Himbeeren anbauen und pflegen: Der große Ratgeber für süße Beeren
Reife Himbeeren gehören zu den schönsten Genüssen des eigenen Gartens. Direkt vom Strauch gepflückt schmecken die weichen, aromatischen Früchte besonders intensiv – und häufig deutlich besser als gekaufte Beeren, die für Transport und Lagerung früher geerntet werden müssen.
Dabei benötigen Himbeeren weder einen riesigen Garten noch eine besonders aufwendige Pflege. Entscheidend sind ein geeigneter Standort, ein lockerer Boden, eine gleichmäßige Wasserversorgung und vor allem der richtige Schnitt. Wer weiß, ob im Garten Sommerhimbeeren oder Herbsthimbeeren wachsen, hat bereits eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine reiche Ernte erfüllt.
Denn während Sommerhimbeeren ihre Früchte an den Ruten des Vorjahres bilden, tragen Herbsthimbeeren überwiegend an den im selben Jahr gewachsenen Trieben. Werden beide Himbeerarten gleich geschnitten, fällt die Ernte schnell geringer aus oder bleibt sogar vollständig aus.
In diesem ausführlichen Ratgeber erfährst du, wie du Himbeeren richtig pflanzt, pflegst, gießt, düngst und schneidest. Außerdem zeigen wir dir, wie Himbeeren im Kübel gedeihen, welche Sorten sich eignen, wie du Krankheiten und Schädlinge erkennst und welche Fehler du beim Himbeeranbau vermeiden solltest.
Himbeeren anbauen: Das Wichtigste in Kürze
Thema
Empfehlung
Standort
sonnig bis halbschattig, luftig und möglichst windgeschützt
Boden
locker, humusreich, gleichmäßig feucht und gut durchlässig
Idealer pH-Wert
etwa 5,5 bis 6,5
Pflanzzeit
vorzugsweise Oktober bis November, alternativ März bis April
maßvoll im Frühjahr mit Kompost oder organischem Beerendünger
Schnitt Sommerhimbeeren
abgetragene Ruten direkt nach der Ernte entfernen
Schnitt Herbsthimbeeren
sämtliche Ruten im Spätwinter bodennah abschneiden
Erntezeit
Sommerhimbeeren meist Juni bis August, Herbsthimbeeren August bis Oktober
Kübelgröße
mindestens 40 bis 50 Liter für eine Pflanze
Sommerhimbeeren oder Herbsthimbeeren?
Bevor du Himbeeren pflanzt oder schneidest, solltest du wissen, zu welcher Gruppe deine Pflanzen gehören. Die Unterscheidung ist besonders wichtig, weil Sommer- und Herbsthimbeeren ihre Früchte an unterschiedlich alten Ruten bilden.
Himbeeren anbauen und pflegen
Sommerhimbeeren
Sommerhimbeeren bilden ihre Früchte an Ruten, die bereits im vorherigen Jahr gewachsen sind. Diese Ruten tragen einmal und sterben anschließend langsam ab.
Während die zweijährigen Ruten Früchte tragen, wachsen bereits neue, zunächst noch grüne Ruten aus dem Boden. Diese jungen Triebe müssen erhalten bleiben, denn sie bringen im kommenden Sommer die nächste Ernte.
Sommerhimbeeren reifen je nach Sorte und Witterung meist von Juni bis August. Sie besitzen häufig ein besonders intensives Aroma und eignen sich hervorragend für den Frischverzehr, für Kuchen, Marmeladen und Desserts.
Der Pflegeaufwand ist etwas höher als bei Herbsthimbeeren, weil alte und junge Ruten voneinander unterschieden werden müssen.
Herbsthimbeeren
Herbsthimbeeren tragen an den Ruten, die im selben Frühjahr aus dem Boden gewachsen sind. Sie entwickeln also innerhalb eines Jahres zunächst neue Triebe, anschließend Blüten und schließlich Früchte.
Die Ernte beginnt je nach Sorte meist im August und kann bei günstiger Witterung bis in den Oktober oder sogar bis zum ersten stärkeren Frost reichen.
Nach Abschluss der Ernte können sämtliche Ruten bodennah abgeschnitten werden. Dadurch ist der Schnitt besonders einfach. Gleichzeitig werden mit den alten Ruten viele mögliche Krankheitsherde entfernt.
Herbsthimbeeren gelten deshalb als besonders anfängerfreundlich.
Zweimal tragende Himbeeren
Einige sogenannte remontierende Sorten können zweimal Früchte bilden. Die oberen Bereiche der jungen Ruten tragen im Herbst. Bleibt der untere Teil dieser Ruten über den Winter stehen, kann dort im folgenden Frühsommer eine zweite Ernte entstehen.
Diese Kulturform ist allerdings pflegeintensiver. Außerdem fällt die spätere Herbsternte häufig kleiner aus, weil die Pflanze bereits Energie in die erste Ernte investiert hat.
Für eine einfache und übersichtliche Pflege werden zweimal tragende Sorten daher häufig wie normale Herbsthimbeeren behandelt und im Spätwinter vollständig zurückgeschnitten.
Himbeeren anbauen und pflegen Infografik
Welche Himbeeren eignen sich für Anfänger?
Für Einsteiger sind Herbsthimbeeren meist die unkomplizierteste Wahl. Ihr jährlicher vollständiger Rückschnitt verhindert Verwechslungen zwischen alten und jungen Ruten. Gleichzeitig treten einige typische Probleme der Sommerhimbeeren seltener auf.
Sommerhimbeeren sind besonders interessant, wenn du möglichst früh im Jahr ernten möchtest oder Wert auf das klassische, ausgeprägte Himbeeraroma legst.
Wer ausreichend Platz besitzt, kann Sommer- und Herbsthimbeeren miteinander kombinieren. So lässt sich die Erntezeit deutlich verlängern: Die ersten Früchte reifen im Frühsommer, die letzten möglicherweise erst im Oktober.
Am besten pflanzt du beide Gruppen in getrennte Reihen. Dadurch lassen sie sich bei Pflege und Schnitt leichter unterscheiden.
Der richtige Standort für Himbeeren
Himbeeren wachsen am besten an einem sonnigen, luftigen und geschützten Standort. Je mehr Licht die Pflanzen erhalten, desto besser können Blüten und Früchte ausreifen. An sonnigen Plätzen entwickeln die Beeren in der Regel ein besonders intensives Aroma und einen höheren Zuckergehalt.
