Sauerkraut – Ein Berg an Varianten und unzählige Tipps
Sauerkraut ist nicht nur ein Klassiker der deutschen Küche, sondern auch eine köstliche und probiotische Ergänzung zu vielen Mahlzeiten.
Das Interessanteste am Sauerkraut ist, dass es sich leicht zu Hause herstellen lässt und vielfältige Anpassungsmöglichkeiten bietet.
Egal ob traditionell, exotisch oder pikant – es gibt so viele Möglichkeiten, dein eigenes Sauerkraut zu kreieren.
Hier ist ein umfassender Leitfaden, um dir den Einstieg zu erleichtern.
Grundrezept für Sauerkraut:
Zutaten:
- 1 großer Weißkohl (ca. 1,5 Kilogramm)
- 20 Gramm unjodiertes Salz (ca. 2% des Kohlgewichts)
Zubereitung:
- Kohl vorbereiten: Entferne die äußeren Blätter des Weißkohls, schneide den Kohlkopf in Viertel und entferne den Strunk. Schneide die Kohlviertel in feine Streifen.
- Salzen: Gib den geschnittenen Kohl in eine große Schüssel und streue das Salz gleichmäßig darüber. Arbeite das Salz mit deinen Händen kräftig in den Kohl ein, bis der Kohl weicher wird und Flüssigkeit freisetzt. Dies dauert etwa 10–15 Minuten.
- Stampfen: Stampfe den Kohl z.B. mit einem Krautstampfer oder einem sauberen Flaschenboden, um mehr Flüssigkeit herauszudrücken.
- In Einmachgläser füllen: Gib den gestampften Kohl samt Saft in ein sauberes Einmachglas und drücke ihn fest herunter, damit keine Luft eingeschlossen wird. Der Kohl sollte vollständig von seinem eigenen Saft bedeckt sein.
- Beschweren: Platziere ein Gewicht oder einen kleinen sauberen Stein, der in ein Plastikbeutel eingewickelt ist, auf dem Kohl, um ihn unter der Lake zu halten.
- Fermentieren lassen: Verschließe das Glas lose, sodass Gase entweichen können. Lasse das Sauerkraut an einem kühlen, dunklen Ort bei Zimmertemperatur zwischen 1 und 4 Wochen fermentieren. Sobald der gewünschte Geschmack erreicht ist, kannst du es in den Kühlschrank stellen.

Variationen:
1. Klassisches Bayrisches Sauerkraut
- Zutaten: 1 großer Weißkohl, 2% Salz, 1–2 Teelöffel Wacholderbeeren, 2 Lorbeerblätter
- Zubereitung: Bereite den Kohl wie im Grundrezept vor und füge die Gewürze vor dem Fermentieren hinzu.
2. Knackiges Apfel-Karotten-Sauerkraut
- Zutaten: 1 großer Weißkohl, 2 mittelgroße Karotten, 1 Apfel, 2% Salz, 1 Teelöffel Dill
- Zubereitung: Schäle die Karotten und den Apfel, schneide sie in feine Streifen oder reibe sie und mische alles mit dem Kohl und Salz.
3. Würziges Curry-Sauerkraut
- Zutaten: 1 großer Weißkohl, 2% Salz, 1 Teelöffel Kurkuma, 1 Teelöffel Kreuzkümmel, 1 Teelöffel Senfkörner
- Zubereitung: Mische die Gewürze vor dem Salzen unter den Kohl und folge dem Grundrezept.
4. Rotes Sauerkraut mit Rote Bete
- Zutaten: 1 großer Rotkohl, 1 mittelgroße Rote Bete, 2% Salz, 1 Teelöffel Kümmel
- Zubereitung: Schäle die Rote Bete und schneide sie in feine Streifen. Mische sie mit dem Rotkohl und Salz und folge dem Grundrezept.
5. Pikantes Kimchi-inspiriertes Sauerkraut
- Zutaten: 1 großer Weißkohl, 2% Salz, 2 Knoblauchzehen gehackt, 1 Stück Ingwer gehackt, 2 Esslöffel gochugaru (koreanisches Chilipulver), 1 Bund Frühlingszwiebeln in Ringe geschnitten
- Zubereitung: Mische den gehackten Knoblauch, Ingwer und das gochugaru unter den Kohl und Salz und folge dem Grundrezept.
