Pastinakenauflauf mit Linsen und cremiger Kartoffelhaube
Wenn draußen die Luft kühler wird, darf es in der Küche nach gebratenen Pilzen, Thymian und frisch gekochten Kartoffeln duften. Dieser Pastinakenauflauf mit Linsen verbindet ein herzhaftes Pilz-Linsen-Ragout mit einer weichen Haube aus Kartoffeln und Pastinaken. Im Ofen bekommen die kleinen Spitzen des Stampfs erste goldbraune Stellen, während darunter die Füllung saftig bleibt.
Die Pastinaken bringen eine feine Süße mit, die gut zu den kräftig angebratenen Champignons passt. Berglinsen geben dem Ragout Biss. Dafür braucht es weder Fleisch noch eine schwere Sahnesauce: Etwas Milch und Butter machen die Gemüsehaube cremig.
Besonders schön für die Gartenküche: Pastinaken, Kartoffeln, Möhre, Zwiebel und Thymian können aus eigener Ernte kommen.
Pastinakenauflauf mit Linsen: das Rezept auf einen Blick
Pastinakenauflauf mit Linsen besteht aus einem gegarten Pilz-Linsen-Ragout, das mit Kartoffel-Pastinaken-Stampf bedeckt und bei 200 °C Ober-/Unterhitze etwa 20 Minuten überbacken wird. Entscheidend sind zwei Dinge: Das Ragout darf keine dünne Flüssigkeit absetzen, und der Stampf muss weich, aber ausreichend standfest sein.
| Rezeptangabe | Details |
|---|---|
| Portionen | 3 |
| Auflaufform | Etwa 20 × 25 cm |
| Gesamtzeit | Etwa 75 Minuten bei paralleler Zubereitung |
| Backzeit | Etwa 20 Minuten bei warm eingeschichteten Zutaten |
| Backofentemperatur | 200 °C Ober-/Unterhitze |
| Ernährungsweise | Vegetarisch |
| Hauptzutaten | Pastinaken, Kartoffeln, Berglinsen und Champignons |
| Aus eigener Ernte möglich | Pastinaken, Kartoffeln, Möhre, Zwiebel und Thymian |
Die Gesamtzeit hängt insbesondere von der Garzeit deiner Linsen ab. Orientiere dich deshalb an ihrer Packungsangabe und setze sie zuerst auf.

Zutaten für 3 Portionen
Die Mengen für Pastinaken und Kartoffeln beziehen sich auf das Gewicht nach dem Schälen. Die Berglinsen werden trocken abgewogen.
Für das Pilz-Linsen-Ragout
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Berglinsen, trocken | 120 g |
| Champignons | 250 g |
| Möhre | 1, etwa 100 g |
| Zwiebel | 1 |
| Rapsöl | 1 EL |
| Tomatenmark | 1 EL |
| Gemüsebrühe | 150 ml |
| Getrockneter Thymian | ½ TL |
| Salz und Pfeffer | Nach Geschmack |
Für die Kartoffel-Pastinaken-Haube
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Pastinaken, geschält | 350 g |
| Mehligkochende Kartoffeln, geschält | 350 g |
| Milch | Bis zu 100 ml, nach Konsistenz |
| Butter | 20 g |
| Salz und Pfeffer | Nach Geschmack |
Außerdem brauchst du Wasser zum Kochen der Linsen und des Wurzelgemüses.
Warum die Milch portionsweise dazukommt: Pastinaken und Kartoffeln können nach dem Kochen unterschiedlich viel Feuchtigkeit enthalten. Die 100 ml sind deshalb eine Orientierung. Für die Auflaufhaube ist die passende Konsistenz wichtiger, als die gesamte Milch aufzubrauchen.
Pastinakenauflauf mit Linsen zubereiten: Schritt für Schritt
1. Berglinsen garen
Spüle die Linsen in einem Sieb ab und gare sie nach Packungsangabe in einem separaten Topf.
Sie sollen anschließend vollständig gar sein, ihre Form aber möglichst behalten. Probiere einige Linsen: Ein harter oder mehlig-trockener Kern sollte nicht mehr vorhanden sein.
Gieße die Linsen ab und lass sie gut abtropfen. Das Kochwasser wird für das Ragout nicht benötigt.
Wichtig: Die kurze Backzeit ersetzt das vorherige Garen der Linsen nicht.
