Brennholz richtig lagern: So bleibt Kaminholz trocken und ofenfertig
Ein gut gefüllter Holzvorrat vermittelt Sicherheit und gehört für viele Ofenbesitzer zur Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit. Doch selbst hochwertiges Buchen-, Eichen- oder Eschenholz verliert einen Teil seines Nutzens, wenn es auf feuchtem Boden liegt, direkt an die Hauswand gestapelt oder vollständig unter einer Plane eingeschlossen wird.
Wer Brennholz richtig lagern möchte, muss vor allem drei Bedingungen schaffen: Das Holz benötigt einen trockenen Unterbau, Schutz vor Niederschlägen und ausreichend Luft von möglichst vielen Seiten. Zwischen Holzstapel und Hauswand sollten mindestens zehn Zentimeter frei bleiben. In den Wohnraum gehört nur der kurzfristige Bedarf.
Wer sich zusätzlich mit Holzarten, Raummaßen, Brennholzkauf und richtigem Heizen beschäftigen möchte, findet alle Grundlagen in unserem ausführlichen Brennholz-Ratgeber.
Brennholz richtig lagern: Das Wichtigste auf einen Blick
Bereich
Empfehlung
Standort
Sonnig oder warm, luftig und vor Schlagregen geschützt
Abstand zur Hauswand
Mindestens 10 Zentimeter
Unterbau
Paletten, Kanthölzer, Rundhölzer oder geeignete Metallträger
Regenschutz
Festes Dach oder Abdeckung ausschließlich von oben
Stapelweise
Stabil, luftig und möglichst nicht mehrere Meter tief
Plane
Niemals vollständig um den Holzstapel wickeln
Holzfeuchte
Vor dem Verheizen im frisch gespaltenen Scheit messen
Wohnraum
Nur Tagesbedarf beziehungsweise Bedarf für höchstens zwei Tage
Keller
Für frisches oder feuchtes Holz ungeeignet
Kontrolle
Regelmäßig auf Feuchtigkeit, Schimmel, Fäulnis und Insekten prüfen
Die wichtigste Grundregel lautet:
Brennholz muss von unten trocken, von oben geschützt und von den Seiten gut belüftet sein.
Brennholz richtig lagern Infografik
Warum die richtige Brennholzlagerung so wichtig ist
Frisch geschlagenes Holz enthält noch sehr viel Wasser. Bevor es als Brennstoff verwendet werden kann, muss ein erheblicher Teil dieser Feuchtigkeit entweichen.
Wird zu feuchtes Holz verbrannt, muss zunächst Energie aufgewendet werden, um das Wasser im Holz zu erwärmen und zu verdampfen. Diese Energie steht nicht mehr zur Erwärmung des Raumes zur Verfügung. Gleichzeitig sinkt die Temperatur im Brennraum.
Mögliche Folgen sind:
geringere Wärmeausbeute,
erschwertes Anzünden,
dunkler Rauch,
verrußte Ofenscheiben,
unangenehme Gerüche,
erhöhte Schadstoffemissionen,
Ablagerungen in Ofenrohr und Schornstein,
stärkerer Holzverbrauch.
Auch die Lagerfähigkeit leidet. Bleibt Scheitholz über längere Zeit feucht, können holzabbauende Pilze aktiv werden. Das Holz verstockt, wird mürbe und verliert Energieinhalt.
Holzfeuchte und Wassergehalt nicht verwechseln
Bei Brennholz werden zwei unterschiedliche Werte verwendet.
Der Wassergehalt beschreibt den Anteil des Wassers am Gesamtgewicht des feuchten Holzes. Die Holzfeuchte setzt die Wassermenge dagegen ins Verhältnis zur vollständig trockenen Holzmasse.
Das führt zu unterschiedlichen Prozentangaben:
Ein Wassergehalt von rund 20 Prozent entspricht ungefähr einer Holzfeuchte von 25 Prozent.
Lufttrockenes, ofenfertiges Brennholz liegt gewöhnlich bei etwa 15 bis 20 Prozent Wassergehalt.
Handelsübliche Messgeräte zeigen häufig die Holzfeuchte und nicht den Wassergehalt an.
