Gottesanbeterin (Mantis religiosa) im Garten: erkennen, schützen und richtig handeln
Fast regungslos sitzt sie zwischen hohen Gräsern, Stauden oder Kräutern. Der dreieckige Kopf scheint jede Bewegung zu verfolgen, während die bedornten Vorderbeine wie zum Gebet vor dem Körper gefaltet sind. Wer zum ersten Mal eine Gottesanbeterin im Garten entdeckt, ist oft gleichermaßen fasziniert und verunsichert.
Doch Sorge ist nicht nötig: Die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) frisst keine Pflanzen, beschädigt weder Gemüse noch Blumen und ist für Menschen ungefährlich. Im Gegenteil: Ihre Anwesenheit ist ein bemerkenswertes Zeichen dafür, dass ein Garten genügend Wärme, Deckung und Insektenleben bietet.
Das Wichtigste auf einen Blick
Eine Gottesanbeterin im Garten sollte möglichst in Ruhe gelassen werden. Das Tier ist nicht giftig, besitzt keinen Stachel und verursacht keine Pflanzenschäden. Es ernährt sich räuberisch von anderen Insekten und Spinnen.
In Deutschland gehört die Europäische Gottesanbeterin zu den besonders geschützten Arten. Sie darf nicht gefangen, verletzt, getötet oder aus der Natur mitgenommen werden. Beobachten und Fotografieren ist dagegen problemlos möglich.
Besondere Vorsicht ist bei Gartenarbeiten im Spätsommer, Herbst und Frühjahr geboten. An Halmen, Zweigen, Mauern oder Holzteilen können sich die Eipakete der Gottesanbeterin befinden. Diese sogenannten Ootheken sollten unbedingt unberührt bleiben.

Was ist eine Gottesanbeterin?
Die Europäische Gottesanbeterin gehört zur Ordnung der Fangschrecken. Sie ist die einzige natürlicherweise in Mitteleuropa vorkommende Vertreterin dieser Insektengruppe.
Ihren deutschen Namen verdankt sie ihrer auffälligen Körperhaltung. Die beiden kräftigen Fangbeine werden in Ruhestellung vor dem Körper getragen und erinnern dabei an zum Gebet gefaltete Hände.
Die Gottesanbeterin ist jedoch keine friedliche Pflanzenfresserin, sondern eine hoch spezialisierte Lauerjägerin. Sie wartet häufig lange Zeit vollkommen regungslos in der Vegetation. Kommt ein geeignetes Beutetier in Reichweite, schlägt sie blitzschnell mit ihren bedornten Fangarmen zu.
Wie erkennt man eine Gottesanbeterin?
Erwachsene Tiere sind aufgrund ihres ungewöhnlichen Körperbaus kaum zu verwechseln. Besonders auffällig sind:
- der dreieckige und sehr bewegliche Kopf,
- die großen seitlich sitzenden Facettenaugen,
- der lang gestreckte Vorderkörper,
- die kräftigen, bedornten Fangbeine,
- die grüne, gelbliche, beige oder braune Tarnfärbung,
- die langsamen, beinahe wiegenden Bewegungen.
Weibchen können eine Körperlänge von bis zu etwa acht Zentimetern erreichen. Männchen bleiben meistens kleiner und schlanker und werden ungefähr bis zu sechs Zentimeter lang.
Die Farbe verrät nicht, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt. Sowohl männliche als auch weibliche Tiere können grün, braun oder beige gefärbt sein. Die Färbung dient der Tarnung und passt sich dem Lebensraum an.
Warum ist die Gottesanbeterin plötzlich im Garten?
Die Europäische Gottesanbeterin liebt warme, trockene und sonnige Lebensräume. Früher wurde sie in Deutschland hauptsächlich in besonders milden Regionen wie dem Kaiserstuhl und entlang des Oberrheins gefunden. Inzwischen breitet sie sich immer weiter nach Norden aus.
Auch in Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und weiteren Bundesländern werden regelmäßig Tiere beobachtet. Besonders warme Frühjahre und Sommer begünstigen die Entwicklung der Eier und Jungtiere.
