Hochbeet automatisch bewässern: GARDENA Select und Schwitzschlauch richtig einsetzen
An einem heißen Julitag kann ein Hochbeet innerhalb weniger Stunden sein Gesicht verändern. Am Morgen stehen Salat, Mangold und Gurken noch satt und aufrecht. Am Nachmittag hängen die Blätter, die Oberfläche ist staubtrocken und unter den Tomaten zeigen sich erste Risse im Boden. Wer dann erst zur Gießkanne greift, reagiert häufig zu spät – und gibt aus Sorge eher zu viel als zu wenig Wasser.
Eine automatische Hochbeet-Bewässerung mit der GARDENA Bewässerungssteuerung Select und einem Schwitzschlauch kann dieses Problem lösen. Sie öffnet den Wasserfluss zu festgelegten Zeiten, verteilt das Wasser langsam im Wurzelraum und ermöglicht eine gleichmäßigere Versorgung. Gerade während des Urlaubs, an langen Arbeitstagen oder in sommerlichen Hitzeperioden bringt das spürbare Entlastung.
Doch eine Zeitschaltuhr allein macht noch keine gute Bewässerung. Entscheidend sind vier Dinge:
- Der Schwitzschlauch muss zum Hochbeet und zum vorhandenen Wasserdruck passen.
- Die Laufzeit muss anhand der tatsächlich ausgebrachten Wassermenge bestimmt werden.
- Die Programme müssen zur Bepflanzung, Jahreszeit und Bodenart passen.
- Das System muss vor dem ersten unbeaufsichtigten Einsatz gründlich getestet werden.
Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie du ein zuverlässiges Bewässerungssystem für dein Hochbeet mit GARDENA Select planst, installierst, programmierst und auf den tatsächlichen Wasserbedarf abstimmst.
Die wichtigste Praxisregel: Stelle die Bewässerungsdauer niemals nur nach Minuten ein. Miss zuerst, wie viele Liter dein Schwitzschlauch tatsächlich pro Minute abgibt. Erst daraus ergibt sich eine sinnvolle Laufzeit.
Die technischen Angaben beziehen sich auf die in Deutschland verbreitete GARDENA Bewässerungssteuerung Select 1891-20. Da Hersteller einzelne Produktdetails verändern können, solltest du vor der Montage zusätzlich die Angaben auf deiner Geräteverpackung und in der zugehörigen Bedienungsanleitung prüfen.
Warum sich ein Hochbeet besonders gut automatisch bewässern lässt
Hochbeete haben viele Vorteile: Der Boden erwärmt sich im Frühjahr schneller, die lockere Füllung erleichtert das Wurzelwachstum und die erhöhte Arbeitsfläche schont den Rücken. Gleichzeitig reagieren Hochbeete empfindlicher auf unregelmäßige Wassergaben.
Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Die lockere, humusreiche Füllung kann Wasser zwar gut aufnehmen, trocknet an der Oberfläche aber häufig schnell ab.
- Seitenteile aus Holz, Metall oder Stein erwärmen sich und geben Wärme an den Boden weiter.
- Wind erreicht ein freistehendes Hochbeet von mehreren Seiten.
- Das begrenzte Erdvolumen kann trockene Perioden schlechter ausgleichen als tiefgründiger Gartenboden.
- Starkzehrer wie Gurken, Zucchini, Kohl oder Tomaten entziehen dem Beet während des Hauptwachstums erhebliche Wassermengen.
- Frisch befüllte Hochbeete besitzen häufig noch Hohlräume, durch die Wasser ungleichmäßig versickern kann.
- Überdachte oder an Hauswänden stehende Hochbeete erhalten oft weniger natürlichen Niederschlag als angenommen.
Eine automatische Bewässerung ist deshalb nicht dazu da, jeden Tag dieselbe beliebige Wassermenge auszubringen. Ihr eigentlicher Wert liegt darin, eine zuvor geprüfte Wassergabe zuverlässig zu wiederholen.
Das System bewässert nicht „intelligent“, nur weil es automatisch arbeitet. Die eigentliche Intelligenz entsteht durch deine Planung: passende Schlauchlänge, gemessener Durchfluss, geeignete Laufzeiten, sinnvolle Bewässerungstage und regelmäßige Bodenkontrollen.

So funktioniert das Bewässerungssystem
Der grundsätzliche Aufbau ist einfach:
Wasserhahn → Bewässerungssteuerung Select → Zuleitung → Schwitzschlauch im Hochbeet
Die Bewässerungssteuerung sitzt direkt am Wasserhahn. Zu den eingestellten Zeiten öffnet sie ihr Ventil. Das Wasser fließt durch einen normalen Gartenschlauch bis zum Hochbeet und gelangt dort in den Schwitzschlauch.
Die poröse Schlauchwand gibt das Wasser langsam über einen großen Teil ihrer Oberfläche ab. Statt Pflanzen von oben zu beregnen, wird der Boden in unmittelbarer Nähe der Wurzeln befeuchtet.
Was die GARDENA Select steuern kann
Die Select bietet drei frei programmierbare Zeitpläne. Für jeden Zeitplan lassen sich Startzeit, Dauer und einzelne Wochentage festlegen. Eine automatische Bewässerung kann zwischen einer Minute und sieben Stunden und 59 Minuten dauern.
Die Steuerung arbeitet batteriebetrieben und benötigt keinen Stromanschluss am Wasserhahn. Ein kompatibler Bodenfeuchtesensor kann angeschlossen werden. Eine App-Steuerung besitzt dieses Modell nicht.
| Eigenschaft | GARDENA Select |
|---|---|
| Automatische Zeitpläne | 3 |
| Maximal mögliche Starts | 3 pro Tag |
| Bewässerungsdauer | 1 Minute bis 7 Stunden 59 Minuten |
| Bewässerungstage | Einzeln wählbar |
| Betriebsdruck | Etwa 0,5 bis 12 bar |
| Batterie | 1 × 9-V-Alkaline-Batterie |
| Sensoranschluss | Vorhanden |
| Manuelle Bewässerung | Möglich |
| App-Steuerung | Nein |
| Geeignetes Wasser | Klares Süßwasser |
Drei Programme bedeuten nicht drei getrennte Bewässerungszonen
Dieser Punkt wird häufig missverstanden: Die Select hat einen Wassereingang und einen gesteuerten Ausgang. Die Programme P1, P2 und P3 öffnen dasselbe Ventil.