Auch Halbschatten wird toleriert. Dort fällt die Ernte jedoch häufig etwas geringer aus, und die Früchte können weniger süß bleiben. Vollständiger Schatten ist für Himbeeren ungeeignet.
Ein luftiger Standort ist ebenfalls wichtig. Nach Regen oder Tau sollten Blätter, Ruten und Früchte möglichst schnell abtrocknen können. In dauerhaft feuchten, dicht bewachsenen Beständen können sich Pilzkrankheiten leichter ausbreiten.
Gut geeignet sind offene Gartenbereiche, Grundstücksgrenzen, lockere Heckenränder oder sonnige Bereiche entlang eines Zaunes. Ein stabiles Rankgerüst sollte sich am Standort problemlos errichten lassen.
Ungünstige Standorte
Ungeeignet sind insbesondere:
dauerhaft nasse oder verdichtete Böden,
tiefe Geländestellen, in denen sich Wasser sammelt,
stark beschattete Plätze unter großen Bäumen,
sehr trockene Standorte ohne Bewässerungsmöglichkeit,
Bereiche mit starker Wurzelkonkurrenz,
Beete, auf denen zuvor kranke Himbeeren oder Brombeeren standen.
Besonders gefährlich ist Staunässe. Himbeeren besitzen ein relativ flaches und empfindliches Wurzelsystem. Stehen die Wurzeln längere Zeit in nasser, sauerstoffarmer Erde, können sie faulen. Die Pflanzen kümmern, bilden schwache Ruten oder sterben vollständig ab.
Welchen Boden brauchen Himbeeren?
Der ideale Himbeerboden ist locker, humusreich, nährstoffhaltig und gleichmäßig feucht, ohne vernässt zu sein. Ein leicht saurer Boden mit einem pH-Wert zwischen etwa 5,5 und 6,5 ist besonders günstig.
Lehmige Sandböden und humusreiche Gartenböden sind meist gut geeignet. Sehr schwere Lehmböden sollten vor der Pflanzung gründlich gelockert und mit reifem Kompost sowie strukturstabilem organischem Material verbessert werden.
Auf ausgesprochen nassen Flächen kann es sinnvoll sein, Himbeeren auf einen leicht erhöhten Damm zu pflanzen. Dadurch kann überschüssiges Wasser schneller ablaufen.
Sehr leichte Sandböden trocknen dagegen schnell aus. Hier helfen regelmäßige Kompostgaben und eine Mulchschicht, die Wasserhaltefähigkeit zu verbessern.
Boden vor der Pflanzung vorbereiten
Entferne zunächst Wurzelunkräuter wie Quecke, Giersch oder Ackerwinde möglichst vollständig. Sobald Himbeeren eingewachsen sind, lässt sich der Boden wegen der flachen Wurzeln kaum noch tief bearbeiten.
Lockere die Erde im vorgesehenen Pflanzstreifen etwa 30 bis 40 Zentimeter tief. Verdichtete Schichten müssen aufgebrochen werden, damit Wasser abfließen kann.
Arbeite anschließend mäßige Mengen gut ausgereiften Kompost ein. Etwa zwei bis drei Liter pro Quadratmeter reichen bei einem durchschnittlich versorgten Gartenboden häufig aus. Sehr große Kompostmengen sind nicht automatisch besser, da auch Kompost Nährstoffe enthält und langfristig zu einer Überversorgung führen kann.
Frischer Stallmist, unreifer Kompost und größere Mengen stark stickstoffhaltiger Dünger gehören nicht direkt in das Pflanzloch. Sie können empfindliche Wurzeln schädigen und ein übermäßig weiches, krankheitsanfälliges Rutenwachstum fördern.
Wann ist die beste Pflanzzeit für Himbeeren?
Die beste Pflanzzeit für Himbeeren ist der Herbst, vorzugsweise von Oktober bis November. Der Boden ist dann meist noch warm und ausreichend feucht. Die Pflanzen können vor dem Winter erste neue Wurzeln bilden und starten im folgenden Frühjahr kräftig in die Saison.
Eine Pflanzung im zeitigen Frühjahr ist ebenfalls möglich. Geeignet sind vor allem die Monate März und April, sobald der Boden frostfrei und nicht mehr völlig durchnässt ist.
Himbeeren im Topf können grundsätzlich auch außerhalb dieser Zeiten gepflanzt werden. Während sommerlicher Hitze ist der Pflegeaufwand jedoch deutlich höher. Frisch gesetzte Pflanzen müssen dann besonders sorgfältig gegossen werden.
Wurzelnackte Himbeeren sollten möglichst im Herbst oder zeitigen Frühjahr gepflanzt werden. Ihre Wurzeln dürfen vor dem Einpflanzen nicht austrocknen.
Markiere den Verlauf der Himbeerreihe und entferne alle Wurzelunkräuter. Lockere den Boden gründlich und verbessere ihn bei Bedarf mit reifem Kompost.
Wenn möglich, richte die Reihe ungefähr in Nord-Süd-Richtung aus. Dadurch werden die Pflanzen von beiden Seiten gleichmäßiger belichtet. Auf kleinen Grundstücken ist die vorhandene Fläche jedoch wichtiger als eine perfekte Ausrichtung.
2. Pflanzen wässern
Stelle Topfhimbeeren vor der Pflanzung so lange in einen Eimer mit Wasser, bis der Wurzelballen vollständig durchfeuchtet ist.
Wurzelnackte Pflanzen können vor dem Einsetzen einige Stunden gewässert werden. Entferne nur beschädigte, vertrocknete oder stark geknickte Wurzelteile. Gesunde Wurzeln sollten nicht unnötig eingekürzt werden.
3. Pflanzloch ausheben
Das Pflanzloch sollte deutlich breiter als der Wurzelballen sein. Die Wurzeln müssen sich locker ausbreiten können und dürfen nicht nach oben gebogen werden.
Lockere auch den Boden am Grund des Pflanzloches. Befindet sich dort eine verdichtete Schicht, kann später Wasser stehen bleiben.