2. Kartoffeln und Pastinaken weich kochen
Schneide die geschälten Kartoffeln und Pastinaken in ungefähr zwei Zentimeter große Stücke. Gib sie in einen Topf, bedecke sie knapp mit Wasser und füge etwas Salz hinzu.
Aufkochen und anschließend etwa 20 Minuten sanft kochen, bis beide Gemüsesorten weich sind. Die Garzeit zählt ab dem Köcheln.
Prüfe jeweils ein Kartoffel- und ein Pastinakenstück mit einem kleinen Messer. Es sollte sich ohne deutlichen Widerstand einstechen lassen.
3. Gemüse und Champignons vorbereiten
Während die Töpfe auf dem Herd stehen, würfelst du die Zwiebel fein. Schneide die Möhre in kleine Würfel von etwa einem halben Zentimeter. So kann sie in der vergleichsweise kurzen Garzeit weich werden.
Putze die Champignons, entferne trockene Stielenden und schneide die Pilze in kleine Stücke. Sie sollen später noch als Pilze erkennbar sein und müssen nicht fein gehackt werden.
4. Pilze kräftig anbraten
Erhitze das Rapsöl in einer großen Pfanne, ohne es rauchen zu lassen. Gib die Champignons hinein und verteile sie möglichst gleichmäßig auf dem Pfannenboden.
Lass sie zunächst anbraten, bevor du sie wendest. Austretende Flüssigkeit soll verdampfen. Brate weiter, bis die Pilze sichtbar gebräunte Stellen bekommen.
Ist die Pfanne klein, arbeite in zwei Portionen und teile das Öl entsprechend auf. Eine zu dicht gefüllte Pfanne erschwert das Bräunen.
Gib anschließend Zwiebel und Möhre dazu. Reduziere die Hitze etwas und gare alles unter gelegentlichem Rühren ungefähr fünf Minuten weiter.
5. Das Pilz-Linsen-Ragout fertigstellen
Rühre das Tomatenmark ein und röste es kurz mit. Es darf dunkler werden, sollte aber nicht schwarz werden oder am Pfannenboden verbrennen.
Gieße die Gemüsebrühe an und löse den gebräunten Bratensatz mit dem Kochlöffel. Gib die abgetropften Linsen und den Thymian dazu.
Lass das Ragout etwa zehn Minuten ohne Deckel sanft köcheln. Rühre gelegentlich um und prüfe, ob die Möhrenwürfel weich genug sind.
Schmecke mit Salz und Pfeffer ab. Sei beim Salz zunächst zurückhaltend, denn die Gemüsebrühe bringt bereits Würze mit.
Die richtige Konsistenz: Das Ragout soll feucht glänzen und sich gut verteilen lassen. Wenn du mit dem Kochlöffel eine Spur durch die Pfanne ziehst, darf nicht sofort dünne Brühe hineinlaufen.
Ist es noch zu flüssig, lass es etwas länger offen einkochen. Wirkt es trocken oder setzt es an, ergänze esslöffelweise Wasser.
6. Kartoffel-Pastinaken-Stampf herstellen
Heize den Backofen rechtzeitig auf 200 °C Ober-/Unterhitze vor.
Gieße Kartoffeln und Pastinaken gründlich ab. Lass sie im heißen Topf ohne Deckel kurz ausdampfen.
Erwärme die Milch. Stampfe das Gemüse zunächst mit der Butter und arbeite anschließend die warme Milch portionsweise ein. Beginne mit ungefähr der Hälfte und ergänze nur so viel, wie für eine weiche, gut verstreichbare Masse nötig ist.
Würze mit Salz und Pfeffer.
Verwende einen Kartoffelstampfer. Ein Pürierstab kann die Kartoffelmasse klebrig machen. Kleine weiche Gemüsestückchen dürfen in diesem rustikalen Auflauf durchaus bleiben.
7. Auflauf einschichten
Verteile das warme Pilz-Linsen-Ragout in der Auflaufform.
Setze den Stampf in mehreren kleinen Portionen darauf. Verstreiche ihn vorsichtig mit einem Löffel, bis die Füllung weitgehend bedeckt ist. So vermischen sich die beiden Schichten weniger als bei einem einzigen großen Klecks in der Mitte.
Ziehe mit einer Gabel flache Rillen über die Oberfläche. Die kleinen Erhebungen können im Ofen leichter bräunen.
8. Backen und servieren
Backe den Auflauf auf mittlerer Schiene ungefähr 20 Minuten.