Tipps und Tricks:
- Qualität des Kohl: Verwende den frischesten und hochwertigsten Kohl, den du finden kannst. Je frischer, desto besser das Endprodukt.
- Sorgfältiges Salzen: Nutze stets unjodiertes Salz, da Jod die Fermentation beeinträchtigen kann.
- Sauberkeit: Arbeite immer mit sauberen Händen und Geräten, um Verunreinigungen zu vermeiden.
- Temperaturüberwachung: Die ideale Temperatur für die Fermentation liegt zwischen 18 und 22 Grad Celsius.
- Probiere regelmäßig: Bereits nach einer Woche kannst du das Sauerkraut probieren, um den Reifeprozess zu überprüfen und es nach deinem Geschmack zu gestalten.
- Beschweren: Verwende immer eine Methode, um den Kohl unter der Lake zu halten. Dies verhindert Schimmelbildung.
- Vielfalt bei den Zutaten: Sei kreativ! Du kannst verschiedene Gemüse, Gewürze und sogar Früchte hinzufügen, um dein individuelles Sauerkraut zu kreieren.
Sauerkraut selber machen ist eine lohnende Erfahrung, die Kreativität und Geduld erfordert. Mit den richtigen Zutaten, etwas Fingerspitzengefühl und Zeit wirst du im Handumdrehen ein herrliches, probiotisches Lebensmittel herstellen, das deinen Speiseplan bereichert. Also schnapp dir deinen nächsten Kohlkopf und starte dein Fermentierungsabenteuer – guten Appetit!
Exotische Sauerkrautvarianten: Fermentation mit Flair
1. Ananas-Kurkuma-Sauerkraut
Zutaten:
- 1 großer Weißkohl (ca. 1,5 kg)
- 250 g frische Ananasstücke, klein geschnitten
- 20 g Salz
- 1 TL Kurkuma
- 1 TL Koriandersamen
- 1 TL Senfkörner
Zubereitung:
- Kohl vorbereiten: Entferne die äußeren Blätter des Weißkohls, schneide den Kohlkopf in Viertel und entferne den Strunk. Schneide die Kohlviertel in feine Streifen.
- Mischen: Gib den geschnittenen Kohl, die Ananasstücke, das Salz, den Kurkuma, die Koriandersamen und die Senfkörner in eine große Schüssel.
- Kneten: Arbeite das Salz und die Gewürze kräftig in den Kohl ein, bis dieser weich wird und Flüssigkeit freisetzt.
- Stampfen und Fermentieren: Folge der weiteren Vorbereitungsschritte aus dem Grundrezept für Sauerkraut.
2. Ingwer-Zitronengras-Sauerkraut
Zutaten:
- 1 großer Weißkohl (ca. 1,5 kg)
- 20 g Salz
- 50 g frischer Ingwer, gerieben
- 2 Stängel Zitronengras, fein gehackt
- 1 TL Chiliflocken (optional)
Zubereitung:
- Vorbereitung: Entferne die äußeren Blätter des Weißkohls, schneide ihn in Viertel und dann in feine Streifen.
- Zusammenmischen: Mische den geschnittenen Kohl mit dem Salz, dem geriebenen Ingwer, dem gehackten Zitronengras und den Chiliflocken.
- Einlegen: Knete die Mischung stark durch, bis ausreichend Flüssigkeit freigesetzt wird.
- Fermentieren: Folge den Schritten der weiteren Vorbereitung und Fermentation aus dem Grundrezept.
3. Mango-Chili-Sauerkraut
Zutaten:
- 1 großer Weißkohl (ca. 1,5 kg)
- 1 reife Mango, geschält und in kleine Stücke geschnitten
- 20 g Salz
- 1–2 frische rote Chilis, fein gehackt
- 1 TL Limettensaft
Zubereitung:
- Kohl zerschneiden: Viertel den Weißkohl und schneide ihn in feine Streifen.
- Vermischen: Mische den Kohl mit der Mango, den Chilis, dem Salz und dem Limettensaft.
- Kneten: Arbeitskräftig durch, bis der Kohl weich wird und genügend Flüssigkeit austritt.
- Im Glas einlegen: Befolge die Schritte aus dem Grundrezept, um die Mischung in das Glas zu füllen und zu fermentieren.