4. Himbeere richtig einsetzen
Setze die Pflanze ungefähr so tief ein, wie sie zuvor im Topf oder in der Baumschule gestanden hat. Der Wurzelballen sollte mit der umgebenden Erdoberfläche abschließen.
Wurzelnackte Pflanzen werden so gesetzt, dass die obersten Wurzelknospen nur wenige Zentimeter mit Erde bedeckt sind. Eine zu tiefe Pflanzung kann das Wachstum beeinträchtigen.
5. Pflanzloch auffüllen
Fülle das Pflanzloch mit der ausgehobenen Erde. Mische Kompost nur mäßig unter und verwende nicht ausschließlich Pflanzerde. Die Wurzeln sollen später problemlos in den umgebenden Gartenboden hineinwachsen.
Drücke die Erde vorsichtig mit den Händen oder dem Fuß an. Sie sollte guten Kontakt zu den Wurzeln bekommen, aber nicht stark verdichtet werden.
6. Gründlich angießen
Gieße jede frisch gesetzte Pflanze gründlich an. Je nach Bodenfeuchtigkeit und Pflanzengröße können etwa fünf bis zehn Liter Wasser erforderlich sein.
Ein kleiner Gießrand hilft dabei, dass das Wasser nicht seitlich abläuft.
7. Mulch aufbringen
Bedecke den Boden mit einer lockeren Mulchschicht. Geeignet sind beispielsweise angewelkter Rasenschnitt, Laubkompost, gehäckseltes Pflanzenmaterial oder eine dünne Schicht Stroh.
Halte unmittelbar um die Rutenbasis einige Zentimeter frei, damit dort keine dauerhafte Nässe entsteht.
8. Ruten bei Bedarf zurückschneiden
Wurzelnackte Himbeeren werden nach der Pflanzung häufig auf etwa 20 bis 30 Zentimeter zurückgeschnitten, sofern dies nicht bereits in der Baumschule erfolgt ist. Dadurch wird die Bildung kräftiger neuer Bodentriebe gefördert.
Gut entwickelte Containerpflanzen müssen nicht grundsätzlich stark gekürzt werden. Beschädigte, schwache oder vertrocknete Ruten solltest du jedoch entfernen.
Der richtige Pflanzabstand
Setze Himbeeren innerhalb einer Reihe in einem Abstand von etwa 40 bis 50 Zentimetern. Stark wachsende Sorten können etwas mehr Platz erhalten.
Zwischen zwei Reihen sollte ein Abstand von etwa 1,5 bis 2 Metern liegen. Dadurch bleiben die Pflanzen von beiden Seiten erreichbar, und die Luft kann gut zirkulieren.
Zu dicht gepflanzte Himbeeren bilden schnell ein schwer zugängliches Dickicht. Blätter und Früchte trocknen langsamer ab, die Ernte wird mühsamer und Krankheiten können sich leichter ausbreiten.
Halte die eigentliche Himbeerreihe möglichst schmal. Eine Breite von ungefähr 30 bis 50 Zentimetern ist in vielen Gärten ausreichend. Ausläufer außerhalb dieses Bereiches werden regelmäßig entfernt.
Eine Rankhilfe für Himbeeren bauen
Vor allem Sommerhimbeeren benötigen eine stabile Rankhilfe. Ihre langen Ruten können unter dem Gewicht der Früchte umknicken oder bei Wind auf den Boden fallen.
Für eine einfache Rankhilfe werden an beiden Enden der Reihe kräftige Pfosten gesetzt. Bei längeren Reihen sind zusätzliche Zwischenpfosten sinnvoll.
Zwischen den Pfosten werden zwei oder drei wetterfeste Drähte gespannt. Bewährt haben sich Höhen von ungefähr:
60 Zentimetern,
100 bis 110 Zentimetern,
150 bis 160 Zentimetern.
Die Ruten werden locker mit weichem Bindematerial befestigt. Draht oder dünne Schnüre dürfen nicht direkt in die Rinde einschneiden.
Eine besonders praktische Lösung ist ein T- oder V-förmiges Gerüst. Dabei verlaufen die Drähte nicht direkt übereinander, sondern mit etwas seitlichem Abstand. Die Ruten können dadurch besser verteilt werden, und der Bestand bleibt luftiger.
Bei Sommerhimbeeren lassen sich tragende Ruten auf einer Seite und neue Jungruten auf der anderen Seite des Gerüstes führen. Das erleichtert später die Ernte und den Schnitt.
Niedrige Herbsthimbeeren kommen teilweise ohne aufwendiges Gerüst aus. Bei starkem Wachstum oder windigem Standort ist jedoch auch hier eine Stütze sinnvoll.
Himbeeren richtig gießen
Himbeeren benötigen eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit. Besonders hoch ist der Wasserbedarf während der Blüte, beim Wachstum der Früchte und in längeren Trockenperioden.
Da die Wurzeln überwiegend in den oberen Bodenschichten liegen, reagieren die Pflanzen schneller auf Trockenheit als viele tiefwurzelnde Gehölze. Wassermangel kann dazu führen, dass Früchte klein bleiben, vertrocknen oder vorzeitig abfallen.
Gieße lieber seltener und dafür gründlich, anstatt den Boden täglich nur oberflächlich anzufeuchten. Bei trockenem Sommerwetter können ein- bis zweimal pro Woche ungefähr 15 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter erforderlich sein. Der tatsächliche Bedarf hängt jedoch von Bodenart, Temperatur, Niederschlag und Mulchschicht ab.
Prüfe vor dem Gießen die Feuchtigkeit unterhalb des Mulches. Ist die Erde dort noch deutlich feucht, kann die nächste Wassergabe warten.
Gieße möglichst direkt auf den Boden und nicht über Blätter und Früchte. Feuchtes Laub erhöht das Risiko für Pilzkrankheiten. Der frühe Morgen ist meist die beste Gießzeit.
Staunässe muss trotz des hohen Wasserbedarfs unbedingt vermieden werden. Bleibt die Erde dauerhaft nass, hilft zusätzliches Gießen nicht, sondern verschärft mögliche Wurzelschäden.
Himbeeren mulchen
Eine Mulchschicht ist für Himbeeren besonders wertvoll. Sie schützt das flache Wurzelsystem vor Austrocknung und starken Temperaturschwankungen. Gleichzeitig unterdrückt sie Unkraut und fördert das Bodenleben.