Im Sommer 2026 wurden Gottesanbeterinnen vielerorts ungewöhnlich früh und häufig entdeckt. Einzelne Nachweise gibt es inzwischen aus allen Bundesländern, auch wenn die Art im Norden und in höheren Mittelgebirgslagen weiterhin deutlich seltener vorkommt.
Ein Garten bietet der Gottesanbeterin gute Bedingungen, wenn er mehrere dieser Merkmale besitzt:
- sonnige und windgeschützte Bereiche,
- höhere Gräser und Stauden,
- warme Hecken- und Gebüschränder,
- trockene Böschungen oder Mauern,
- wenig gemähte Flächen,
- viele unterschiedliche Insekten,
- keine oder nur geringe Verwendung von Pflanzenschutzmitteln.
Ein einzelnes Tier muss allerdings nicht bedeuten, dass sich die Art bereits dauerhaft im Garten vermehrt. Erwachsene Gottesanbeterinnen können neue Lebensräume aufsuchen und dabei auch auf Terrassen, Balkonen, Hauswänden oder in Wohngebieten auftauchen.
Ist eine Gottesanbeterin gefährlich?
Für Menschen stellt die Gottesanbeterin keine Gefahr dar. Sie ist nicht giftig und besitzt keinen Stachel. Auch von sich aus greift sie Menschen nicht an.
Wird das Tier bedrängt oder mit den Fingern festgehalten, kann es eine Drohhaltung einnehmen und versuchen, sich mit seinen Fangbeinen zu verteidigen. Ein solches Verhalten ist jedoch reine Abwehr. Schon deshalb sollte eine Gottesanbeterin nicht angefasst werden.
Auch für Hunde und Katzen ist sie grundsätzlich ungefährlich. Haustiere können allerdings versuchen, das auffällige Insekt zu fangen oder damit zu spielen. Dabei wird eher die geschützte Gottesanbeterin verletzt als das Haustier. Katzen und Hunde sollten deshalb möglichst auf Abstand gehalten werden.
Frisst die Gottesanbeterin Pflanzen?
Nein. Die Gottesanbeterin ernährt sich ausschließlich räuberisch und verursacht keine Fraßschäden an Gemüse, Kräutern, Obstgehölzen oder Zierpflanzen.
Ihre Beute besteht unter anderem aus:
- Fliegen,
- Heuschrecken,
- Nachtfaltern,
- kleineren Schmetterlingen,
- Wespen und anderen Hautflüglern,
- Spinnen,
- Käfern,
- gelegentlich anderen Gottesanbeterinnen.
Die kräftigen Fangbeine sind mit Dornen besetzt. Damit hält die Gottesanbeterin ihre Beute fest und beginnt häufig bereits unmittelbar nach dem Fang zu fressen.
Ist die Gottesanbeterin ein Nützling?
Die Gottesanbeterin kann auch Insekten erbeuten, die im Garten als Schädlinge gelten. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Fliegen, Heuschrecken oder pflanzenfressende Falter.
Sie ist jedoch kein gezielt einsetzbarer Schädlingsbekämpfer. Die Gottesanbeterin unterscheidet nicht zwischen vermeintlich schädlichen und nützlichen Arten. Auch Wildbienen, Wespen, Schmetterlinge oder andere wertvolle Garteninsekten können zu ihrer Beute werden.
Sie sollte deshalb nicht ausschließlich als Nützling oder Schädlingsvertilger betrachtet werden. Vielmehr ist sie Teil eines natürlichen Nahrungsnetzes und gehört zu einem lebendigen Gartenökosystem.
Wer Schädlinge möglichst naturnah regulieren möchte, findet weitere Möglichkeiten im Beitrag über biologischen Pflanzenschutz im Garten.
Gottesanbeterin im Garten gefunden: Was sollte man tun?
Am besten lassen Sie das Tier genau dort, wo Sie es entdeckt haben. Oft sitzt eine Gottesanbeterin über längere Zeit an derselben Pflanze und wartet auf vorbeikommende Beute.
1. Nicht anfassen oder einfangen
Versuchen Sie nicht, die Gottesanbeterin mit den Händen zu greifen. Das Tier könnte dabei verletzt werden. Auch das Mitnehmen und Halten in einem Terrarium ist nicht erlaubt.