Er ist fertig, wenn er auch in der Mitte heiß ist, das Ragout am Rand leicht blubbert und die Oberfläche erste gebräunte Stellen zeigt. Ohne Käse entsteht eine zart gebräunte Stampfhaube; eine geschlossene, kräftige Käsekruste ist bei diesem Rezept nicht vorgesehen.
Lass den Auflauf vor dem Servieren etwa fünf Minuten stehen. Dadurch lässt er sich etwas leichter portionieren. Er bleibt jedoch ein weiches, saftiges Ofengericht, das du am besten mit einem großen Löffel aus der Form hebst.

So stimmen Ragout und Stampf
Für diesen Auflauf lohnt es sich, beide Schichten vor dem Einschichten kurz zu prüfen. Der Backofen kann ein zu wässriges Ragout unter der geschlossenen Gemüsehaube nur begrenzt ausgleichen.
| Problem | Mögliche Ursache | So kannst du gegensteuern |
|---|---|---|
| Das Ragout setzt dünne Flüssigkeit ab | Pilzwasser oder Brühe sind noch nicht ausreichend verdampft | Vor dem Einschichten offen weiterköcheln |
| Das Ragout wirkt trocken | Zu viel Flüssigkeit ist eingekocht | Esslöffelweise Wasser ergänzen |
| Der Stampf fließt vom Löffel | Zu viel Milch oder unzureichend abgetropftes Gemüse | Milch zurückhalten; bei Bedarf zusätzlich gegartes, ausgedampftes Gemüse einarbeiten |
| Der Stampf lässt sich kaum verstreichen | Die Masse ist zu fest | Etwas warme Milch unterarbeiten |
| Die Oberfläche bleibt überwiegend hell | Kurze Backzeit, niedrige Einschubposition oder sehr glatte Oberfläche | Mit der Gabel aufrauen; bei Bedarf kurz unter Aufsicht nachbräunen |
| Die Möhrenstücke bleiben fest | Würfel zu groß oder Garzeit zu kurz | Das Ragout vor dem Einschichten länger garen; bei Bedarf wenig Wasser ergänzen |
Ein einfacher Löffeltest: Der Stampf soll auf einem Esslöffel einen weichen Hügel bilden. Das Ragout soll zusammenhängend auf dem Löffel liegen, ohne trocken zu wirken oder dünn herunterzutropfen.
Welche Zutaten passen besonders gut?
Pastinaken für eine mild-würzige Haube
Achte beim Einkauf auf feste Wurzeln. Kleinere Pastinaken sind häufig besonders zart. Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt sie ausdrücklich für die Küche und nennt Püree als eine passende Zubereitungsart.
Bei größeren Exemplaren lohnt sich nach dem Aufschneiden ein Blick auf die Mitte. Ist sie auffällig hart oder holzig, entferne diesen Teil vor dem Kochen.
Wenn du die Wurzeln selbst anbauen möchtest, findest du in unserem Ratgeber zum Pastinaken-Anbau mit Tipps zu Ernte und Lagerung weitere Anregungen für dein Gemüsebeet.
Mehligkochende Kartoffeln für den Stampf
Mehligkochende Kartoffeln lassen sich gut zerdrücken und eignen sich deshalb besonders für die Gemüsehaube. Vorwiegend festkochende Kartoffeln funktionieren ebenfalls, ergeben aber meist einen etwas kompakteren Stampf.
Wichtiger als eine vollkommen glatte Oberfläche ist, dass Kartoffeln und Pastinaken vor dem Stampfen wirklich weich sind.
Berglinsen für eine Füllung mit Biss
Berglinsen passen gut, weil die einzelnen Linsen im Ragout erkennbar bleiben können. Gare sie dennoch vollständig.
Rote Linsen verändern den Charakter des Gerichts stärker: Sie zerfallen leichter und ergeben eine weichere, stärker gebundene Füllung. Wenn du sie verwenden möchtest, musst du ihre kürzere Garzeit berücksichtigen.
Champignons für herzhafte Röstaromen
Du kannst braune oder weiße Champignons verwenden. Für das Ergebnis ist vor allem das kräftige Anbraten wichtig.
Wenn dir die Kombination aus gebratenen Pilzen und cremigen Kartoffeln gefällt, probiere auch unser Pilz-Stroganoff mit Kartoffelpüree. Dort ergänzen Senf und Gewürzgurken die Pilzsauce.