Gut geeignet sind:
angewelkter, samenfreier Rasenschnitt,
zerkleinertes Herbstlaub,
Laubkompost,
gehäckseltes Pflanzenmaterial,
gut verrotteter Kompost,
eine dünne Schicht Stroh.
Frischer Rasenschnitt sollte nur dünn aufgetragen werden. Eine dicke, nasse Schicht kann faulen, unangenehm riechen und Schnecken anziehen. Besser ist es, mehrmals kleine Mengen aufzubringen und sie zuvor etwas antrocknen zu lassen.
Bei holzigem Mulch wie Rindenmaterial oder Hackschnitzeln ist Zurückhaltung sinnvoll. Das Material sollte nicht in den Boden eingearbeitet werden, weil seine Zersetzung Stickstoff binden kann. Direkt an der Rutenbasis darf kein feuchter Mulch liegen.
Hacke unter Himbeeren nur sehr flach. Eine tiefe Bodenbearbeitung verletzt die oberflächennahen Wurzeln und kann Eintrittspforten für Krankheiten schaffen.
Himbeeren richtig düngen
Himbeeren benötigen ausreichend Nährstoffe, reagieren aber empfindlich auf Überdüngung. Zu viel Stickstoff führt zu langen, weichen Ruten, die weniger standfest und anfälliger für Krankheiten sind. Gleichzeitig kann die Fruchtbildung darunter leiden.
Eine maßvolle Düngung im zeitigen Frühjahr reicht auf gut versorgten Gartenböden häufig aus. Geeignet sind reifer Kompost oder ein organischer Beerendünger.
Etwa zwei bis drei Liter Kompost pro Quadratmeter können für einen durchschnittlichen Boden genügen. Verteile den Kompost oberflächlich und arbeite ihn nur sehr flach ein, um die Wurzeln nicht zu beschädigen.
Bei nährstoffarmen Böden oder schwach wachsenden Herbsthimbeeren kann im späten Frühjahr eine kleine zweite Düngergabe sinnvoll sein. Ab dem Spätsommer sollte kein stickstoffreicher Dünger mehr ausgebracht werden. Die Ruten müssen vor dem Winter ausreifen können.
Dünge nicht vorschnell, wenn die Blätter gelb werden. Gelbe Blätter können auch durch Staunässe, einen ungeeigneten pH-Wert, Wurzelschäden oder Trockenstress entstehen.
Bei langjährig genutzten Beeten empfiehlt sich gelegentlich eine Bodenuntersuchung. Sie zeigt, welche Nährstoffe tatsächlich fehlen und verhindert unnötige Düngergaben.
Sommerhimbeeren richtig schneiden
Der richtige Schnitt entscheidet bei Sommerhimbeeren über die Ernte des kommenden Jahres.
Sommerhimbeeren tragen an den Ruten, die im Vorjahr gewachsen sind. Nach der Ernte haben diese Ruten ihre Aufgabe erfüllt und werden nicht noch einmal Früchte bilden.
Schritt 1: Abgetragene Ruten erkennen
Alte Ruten sind meist braun, verholzt und stärker verzweigt. Häufig befinden sich noch vertrocknete Fruchtstände oder kleine Seitenzweige daran.
Junge Ruten sind dagegen glatter, grüner oder rötlich gefärbt und besitzen noch keine alten Fruchtansätze.
Schritt 2: Alte Ruten bodennah entfernen
Schneide unmittelbar nach Abschluss der Ernte alle abgetragenen Ruten so nah wie möglich über dem Boden ab.
Lasse keine langen Stummel stehen. Sie können absterben und als Eintrittspforten oder Überwinterungsorte für Krankheiten und Schädlinge dienen.
Schritt 3: Junge Ruten auslichten
Wähle pro laufendem Meter etwa acht bis zehn kräftige, gesunde Jungruten aus. Entferne schwache, sehr dünne, beschädigte oder ungünstig stehende Triebe.
Bei besonders kräftigen Sorten können etwas mehr Ruten stehen bleiben. Entscheidend ist, dass Licht und Luft in den Bestand gelangen.
Schritt 4: Neue Ruten anbinden
Verteile die jungen Ruten gleichmäßig am Rankgerüst und binde sie locker an. Sie bilden im nächsten Sommer die Früchte.
Im Spätwinter werden nur erfrorene, verletzte oder kranke Bereiche nachgeschnitten. Ein vollständiger Rückschnitt wäre bei Sommerhimbeeren falsch und würde die kommende Ernte entfernen.
Herbsthimbeeren richtig schneiden
Der Schnitt von Herbsthimbeeren ist deutlich einfacher.
Schneide im Spätwinter, spätestens vor dem neuen Austrieb, sämtliche Ruten bodennah ab. Die neuen Triebe wachsen im Frühjahr aus dem Wurzelstock und tragen noch im selben Jahr Früchte.
Der späte Schnitt hat den Vorteil, dass die alten Ruten im Winter noch etwas Schutz bieten und von Insekten als Überwinterungsplatz genutzt werden können. Spätestens vor Beginn des neuen Austriebs müssen sie jedoch entfernt sein.
Während des Frühjahrs und Frühsommers solltest du den Bestand auslichten. Pro laufendem Meter reichen je nach Wuchsstärke ungefähr acht bis zwölf kräftige Ruten. Zu viele Triebe konkurrieren um Licht, Wasser und Nährstoffe.
Bei zweimal tragenden Sorten kann nach der Herbsternte nur der obere, bereits fruchttragende Rutenteil entfernt werden. Der untere Abschnitt trägt dann möglicherweise im folgenden Frühsommer. Nach dieser zweiten Ernte wird die gesamte Rute bodennah abgeschnitten.
Für Anfänger ist der vollständige jährliche Rückschnitt meist einfacher und zuverlässiger.