Du kannst damit beispielsweise:
- am frühen Morgen vorbewässern,
- 30 Minuten später die Hauptwassermenge ausbringen,
- an bestimmten Wochentagen einen zusätzlichen Durchgang einplanen.
Du kannst mit der Select allein aber nicht drei Hochbeete mit vollkommen unterschiedlichen Zeitplänen steuern. Mehrere angeschlossene Beete bilden hydraulisch eine gemeinsame Bewässerungszone. Sie erhalten Wasser, sobald eines der drei Programme das Ventil öffnet.
Für wirklich unabhängige Zonen werden mehrere Bewässerungssteuerungen, einzeln schaltbare Ventile oder ein geeignetes Mehrkanalsystem benötigt.
Was ist ein Schwitzschlauch?
Ein Schwitzschlauch besteht aus wasserdurchlässigem Material. Unter Druck tritt Wasser durch feine Poren entlang des Schlauchs aus. Es entstehen keine großen Wasserstrahlen, sondern zahlreiche kleine Austrittsstellen.
Je nach Hersteller wird ein solcher Schlauch auch als Perlschlauch, Perl-Regner, Sickerschlauch oder poröser Bewässerungsschlauch bezeichnet. Die Begriffe werden im Handel nicht immer einheitlich verwendet. Deshalb solltest du auf den Aufbau und nicht allein auf die Produktbezeichnung achten.
Ein echter Schwitzschlauch gibt Wasser über einen großen Teil seiner Oberfläche ab. Ein Tropfschlauch besitzt dagegen meist klar erkennbare Tropfstellen in festgelegten Abständen.
Schwitzschlauch, Tropfschlauch und Sprinkler im Vergleich
Ein Schwitzschlauch verteilt Wasser relativ flächig entlang seiner porösen Wand. Ein Tropfschlauch besitzt einzelne Tropfstellen. Bei hochwertigen, druckausgleichenden Tropfleitungen ist die Wassermenge pro Tropfer genauer definiert.
Ein Sprinkler verteilt Wasser von oben. Das kann bei frisch ausgesäten Flächen hilfreich sein, benetzt aber auch Blätter, Wege und freie Bodenbereiche. Wind kann die Verteilung zusätzlich verändern.
Für ein bepflanztes Hochbeet hat der Schwitzschlauch mehrere praktische Vorteile:
- Blätter bleiben weitgehend trocken.
- Wasser gelangt langsam in die Wurzelzone.
- Wege und Hochbeetränder werden weniger mitbewässert.
- Verdunstungsverluste sind geringer als bei einer feinen Beregnung in Sonne oder Wind.
- Der Schlauch lässt sich unter einer Mulchschicht verlegen.
- Unkrautsamen zwischen den Pflanzreihen erhalten weniger Wasser.
- Das System arbeitet nahezu geräuschlos.
- Die Pflanzen werden gleichmäßiger versorgt als bei unregelmäßigen großen Gießkannengaben.
Die Grenze des Schwitzschlauchs
Die abgegebene Wassermenge ist nicht immer über die gesamte Länge identisch. Sie hängt ab von:
- dem Wasserdruck,
- der Schlauchlänge,
- dem Höhenunterschied,
- dem Durchmesser der Zuleitung,
- der Stellung eines Regulierventils,
- Verschmutzung und Kalkablagerungen,
- der Anzahl parallel angeschlossener Leitungen,
- dem Alter und Material des Schlauchs.
Deshalb sind pauschale Empfehlungen wie „30 Minuten jeden Morgen“ wenig hilfreich. Derselbe Schlauch kann an zwei verschiedenen Wasseranschlüssen in 30 Minuten vollkommen unterschiedliche Wassermengen abgeben.
Für welche Hochbeete eignet sich die Kombination?
Die GARDENA Select mit Schwitzschlauch ist besonders sinnvoll für:
- ein einzelnes Gemüsehochbeet,
- mehrere ähnlich bepflanzte Hochbeete mit vergleichbarem Wasserbedarf,
- Beete mit Salaten, Mangold, Kohlrabi, Kohl, Gurken oder Zucchini,
- Urlaubsbewässerungen,
- Gärten ohne Stromanschluss am Wasserhahn,
- Nutzer, die bewusst auf App und Cloud verzichten möchten,
- Hochbeete, die regelmäßig, aber nicht minutengenau bewässert werden müssen.
Weniger geeignet ist die Kombination, wenn:
- mediterrane Kräuter und durstige Gurken an derselben Leitung hängen,
- zahlreiche kleine Töpfe sehr kurze Einzelgaben benötigen,
- mehrere Gartenbereiche unabhängig voneinander geschaltet werden sollen,
- nur eine niedrig stehende Regentonne ohne Pumpe zur Verfügung steht,
- du Programme aus der Ferne per Smartphone ändern möchtest,
- der verfügbare Wasserdruck stark schwankt,
- sehr langgezogene oder stark unterschiedlich hohe Bereiche versorgt werden sollen.
Planung: Diese Fragen solltest du vor dem Aufbau klären
Wie groß ist das Hochbeet?
Miss Länge und Breite der bepflanzten Innenfläche.
Ein Hochbeet mit 1,20 Meter Breite und 2 Meter Länge hat:
1,20 m × 2,00 m = 2,40 m² Beetfläche
Diese Fläche brauchst du später zur Berechnung der Wassermenge.
Miss nicht die Außenmaße, sondern möglichst die tatsächlich bepflanzte Innenfläche. Dicke Holzwände, Randbretter oder breite Abdeckungen gehören nicht zur bewässerten Fläche.
Welche Pflanzen wachsen gemeinsam?
Ordne die Pflanzen nicht nur nach Optik oder Mischkultur, sondern auch nach Wasserbedarf.
Gut miteinander kombinierbar sind beispielsweise:
- Salat, Mangold und Kohlrabi,
- Gurken und Zucchini,
- Tomaten und Paprika bei gleichmäßiger Versorgung,
- Kohlarten während der Hauptwachstumsphase.
Ungünstiger ist eine gemeinsame Bewässerungszone aus:
- Rosmarin, Thymian und Salbei,
- Gurken, Zucchini und Blattsalaten,
- jungen Sämlingen,
- bereits tief verwurzelten Tomaten.
Mediterrane Kräuter benötigen nach dem Anwachsen deutlich weniger Wasser als großblättrige Gemüsearten. Hängen beide Gruppen an demselben Schwitzschlauch, wird zwangsläufig eine Seite falsch versorgt.