2. Gartenarbeiten kurz unterbrechen
Befindet sich das Tier in einem Bereich, der gerade gemäht, geschnitten oder gehäckselt werden soll, unterbrechen Sie die Arbeiten zunächst. Warten Sie, ob die Gottesanbeterin von selbst weiterzieht.
3. Keine Insektensprays verwenden
Insektizide können die Gottesanbeterin unmittelbar schädigen. Gleichzeitig vernichten sie ihre Nahrungsgrundlage. Auch vermeintlich harmlose Sprays sollten in der Umgebung des Fundortes nicht eingesetzt werden.
4. Haustiere fernhalten
Katzen und Hunde betrachten größere Insekten häufig als Spielzeug oder Beute. Halten Sie Haustiere deshalb vorübergehend von der Fundstelle fern.
5. Nur bei unmittelbarer Gefahr vorsichtig umsetzen
Sitzt die Gottesanbeterin auf einer befahrenen Straße, einem häufig genutzten Weg, einem Rasenmäher oder an einer anderen gefährlichen Stelle, kann man ihr einen längeren Zweig hinhalten.
Meist steigt sie nach kurzer Zeit selbst darauf. Anschließend kann der Zweig wenige Meter entfernt in eine sonnige, geschützte Staude oder in höheres Gras gestellt werden. Das Tier sollte nicht weit vom Fundort entfernt oder in einen anderen Lebensraum gebracht werden.
Die Gottesanbeterin steht unter besonderem Schutz
Die Europäische Gottesanbeterin ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Sie darf daher nicht gefangen, verletzt, getötet oder aus der Natur entnommen werden.
Das gilt auch dann, wenn sich inzwischen deutlich mehr Gottesanbeterinnen beobachten lassen als noch vor einigen Jahrzehnten.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen gesetzlichem Schutz und Gefährdungseinstufung: In der aktuellen bundesweiten Roten Liste wird Mantis religiosa als ungefährdet eingestuft. Der besondere gesetzliche Schutz besteht trotzdem weiter.
Beobachten und Fotografieren ist erlaubt. Dabei sollte das Tier nicht berührt, bedrängt oder für ein besseres Foto umgesetzt werden.
Was ist eine Oothek?
Nach der Paarung legt das Weibchen seine Eier nicht einzeln ab. Es umgibt sie mit einer zunächst schaumartigen Masse, die anschließend aushärtet. Dieses Eipaket wird als Oothek bezeichnet.
Eine Oothek ist meistens hellbeige bis hellbraun und erinnert entfernt an ausgehärteten Bauschaum. Sie kann ungefähr so groß wie das letzte Glied eines erwachsenen Zeigefingers werden und bis zu etwa 200 Eier enthalten.
Ootheken können unter anderem befestigt sein an:
- trockenen Grashalmen,
- Staudenstängeln,
- dünnen Zweigen,
- Sträuchern,
- Holzlatten und Zäunen,
- Mauern,
- Regenrohren,
- Steinen oder Felsen.
Die Eiablage erfolgt überwiegend zwischen Spätsommer und Herbst. Die Eier bleiben während des Winters in der schützenden Schaummasse. Je nach Witterung schlüpfen die winzigen Nymphen im folgenden Frühjahr oder Frühsommer.
Vorsicht beim Rückschnitt im Herbst und Frühjahr
Ootheken werden leicht übersehen. Wer im Herbst sämtliche Stauden bodennah abschneidet, Gräser entfernt oder trockene Pflanzenreste häckselt, kann unbemerkt ein Eipaket zerstören.
Lassen Sie deshalb einen Teil der trockenen Stauden und Gräser bis weit ins Frühjahr stehen. Kontrollieren Sie Stängel und Zweige vor dem Rückschnitt sorgfältig.
Entdecken Sie eine Oothek, sollte sie:
- nicht geöffnet,
- nicht abgekratzt,
- nicht ins Haus gebracht,
- nicht mit Wasser gereinigt,
- nicht mit Lack oder Holzschutzmitteln übersprüht werden.
Auch wenn eine Oothek leer erscheint, sollte sie zunächst unberührt bleiben. Nach dem Schlupf bleibt die ausgehärtete Hülle häufig am Untergrund zurück.