Nach der Ersten Bundes-Immissionsschutzverordnung darf gewöhnliches Scheitholz nur verwendet werden, wenn sein Feuchtegehalt unter 25 Prozent bezogen auf das Trocken- oder Darrgewicht liegt.
Für die praktische Kontrolle ist ein Messwert um 20 Prozent oder darunter auf der frisch gespaltenen Innenfläche eine gute Orientierung. Beachten Sie jedoch immer, welche Messgröße Ihr Gerät tatsächlich anzeigt.
Der richtige Standort für das Brennholzlager
Ein geeigneter Lagerplatz sollte warm, gut belüftet und vor länger anhaltender Nässe geschützt sein. Sonne hilft beim Erwärmen des Holzes. Noch wichtiger ist jedoch die Luftbewegung: Nur wenn feuchte Luft vom Stapel wegtransportiert wird, kann weitere Feuchtigkeit aus den Scheiten entweichen.
Gut geeignet sind beispielsweise:
ein offener Brennholzunterstand,
ein Platz unter einem ausreichend vorgezogenen Dach,
eine sonnige Gebäudeseite mit guter Luftbewegung,
ein freistehender, überdachter Holzstapel,
eine luftige Holzhütte mit offenen oder durchlässigen Seiten.
Weniger geeignet sind:
dauerhaft schattige Hausecken,
Senken mit Staunässe,
Plätze unmittelbar unter dichten Bäumen,
schlecht entwässerte Böden,
geschlossene Gartenhäuser ohne Lüftung,
feuchte Garagen,
Keller oder andere geschlossene Lagerräume.
Eine sonnige Süd- oder Westseite kann günstig sein. Sie ist aber nicht automatisch der beste Platz. Wird das Holz dort regelmäßig von Schlagregen getroffen oder steht die Luft zwischen zwei Gebäuden, kann ein weniger sonniger, dafür gut belüfteter Standort besser funktionieren.
Wie viel Abstand sollte Brennholz zur Hauswand haben?
Wird Brennholz an einem Gebäude gelagert, sollte es niemals unmittelbar an der Fassade anliegen. Zwischen Holzstapel und Hauswand müssen mindestens zehn Zentimeter Abstand bleiben.
Dieser Luftspalt ermöglicht eine Hinterlüftung des Stapels. Warme, feuchte Luft kann hinter dem Brennholz aufsteigen und entweichen.
Der Wandabstand erfüllt mehrere Aufgaben:
Er verbessert die Trocknung.
Er verhindert eingeschlossene Feuchtigkeit.
Er schützt Putz, Holzverschalung und andere Fassadenoberflächen.
Er erleichtert die Kontrolle auf Schimmel, Tiere und Bauschäden.
Er verhindert, dass Rinde, Laub und Schmutz dauerhaft an der Wand liegen.
Bei einer feuchten, rauen oder mit Holz verkleideten Fassade sind 15 bis 20 Zentimeter Abstand häufig sinnvoller. Auch hinter sehr breiten oder dicht gesetzten Stapeln sollte mehr Platz eingeplant werden.
Diese Bereiche dürfen nicht zugestellt werden
Achten Sie darauf, dass der Holzstapel keine wichtigen Gebäudeteile verdeckt:
Kellerfenster,
Lüftungsöffnungen,
Fallrohre,
Revisionsöffnungen,
Außensteckdosen,
Hausanschlüsse,
Flucht- und Rettungswege.
Der Abstand zur Hauswand dient hauptsächlich der Belüftung. Er ersetzt keine Brandschutzabstände. Zu Feuerstätten, heißen Abgasleitungen, Grills und anderen möglichen Zündquellen gelten gesonderte Sicherheitsvorgaben.
Brennholz auf Paletten oder Kanthölzern lagern
Scheitholz darf nicht direkt auf Erde, Rasen oder einem dauerhaft feuchten Untergrund liegen. Die unterste Holzreihe würde Boden- und Spritzwasser aufnehmen und nur sehr langsam trocknen.
Auch Pflastersteine sind nicht immer ausreichend. Zwischen Holz und Pflaster kann sich Feuchtigkeit sammeln. Zudem wird die unterste Reihe kaum von Luft erreicht.