Praxisregel für die Pflanzplanung
Eine Bewässerungszone sollte möglichst aus Pflanzen mit ähnlichem Wasserbedarf und ähnlicher Wurzeltiefe bestehen.
Das ist bei der automatischen Bewässerung oft wichtiger als manche klassische Mischkulturregel. Eine botanisch günstige Nachbarschaft hilft wenig, wenn eine Kultur dauerhaft zu nass und die andere zu trocken steht.
Wie viele Schlauchbahnen werden benötigt?
Die richtige Anzahl hängt von Bodenart, Schlauchtyp und Wasserdruck ab. Als Ausgangspunkt haben sich folgende Abstände bewährt:
- Sandiges oder sehr lockeres Substrat: etwa 20 bis 25 Zentimeter
- Humos-lehmige Hochbeeterde: etwa 25 bis 35 Zentimeter
- Schweres, langsam Wasser aufnehmendes Substrat: etwa 30 bis 40 Zentimeter
Bei einem 1,20 Meter breiten Hochbeet sind meist drei längs verlaufende Schlauchbahnen sinnvoll. Die äußeren Bahnen liegen ungefähr 10 bis 15 Zentimeter von den Seitenwänden entfernt.
Die Werte sind keine unumstößlichen Normen. Entscheidend ist der spätere Feuchtigkeitstest. Bleiben zwischen den Schlauchbahnen trockene Zonen, liegen sie zu weit auseinander.
Reicht der Wasserdruck?
Die Select benötigt einen gewissen Mindestdruck. Das ist besonders wichtig, wenn Regenwasser verwendet werden soll.
Ein Meter Höhenunterschied erzeugt durch die Schwerkraft nur ungefähr 0,1 bar Druck. Eine Regentonne, deren Wasseroberfläche einen Meter über dem Hochbeet liegt, liefert daher lediglich etwa 0,1 bar.
Für den Betrieb an einer Regentonne oder Zisterne ist deshalb meist eine geeignete Pumpe erforderlich. Sie muss nicht nur kurzzeitig Druck erzeugen, sondern während der gesamten Bewässerung einen ausreichenden Volumenstrom liefern.
Der maximal zulässige Druck der Bewässerungssteuerung bedeutet nicht, dass der Schwitzschlauch mit diesem hohen Druck betrieben werden sollte. Poröse Schläuche arbeiten meist mit deutlich geringerem Druck. Beachte deshalb immer die Vorgaben des verwendeten Schlauchs und nutze dessen Durchfluss- oder Druckregulierung.
Wo befindet sich der Wasseranschluss?
Eine lange Strecke zwischen Wasserhahn und Hochbeet sollte mit einem normalen, druckfesten Gartenschlauch überbrückt werden.
Der Schwitzschlauch gehört nur in den Bereich, der tatsächlich bewässert werden soll. Würde er bereits auf dem Weg zum Hochbeet Wasser abgeben, ginge Druck verloren und unnötig viel Wasser versickerte außerhalb des Beetes.
Ist das Hochbeet überdacht?
Hochbeete unter einem Dach, Gewächshausdach, Balkon oder größeren Dachüberstand erhalten kaum natürlichen Regen. Sie benötigen während der gesamten Saison eine verlässlichere Bewässerung als frei stehende Beete.
Ein Bodenfeuchtesensor kann auch dort sinnvoll sein. Er reagiert dann weniger auf Niederschlag, verhindert aber unnötige Bewässerungen, wenn der Boden noch ausreichend feucht ist.
Einkaufsliste für ein zuverlässiges System
Für eine typische Installation benötigst du:
- GARDENA Bewässerungssteuerung Select,
- eine neue 9-V-Alkaline-Batterie,
- passenden Wasserhahnanschluss,
- druckfesten Gartenschlauch als Zuleitung,
- Schlauchverbinder,
- Schwitzschlauch oder Perl-Regner,
- Endverschluss,
- Schlauchhalter oder Erdanker,
- bei verschmutztem Wasser einen geeigneten Filter,
- optional einen Bodenfeuchtesensor,
- optional einen Zwischenzähler zur Messung der Wassermenge.
Bei mehreren Hochbeeten kommen T-Stücke, Verteiler und einzelne Absperr- oder Regulierventile hinzu. Mit diesen Ventilen lässt sich der Durchfluss von Hand ausgleichen. Sie ersetzen aber keine voneinander unabhängigen automatischen Zonen.
Wichtiger Hinweis zum Trinkwasseranschluss
Bei einer fest angeschlossenen automatischen Gartenbewässerung muss verhindert werden, dass verunreinigtes Wasser aus dem Gartensystem in die Trinkwasserinstallation zurückfließt.
Welche Sicherungseinrichtung notwendig ist, hängt vom Aufbau der Hausinstallation und den örtlichen Vorgaben ab. Bei Unsicherheit sollte ein Sanitärfachbetrieb oder der örtliche Wasserversorger einbezogen werden.
Eine einfache Schlauchkupplung ersetzt keinen fachgerechten Rückflussschutz.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: GARDENA Select und Schwitzschlauch installieren
Schritt 1: Hochbeet vollständig befüllen und setzen lassen
Installiere den Schlauch möglichst erst, wenn die oberste Kulturschicht ihre endgültige Höhe erreicht hat. Frisch befüllte Hochbeete sacken in den ersten Wochen häufig deutlich ab.
Soll der Schwitzschlauch dauerhaft liegen bleiben, sollte die obere Erdschicht:
- steinfrei,
- locker,
- gut wasserdurchlässig,
- frei von groben Ästen und scharfkantigem Material sein.
Prüfe außerdem, ob überschüssiges Wasser nach unten abfließen kann. Eine automatische Bewässerung darf fehlende Drainage nicht durch besonders kurze Laufzeiten kaschieren.
Praxis-Tipp bei frisch befüllten Hochbeeten
Bewässere ein neu befülltes Hochbeet vor dem endgültigen Verlegen des Schlauchs einmal gründlich. Dadurch setzen sich lockere Bestandteile und größere Hohlräume werden sichtbar.
Fülle abgesackte Stellen anschließend mit geeigneter Erde auf. Erst danach wird der Schwitzschlauch endgültig ausgerichtet.
Schritt 2: Batterie einsetzen und Steuerung montieren
Verwende eine hochwertige 9-V-Alkaline-Batterie. Akkus oder sehr günstige Zink-Kohle-Batterien sind für einen zuverlässigen Langzeitbetrieb weniger geeignet.
