusslaub und dessen Zerkleinerung. (Gartenakademie)
Oregon State University Extension:
Walnut leaves: Safe for composting?
Einordnung von Schwarzwalnusslaub, Juglon und den Bedingungen einer geeigneten Kompostführung.
Medič und weitere Autoren, 2023, Fachzeitschrift Foods, Band 12, Ausgabe 14, Artikel 2738:
Effect of Different Walnut and Hazelnut Leaf Compost Treatments on Yield and Phenolic Composition of Lactuca sativa L. – vollständige Studie als PDF
Untersuchung zu kompostiertem Herbstlaub, darunter Laub der Echten Walnuss, und dessen Verwendung in Boden-Kompost-Mischungen beim Salatanbau.
Kompostführung, Laubhumus und Reifeprüfung
Umweltbundesamt:
Nachhaltig gärtnern mit Kompost und Komposterde
Aktualisiert am 13. April 2026. Grundlagen zu Mischung, Belüftung, Feuchtigkeit und dem Umgang mit krankem Pflanzenmaterial. (Umweltbundesamt)
Umweltbundesamt:
Kompostfibel: Richtig kompostieren – Tipps und Hinweise
Ratgeber zur Eigenkompostierung, Ausgabe Dezember 2015. Die Broschüre enthält unter anderem Hinweise zur Reifeprüfung.
Kompostfibel direkt als PDF öffnen. (Umweltbundesamt)
Royal Horticultural Society:
Leafmould: Laubhumus herstellen und verwenden
Grundlagen zur getrennten Verrottung von Herbstlaub, zum Zerkleinern langsamer verrottender Blätter und zu den erforderlichen Zeiträumen. (RHS)
Royal Horticultural Society:
Composting: Gartenkompost richtig herstellen
Hinweise zu Kompostführung, Reife, Verrottungsdauer und der Frage, wann zusätzliche Aktivatoren erforderlich sind. (RHS)
US Environmental Protection Agency:
Composting at Home
Grundlagen zu trockenen und feuchten Mischmaterialien, Feuchtigkeitskontrolle, Belüftung und Kompostpflege. (US EPA)
Mulchen und Pflanzenhygiene
Royal Horticultural Society:
Mulches and mulching
Fachinformationen zur Bodenabdeckung, zu geeigneten Anwendungen und zum Freihalten niedriger Pflanzen sowie von Stämmen und Stängeln. (RHS)
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Arbofux-Diagnosedatenbank:
Marssonina-Blattflecken an Walnuss
Fachinformationen zur Erkrankung, zur Überwinterung des Erregers im Falllaub und zur Bedeutung der Laubhygiene. (Arbofux)
Royal Horticultural Society:
Walnut leaf blotch: Identification and control
Hinweise zur Walnuss-Blattfleckenkrankheit, zur Entfernung befallenen Falllaubs und zur Unterscheidung von Veränderungen durch Gallmilben. (RHS)
Umweltbundesamt:
Der Umwelt zuliebe: Gartenabfälle verwerten statt verbrennen
Aktualisiert am 13. April 2026. Informationen zur Verwertung von Gartenabfällen, zu kommunalen Entsorgungsmöglichkeiten und zu den Nachteilen des offenen Verbrennens. (´ )

Hobbykoch, Gartenliebhaber und Autor