Himbeeren im Jahresverlauf pflegen
Zeitraum
Wichtige Arbeiten
Januar bis Februar
Rankgerüst kontrollieren, Herbsthimbeeren vor dem Austrieb zurückschneiden
März bis April
neue Himbeeren pflanzen, Kompost oder Beerendünger geben, Mulch erneuern
April bis Mai
neue Ruten auslichten, Sommerhimbeeren anbinden, Bodenfeuchtigkeit kontrollieren
Mai bis Juni
bei Trockenheit gründlich gießen, Schädlinge und Krankheiten kontrollieren
Juni bis August
Sommerhimbeeren ernten, abgetragene Ruten anschließend entfernen
Juli bis August
junge Ruten der Sommerhimbeeren auswählen und am Gerüst befestigen
August bis Oktober
Herbsthimbeeren häufig ernten, überreife Früchte entfernen
Oktober bis November
günstige Pflanzzeit nutzen, Boden mulchen, Kübel auf den Winter vorbereiten
Dezember
Pflanzen weitgehend ruhen lassen, nur bei längerem trockenem Frost Kübel kontrollieren
Geeignete Himbeersorten für den Garten
Die Auswahl der richtigen Sorte beeinflusst Erntezeit, Geschmack, Wuchsstärke und Pflegeaufwand. Kaufe möglichst gesunde, kräftige Pflanzen aus einer vertrauenswürdigen Baumschule.
Sorte
Typ
Erntezeit
Eigenschaften
Glen Ample
Sommerhimbeere
mittelfrüh
große Früchte, kräftiger Wuchs, vergleichsweise wenige Stacheln
Malling Promise
Sommerhimbeere
früh
bewährte Gartensorte, aromatische Früchte
Tulameen
Sommerhimbeere
mittel bis spät
große, aromatische Früchte, lange Erntezeit
Meeker
Sommerhimbeere
mittel
guter Geschmack, für Frischverzehr und Verarbeitung
Autumn Bliss
Herbsthimbeere
früh
bewährte, unkomplizierte Sorte
Polka
Herbsthimbeere
mittel
große, aromatische und vergleichsweise feste Früchte
Himbo Top
Herbsthimbeere
mittel bis spät
kräftiger Wuchs, große Früchte
Sugana
zweimal tragend
Sommer und Herbst
kann bei entsprechender Schnittführung zweimal tragen
Fallgold
gelbe Herbsthimbeere
Spätsommer bis Herbst
gelbe, süße Früchte mit mildem Aroma
Nicht jede Sorte eignet sich für jeden Standort. In kühleren Regionen sind früh reifende Herbsthimbeeren vorteilhaft, weil ein größerer Teil der Ernte vor den ersten Frösten ausreifen kann.
Für kleine Gärten und Kübel gibt es kompakter wachsende Sorten. Achte beim Kauf ausdrücklich auf Angaben zur Endhöhe, Wuchsstärke und Kübeleignung.
Himbeeren im Kübel anbauen
Auch auf Balkon oder Terrasse kannst du Himbeeren anbauen. Entscheidend ist ein ausreichend großes Pflanzgefäß.
Für eine einzelne Pflanze sollte der Kübel mindestens 40 bis 50 Liter fassen. Größere Gefäße sind vorteilhaft, weil sie Wasser und Nährstoffe gleichmäßiger speichern und im Winter weniger schnell durchfrieren.
Der Topf muss mehrere große Abzugslöcher besitzen. Stelle ihn auf kleine Füße oder Abstandshalter, damit überschüssiges Wasser ungehindert ablaufen kann. Wasser darf sich nicht dauerhaft im Untersetzer sammeln.
Verwende eine hochwertige, strukturstabile und torffreie Pflanzerde. Etwas reifer Kompost kann untergemischt werden. Reiner Kompost ist als Kübelsubstrat ungeeignet.
Pflege von Kübelhimbeeren
Kübelhimbeeren müssen häufiger gegossen werden als Pflanzen im Garten. An heißen Sommertagen kann eine tägliche Kontrolle notwendig sein. Die Erde sollte gleichmäßig feucht bleiben, darf aber nicht dauerhaft nass sein.
Dünge im Frühjahr mit einem organischen Langzeitdünger oder verwende während der Wachstumszeit einen geeigneten Flüssigdünger in niedriger Dosierung.
Auch Kübelhimbeeren benötigen eine Stütze. Ein kleines Rankgitter, mehrere Bambusstäbe oder ein stabiles Spalier verhindern, dass die Ruten umknicken.
Im Winter sind die Wurzeln im Topf stärker frostgefährdet als im Gartenboden. Stelle das Gefäß an eine geschützte Hauswand, umwickle es mit einem isolierenden Material und platziere es auf Holz oder eine isolierende Unterlage.
Die Erde darf im Winter nicht vollständig austrocknen. Gieße an frostfreien Tagen sparsam, wenn das Substrat trocken ist.
Himbeeren vermehren
Himbeeren bilden häufig Wurzelausläufer. Diese jungen Pflanzen können im Herbst oder zeitigen Frühjahr von der Mutterpflanze getrennt und an einen neuen Standort gesetzt werden.
Wähle nur kräftige, gesund aussehende Ausläufer. Grabe sie vorsichtig mit einem möglichst großen Wurzelanteil aus und pflanze sie sofort wieder ein.
Vermehre keine Pflanzen, die auffällige Blattverfärbungen, schwaches Wachstum, verkrüppelte Triebe oder wiederkehrende Rutenkrankheiten zeigen. Krankheiten und Viren können über das Pflanzmaterial weitergegeben werden.
Eine Aussaat ist zwar grundsätzlich möglich, für den Hausgarten aber wenig sinnvoll. Sämlinge entsprechen häufig nicht der ursprünglichen Sorte und benötigen deutlich länger bis zur ersten Ernte.
Himbeerausläufer begrenzen
Himbeeren können sich über ihre Wurzeln weit im Beet ausbreiten. Kontrolliere deshalb während der Wachstumszeit regelmäßig den Bereich neben der eigentlichen Reihe.
Unerwünschte Ausläufer werden möglichst früh mit einem scharfen Spaten abgestochen. Junge Ausläufer lassen sich wesentlich leichter entfernen als ältere, bereits fest eingewurzelte Pflanzen.
Eine vollständige Wurzelsperre ist nicht in jedem Garten erforderlich. Bei sehr kleinen Beeten, an Wegen oder an Grundstücksgrenzen kann eine Begrenzung jedoch sinnvoll sein.
Achte darauf, dass der Wurzelraum nicht zu stark eingeengt wird. Himbeeren benötigen ausreichend Bodenvolumen, um sich dauerhaft gesund zu entwickeln.