Das Stehenlassen trockener Pflanzen hilft nicht nur Gottesanbeterinnen. Auch zahlreiche andere Insekten nutzen hohle Stängel, Ritzen, Laub und Pflanzenreste als Winterquartier.
So fördern Sie Gottesanbeterinnen im Garten
Eine Gottesanbeterin lässt sich nicht gezielt ansiedeln. Wer einen geeigneten Lebensraum schaffen möchte, sollte vielmehr die gesamte Insektenvielfalt fördern.
Nicht jede Fläche gleichzeitig mähen
Mähen Sie größere Flächen abschnittsweise. Bleibt immer ein Teil der Vegetation stehen, finden Insekten weiterhin Nahrung, Deckung und Rückzugsräume.
Eine gute Möglichkeit ist eine Blumenwiese statt eines kurz geschnittenen Golfrasens. Selbst kleinere Grasinseln können bereits wertvoll sein.
Heimische Blühpflanzen verwenden
Blütenreiche Gärten ziehen viele unterschiedliche Insekten an und schaffen damit die Nahrungsgrundlage für räuberische Arten. Besonders wertvoll sind Pflanzen mit ungefüllten Blüten und unterschiedlichen Blütezeiten.
Eine praktische Anleitung finden Sie im Ratgeber Wildblumenwiese anlegen.
Sonnige, trockene Bereiche erhalten
Nicht jeder Teil des Gartens muss feucht, schattig und dicht bepflanzt sein. Warme Böschungen, sonnige Säume, Trockenmauern und locker bewachsene Stellen können für die Gottesanbeterin besonders interessant sein.
Auf chemische Insektenbekämpfung verzichten
Pflanzenschutzmittel treffen selten nur die beabsichtigte Art. Sie können Nützlinge, Beutetiere und andere Bestandteile des natürlichen Gleichgewichts schädigen.
Stauden über Winter stehen lassen
Trockene Halme und Samenstände sehen im Winter nicht nur reizvoll aus. Sie bieten Schutz für Eier, Larven und überwinternde Insekten.
Insektenvielfalt statt einzelner Hilfsmittel fördern
Ein Insektenhotel allein schafft noch keinen artenreichen Garten. Entscheidend sind Blüten, offene Bodenstellen, Totholz, ungestörte Ecken und ein möglichst geringes Störungsniveau.
Hinweise zur sinnvollen Gestaltung finden Sie im Beitrag Insektenhotel: Standort, Aufbau und wichtige Tipps.
Auch ein bienenfreundlich gestalteter Garten trägt zu einer größeren Insektenvielfalt bei. Dabei gehört es zur Natur, dass einige Insekten Bestäuber sind und andere als deren Fressfeinde auftreten.

Frisst das Weibchen wirklich das Männchen?
Der sogenannte Sexualkannibalismus ist das wohl bekannteste Verhalten der Gottesanbeterin. Tatsächlich kann es vorkommen, dass das größere Weibchen das kleinere Männchen während oder nach der Paarung frisst.
Das geschieht jedoch nicht bei jeder Paarung. In freier Natur können viele Männchen nach der Paarung entkommen. Hunger, Ernährungszustand, Umgebung und Verhalten der Tiere beeinflussen, ob es zu einem solchen Angriff kommt.
Die verbreitete Vorstellung, jedes Gottesanbeterinnen-Weibchen fresse zwangsläufig seinen Partner, ist daher übertrieben.
Wie überwintert die Gottesanbeterin?
Erwachsene Gottesanbeterinnen überleben den mitteleuropäischen Winter normalerweise nicht. Sie bleiben bis zum Herbst beziehungsweise bis zu den ersten stärkeren Frösten aktiv.
Die nächste Generation überwintert geschützt als Ei in der Oothek. Im Frühjahr schlüpfen daraus winzige Nymphen. Sie sehen bereits wie kleine Gottesanbeterinnen aus, besitzen aber noch keine vollständig entwickelten Flügel.
Nach mehreren Häutungen erreichen sie im Laufe des Sommers das Erwachsenenstadium.