Montiere die Bewässerungssteuerung senkrecht, sodass der Anschluss zum Wasserhahn nach oben zeigt. Ziehe die Verbindung handfest an und prüfe die Dichtung.
Eine Zange ist meist nicht notwendig. Zu starkes Anziehen kann Kunststoffgewinde oder Dichtungen beschädigen.
Schritt 3: Zuleitung spannungsfrei verlegen
Zwischen Wasserhahn und Hochbeet sollte ein normaler Gartenschlauch liegen. Der Schwitzschlauch muss nicht über den gesamten Weg vom Haus bis zum Beet geführt werden.
Die Zuleitung sollte:
- nicht geknickt sein,
- nicht unter Zug stehen,
- vor Fahrzeugen, Spaten und scharfen Kanten geschützt werden,
- einen ausreichenden Innendurchmesser besitzen,
- möglichst wenig unnötige Winkel und Engstellen enthalten.
Hänge keinen schweren, straff gezogenen Schlauch direkt an die Steuerung. Zugbelastungen können Anschlüsse lockern oder das Gehäuse belasten.
Schritt 4: Leitung vor dem Anschluss durchspülen
Öffne den Wasserhahn kurz manuell und spüle den normalen Gartenschlauch durch, bevor der Schwitzschlauch angeschlossen wird.
Dadurch entfernst du:
- Sand,
- Kunststoffspäne,
- Rostpartikel,
- Erde,
- Ablagerungen aus länger ungenutzten Leitungen.
Gerade die feinen Poren eines Schwitzschlauchs reagieren empfindlich auf Schmutz.
Schritt 5: Schwitzschlauch auf der Erde auslegen
Lege den Schlauch in langen, möglichst gleichmäßigen Bahnen aus. Enge Knicke und scharf gezogene Kurven solltest du vermeiden.
Bei einem 1,20 Meter breiten Beet ist eine typische Anordnung:
- erste Bahn 10 bis 15 Zentimeter vom linken Rand,
- zweite Bahn in der Mitte,
- dritte Bahn 10 bis 15 Zentimeter vom rechten Rand.
Der Schlauch sollte nicht direkt an verholzten Pflanzenstängeln oder empfindlichen Wurzelhälsen anliegen. Ein Abstand von etwa 5 bis 15 Zentimetern ist meist sinnvoll.
Fixiere ihn mit Erdankern, damit er beim Pflanzen, Mulchen und Ernten nicht verrutscht.
Spirale oder Längsbahnen?
Bei rechteckigen Hochbeeten sind lange Längsbahnen meist einfacher zu kontrollieren als eine enge Spirale.
Vorteile von Längsbahnen:
- gleichmäßige Abstände,
- weniger enge Kurven,
- leichte Anpassung an Pflanzreihen,
- einfachere Fehlersuche,
- bessere Kontrolle von Anfang und Ende.
Eine Spirale kann bei kleinen, annähernd quadratischen Beeten funktionieren. Dabei sollte der Schlauch nicht abgeknickt werden.
Schritt 6: Nicht tief eingraben
Ein Schwitzschlauch lässt sich gut auf der Bodenoberfläche unter einer lockeren Mulchschicht verlegen. Dort kann er kontrolliert, gereinigt und bei Bedarf neu positioniert werden.
Ein tiefes Eingraben ist nur sinnvoll, wenn der verwendete Schlauch ausdrücklich dafür geeignet ist. Andernfalls drohen:
- schwer erkennbare Undichtigkeiten,
- Beschädigungen bei der Bodenbearbeitung,
- eingewachsene Wurzeln,
- verstopfte Poren,
- unkontrollierte Verlagerung des Wassers in tiefere Schichten.
Eine zwei bis vier Zentimeter starke Mulchschicht kann die Verdunstung deutlich bremsen. Bei starkem Schneckenbefall sollte der Mulch jedoch nicht zu dicht und dauerhaft nass liegen.
Schritt 7: Schwitzschlauch verbinden und zunächst drosseln
Schließe den Schwitzschlauch an die Zuleitung an und verschließe das Ende entsprechend dem jeweiligen System.
Besitzt der Schlauch ein Regulierventil, beginne mit einer eher niedrigen Einstellung. Öffne anschließend langsam weiter, bis über die gesamte Schlauchlänge Wasser austritt.
Ein Schwitzschlauch muss nicht sichtbar spritzen. Ein gleichmäßiges Perlen oder langsames Nässen ist normalerweise erwünscht.
Starkes Spritzen deutet auf zu hohen Druck, eine beschädigte Stelle oder ungeeignete Anschlussbedingungen hin.
Schritt 8: Manuelle Bewässerung starten
Nutze die manuelle Funktion der Select, um das System zu testen, ohne bereits einen vollständigen Zeitplan anzulegen.
Kontrolliere während des Tests:
- Wasserhahn und Verschraubungen,
- Schlauchkupplungen,
- Anfang und Ende des Schwitzschlauchs,
- Knickstellen,
- auffällig trockene Abschnitte,
- Stellen mit starkem Wasseraustritt,
- die Stabilität aller Verteiler und T-Stücke.
Lasse das System beim ersten Test nicht unbeaufsichtigt.
Schritt 9: Gleichmäßigkeit prüfen
Lege den Schlauch vor der endgültigen Befestigung versuchsweise auf eine trockene Fläche, ein großes Stück Pappe oder mehrere saugfähige Tücher. Nach einigen Minuten wird sichtbar, ob einzelne Schlauchabschnitte deutlich weniger Wasser abgeben.
Im Beet kannst du nach einem längeren Test an mehreren Stellen kleine Spatenproben entnehmen:
- am Anfang des Schlauchs,
- in der Mitte,
- am Ende,
- zwischen zwei Schlauchbahnen,
- nahe dem Hochbeetrand.
Sind die ersten Meter nass und das Ende fast trocken, ist der Schlauch möglicherweise zu lang, der Druck zu niedrig oder die Zuleitung zu stark gedrosselt.
Schritt 10: Wassermenge messen
Dieser Schritt entscheidet darüber, ob aus einer einfachen Zeitschaltung ein bedarfsgerechtes Bewässerungssystem wird.
Am bequemsten ist ein kleiner Wasserzähler zwischen Wasserhahn und Steuerung. Alternativ kannst du den Hauswasserzähler verwenden, sofern während der Messung kein anderes Wasser verbraucht wird.