Mischkultur und gute Nachbarn
Himbeeren benötigen keine besonderen Begleitpflanzen, um gesund zu wachsen. Aussagen, nach denen einzelne Kräuter oder Blumen Schädlinge zuverlässig vertreiben, sollten nicht überbewertet werden.
Wichtiger sind ein geeigneter Standort, gesunde Pflanzen, eine luftige Erziehung und regelmäßige Kontrollen.
Am Rand des Himbeerbeetes können blühende Pflanzen wie Ringelblumen, Borretsch, Dill oder Phacelia Nützlinge und Bestäuber anlocken. Die unmittelbare Wurzelzone der Himbeeren sollte jedoch nicht dicht bepflanzt werden. Zu starke Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe kann das Wachstum beeinträchtigen.
Unter den Ruten ist eine lockere Mulchschicht meist sinnvoller als eine dichte Unterpflanzung.
Krankheiten an Himbeeren erkennen
Gesunde Himbeeren bilden kräftige, aufrechte Ruten und gleichmäßig gefärbte Blätter. Veränderungen an Ruten, Blättern oder Früchten sollten frühzeitig untersucht werden.
Symptom
Mögliche Ursache
Geeignete Maßnahmen
dunkle, violette oder schwarze Flecken an den Ruten
Rutenkrankheit
betroffene Ruten bodennah entfernen, Bestand auslichten
einzelne Ruten welken plötzlich
Ruten- oder Wurzelschäden
Rutenbasis und Wurzeln kontrollieren, Staunässe ausschließen
luftiger erziehen, trocken gießen, reife Früchte häufig ernten
gelbe oder mosaikartig gefärbte Blätter
pH-Problem, Nährstoffmangel oder Virus
Boden und Wurzeln prüfen, auffällige Pflanzen beobachten
orangefarbene Pusteln auf Blättern
Rostkrankheit
befallene Blätter entfernen, Bestand luftig halten
Blätter werden gelb, Adern bleiben grün
mögliche Chlorose
pH-Wert, Staunässe und Nährstoffversorgung prüfen
Rutenkrankheiten
Unter dem Begriff Rutenkrankheiten werden mehrere Pilzerkrankungen zusammengefasst. Typisch sind violette, braune oder schwarze Flecken an den Ruten. Die Rinde kann einreißen oder sich ablösen.
Schneide befallene Ruten vollständig heraus. Reinige das Schnittwerkzeug anschließend. Stark krankes Material sollte nicht auf einem langsam verrottenden Hauskompost entsorgt werden.
Eine luftige Erziehung, ausreichende Pflanzabstände und das bodennahe Entfernen alter Ruten verringern das Risiko.
Wurzelfäule
Wurzelfäule tritt vor allem auf schweren, nassen und schlecht durchlüfteten Böden auf. Betroffene Pflanzen wachsen schwach, bilden kleine Blätter und können trotz feuchter Erde plötzlich welken.
Ist das Wurzelsystem stark geschädigt, lässt sich die Pflanze häufig nicht mehr retten. Entferne sie und verbessere vor einer Neupflanzung die Bodenstruktur und den Wasserabfluss.
An derselben Stelle sollte nicht sofort erneut eine Himbeere gepflanzt werden.
Grauschimmel
Grauschimmel befällt vor allem reife Früchte bei feuchter Witterung. Die Beeren werden weich und bekommen einen grauen, pelzigen Belag.
Ernte während feuchter Perioden besonders häufig. Entferne beschädigte und überreife Früchte. Gieße nur den Boden und halte den Bestand durch regelmäßiges Auslichten luftig.
Schädlinge an Himbeeren
Himbeerkäfer
Die Larven des Himbeerkäfers werden häufig als kleine Würmer oder Maden in den Früchten entdeckt. Die erwachsenen Käfer legen ihre Eier in oder an den Blüten ab. Später entwickeln sich die Larven in den Früchten.
Kontrolliere die Pflanzen bereits vor und während der Blüte. Käfer lassen sich am frühen Morgen auf ein helles Tuch abschütteln und absammeln.
Herbsthimbeeren werden häufig weniger stark befallen, weil ihre Blütezeit teilweise außerhalb der Hauptaktivität des Himbeerkäfers liegt.
Kirschessigfliege
Die Kirschessigfliege kann reifende, weichschalige Früchte befallen. Besonders gefährdet sind späte Himbeeren bei warmer, feuchter Witterung.
Ernte reife Früchte möglichst täglich. Lasse keine überreifen oder beschädigten Beeren an den Pflanzen oder auf dem Boden liegen. Kühle die Ernte nach dem Pflücken schnell herunter.
Ein engmaschiges Insektenschutznetz kann den Befall reduzieren. Es darf jedoch erst nach ausreichender Bestäubung geschlossen werden und muss an den Rändern dicht abschließen.
Blattläuse
Blattläuse sitzen häufig an jungen Triebspitzen und Blattunterseiten. Die Blätter können sich einrollen, und die Triebe bleiben im Wachstum zurück.
Kleine Kolonien lassen sich mit einem Wasserstrahl entfernen. Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und andere Nützlinge helfen bei der natürlichen Regulierung.
Blattläuse können außerdem Pflanzenviren übertragen. Stark auffällige, dauerhaft kümmernde Pflanzen sollten deshalb genau beobachtet werden.
Spinnmilben
Spinnmilben treten besonders bei heißem, trockenem Wetter und geschwächten Pflanzen auf. Die Blätter zeigen zunächst feine helle Sprenkel. Später können Gespinste an den Blattunterseiten entstehen.
Eine gleichmäßige Wasserversorgung und ein gesunder, nicht überdüngter Bestand beugen Problemen vor. Kontrolliere vor allem Kübelhimbeeren regelmäßig.
Warum tragen meine Himbeeren keine Früchte?
Bleibt die Ernte aus, ist nicht automatisch eine Krankheit verantwortlich. Häufig liegt die Ursache in der Pflege oder im Schnitt.
Falscher Schnitt
Die häufigste Ursache ist ein vollständiger Rückschnitt von Sommerhimbeeren. Werden im Winter alle Ruten entfernt, fehlen im folgenden Sommer die zweijährigen Fruchtruten.
Zu wenig Licht
An stark beschatteten Standorten bilden Himbeeren weniger Blüten. Die Früchte bleiben kleiner und weniger aromatisch.