Was passt zum Pastinakenauflauf?
Der Auflauf ist bereits ein vollständiges Hauptgericht. Eine frische Beilage bringt einen angenehmen Gegensatz zur weichen Gemüsehaube.
Gut passen:
- Feldsalat mit einer milden Essig-Öl-Vinaigrette.
- Endiviensalat mit Apfelstückchen.
- Fein geriebener Möhrensalat mit Zitronensaft.
- Ein einfacher grüner Salat mit etwas Senf im Dressing.
Halte die Beilage eher leicht. Brot, Reis oder zusätzliche Kartoffeln sind für dieses Gericht nicht erforderlich.
Aufbewahren und wieder aufwärmen
Bleibt etwas übrig, teile den Rest in flache Behälter auf und kühle ihn zügig herunter. Bewahre ihn anschließend abgedeckt im Kühlschrank auf und verbrauche ihn am nächsten Tag. Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt für Reste von Pilzgerichten eine kurze Lagerung von einem Tag.
Beim Aufwärmen muss auch die Mitte des Auflaufs ausreichend heiß werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt mindestens 70 °C für zwei Minuten an allen Stellen. Eine gebräunte Oberfläche allein zeigt nicht, ob diese Temperatur im Inneren erreicht ist.
Im Backofen kannst du die Portion zunächst abdecken, damit die Haube nicht austrocknet. Entferne die Abdeckung zum Schluss, wenn die Oberfläche wieder etwas fester werden soll.
Die Backzeit des frisch zubereiteten Rezepts lässt sich nicht unverändert auf einen Auflauf aus dem Kühlschrank übertragen.
Häufige Fragen zum Pastinakenauflauf mit Linsen
Kann ich vorgekochte Linsen verwenden?
Ja. Als praktische Orientierung kannst du ungefähr 280 bis 300 g gegarte, gut abgetropfte Linsen einsetzen. Die genaue Ausbeute trockener Linsen schwankt.
Gib die vorgekochten Linsen direkt zum Ragout und prüfe beim Abschmecken auch den Salzgehalt. Du benötigst weiterhin nur die im Rezept vorgesehene Brühe für die Sauce.
Kann ich den Pastinakenauflauf vegan zubereiten?
Ja. Ersetze die Milch durch einen ungesüßten Pflanzendrink und die Butter durch eine pflanzliche Butteralternative. Achte auf einen möglichst neutralen Geschmack, damit die Pastinaken und Pilze im Vordergrund bleiben.
Gib auch den Pflanzendrink portionsweise dazu.
Muss Käse auf den Auflauf?
Nein. Die Kartoffel-Pastinaken-Haube funktioniert ohne Käse. Die Butter und die aufgeraute Oberfläche unterstützen die leichte Bräunung.
Wenn du zusätzlich Käse verwenden möchtest, ist das eine Abwandlung des Grundrezepts. Für eine vegetarische Variante solltest du Käse mit mikrobiellem beziehungsweise vegetarischem Lab wählen.
Warum wird mein Auflauf beim Portionieren nicht schnittfest?
Das ist bei diesem Rezept normal. Weder Ei noch eine feste Bindung sollen die Schichten zu einem schnittfesten Stück verbinden. Der Auflauf wird mit einem großen Löffel serviert.
Problematisch ist erst, wenn sich auf dem Teller eine deutliche Pfütze bildet. Dann war meistens das Ragout oder der Stampf vor dem Backen zu feucht.
Kann ich die Menge verdoppeln?
Ja. Verdopple die Zutaten und verwende zwei ähnliche Formen oder eine entsprechend größere Form, damit die Schichten ungefähr gleich hoch bleiben.
Brate die größere Pilzmenge in mehreren Portionen. Eine doppelte Zutatenmenge bedeutet nicht automatisch eine doppelte Backzeit; entscheidend sind Schichthöhe und Temperatur beim Einschichten.
Gartenküche für kühle Tage
Dieser Pastinakenauflauf mit Linsen macht aus Wurzelgemüse, Champignons und einem kleinen Vorrat Berglinsen ein herzhaftes Essen für drei Personen. Nimm dir beim Anbraten der Pilze etwas Zeit, lass das Ragout ausreichend einkochen und dosiere die Milch nach Gefühl. So passen die saftige Füllung und die cremige Haube gut zusammen.
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Hobbykoch, Gartenliebhaber und Autor