Lass das fertig installierte System genau zehn Minuten laufen und notiere die verbrauchte Wassermenge.
Beispiel:
- Zählerstand vor dem Test: 125,430 m³
- Zählerstand nach zehn Minuten: 125,445 m³
- Differenz: 0,015 m³ = 15 Liter
- tatsächliche Leistung: 15 Liter ÷ 10 Minuten = 1,5 Liter pro Minute
Diese 1,5 Liter pro Minute sind der wichtigste Wert für die spätere Programmierung.
Die richtige Laufzeit des Schwitzschlauchs berechnen
Wie lange muss ein Schwitzschlauch im Hochbeet laufen?
Die Laufzeit ergibt sich aus drei Werten:
- Beetfläche in Quadratmetern,
- gewünschte Wassergabe in Litern pro Quadratmeter,
- gemessene Schlauchleistung in Litern pro Minute.
Die Formel lautet:
Laufzeit in Minuten = Beetfläche × gewünschte Liter je m² ÷ Liter pro Minute
Konkretes Beispiel
Das Hochbeet ist 1,20 Meter breit und 2 Meter lang:
1,20 × 2,00 = 2,40 m²
Für einen ersten Test sollen 10 Liter je Quadratmeter ausgebracht werden:
2,40 m² × 10 l/m² = 24 Liter
Der Schlauch liefert gemessene 1,5 Liter pro Minute:
24 Liter ÷ 1,5 l/min = 16 Minuten
Die erste Testlaufzeit beträgt also 16 Minuten.
Das bedeutet nicht, dass dieses Beet von nun an immer 16 Minuten bewässert werden muss. Nach dem Test wird kontrolliert, wie tief das Wasser tatsächlich eingedrungen ist.
Warum Liter pro Quadratmeter besser sind als Minuten
Ein Liter Wasser auf einem Quadratmeter entspricht einem Niederschlag von einem Millimeter.
Damit lassen sich Wassergaben sinnvoll vergleichen:
- 5 Liter je m² = 5 Millimeter
- 10 Liter je m² = 10 Millimeter
- 20 Liter je m² = 20 Millimeter
Wer nur in Minuten denkt, weiß nicht, wie viel Wasser wirklich im Beet angekommen ist.
Nach der Bewässerung die Wurzeltiefe kontrollieren
Warte nach dem Ende der Bewässerung etwa 30 bis 60 Minuten. Das Wasser benötigt Zeit, um sich seitlich und nach unten zu verteilen.
Grabe anschließend an einer unbepflanzten Stelle vorsichtig 15 bis 20 Zentimeter tief.
Gut versorgte Erde ist:
- gleichmäßig dunkel,
- kühl,
- leicht formbar,
- aber nicht schlammig,
- ohne glänzende, wassergesättigte Schicht.
Ist nur die oberste Erdschicht feucht, war die Laufzeit zu kurz oder der Schlauchabstand zu groß.
Tritt Wasser unten aus dem Hochbeet aus, während die Wurzelzone bereits sehr nass ist, war die Gabe wahrscheinlich zu groß oder zu schnell.
Die Oberfläche allein ist kein zuverlässiger Indikator. Sie kann trocken aussehen, obwohl in zehn Zentimetern Tiefe noch ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist.
Der einfache Handtest
Nimm etwas Erde aus etwa zehn Zentimetern Tiefe in die Hand.
- Zerfällt sie sofort staubig, ist sie zu trocken.
- Lässt sie sich leicht zusammendrücken und fällt bei Berührung wieder auseinander, ist die Feuchte häufig passend.
- Bleibt sie klebrig und glänzend zusammen, ist sie sehr nass.
- Riecht sie modrig oder faulig, kann Sauerstoffmangel vorliegen.
Dieser Test ersetzt keine exakte Messung, liefert aber im Alltag schnell brauchbare Hinweise.
GARDENA Select richtig programmieren
Grundprogramm einrichten
Die Bedienung erfolgt über das abnehmbare Bedienteil und den Dreh- beziehungsweise Bestätigungsknopf.
Gehe in dieser Reihenfolge vor:
- Uhrzeit einstellen.
- Aktuellen Wochentag festlegen.
- Programm P1 auswählen.
- Startzeit einstellen.
- Berechnete Laufzeit eingeben.
- Gewünschte Wochentage markieren.
- Programm aktivieren.
- Nicht benötigte Programme P2 und P3 deaktivieren.
- Einstellungen kontrollieren.
- Tastensperre aktivieren.
Die Display-Sperre verhindert, dass Programme versehentlich verändert werden. Das ist besonders hilfreich, wenn Kinder Zugang zum Wasserhahn haben oder die Steuerung beim Anschließen eines Schlauchs berührt wird.
Die beste Startzeit
Für Gemüsehochbeete ist eine Startzeit am frühen Morgen meist am günstigsten, beispielsweise zwischen 5 und 7 Uhr.
Zu dieser Zeit:
- ist die Verdunstung geringer,
- herrscht häufig weniger Wind,
- können Pflanzen das Wasser während des Tages nutzen,
- trocknet die Bodenoberfläche bis zum Abend teilweise ab,
- bleiben Blätter bei bodennaher Bewässerung weitgehend trocken.
Eine automatische Bewässerung mitten in der Nacht ist nicht grundsätzlich falsch. In schneckenreichen Gärten kann eine sehr frühe Morgenbewässerung jedoch günstiger sein, weil die Bodenoberfläche nicht die gesamte Nacht feucht bleibt.
Drei sinnvolle Programmstrategien
Variante 1: Ein einzelner Hauptdurchgang
Diese Einstellung eignet sich für gut Wasser aufnehmende Hochbeeterde.
Beispiel:
- P1: 5:30 Uhr, berechnete Gesamtlaufzeit
- P2: aus
- P3: aus
Beginne grundsätzlich mit einem Programm. Zusätzliche Programme sind kein Qualitätsmerkmal und sollten nur einen konkreten Zweck erfüllen.
Variante 2: Vorbewässerung und Hauptbewässerung
Sehr trockene, torf- oder kompostreiche Substrate können wasserabweisend werden. Das erste Wasser läuft dann an Rissen entlang oder versickert punktuell, statt die Erde gleichmäßig zu durchfeuchten.
In diesem Fall lässt sich die Gesamtmenge aufteilen:
- P1: 5:15 Uhr, etwa 20 bis 30 Prozent der Gesamtmenge
- P2: 5:45 oder 6:00 Uhr, restliche 70 bis 80 Prozent
- P3: aus
Bei einer berechneten Gesamtlaufzeit von 16 Minuten wären beispielsweise vier Minuten Vorbewässerung und zwölf Minuten Hauptbewässerung möglich.