Trockenheit
Wassermangel während der Blüte und Fruchtentwicklung führt zu kleinen, trockenen oder vorzeitig abfallenden Früchten.
Zu viel Stickstoff
Überdüngte Pflanzen bilden viele Blätter und lange Ruten, aber teilweise weniger Blüten. Dünge deshalb nicht nach dem Grundsatz „viel hilft viel“.
Zu dichter Bestand
Stehen zu viele Ruten auf engem Raum, konkurrieren sie um Licht, Wasser und Nährstoffe. Gleichzeitig steigt das Risiko für Krankheiten.
Junge Pflanzen
Neu gepflanzte Himbeeren benötigen Zeit, um ein kräftiges Wurzelsystem aufzubauen. Eine volle Ernte ist häufig erst ab dem zweiten oder dritten Standjahr zu erwarten.
Frost oder ungünstige Witterung
Spätfröste können junge Austriebe und Blüten schädigen. Langanhaltender Regen während der Blüte kann außerdem den Insektenflug und damit die Bestäubung beeinträchtigen.
Warum bleiben Himbeeren klein oder vertrocknen?
Kleine, harte oder teilweise vertrocknete Früchte entstehen häufig durch ungleichmäßige Wasserversorgung. Besonders während der Fruchtentwicklung darf der Boden nicht vollständig austrocknen.
Auch ein stark verdichteter oder vernässter Boden kann verantwortlich sein. Geschädigte Wurzeln können trotz feuchter Erde nicht mehr genügend Wasser und Nährstoffe aufnehmen.
Weitere mögliche Ursachen sind:
zu viele Ruten pro Pflanze,
starke Beschattung,
überalterte Bestände,
Nährstoffmangel oder Überdüngung,
Hitze und intensive Sonneneinstrahlung,
Schädlingsbefall,
unvollständige Bestäubung.
Prüfe immer zuerst Standort, Bodenfeuchtigkeit und Zustand der Wurzeln, bevor du zusätzlichen Dünger ausbringst.
Alte Himbeerbestände verjüngen
Himbeerreihen können bei guter Pflege viele Jahre ertragreich bleiben. Nach etwa acht bis zwölf Jahren lässt die Vitalität jedoch häufig nach. Auf günstigen Böden können gesunde Bestände auch deutlich länger tragen.
Anzeichen eines überalterten Bestandes sind:
zunehmend dünne und schwache Ruten,
deutlich geringere Erträge,
kleine Früchte,
wiederkehrende Krankheiten,
viele abgestorbene Pflanzenbereiche.
Entferne zunächst sämtliche kranken und schwachen Ruten. Verbessere die Bodenpflege, erneuere die Mulchschicht und überprüfe die Nährstoffversorgung.
Bleibt der Bestand dauerhaft schwach, ist eine Neupflanzung an einem frischen Standort häufig sinnvoller als eine weitere Düngung. Verwende dafür gesundes Pflanzmaterial und pflanze möglichst nicht direkt wieder in den alten Himbeerstreifen.
Himbeeren richtig ernten
Himbeeren reifen nicht nach. Pflücke sie deshalb erst, wenn sie ihre typische Farbe erreicht haben und sich leicht vom hellen Fruchtzapfen lösen.
Lässt sich eine Beere nur mit deutlichem Zug abnehmen, ist sie meist noch nicht vollständig reif. Sehr weiche, dunkle oder bereits austretende Früchte sind dagegen überreif.
Ernte möglichst am trockenen Vormittag, nachdem der Tau abgetrocknet ist. Nasse Himbeeren verderben besonders schnell.
Lege die Früchte vorsichtig in flache Behälter. Werden mehrere Schichten übereinandergeschüttet, entstehen Druckstellen.
Während der Haupternte solltest du die Pflanzen alle ein bis zwei Tage kontrollieren. Bei Herbsthimbeeren hilft die häufige Ernte außerdem dabei, den Befall durch die Kirschessigfliege zu begrenzen.
Himbeeren lagern und haltbar machen
Frisch gepflückte Himbeeren sind nur kurze Zeit haltbar. Im Kühlschrank bleiben sie meist ein bis zwei Tage ansehnlich. Lagere sie möglichst ungewaschen in einer flachen Schale und entferne beschädigte Früchte sofort.
Wasche Himbeeren erst unmittelbar vor dem Verzehr. Zu langes Abspülen oder Einweichen macht die empfindlichen Früchte weich und wässrig.
Zum Einfrieren werden die Beeren nebeneinander auf einem Blech oder Teller vorgefroren. Anschließend kannst du sie in Gefrierbehälter umfüllen. Dadurch frieren sie nicht zu einem großen Block zusammen.
Himbeeren eignen sich außerdem für:
Marmelade und Fruchtaufstrich,
Himbeersirup,
Saft und Fruchtsoßen,
Kuchen und Torten,
Desserts und Eis,
Smoothies,
Essig und Chutney,
getrocknete Fruchtmischungen.
Besonders aromatische, aber sehr weiche Früchte lassen sich unmittelbar nach der Ernte zu Püree verarbeiten und portionsweise einfrieren.
Die häufigsten Fehler beim Himbeeranbau
Sommer- und Herbsthimbeeren gleich schneiden
Wer Sommerhimbeeren vollständig zurückschneidet, entfernt die Ruten der kommenden Ernte. Deshalb muss die Himbeerart vor dem Schnitt bekannt sein.
Einen nassen Standort wählen
Staunässe gehört zu den größten Gefahren für Himbeeren. Ein lockerer, durchlässiger Boden ist wichtiger als eine besonders starke Düngung.
Zu tief pflanzen
Der Wurzelballen sollte ungefähr mit der Erdoberfläche abschließen. Zu tief gesetzte Pflanzen wachsen häufig schlechter.
Zu viele Ruten stehen lassen
Ein dichter Himbeerbestand trägt nicht automatisch mehr. Weniger, dafür kräftige und gut belichtete Ruten bringen meist die bessere Ernte.
Nur oberflächlich gießen
Kleine tägliche Wassermengen befeuchten nur die oberste Bodenschicht. Gründliches Gießen fördert eine bessere Durchwurzelung.
Den Boden tief hacken
Die flachen Himbeerwurzeln werden dabei schnell verletzt. Unkraut sollte vorsichtig gejätet oder durch Mulchen unterdrückt werden.