Geeignete Unterkonstruktionen sind:
stabile Holzpaletten,
druckfeste Kanthölzer,
Rundhölzer,
Metallprofile,
Betonsteine mit daraufgelegten Balken,
fertige Brennholzregale.
Der Unterbau muss eben, tragfähig und gegen Verrutschen gesichert sein. Ein voller Brennholzstapel entwickelt ein erhebliches Gewicht. Morsche Paletten oder dünne, lose aufgelegte Latten können brechen und den gesamten Stapel zum Kippen bringen.
So wird der Untergrund vorbereitet
Auf weichem Boden empfiehlt sich folgender Aufbau:
Grasnarbe und lockeres Material entfernen.
Boden möglichst eben herstellen.
Gehwegplatten oder tragfähige Steine auflegen.
Darauf Kanthölzer oder eine stabile Palette platzieren.
Zwischen Unterbau und Boden ausreichend Luft lassen.
Prüfen, ob Regenwasser seitlich ablaufen kann.
Die Paletten sollten regelmäßig kontrolliert werden. Gerade unbehandeltes Holz kann im ständigen Kontakt mit feuchtem Boden selbst verrotten.
Brennholz vor Regen schützen
Ein zuverlässiger Regenschutz ist unverzichtbar. Am besten eignet sich ein festes Dach mit leichtem Gefälle und ausreichendem Überstand.
Mögliche Lösungen sind:
ein vorgezogenes Haus- oder Schuppendach,
ein offener Holzunterstand,
Wellblech oder geeignete Dachplatten,
eine stabile Holzplatte mit wetterfester Dachhaut,
eine straff befestigte Plane über der Oberseite.
Der Dachüberstand sollte so groß sein, dass auch schräg fallender Regen nicht ständig in die obersten und seitlichen Scheitreihen eindringt. Regenwasser muss vom Holzlager weggeleitet werden und darf sich nicht am Unterbau sammeln.
Eine kurzfristige oberflächliche Befeuchtung einzelner Scheite ist meist weniger problematisch als dauerhafte Nässe. Kritisch wird es, wenn das Holz immer wieder nass wird und zwischen den Regenfällen nicht ausreichend abtrocknen kann.
Warum eine geschlossene Plane problematisch ist
Eine Plane erscheint zunächst als besonders sicherer Regenschutz. Wird sie jedoch vollständig um den Holzstapel gewickelt, entsteht darunter schnell ein feuchtes Kleinklima.
Aus dem trocknenden Holz tritt Wasserdampf aus. Kann die feuchte Luft nicht entweichen, steigt die Luftfeuchtigkeit unter der Plane. Kühlt die Luft in der Nacht ab, kann sich an der Innenseite der Folie Kondenswasser bilden. Dieses Wasser tropft anschließend wieder auf das Holz.
Mögliche Folgen sind:
deutlich langsamere Trocknung,
Kondenswasser unter der Plane,
Stockflecken,
Schimmelbildung,
muffiger Geruch,
Verstockung und Fäulnis,
günstige Bedingungen für Pilze und bestimmte Insekten,
sinkender Energieinhalt.
So wird eine Plane richtig verwendet
Eine Plane sollte ausschließlich als Schutz von oben dienen.
Dabei gilt:
Plane straff befestigen,
ausreichenden Überstand vorsehen,
Vorder- und Rückseite offen lassen,
Seiten nicht bis zum Boden verschließen,
möglichst einen kleinen Luftspalt zwischen Plane und Holz schaffen,
Wasseransammlungen auf der Plane vermeiden.
Eine lose Plane, die bei jedem Windstoß über die Seiten fällt, ist ungeeignet. Sie behindert nicht nur die Belüftung, sondern kann sich lösen, Wasser sammeln oder am Holz scheuern.
Luftzirkulation: Der wichtigste Faktor beim Trocknen
Brennholz trocknet nicht allein durch Wärme. Die mit Feuchtigkeit angereicherte Luft muss vom Stapel weggeführt und durch trockenere Luft ersetzt werden.
Deshalb sollte Luft möglichst an mehreren Stellen zirkulieren können:
unter dem Stapel,
hinter dem Stapel,
an der Vorderseite,
an den Stirnseiten,
zwischen mehreren Holzreihen.