4. Karotten-Kokos-Sauerkraut
Zutaten:
- 1 großer Weißkohl (ca. 1,5 kg)
- 200 g Karotten, gerieben
- 100 g Kokosraspeln
- 20 g Salz
- 1 TL Kreuzkümmel
- 2 EL gehackter Koriander
Zubereitung:
- Kohl und Karotten: Weißkohl in feine Streifen und Karotten reiben.
- Kombinieren: Mische den Kohl, die Karotten, die Kokosraspeln, das Salz, den Kreuzkümmel und den gehackten Koriander in einer großen Schüssel.
- Kneten: Knete die Mischung, bis der Kohl weich wird und genügend Flüssigkeit freigesetzt ist.
- Einlegen und Fermentieren: Folge den weiteren Schritten aus dem Grundrezept.
5. Rote Bete-Kardamom-Sauerkraut
Zutaten:
- 1 großer Rotkohl (ca. 1,5 kg)
- 1 große Rote Bete, gerieben
- 20 g Salz
- 4 Kardamomkapseln, Samen herausgelöst und zermörsert
- 1 TL schwarzer Pfeffer, grob geschrotet
Zubereitung:
- Kohl und Rote Bete: Rotkohl in feine Streifen schneiden und die Rote Bete reiben.
- Zusammenmischen: Gib Kohl, Rote Bete, Salz, Kardamomsamen und schwarzen Pfeffer in eine große Schüssel und mische alles gründlich.
- Kneten: Knete das Gemisch kräftig, bis genügend Flüssigkeit austritt.
- Fermentieren: Befolge die weiteren Schritte des Grundrezepts, um die Mischung zu fermentieren.
Tipps für Exotische Varianten:
- Verwende Frische Zutaten: Exotische Aromen kommen am besten zur Geltung, wenn die Zutaten frisch und von hoher Qualität sind.
- Gleichmäßige Verteilung: Achte darauf, dass die exotischen Zutaten (wie Früchte und Gewürze) gleichmäßig im Kohl verteilt sind, um eine gleichmäßige Fermentation zu gewährleisten.
- Verbindung von Geschmack und Fermentation: Beachte, dass einige exotische Zutaten die Fermentation beschleunigen oder verlangsamen können. Probiere dein Sauerkraut daher in regelmäßigen Abständen.
Diese exotischen Sauerkraut-Rezepte sind perfekte Begleiter für verschiedenste Gerichte und bieten dir eine aufregende Abwechslung zu den klassischen Versionen. Viel Spaß beim Experimentieren und guten Appetit!

Exotische Sauerkrautvarianten: Fermentation mit Flair
1. Ananas-Kurkuma-Sauerkraut
Zutaten:
- 1 großer Weißkohl (ca. 1,5 kg)
- 250 g frische Ananasstücke, klein geschnitten
- 20 g Salz
- 1 TL Kurkuma
- 1 TL Koriandersamen
- 1 TL Senfkörner
Zubereitung:
- Kohl vorbereiten: Entferne die äußeren Blätter des Weißkohls, schneide den Kohlkopf in Viertel und entferne den Strunk. Schneide die Kohlviertel in feine Streifen.
- Mischen: Gib den geschnittenen Kohl, die Ananasstücke, das Salz, den Kurkuma, die Koriandersamen und die Senfkörner in eine große Schüssel.
- Kneten: Arbeite das Salz und die Gewürze kräftig in den Kohl ein, bis dieser weich wird und Flüssigkeit freisetzt.
- Stampfen und Fermentieren: Folge der weiteren Vorbereitungsschritte aus dem Grundrezept für Sauerkraut.
2. Ingwer-Zitronengras-Sauerkraut
Zutaten:
- 1 großer Weißkohl (ca. 1,5 kg)
- 20 g Salz
- 50 g frischer Ingwer, gerieben
- 2 Stängel Zitronengras, fein gehackt
- 1 TL Chiliflocken (optional)
Zubereitung:
- Vorbereitung: Entferne die äußeren Blätter des Weißkohls, schneide ihn in Viertel und dann in feine Streifen.
- Zusammenmischen: Mische den geschnittenen Kohl mit dem Salz, dem geriebenen Ingwer, dem gehackten Zitronengras und den Chiliflocken.
- Einlegen: Knete die Mischung stark durch, bis ausreichend Flüssigkeit freigesetzt wird.