Die Pause gibt dem ersten Wasser Zeit, trockene Bodenbestandteile anzufeuchten. Der zweite Durchgang wird anschließend besser aufgenommen.
Variante 3: Zwei gleich große Teilgaben
Bei schwerer, verdichteter oder sehr langsam Wasser aufnehmender Erde kann eine große Gabe zu oberflächlichem Stau führen.
Beispiel:
- P1: 5:00 Uhr, acht Minuten
- P2: 6:00 Uhr, acht Minuten
- P3: aus
Die beiden Programme müssen an denselben Wochentagen aktiviert sein und dürfen sich zeitlich nicht überschneiden.
Wann ein drittes Programm sinnvoll ist
P3 kann vorübergehend hilfreich sein:
- während der Keimphase,
- bei sehr flach wurzelnden Jungpflanzen,
- in kleinen Pflanzgefäßen,
- bei extremer Hitze in einem besonders flachgründigen Hochbeet,
- nach einer Neubepflanzung,
- bei ungewöhnlich schneller Austrocknung durch starken Wind.
Für ein eingewachsenes Gemüsehochbeet ist eine zusätzliche Mittagsbewässerung meist nicht die erste Wahl. Sinnvoller sind eine ausreichende morgendliche Wassergabe, Mulch und gegebenenfalls eine zweite frühe Teilgabe.
Wie viel Wasser benötigt Gemüse im Hochbeet?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Gemüse benötigt während der Keimung, nach dem Auspflanzen, im Hauptwachstum und während der Fruchtbildung sehr unterschiedliche Mengen.
Dichte, stark wachsende Gemüsebestände können an warmen Tagen mehrere Liter Wasser pro Quadratmeter verbrauchen. In hochsommerlichen Phasen steigt der Bedarf durstiger Kulturen erheblich.
Solche Werte sind Orientierungspunkte und keine pauschale Gießanweisung für jedes Hochbeet. Entscheidend sind:
- Pflanzenart,
- Entwicklungsphase,
- Pflanzdichte,
- Bodenart,
- Mulchschicht,
- Temperatur,
- Wind,
- Luftfeuchtigkeit,
- natürliche Niederschläge,
- Tiefe und Aufbau des Hochbeets.
Praxiswerte für den ersten Test
Die folgenden Mengen eignen sich als vorsichtige Ausgangspunkte für ein gut drainiertes Hochbeet. Anschließend muss die Feuchtigkeit in der Wurzelzone geprüft werden.
| Situation | Erste Testgabe |
|---|---|
| Frisch gesetzte Jungpflanzen | Etwa 3–5 l/m² |
| Mildes Wetter, eingewachsene Kulturen | Etwa 6–10 l/m² |
| Warme, trockene Phase | Etwa 8–12 l/m² |
| Starke Hitze und hoher Pflanzenbestand | Etwa 10–15 l/m² |
| Vorbewässerung bei sehr trockenem Substrat | 20–30 % der Gesamtgabe |
Bei Jungpflanzen ist eine kleinere, dafür häufiger kontrollierte Gabe sinnvoll. Bei tief verwurzelten Kulturen darf die Bewässerung seltener, aber durchdringender erfolgen.
Kulturen mit hohem Wasserbedarf
Besonders aufmerksam solltest du folgende Kulturen versorgen:
- Gurken,
- Zucchini,
- Kürbis,
- Kohl während Kopf- oder Blumenbildung,
- Sellerie,
- großblättriger Mangold,
- Tomaten während Fruchtansatz und Fruchtwachstum,
- dicht stehende Blattsalate.
Gurken und Zucchini reagieren auf Trockenheit oft schnell mit schlaffen Blättern und geringerem Fruchtansatz. Bei Tomaten ist vor allem eine gleichmäßige Bodenfeuchte wichtig. Ein ständiger Wechsel zwischen starker Trockenheit und sehr großen Wassergaben kann Fruchtprobleme begünstigen.
Kulturen mit mittlerem Wasserbedarf
Dazu zählen je nach Entwicklungsphase:
- Möhren,
- Rote Bete,
- Bohnen,
- Erbsen,
- Kohlrabi,
- Lauch,
- Mangold in lockerem Bestand.
Sie profitieren nach dem Anwachsen von selteneren, dafür tiefer reichenden Wassergaben.
Kulturen mit niedrigem Wasserbedarf
Mediterrane Kräuter wie:
- Thymian,
- Rosmarin,
- Salbei,
- Oregano,
- Bohnenkraut
sollten möglichst nicht gemeinsam mit Gurken oder Blattsalaten über denselben Schwitzschlauch bewässert werden.
Aussaaten und Jungpflanzen: Eine wichtige Ausnahme
Ein Schwitzschlauch versorgt vor allem den Boden unter und neben seinen Schlauchbahnen. Frisch ausgesäte Samen liegen jedoch direkt in den obersten Zentimetern. Bis die jungen Wurzeln den befeuchteten Bereich erreichen, kann eine ergänzende Bewässerung mit feiner Brause notwendig sein.
Während der Keimphase darf die Saatrille nicht vollständig austrocknen. Gleichzeitig sollte sie weder verschlämmen noch dauerhaft nass sein.
Praxis-Tipp: Installiere den Schwitzschlauch vor der Aussaat, durchfeuchte das Beet, säe anschließend in den feuchten Boden und halte nur die oberste Schicht vorübergehend mit einer feinen Brause oder einem Vlies feucht.
Nach der Keimung kannst du die ergänzende Oberflächenbewässerung schrittweise reduzieren. Dadurch werden die jungen Pflanzen angeregt, ihre Wurzeln in tiefere Bodenschichten wachsen zu lassen.
Bodenfeuchtesensor mit der Select kombinieren
Ein Bodenfeuchtesensor ist keine zwingende Voraussetzung. Er kann aber verhindern, dass die Select nach Regen oder bei ausreichend feuchtem Boden starr ihr Zeitprogramm ausführt.
Wird der eingestellte Feuchtewert erreicht, kann der nächste programmierte Durchgang unterdrückt werden. Die manuelle Bewässerung bleibt davon unabhängig.
Den Sensor richtig platzieren
Ein Sensor ist nur so gut wie sein Standort.