Ein einreihiger Holzstapel trocknet gewöhnlich schneller als ein mehrere Meter tiefer Holzblock. Müssen mehrere Reihen hintereinander angeordnet werden, sollte zwischen ihnen ein Luftkanal bleiben.
Geschlossene Rückwände sind nur geeignet, wenn sie ausreichend Lüftungsschlitze besitzen. Sehr dichte Seitenverkleidungen können die Trocknung ebenso behindern wie eine Plane.
Brennholz richtig stapeln
Ein Holzstapel muss luftig, aber gleichzeitig standsicher aufgebaut sein. Die Scheite dürfen nicht so fest zusammengepresst werden, dass keine Luftzwischenräume mehr vorhanden sind.
Bewährt haben sich:
einreihige Stapel,
kreuzweise geschichtete Stapelenden,
seitliche Pfosten,
stabile Metallregale,
unterteilte Holzfächer,
gut belüftete Gitterboxen.
Bei einem Kreuzstapel werden die Scheite an den Enden abwechselnd längs und quer gesetzt. Dadurch entsteht eine stabile Begrenzung, die gleichzeitig Luft durchlässt.
Sicherheit beim Stapeln
Hohe Holzstapel können umstürzen und schwere Verletzungen verursachen. Das gilt besonders auf unebenem Boden und bei unterschiedlich langen Scheiten.
Achten Sie deshalb darauf, dass:
der Untergrund eben ist,
die unterste Reihe stabil liegt,
keine Scheite weit herausragen,
die Stapelenden gesichert sind,
das Holz nicht in Richtung eines Weges kippen kann,
Kinder nicht am Stapel klettern,
Haustiere keine Scheite herausziehen können.
Ein etwas niedrigerer, dafür stabiler Stapel ist meist besser als ein sehr hoher und nur notdürftig gesicherter Holzstoß.
Brennholz frühzeitig sägen und spalten
Frisches Holz sollte möglichst bald nach der Aufarbeitung gespalten werden. Durch das Spalten wird die Oberfläche vergrößert, über die Wasser entweichen kann.
Dicke, ungespaltene Rundstücke bleiben im Inneren besonders lange feucht. Unter der Rinde können sich Pilze und Insekten entwickeln, während die äußere Oberfläche bereits trocken erscheint.
Auch die Scheitlänge beeinflusst die Trocknung. Kurze, auf den Ofen abgestimmte Scheite trocknen schneller als Meterholz oder dicke Stammabschnitte.
Wer regelmäßig größere Holzmengen auf Ofenlänge bringt, findet in unserem Praxisbeitrag zur Atika Wippkreissäge BWS 500 weitere Hinweise zur maschinellen Aufarbeitung von Brennholz.
Die zulässige Länge und Stärke der Scheite richtet sich nach der jeweiligen Feuerstätte. Maßgeblich ist die Bedienungsanleitung des Ofens.
Wie lange muss Brennholz trocknen?
Die oft genannte Regel, Brennholz müsse immer genau zwei Jahre lagern, ist zu pauschal. Die tatsächliche Trocknungsdauer hängt von zahlreichen Faktoren ab:
Holzart,
Ausgangsfeuchte,
Scheitlänge,
Scheitdurchmesser,
Zeitpunkt des Spaltens,
Luftbewegung,
Sonneneinstrahlung,
Luftfeuchtigkeit,
Regenschutz,
Bodenabstand,
Stapelbreite.
Unter sehr günstigen Bedingungen können gespaltene Scheite bereits nach einem warmen Frühjahr und Sommer einen brauchbaren Wassergehalt erreichen. Unter ungünstigen Bedingungen kann selbst eine zweijährige Lagerung nicht ausreichen.
Als grobe Orientierung gelten häufig:
Holz beziehungsweise Aufbereitung
Mögliche Trocknungszeit bei guter Lagerung
Dünnes, gespaltenes Nadelholz
Teilweise innerhalb einer warmen Trocknungssaison
Birke, Ahorn oder Esche
Häufig etwa 9 bis 18 Monate
Buche
Häufig etwa 12 bis 18 Monate
Eiche, Hainbuche und dickes Obstholz
Häufig 18 bis 24 Monate oder länger
Ungespaltene Rundstücke
Deutlich länger und nur schwer vorhersehbar
Diese Zeiträume ersetzen keine Messung. Ein schlecht gelagerter Stapel kann auch nach mehreren Jahren noch zu feucht sein.