- Fermentieren: Folge den Schritten der weiteren Vorbereitung und Fermentation aus dem Grundrezept.
3. Mango-Chili-Sauerkraut
Zutaten:
- 1 großer Weißkohl (ca. 1,5 kg)
- 1 reife Mango, geschält und in kleine Stücke geschnitten
- 20 g Salz
- 1–2 frische rote Chilis, fein gehackt
- 1 TL Limettensaft
Zubereitung:
- Kohl zerschneiden: Viertel den Weißkohl und schneide ihn in feine Streifen.
- Vermischen: Mische den Kohl mit der Mango, den Chilis, dem Salz und dem Limettensaft.
- Kneten: Arbeitskräftig durch, bis der Kohl weich wird und genügend Flüssigkeit austritt.
- Im Glas einlegen: Befolge die Schritte aus dem Grundrezept, um die Mischung in das Glas zu füllen und zu fermentieren.
4. Karotten-Kokos-Sauerkraut
Zutaten:
- 1 großer Weißkohl (ca. 1,5 kg)
- 200 g Karotten, gerieben
- 100 g Kokosraspeln
- 20 g Salz
- 1 TL Kreuzkümmel
- 2 EL gehackter Koriander
Zubereitung:
- Kohl und Karotten: Weißkohl in feine Streifen und Karotten reiben.
- Kombinieren: Mische den Kohl, die Karotten, die Kokosraspeln, das Salz, den Kreuzkümmel und den gehackten Koriander in einer großen Schüssel.
- Kneten: Knete die Mischung, bis der Kohl weich wird und genügend Flüssigkeit freigesetzt ist.
- Einlegen und Fermentieren: Folge den weiteren Schritten aus dem Grundrezept.
5. Rote Bete-Kardamom-Sauerkraut
Zutaten:
- 1 großer Rotkohl (ca. 1,5 kg)
- 1 große Rote Bete, gerieben
- 20 g Salz
- 4 Kardamomkapseln, Samen herausgelöst und zermörsert
- 1 TL schwarzer Pfeffer, grob geschrotet
Zubereitung:
- Kohl und Rote Bete: Rotkohl in feine Streifen schneiden und die Rote Bete reiben.
- Zusammenmischen: Gib Kohl, Rote Bete, Salz, Kardamomsamen und schwarzen Pfeffer in eine große Schüssel und mische alles gründlich.
- Kneten: Knete das Gemisch kräftig, bis genügend Flüssigkeit austritt.
- Fermentieren: Befolge die weiteren Schritte des Grundrezepts, um die Mischung zu fermentieren.
Tipps für Exotische Varianten:
- Verwende Frische Zutaten: Exotische Aromen kommen am besten zur Geltung, wenn die Zutaten frisch und von hoher Qualität sind.
- Gleichmäßige Verteilung: Achte darauf, dass die exotischen Zutaten (wie Früchte und Gewürze) gleichmäßig im Kohl verteilt sind, um eine gleichmäßige Fermentation zu gewährleisten.
- Verbindung von Geschmack und Fermentation: Beachte, dass einige exotische Zutaten die Fermentation beschleunigen oder verlangsamen können. Probiere dein Sauerkraut daher in regelmäßigen Abständen.
Diese exotischen Sauerkraut-Rezepte sind perfekte Begleiter für verschiedenste Gerichte und bieten dir eine aufregende Abwechslung zu den klassischen Versionen. Viel Spaß beim Experimentieren und guten Appetit!
Häufige Fehler beim Sauerkraut selber machen – und wie du sie vermeidest
Auch wenn Sauerkraut sehr einfach herzustellen ist, können beim Fermentieren kleine Probleme auftreten. Die meisten lassen sich jedoch leicht vermeiden oder beheben.
1. Der Kohl ist nicht vollständig mit Lake bedeckt
Das ist einer der häufigsten Fehler. Sauerkraut muss während der gesamten Fermentation unter der Flüssigkeit bleiben, da es sonst mit Sauerstoff in Kontakt kommt. Dadurch können sich Schimmel oder unerwünschte Hefen bilden.
Wenn zu wenig Flüssigkeit vorhanden ist, kannst du mit einer einfachen Salzlake nachhelfen: Löse dafür etwa 20 g unjodiertes Salz in 1 Liter abgekochtem und abgekühltem Wasser auf und gieße so viel davon ins Glas, bis der Kohl vollständig bedeckt ist.