Er sollte:
- denselben Sonnen-, Wind- und Regenbedingungen ausgesetzt sein wie die Pflanzen,
- innerhalb des tatsächlich bewässerten Bereichs stehen,
- nicht am dauerhaft nassen Schlauchanfang sitzen,
- nicht direkt am austrocknenden Hochbeetrand stehen,
- nicht vollständig von großen Blättern beschattet werden,
- nicht in einer Vertiefung mit Staunässe stecken,
- festen Bodenkontakt besitzen.
Bei einem Schwitzschlauch ist eine repräsentative Stelle nahe einer mittleren Schlauchbahn meist sinnvoll. Der Sensor soll weder die nasseste noch die trockenste Stelle messen, sondern den Wurzelraum, dessen Zustand für das gesamte Beet typisch ist.
Lockere die Erde am Einbauplatz ausreichend tief. Vermeide Hohlräume an der Messspitze und gieße den Bereich nach dem Einsetzen vorsichtig an.
Schaltpunkt einstellen
Als Ausgangspunkt eignen sich unterschiedliche Einstellungen je nach Boden:
- mittelschwerer, lehmig-humoser Boden: mittlere Feuchtestufe,
- sandiger Boden: etwas feuchtere Einstellung,
- lockere, humusreiche Pflanzerde: eher trockenere Einstellung.
Viele Hochbeetmischungen ähneln in ihrer Struktur eher einer humusreichen Pflanz- oder Blumenerde als schwerem Gartenlehm. Deshalb kann eine eher trockene Grundeinstellung ein sinnvoller Start sein.
Beobachte die Einstellung ein bis zwei Wochen lang und korrigiere sie, wenn die Erde im Wurzelraum regelmäßig zu trocken oder zu nass ist.
Was der Sensor nicht kann
Der Sensor berechnet keine exakte Wassermenge. Er verkürzt auch nicht automatisch die Laufzeit.
Er entscheidet lediglich:
- Boden ausreichend feucht: geplanter Durchgang wird übersprungen.
- Boden unterhalb des Schaltpunktes: geplanter Durchgang läuft in voller eingestellter Länge.
Eine falsch gewählte Laufzeit bleibt also auch mit Sensor falsch.
Häufige Fehler und ihre Lösungen
Fehler 1: Die Laufzeit wird aus dem Bauch heraus eingestellt
Problem: Das Beet wird jeden Morgen 20 oder 30 Minuten bewässert, ohne zu wissen, wie viele Liter dabei fließen.
Lösung: Wassermenge über zehn Minuten messen, Liter pro Minute berechnen und Laufzeit aus Beetfläche und Zielmenge ableiten.
Fehler 2: Drei Programme werden mit drei Hochbeeten verwechselt
Problem: Drei Abzweige werden angeschlossen und sollen unabhängig voneinander laufen.
Lösung: Die Select steuert nur einen gemeinsamen Ausgang. Mehrere angeschlossene Leitungen öffnen gleichzeitig. Für unabhängige Bereiche sind getrennte Ventile oder Steuerungen notwendig.
Fehler 3: Die Regentonne liefert zu wenig Druck
Problem: Das System öffnet nicht zuverlässig oder der Schwitzschlauch gibt am Ende kaum Wasser ab.
Lösung: Ausreichenden Mindestdruck sicherstellen. Eine normale, niedrig stehende Regentonne reicht ohne Pumpe meist nicht aus.
Fehler 4: Der Durchfluss ist zu gering
Die Steuerung benötigt für eine sichere Ventilfunktion neben dem passenden Druck auch eine gewisse Mindestwasserabnahme.
Kritisch kann es werden, wenn:
- der Schwitzschlauch extrem kurz ist,
- das Regulierventil nahezu geschlossen wird,
- ein Filter zugesetzt ist,
- nur wenige Tropfstellen angeschlossen sind,
- der Wasserhahn kaum geöffnet ist.
Lösung: Durchfluss messen, Drosselung kontrollieren und prüfen, ob der angeschlossene Schlauch ausreichend Wasser abnimmt.
Fehler 5: Anfang nass, Schlauchende trocken
Mögliche Ursachen:
- Schlauch zu lang,
- zu niedriger Druck,
- zu dünne oder lange Zuleitung,
- Knick,
- Verschmutzung,
- zu viele parallele Abzweige,
- zu starke Drosselung.
Lösung: Anlage abschnittsweise testen, Schlauch gegebenenfalls kürzen, Druck prüfen und jede Abzweigung einzeln einregulieren.
Fehler 6: Der Boden ist oberflächlich nass, darunter aber trocken
Ursache: Zu kurze Bewässerung oder zu weit auseinanderliegende Schlauchbahnen.
Lösung: Nicht sofort täglich häufiger bewässern. Prüfe zuerst, ob eine längere Einzelgabe oder ein geringerer Schlauchabstand die Feuchtigkeit tiefer und gleichmäßiger verteilt.
Fehler 7: Das Hochbeet bleibt dauerhaft nass
Mögliche Ursachen:
- Laufzeit zu lang,
- zu viele Bewässerungstage,
- fehlender Wasserabzug,
- verdichtete Erde,
- Sensor steht am trockenen Rand,
- Sensor-Schaltpunkt wurde zu feucht gewählt.
Lösung: Programme reduzieren, Drainage prüfen und Feuchtigkeit in 15 bis 20 Zentimetern Tiefe kontrollieren.
Dauerhafte Sättigung verdrängt Luft aus den Bodenporen. Wurzeln benötigen jedoch neben Wasser auch Sauerstoff.
Fehler 8: Der Sensor meldet unplausible Werte
Typische Gründe:
- Lufteinschluss an der Sensorspitze,
- Sensor steht in einer Bodensenke,
- Sensor wird stark beschattet,
- Sensor befindet sich außerhalb des bewässerten Bereichs,
- Sensorkabel ist locker,
- Sensorbatterien sind leer,
- der Boden um die Sensorspitze ist nicht ausreichend verdichtet.
Lösung: Sensor neu einsetzen, Standort prüfen, Batterien kontrollieren und die Umgebung vorsichtig angießen.
Fehler 9: Ein Filter soll Kalkprobleme lösen
Ein einfacher Siebfilter hält Sand, Rost und organische Schwebstoffe zurück. Gelöste Mineralien passieren ihn jedoch.