Nicht das Einlagerungsdatum entscheidet, sondern die Feuchtigkeit im Inneren des Scheits.
Holzfeuchte richtig messen
Ein Holzfeuchtemessgerät ist nur dann hilfreich, wenn an der richtigen Stelle gemessen wird. Die Stirnseite und die äußere Oberfläche können wesentlich trockener sein als der Kern.
So gehen Sie vor:
Mehrere Scheite aus verschiedenen Bereichen des Stapels entnehmen.
Holz aus der oberen, mittleren und unteren Zone auswählen.
Dünne und dicke Scheite kontrollieren.
Jeden Prüfscheit unmittelbar vor der Messung spalten.
Elektroden auf der frisch gespaltenen Innenfläche ansetzen.
Möglichst quer zur Faserrichtung messen.
Mehrere Messungen pro Scheit durchführen.
Nicht nur den niedrigsten Einzelwert berücksichtigen.
Entscheidend ist der höchste wiederholt auftretende, plausible Wert. Ein einzelner trockener Scheit sagt noch nichts über den gesamten Vorrat aus.
Warum Klopftest und Trocknungsrisse nicht ausreichen
Trockenes Brennholz ist häufig leichter, klingt beim Gegeneinanderschlagen heller und besitzt sichtbare Stirnrisse. Diese Merkmale sind hilfreich, aber nicht zuverlässig.
Auch ein innen noch feuchter Scheit kann bereits Risse zeigen. Umgekehrt kann dichtes, schweres Hartholz trotz ausreichender Trocknung schwerer wirken als ein feuchtes Stück Pappel oder Fichte.
Schädlinge im Brennholz
Käfer, Larven oder einzelne Bohrlöcher sind bei Brennholz nicht ungewöhnlich. Zahlreiche Insektenarten entwickeln sich in frischem, geschädigtem oder abgestorbenem Holz.
Häufig handelt es sich um sogenannte Frischholzinsekten. Sie benötigen feuchtes Holz, Rinde oder den äußeren Splintholzbereich. Trockenes, entrindetes Bauholz oder Möbel werden von diesen Arten gewöhnlich nicht neu befallen.
Zu den möglichen Bewohnern von Brennholz gehören:
Bockkäfer,
Scheibenböcke,
Prachtkäfer,
Borkenkäfer,
Holzwespen,
verschiedene Nagekäfer.
Wärme beschleunigt den Schlupf
Werden befallene Scheite aus dem kalten Außenlager in einen warmen Wohnraum gebracht, kann die Temperaturerhöhung den Schlupf der Käfer beschleunigen. Die Tiere erscheinen dann häufig an Fenstern, weil sie zum Licht fliegen.
Einzelne aus dem Brennholz schlüpfende Käfer sind deshalb nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass Möbel oder Dachstuhl befallen sind.
Brennholz richtig lagern
Auf diese Warnzeichen sollten Sie achten
Kontrollieren Sie den Holzvorrat regelmäßig auf:
frisches Bohrmehl unter den Scheiten,
zahlreiche neue Ausfluglöcher,
sich großflächig lösende Rinde,
weiche oder schwammige Holzstellen,
auffällige Fraßgänge,
muffigen Geruch,
weißen, grauen oder farbigen Pilzbelag,
fortschreitenden Zerfall des Holzes.
Besondere Vorsicht ist bei einem möglichen Nagekäferbefall geboten. Solche Schädlinge können sich unter günstigen Bedingungen auch in trockenerem Holz entwickeln. Auffällige Scheite sollten nicht über längere Zeit in Keller, Garage oder Wohnraum aufbewahrt werden.
Bei starkem oder unklarem Befall ist eine fachkundige Bestimmung sinnvoll. Mit Holzschutzmitteln, Farben, Lacken oder anderen Chemikalien behandeltes Holz darf nicht als normales Brennholz verwendet werden.