Zu viel düngen
Überdüngte Himbeeren wachsen stark, bleiben aber nicht zwangsläufig gesund oder ertragreich. Besonders zu viel Stickstoff ist problematisch.
Alte Ruten zu lange stehen lassen
Abgetragene Ruten beschatten die jungen Triebe und können Krankheiten beherbergen. Bei Sommerhimbeeren werden sie direkt nach der Ernte entfernt.
Überreife Früchte hängen lassen
Überreife und beschädigte Früchte fördern Schimmel und ziehen Schädlinge an. Während der Erntezeit sollten die Pflanzen regelmäßig durchgepflückt werden.
Kranke Pflanzen vermehren
Ausläufer können Krankheitserreger und Viren übertragen. Zur Vermehrung dürfen nur gesunde Mutterpflanzen verwendet werden.
Häufig gestellte Fragen zu Himbeeren anbauen und pflegen
Wann sollte man Himbeeren pflanzen?
Die beste Pflanzzeit liegt im Herbst zwischen Oktober und November. Alternativ können Himbeeren im zeitigen Frühjahr gepflanzt werden. Topfpflanzen lassen sich grundsätzlich während der gesamten frostfreien Zeit setzen, benötigen im Sommer aber besonders viel Wasser.
Wie viel Sonne brauchen Himbeeren?
Ein sonniger Standort ist ideal. Halbschatten wird toleriert, kann aber zu geringeren Erträgen und weniger süßen Früchten führen. Vollständiger Schatten ist ungeeignet.
Wie tief werden Himbeeren gepflanzt?
Topfhimbeeren werden ungefähr so tief gesetzt, wie sie zuvor im Container standen. Der Wurzelballen sollte mit der Erdoberfläche abschließen. Wurzelnackte Pflanzen dürfen nur wenige Zentimeter mit Erde bedeckt werden.
Wie weit müssen Himbeeren auseinanderstehen?
Innerhalb einer Reihe beträgt der ideale Abstand etwa 40 bis 50 Zentimeter. Zwischen zwei Reihen sollten ungefähr 1,5 bis 2 Meter liegen.
Brauchen Himbeeren eine Rankhilfe?
Sommerhimbeeren benötigen fast immer eine Rankhilfe. Auch hohe Herbsthimbeeren profitieren von einer Stütze, besonders an windigen Standorten.
Wann schneidet man Himbeeren?
Bei Sommerhimbeeren werden die abgetragenen Ruten unmittelbar nach der Ernte entfernt. Herbsthimbeeren werden im Spätwinter vor dem neuen Austrieb vollständig bodennah zurückgeschnitten.
Muss man zwei Himbeersorten pflanzen?
Nein. Himbeeren sind in der Regel selbstfruchtbar, sodass bereits eine einzelne Sorte Früchte tragen kann. Mehrere Sorten können jedoch die Erntezeit verlängern und die Bestäubungssituation verbessern.
Wie oft müssen Himbeeren gegossen werden?
Gieße, sobald der Boden unterhalb der Mulchschicht abzutrocknen beginnt. In längeren Trockenperioden ist ein- bis zweimal wöchentliches, gründliches Gießen meist besser als tägliches oberflächliches Wässern.
Kann man Himbeeren mit Kaffeesatz düngen?
Kaffeesatz kann in kleinen Mengen kompostiert und anschließend mit dem Kompost ausgebracht werden. Direkt in dicken Schichten auf dem Himbeerbeet kann er verklumpen oder schimmeln. Als alleiniger Dünger ist Kaffeesatz nicht geeignet.
Kann man Himbeeren im Hochbeet anbauen?
Grundsätzlich ja. Das Hochbeet muss jedoch ausreichend groß und tief sein. Himbeeren bilden Ausläufer und benötigen dauerhaft viel Wurzelraum. Außerdem trocknet ein Hochbeet schneller aus als der Gartenboden.
Wie lange tragen Himbeerpflanzen?
Ein gesunder Bestand kann etwa acht bis zwölf Jahre und bei guten Bedingungen auch länger ertragreich bleiben. Wiederkehrende Krankheiten, schwache Ruten und sinkende Erträge sprechen für einen Standortwechsel.
Warum werden Himbeerblätter gelb?
Mögliche Ursachen sind Staunässe, Trockenheit, ein ungeeigneter pH-Wert, Wurzelschäden oder eine unausgewogene Nährstoffversorgung. Bevor gedüngt wird, sollten Bodenfeuchtigkeit und Standortbedingungen überprüft werden.
Kann man Sommer- und Herbsthimbeeren nebeneinander pflanzen?
Ja, beide Gruppen können im selben Garten wachsen. Getrennte Reihen sind jedoch empfehlenswert, damit es beim Schnitt nicht zu Verwechslungen kommt.
Sind Himbeeren winterhart?
Die meisten für mitteleuropäische Gärten angebotenen Sorten sind ausreichend winterhart. Kübelhimbeeren benötigen zusätzlichen Schutz, weil ihr Wurzelballen schneller durchfriert.
Mit dem richtigen Schnitt zur reichen Himbeerernte
Himbeeren sind langlebige, ertragreiche Beerensträucher, die sich auch von Gartenanfängern erfolgreich anbauen lassen. Die wichtigsten Voraussetzungen sind ein sonniger bis halbschattiger Standort, ein lockerer und humusreicher Boden sowie eine gleichmäßige Wasserversorgung ohne Staunässe.
Eine Mulchschicht schützt die flachen Wurzeln, während eine maßvolle Düngung im Frühjahr für gesundes Wachstum sorgt. Zu viele Ruten, übermäßige Düngung und ein dauerhaft nasser Boden schaden den Pflanzen dagegen mehr, als sie ihnen nutzen.
Besonders entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Sommer- und Herbsthimbeeren. Sommerhimbeeren tragen an den Ruten des Vorjahres, weshalb nach der Ernte nur die abgetragenen Ruten entfernt werden. Herbsthimbeeren fruchten an den jungen Ruten des laufenden Jahres und können im Spätwinter vollständig zurückgeschnitten werden.
Wer diese Grundregel beachtet, den Bestand luftig hält und während der Fruchtentwicklung regelmäßig gießt, kann über viele Jahre aromatische Himbeeren direkt aus dem eigenen Garten ernten.
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