2. Das Sauerkraut schmeckt zu salzig
Ist das Sauerkraut nach der Fermentation zu salzig, kannst du es vor dem Essen kurz abspülen oder mit milden Zutaten kombinieren. Besonders gut passen geriebene Äpfel, Karotten, Kartoffeln oder ein Schuss Apfelsaft beim Kochen.
Für die nächste Charge solltest du die Salzmenge genau abwiegen. Eine gute Orientierung sind etwa 2 % Salz bezogen auf das Gemüsegewicht.
3. Das Sauerkraut ist zu weich geworden
Weiches Sauerkraut entsteht oft durch zu warme Fermentation, zu lange Lagerung bei Zimmertemperatur oder sehr fein geschnittenen Kohl. Wer es knackiger mag, sollte den Kohl etwas gröber schneiden und das Glas nach dem gewünschten Säuregrad frühzeitig in den Kühlschrank stellen.
Auch ein paar saubere Weinblätter, Kirschblätter oder Johannisbeerblätter können helfen, die Struktur knackiger zu halten, da sie natürliche Gerbstoffe enthalten.
4. Es bildet sich eine weiße Schicht auf der Oberfläche
Eine dünne weiße Schicht kann sogenannte Kahmhefe sein. Sie ist meist eher ein Qualitätsproblem als ein gefährliches Zeichen, kann aber den Geschmack beeinträchtigen. Entferne sie vorsichtig und prüfe Geruch und Aussehen des Sauerkrauts.
Riecht das Sauerkraut angenehm säuerlich, frisch und würzig, ist meist alles in Ordnung. Riecht es faulig, muffig oder unangenehm, solltest du es nicht mehr essen.
5. Es bildet sich Schimmel
Flauschiger, grüner, schwarzer, blauer oder rosafarbener Schimmel ist ein klares Warnzeichen. In diesem Fall solltest du das gesamte Glas entsorgen. Gerade bei fermentierten Lebensmitteln gilt: Im Zweifel lieber auf Nummer sicher gehen.
Salzmenge richtig berechnen: Der einfache Sauerkraut-Salzrechner
Die Salzmenge ist beim Sauerkraut entscheidend. Zu wenig Salz kann die Fermentation unsicher machen, zu viel Salz bremst die Milchsäurebakterien und macht das Kraut sehr salzig.
Als Faustregel gilt:
Gemüsegewicht x 0,02 = Salzmenge
Beispiele:
| Gemüsegewicht | Salzmenge bei 2 % |
|---|---|
| 500 g Kohl | 10 g Salz |
| 1 kg Kohl | 20 g Salz |
| 1,5 kg Kohl | 30 g Salz |
| 2 kg Kohl | 40 g Salz |
| 5 kg Kohl | 100 g Salz |
Wichtig ist, dass du möglichst genau abwiegst. Ein Esslöffel Salz kann je nach Körnung unterschiedlich schwer sein. Für gleichbleibende Ergebnisse ist eine Küchenwaage daher die beste Wahl.
Wenn du zusätzlich Karotten, Äpfel, Rote Bete oder anderes Gemüse verwendest, solltest du das gesamte Gemüsegewicht berechnen und davon 2 % Salz nehmen.
Wann ist Sauerkraut fertig? Der kleine Fermentationskalender
Sauerkraut verändert sich während der Fermentation ständig. Je nach Temperatur, Salzmenge und Schnittstärke kann es schneller oder langsamer reifen.
Tag 1 bis 3:
Die Fermentation beginnt. Es können kleine Bläschen aufsteigen, und der Kohl beginnt, säuerlich zu riechen. In dieser Phase ist es besonders wichtig, dass alles gut unter der Lake bleibt.
Tag 4 bis 7:
Das Sauerkraut wird deutlich aromatischer. Der Geschmack ist jetzt oft noch mild, frisch und leicht säuerlich. Wer ein junges, knackiges Sauerkraut mag, kann bereits jetzt probieren.
Woche 2 bis 3:
Das Sauerkraut entwickelt mehr Säure und Tiefe. Die Aromen werden runder, und die Textur wird etwas weicher.