Feuchtigkeit begünstigt Pilze und Insekten
Feuchte Scheite bieten holzabbauenden Pilzen und bestimmten Insekten bessere Lebensbedingungen als trockenes Brennholz. Pilze zersetzen nach und nach die Holzstruktur. Das Holz wird leichter, faserig oder brüchig und verliert an Heizwert.
Typische Hinweise auf eine misslungene Lagerung sind:
anhaltend muffiger Geruch,
großflächiger Schimmel,
weiche Stellen,
bröseliges Holz,
dunkle oder weißliche Verfärbungen,
stark verrottete Rinde,
wiederkehrende Feuchtigkeit im unteren Stapelbereich.
Eine oberflächliche Verfärbung an einem inzwischen vollständig trockenen Scheit ist nicht immer kritisch. Stark verfaultes oder dauerhaft muffiges Holz sollte jedoch getrennt werden.
Vor allem muss die Ursache beseitigt werden:
Dachüberstand vergrößern,
Seiten öffnen,
Plane entfernen oder höher setzen,
Bodenabstand verbessern,
Wandabstand vergrößern,
zu tiefe Stapel aufteilen,
beschädigte Paletten austauschen.
Brennholz nicht dauerhaft im Wohnraum lagern
Ein Holzkorb neben dem Kamin wirkt gemütlich. Der gesamte Wintervorrat gehört jedoch nicht ins Haus.
Im Wohnraum sollte nur die Menge gelagert werden, die am selben oder spätestens am folgenden Tag benötigt wird. Mehrere Gründe sprechen gegen eine längerfristige Innenlagerung:
Wärme kann Insekten zum vorzeitigen Schlüpfen bringen.
Lose Rinde und Holzstaub verschmutzen den Raum.
Spinnen und andere Kleintiere können eingeschleppt werden.
Einzelne Scheite können noch Restfeuchtigkeit enthalten.
Große Holzmengen erhöhen die Brandlast.
Sicherheitsabstände zur Feuerstätte werden leicht unterschritten.
Das Brennholz darf niemals direkt am Ofen, am Ofenrohr oder vor der Feuerraumtür gestapelt werden. Maßgeblich sind die Sicherheitsabstände aus der Bedienungsanleitung und die Vorgaben des zuständigen Schornsteinfegerbetriebs.
Darf Brennholz im Keller gelagert werden?
Frisches oder nur teilweise getrocknetes Brennholz gehört nicht in einen Keller. Das Holz gibt große Mengen Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Ohne ausreichende Lüftung können sich Schimmel, Verstockung und Schädlingsprobleme entwickeln.
Ein Keller kommt allenfalls für bereits trockenes Holz infrage, wenn:
der Raum nachweislich trocken ist,
ein ausreichender Luftwechsel stattfindet,
keine Fluchtwege blockiert werden,
brandschutzrechtliche Vorgaben eingehalten werden,
nur eine begrenzte Menge eingelagert wird.
Auch trockenes Brennholz sollte in einem feuchten Keller nicht über Monate aufbewahrt werden. Es kann erneut Feuchtigkeit aufnehmen.
Kann Brennholz in der Garage lagern?
Eine geschlossene Garage ist für die Trocknung frischen Holzes meist ungeeignet. In vielen Garagen fehlt die notwendige Querlüftung. Zusätzlich können Fahrzeuge, nasse Reifen und Kondensation die Luftfeuchtigkeit erhöhen.
Bereits trockenes Holz kann zeitweise in einer Garage gelagert werden, sofern:
die Garage trocken und gut belüftet ist,
das Holz auf einem Unterbau steht,
keine Gerüche nach Kraftstoff oder Chemikalien auftreten,
vorgeschriebene Verkehrs- und Fluchtwege frei bleiben,
die zulässige Lagermenge beachtet wird.
Holzvorräte nach Jahrgängen organisieren
Neue Scheite sollten nicht wahllos vor oder auf das bereits getrocknete Holz gestapelt werden. Sonst wird das ältere, ofenfertige Holz schwer erreichbar und bleibt unnötig lange liegen.
Bewährt hat sich das Prinzip:
Zuerst eingelagert, zuerst verbraucht.
Kennzeichnen Sie einzelne Stapel oder Fächer mit:
Holzart,
Monat und Jahr der Aufarbeitung,
Einlagerungsjahr,
Ergebnis der letzten Feuchtemessung.