Sichtung fotografieren und melden
Eine Beobachtung kann für die Dokumentation der weiteren Ausbreitung wertvoll sein. Fotografieren Sie das Tier möglichst ohne es zu berühren.
Hilfreich sind:
- eine Aufnahme von oben,
- ein seitliches Foto,
- das Funddatum,
- der genaue Fundort,
- eine kurze Beschreibung des Lebensraums,
- bei einer Oothek ein Foto des Untergrundes und der Umgebung.
Beobachtungen können unter anderem über NABU-Naturgucker sowie über Meldeplattformen der Landesumweltämter und regionale Naturschutzprojekte eingetragen werden.
Häufige Fragen zur Gottesanbeterin im Garten
Kann eine Gottesanbeterin beißen?
Wird eine Gottesanbeterin festgehalten oder stark bedrängt, kann sie versuchen, sich zu verteidigen. Eine ernsthafte Gefahr besteht für Menschen jedoch nicht. Das Tier sollte schon zu seinem eigenen Schutz nicht angefasst werden.
Kann eine Gottesanbeterin fliegen?
Erwachsene Tiere besitzen Flügel. Besonders die leichteren Männchen können damit neue Standorte erreichen. Weibchen sind kräftiger gebaut und bewegen sich häufig eher kletternd oder über kürzere Strecken.
Was tun, wenn die Gottesanbeterin im Haus sitzt?
Öffnen Sie zunächst ein Fenster oder eine Tür. Findet das Tier nicht selbst hinaus, halten Sie ihm einen langen Zweig hin. Sobald es darauf geklettert ist, bringen Sie es nach draußen und setzen den Zweig an einer sonnigen, geschützten Pflanze ab.
Muss man eine Gottesanbeterin füttern?
Nein. Ein frei lebendes Tier sollte weder eingefangen noch gefüttert werden. In einem geeigneten Lebensraum findet es selbstständig Beute.
Schadet die Gottesanbeterin Bienen?
Eine Gottesanbeterin kann auch Bienen und andere Bestäuber erbeuten. Das gehört zu ihrem natürlichen Verhalten. Einzelne Tiere gefährden jedoch nicht automatisch den Bienenbestand eines Gartens.
Bedeutet eine Gottesanbeterin, dass im Garten ein Nest ist?
Nein. Gottesanbeterinnen bauen kein Nest und leben überwiegend einzeln. Ein Weibchen kann im Spätsommer oder Herbst jedoch eine oder mehrere Ootheken in der Umgebung ablegen.
Kann man Gottesanbeterinnen kaufen und im Garten aussetzen?
Nein. Die geschützten Tiere dürfen nicht einfach gefangen, gehalten, gekauft oder ausgesetzt werden. Zudem könnten ausgesetzte Tiere aus anderen Regionen die natürlichen Populationen beeinflussen.
Eine Gottesanbeterin im Garten ist ein besonderer Gast
Eine Gottesanbeterin im Garten ist kein Schädling und kein Grund zur Angst. Sie frisst keine Pflanzen, ist für Menschen ungefährlich und gehört zu den faszinierendsten heimischen Insekten.
Lassen Sie das Tier in Ruhe, verzichten Sie in seiner Umgebung auf Mäharbeiten und Insektensprays und achten Sie beim späteren Rückschnitt auf mögliche Ootheken.
Am meisten helfen Sie der Gottesanbeterin nicht durch besondere Fütterung oder ein Terrarium, sondern durch einen lebendigen Garten: mit blühenden Pflanzen, höheren Gräsern, sonnigen Rückzugsorten, ungemähten Teilflächen und möglichst wenig Chemie.
Quellen und weiterführende Links
NABU: Die Gottesanbeterin breitet sich immer weiter aus
NABU: Gottesanbeterinnen 2026 besonders früh und häufig
NABU-Naturgucker: Gottesanbeterin erkennen und Beobachtungen melden
Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg: Europäische Gottesanbeterin
Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Mantis religiosa
Bundesartenschutzverordnung: Anlage 1 zum Schutzstatus wild lebender Tier- und Pflanzenarten
Mitmachprojekt Gottesanbeterin gesucht: Verbreitung und Schutz in Deutschland

Hobbykoch, Gartenliebhaber und Autor