Ab Woche 4:
Jetzt ist das Sauerkraut kräftig, sauer und intensiv. Viele mögen genau diesen klassischen Geschmack. Sobald dir das Aroma gefällt, stellst du das Glas in den Kühlschrank oder an einen sehr kühlen Ort.
Sauerkraut richtig lagern
Fertig fermentiertes Sauerkraut hält sich im Kühlschrank meist mehrere Wochen bis Monate, solange es sauber entnommen wird und immer mit Lake bedeckt bleibt.
Verwende zum Herausnehmen am besten immer einen sauberen Löffel oder eine saubere Gabel. Greife nicht mit den Fingern ins Glas, da dadurch Keime eingebracht werden können.
Wenn du merkst, dass die Lake weniger wird, kannst du mit etwas 2%iger Salzlake auffüllen. So bleibt das Sauerkraut geschützt und trocknet nicht aus.
Ein angebrochenes Glas sollte gut verschlossen im Kühlschrank stehen. Der Geschmack verändert sich dort weiterhin langsam, aber deutlich langsamer als bei Zimmertemperatur.
Weitere kreative Sauerkraut-Ideen
Wenn du Lust hast, noch mehr Varianten auszuprobieren, kannst du mit folgenden Kombinationen experimentieren:
1. Fenchel-Orangen-Sauerkraut
Zutaten:
- 1 großer Weißkohl
- 1 kleine Fenchelknolle, fein gehobelt
- Abrieb von 1 Bio-Orange
- 1 TL Fenchelsamen
- 2 % Salz bezogen auf das Gemüsegewicht
Geschmack:
Frisch, leicht süßlich und sehr aromatisch. Diese Variante passt besonders gut zu Fisch, Geflügel, Ofengemüse oder als frische Beilage zu Bowls.
2. Meerrettich-Radieschen-Sauerkraut
Zutaten:
- 1 großer Weißkohl
- 1 Bund Radieschen, fein geschnitten
- 1–2 EL frisch geriebener Meerrettich
- 1 TL Senfkörner
- 2 % Salz bezogen auf das Gemüsegewicht
Geschmack:
Scharf, frisch und knackig. Diese Variante passt hervorragend zu Brotzeit, Kartoffelgerichten, veganen Bratlingen oder deftigen Eintöpfen.
3. Apfel-Zwiebel-Sauerkraut
Zutaten:
- 1 großer Weißkohl
- 1 Apfel, fein gerieben oder in feine Streifen geschnitten
- 1 kleine Zwiebel, sehr fein geschnitten
- 1 TL Kümmel
- 2 % Salz bezogen auf das Gemüsegewicht
Geschmack:
Deftig, leicht süßlich und klassisch. Ideal als Beilage zu Bratkartoffeln, Kartoffelpüree oder herzhaften Pfannengerichten.
4. Chili-Knoblauch-Sauerkraut
Zutaten:
- 1 großer Weißkohl
- 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 1–2 frische Chilis oder 1 TL Chiliflocken
- 1 TL Paprikapulver
- 2 % Salz bezogen auf das Gemüsegewicht
Geschmack:
Würzig, pikant und kräftig. Perfekt für Sandwiches, Burger, Wraps, Tacos oder als scharfe Beilage zu Reisgerichten.
5. Kräuter-Sauerkraut mit Petersilie und Dill
Zutaten:
- 1 großer Weißkohl
- 1 Bund Petersilie, fein gehackt
- 1 Bund Dill, fein gehackt
- 1 TL Senfkörner
- 2 % Salz bezogen auf das Gemüsegewicht
Geschmack:
Frisch, grün und leicht würzig. Diese Variante passt besonders gut zu Kartoffeln, Quark, Salaten und leichten Sommergerichten.
Wozu passt selbstgemachtes Sauerkraut?
Sauerkraut ist viel vielseitiger, als viele denken. Es muss nicht immer nur die klassische Beilage zu deftigen Gerichten sein.
Du kannst Sauerkraut verwenden:
- als Beilage zu Kartoffeln, Bratlingen oder Gemüsepfannen
- als Topping auf Burgern, Hotdogs, Sandwiches oder Wraps
- in Bowls mit Reis, Linsen, Bohnen oder gebratenem Gemüse
- fein gehackt in Salaten
- als frische Komponente zu deftigen Eintöpfen
- auf Brot mit Frischkäse, Hummus oder Aufstrich
- in Suppen und Pfannengerichten
- als säuerlicher Kontrast zu fettigen oder sehr würzigen Speisen
Besonders lecker ist rohes Sauerkraut, wenn du es erst kurz vor dem Servieren hinzufügst. So bleibt es knackig und frisch.