Ein einfaches wetterfestes Schild genügt. Noch übersichtlicher wird der Vorrat, wenn jedes Jahr ein eigenes Fach oder eine eigene Stapelreihe erhält.
Weitere Artikel zu Aufarbeitung, Werkzeugen und Holzvorräten finden Sie in unserer Rubrik Waldarbeit und Brennholz.
Brennholzlager regelmäßig kontrollieren
Ein einmal aufgebauter Holzstapel sollte nicht bis zum Winter unbeachtet bleiben. Kontrollieren Sie ihn mehrmals im Jahr.
Im Frühjahr
Unterbau auf Frost- und Feuchtigkeitsschäden prüfen.
Morsche Paletten austauschen.
Abdeckung und Dach kontrollieren.
Umgestürzte oder herausgerutschte Scheite neu setzen.
Im Sommer
Seiten vollständig für die Luftzirkulation freihalten.
Überhängende Pflanzen zurückschneiden.
Plane nur als oberen Regenschutz verwenden.
Schimmelstellen und Schädlingsanzeichen kontrollieren.
Im Herbst
Holzfeuchte an mehreren Scheiten messen.
Ofenfertiges Holz vom jüngeren Vorrat trennen.
Dach und Regenablauf prüfen.
Zugang für Schnee und schlechtes Wetter freihalten.
Im Winter
Nur kleine Mengen ins Haus holen.
Nasses Holz nicht direkt in den Wohnraum bringen.
Nach Sturm oder Schnee die Standsicherheit kontrollieren.
Scheite passend zur Feuerstätte schneiden. Sehr dicke Stücke frühzeitig spalten.
Schritt 2: Geeigneten Standort auswählen
Einen luftigen, warmen und vor anhaltendem Regen geschützten Platz suchen.
Schritt 3: Untergrund vorbereiten
Für festen, ebenen und gut entwässerten Boden sorgen.
Schritt 4: Unterkonstruktion errichten
Paletten, Kanthölzer oder andere tragfähige Elemente so auflegen, dass Luft unter die unterste Scheitreihe gelangt.
Schritt 5: Wandabstand einhalten
Mindestens zehn Zentimeter Abstand zwischen Holz und Fassade lassen.
Schritt 6: Stapel standsicher aufbauen
Scheite geordnet und luftig schichten. Enden durch Kreuzstapel, Pfosten oder Regale sichern.
Schritt 7: Regenschutz anbringen
Festes Dach oder obere Abdeckung mit ausreichendem Überstand verwenden.
Schritt 8: Seiten offen lassen
Vorderseite, Rückseite und möglichst auch die Stirnseiten nicht mit einer Plane verschließen.
Schritt 9: Stapel beschriften
Holzart, Aufarbeitungsdatum und Einlagerungsjahr festhalten.
Schritt 10: Vor dem Verbrennen messen
Mehrere Scheite spalten und die Feuchtigkeit auf der frischen Innenfläche kontrollieren.
Die häufigsten Fehler bei der Brennholzlagerung
Brennholz direkt auf die Erde legen
Die unteren Scheite nehmen Bodenfeuchtigkeit auf und beginnen besonders schnell zu faulen.
Holz ohne Abstand an die Fassade stapeln
Die Hinterlüftung fehlt. Zwischen Holz und Hauswand kann sich Feuchtigkeit sammeln.
Den gesamten Stapel mit Folie einwickeln
Wasserdampf und Kondenswasser bleiben unter der Plane eingeschlossen.
Frisches Holz in Keller oder Garage trocknen
In geschlossenen Räumen fehlt häufig der notwendige Luftaustausch.
Ungespaltene Rundstücke liegen lassen
Der Holzkern bleibt lange feucht. Pilze und Insekten finden bessere Entwicklungsbedingungen.
Mehrere Reihen dicht aneinanderstellen
Ein tiefer Holzblock wird wesentlich schlechter durchlüftet als ein einreihiger Stapel.
Nur an der Stirnseite messen
Die Stirnfläche kann trocken erscheinen, obwohl der Kern noch zu viel Feuchtigkeit enthält.
Sehr hohe Stapel nicht sichern
Ein kippender Holzstapel kann Menschen, Tiere, Fahrzeuge und Gebäude beschädigen.
Zu viel Holz ins Wohnzimmer bringen
Große Vorräte erhöhen Brandlast, Schmutz und die Wahrscheinlichkeit schlüpfender Insekten.
Häufige Fragen zur Brennholzlagerung
Wie weit muss Brennholz von der Hauswand entfernt stehen?
Zwischen Holzstapel und Gebäudewand sollten mindestens zehn Zentimeter Abstand bleiben. Bei feuchten oder empfindlichen Fassaden kann ein größerer Abstand sinnvoll sein.
Darf Brennholz auf Paletten gelagert werden?
Ja. Stabile Paletten sind ein geeigneter Unterbau, wenn sie auf einem ebenen, tragfähigen und gut entwässerten Untergrund stehen.
Muss Brennholz immer abgedeckt werden?
Brennholz sollte vor Regen und Schnee geschützt werden. Die Abdeckung gehört jedoch nur auf die Oberseite. Die Seiten müssen für die Belüftung offen bleiben.
Kann Brennholz unter einer Plane trocknen?
Ja, sofern die Plane ausschließlich als Dach dient. Wird der Stapel vollständig eingewickelt, kann die Feuchtigkeit nicht entweichen.
Welche Seite des Hauses eignet sich am besten?
Süd- und Westseiten sind häufig warm und sonnig. Entscheidend sind jedoch Luftbewegung, Regenschutz und ein trockener Untergrund. Eine gut belüftete Ostseite kann geeigneter sein als eine windstille Südseite.
Wie lange muss Buchenholz lagern?
Gespaltenes Buchenholz benötigt bei guter Lagerung häufig etwa zwölf bis achtzehn Monate. Entscheidend ist die gemessene Feuchtigkeit im Scheitinneren.
Ist zwei Jahre gelagertes Holz immer trocken?
Nein. Liegt es auf feuchtem Boden, unter einer geschlossenen Plane oder in einem schlecht belüfteten Raum, kann es auch nach zwei Jahren noch zu feucht sein.
Wie viel Brennholz darf im Wohnzimmer stehen?
Empfehlenswert ist lediglich der Tagesbedarf oder die Menge für höchstens zwei Tage.
Sind Käfer im Brennholz gefährlich?
Viele Käferarten im Brennholz sind Frischholzinsekten und befallen trockenes Bauholz oder Möbel normalerweise nicht. Bei wiederkehrendem Bohrmehl, auffälligen Löchern oder einem möglichen Nagekäferbefall sollte das Holz jedoch fachkundig beurteilt werden.
Woran erkennt man schlecht gelagertes Holz?
Warnzeichen sind muffiger Geruch, weiche Stellen, großflächiger Pilzbelag, Verstockung, anhaltende Feuchtigkeit, frisches Bohrmehl und stark verrottete Rinde.
Brennholz trocken von unten und luftig von allen Seiten lagern
Um Brennholz richtig zu lagern, ist kein vollständig geschlossener Schuppen erforderlich. Entscheidend sind ein tragfähiger, belüfteter Unterbau, ausreichender Abstand zur Hauswand, ein verlässlicher Regenschutz und freie Luftzirkulation.
Besonders wichtig sind folgende Regeln:
mindestens zehn Zentimeter Abstand zur Hauswand,
keinen direkten Kontakt zum Boden,
Paletten oder Kanthölzer als Unterbau,
Abdeckung ausschließlich von oben,
Vorder- und Rückseite offen halten,
Holz frühzeitig spalten,
Feuchtigkeit im Scheitinneren messen,
nur den kurzfristigen Bedarf in den Wohnraum holen.
Ein vollständig mit Kunststoff umwickelter Holzstapel ist dagegen keine sichere Lagerung. Er kann zur Feuchtekammer werden und Schimmel, Verstockung sowie Energieverluste begünstigen.
Wer den Holzvorrat regelmäßig kontrolliert, Jahrgänge getrennt lagert und nur ausreichend trockenes Scheitholz verwendet, erhält einen zuverlässigen Brennstoff mit guter Wärmeausbeute.
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