Roh oder gekocht – was ist besser?
Sauerkraut kann roh oder gekocht gegessen werden. Roh schmeckt es frisch, säuerlich und knackig. Außerdem bleiben empfindliche Inhaltsstoffe und lebendige Milchsäurekulturen besser erhalten.
Gekochtes Sauerkraut ist milder, weicher und besonders bekömmlich für Menschen, die rohes Sauerkraut nicht so gut vertragen. Es passt hervorragend zu klassischen Gerichten, Eintöpfen und Schmorgerichten.
Am besten probierst du beide Varianten aus. Für die probiotische Wirkung eignet sich rohes Sauerkraut besonders gut, während gekochtes Sauerkraut vor allem als wärmende, herzhafte Beilage punktet.
Sauerkraut für Anfänger: Die besten Einsteiger-Tipps
Wenn du zum ersten Mal Sauerkraut selber machst, starte am besten ganz einfach: Weißkohl, Salz, ein sauberes Glas und etwas Geduld reichen völlig aus.
Für den Anfang solltest du keine zu großen Mengen ansetzen. Ein Glas mit 1 Liter Inhalt ist ideal, um ein Gefühl für Fermentation zu bekommen.
Schneide den Kohl nicht zu fein, damit er knackig bleibt. Drücke ihn fest ins Glas, damit möglichst wenig Luft eingeschlossen wird. Kontrolliere in den ersten Tagen regelmäßig, ob der Kohl noch unter der Lake liegt.
Wenn du unsicher bist, verlasse dich auf deine Sinne: Gutes Sauerkraut riecht frisch, säuerlich und angenehm. Es sollte nicht faulig, schimmelig oder muffig riechen.
Häufige Fragen zu selbstgemachtem Sauerkraut
Wie lange muss Sauerkraut fermentieren?
Je nach Geschmack etwa 1 bis 4 Wochen. Nach einer Woche ist es meist mild-säuerlich, nach mehreren Wochen kräftiger und intensiver.
Muss ich das Glas luftdicht verschließen?
Nein. Während der Fermentation entstehen Gase, die entweichen müssen. Deshalb sollte das Glas nur locker verschlossen werden oder mit einem speziellen Fermentationsdeckel ausgestattet sein.
Warum blubbert mein Sauerkraut?
Das ist ein gutes Zeichen. Die Bläschen entstehen durch die aktive Fermentation.
Warum läuft Flüssigkeit aus dem Glas?
Das kann passieren, wenn das Glas zu voll ist oder die Fermentation sehr aktiv ist. Stelle das Glas am besten auf einen Teller oder in eine Schale.
Kann ich auch Rotkohl verwenden?
Ja, Rotkohl eignet sich sehr gut. Er ergibt ein wunderschön violettes Sauerkraut mit kräftigem Geschmack.
Kann ich weniger Salz verwenden?
Etwas weniger ist möglich, aber zu wenig Salz kann die Fermentation instabil machen. Für Anfänger sind 2 % Salz eine sichere und bewährte Orientierung.
Kann ich fertiges Sauerkraut als Starter verwenden?
Das ist nicht nötig. Frischer Kohl bringt die benötigten Milchsäurebakterien bereits von Natur aus mit. Wichtig ist nur, dass der Kohl frisch ist und nicht stark behandelt wurde.
Sauerkraut ist mehr als nur eine Beilage
Selbstgemachtes Sauerkraut ist einfach, günstig, gesundheitsbewusst und unglaublich wandelbar. Aus nur wenigen Zutaten entsteht ein lebendiges Lebensmittel mit viel Geschmack und Charakter.
Ob klassisch mit Kümmel, fruchtig mit Apfel, scharf mit Chili oder exotisch mit Mango und Ingwer – Sauerkraut lässt sich immer wieder neu erfinden.
Wer einmal verstanden hat, wie Fermentation funktioniert, kann mit Gemüse, Gewürzen und Aromen frei experimentieren. Genau das macht selbstgemachtes Sauerkraut so spannend: Jedes Glas wird ein kleines Unikat.

Hobbykoch, Gartenliebhaber und Autor