Bei hartem Leitungswasser solltest du:
- den Schlauch regelmäßig auf ungleichmäßigen Austritt prüfen,
- das System nach der Saison mit klarem Wasser durchspülen,
- stillgelegte Leitungen vollständig entleeren,
- Regulierventile kontrollieren,
- nach Möglichkeit geeignetes Regenwasser nutzen.
Regenwasser ist meist weicher als hartes Leitungswasser. Bei der Nutzung aus Zisterne oder Tonne sind jedoch passende Filterung und ausreichender Pumpendruck nötig.
Fehler 10: Das System wird erst am Abreisetag installiert
Eine neue Bewässerung sollte niemals unmittelbar vor dem Urlaub unbeaufsichtigt in Betrieb gehen.
Teste sie mindestens eine Woche:
- an einem kühlen Tag,
- an einem warmen Tag,
- nach natürlichem Regen,
- mit voll geöffnetem Wasserhahn,
- mit allen vorgesehenen Abzweigungen,
- mit aktiviertem Sensor, falls vorhanden.
Erst dann weißt du, ob Laufzeit, Verteilung und Sensorstandort wirklich funktionieren.
Fehler 11: Der Wasserhahn wird nur teilweise geöffnet
Ein halb geöffneter Wasserhahn scheint auf den ersten Blick eine einfache Durchflussregulierung zu sein. In der Praxis kann er jedoch versehentlich verstellt werden. Außerdem verändert sich die Wasserabgabe, wenn im Haus gleichzeitig Wasser entnommen wird.
Lösung: Wasserhahn in der getesteten Stellung belassen und die Feinregulierung möglichst am dafür vorgesehenen Ventil des Schwitzschlauchs vornehmen.
Fehler 12: Mehrere Beete werden ohne Einregulierung parallel angeschlossen
Bei einem einfachen T-Stück verteilt sich das Wasser nicht automatisch gleichmäßig. Der kürzere oder tiefer gelegene Leitungsweg kann deutlich mehr Wasser erhalten.
Lösung: Jeden Abzweig mit einem eigenen Regulierventil ausstatten und die Wassermenge pro Beet separat messen.
Urlaubssicherheit: So bereitest du die Anlage vor
Sieben Tage vor der Abreise
Miss die Wassermenge erneut. Änderungen am Regulierventil, zusätzliche Abzweige oder ein zugesetzter Filter verändern die Leistung.
Lasse alle geplanten Programme unter realen Bedingungen laufen.
Drei Tage vor der Abreise
Kontrolliere die Feuchte nach einem regulären Programmdurchgang in 10 bis 20 Zentimetern Tiefe.
Prüfe nicht nur direkt neben dem Schlauch, sondern auch:
- zwischen zwei Schlauchbahnen,
- am Schlauchende,
- nahe dem Hochbeetrand,
- im Bereich besonders durstiger Pflanzen.
Einen Tag vor der Abreise
Prüfe:
- Batteriestand,
- Wasserhahn,
- Dichtungen,
- Schlauchkupplungen,
- Filter,
- Programme,
- Wochentage,
- Sensoranzeige,
- freien Wasserabzug des Hochbeets,
- festen Sitz aller Endstücke.
Bei zu schwacher Batterie sollte die Steuerung keinen neuen Bewässerungsvorgang mehr starten. Diese Sicherheitsfunktion verhindert jedoch keine Schäden durch einen geplatzten oder gelösten Schlauch hinter der Steuerung.
Hinterlasse einer vertrauten Person eine kurze Notiz mit:
- Standort des Haupthahns,
- normaler Startzeit,
- erwarteter Laufzeit,
- Position zum manuellen Schließen,
- Hinweis auf mögliche Alarmzeichen.
Zu den Alarmzeichen gehören ungewöhnlich nasse Wege, ein leerer Wasserspeicher, stark hängende Pflanzen oder ein Bewässerungsdurchgang, der nicht zur programmierten Zeit endet.
Wartung während der Gartensaison
Alle zwei bis vier Wochen
- Kupplungen auf Tropfstellen prüfen.
- Schwitzschlauch auf gleichmäßige Wasserabgabe kontrollieren.
- Filter reinigen.
- Schlauchhalter nachsetzen.
- Feuchtigkeit zwischen den Schlauchbahnen prüfen.
- Programme an Pflanzenentwicklung und Wetter anpassen.
- Wasserverbrauch eines Testdurchgangs vergleichen.
- Batterieanzeige kontrollieren.
Nach Arbeiten im Hochbeet
Nach Pflanzen, Ernten oder Nachfüllen von Erde kann der Schlauch verrutschen. Kontrolliere deshalb seine Lage, bevor die nächste automatische Bewässerung startet.
Markiere den Verlauf des Schlauchs bei dichter Bepflanzung mit kleinen Stäben oder einem Beetplan. So wird er beim Hacken oder Nachpflanzen nicht versehentlich beschädigt.
Bei ungewöhnlich geringem Durchfluss
Schließe den Wasserhahn, trenne den Schlauch und spüle die Zuleitung. Kontrolliere anschließend:
- Wasserhahn,
- Anschlussfilter,
- Regulierventil,
- Endstück,
- Verteiler,
- Schlauchknicke,
- poröse Schlauchabschnitte.
Verwende keine aggressiven Entkalker oder Reinigungsmittel, sofern der Schlauch nicht ausdrücklich dafür geeignet ist. Rückstände könnten in das Hochbeet gelangen oder das Material beschädigen.
Winterfest machen
Die Bewässerungssteuerung ist nicht für einen wassergefüllten Winterbetrieb bei Frost gedacht.
Vor dem ersten Frost:
- Wasserhahn schließen.
- Steuerung abnehmen.
- Gartenschlauch und Schwitzschlauch vollständig entleeren.
- Filter reinigen.
- Batterie entnehmen.
- Steuerung trocken und frostfrei lagern.
- Bodenfeuchtesensor ausbauen und frostfrei aufbewahren.
- Dichtungen auf Verschleiß kontrollieren.
- Offene Leitungsenden vor Schmutz und Insekten schützen.
Auch wenn ein Schlauch äußerlich trocken wirkt, kann sich in Bögen und tiefen Stellen noch Wasser befinden. Lege ihn deshalb möglichst mit Gefälle aus oder hebe einzelne Abschnitte an, damit Restwasser ablaufen kann.

Saisonale Einstellungen für Deutschland
März und April
In vielen Regionen ist der Boden noch kühl und enthält Winterfeuchtigkeit. Automatische Programme sind häufig noch nicht nötig.
Bei frühen Aussaaten steht die gleichmäßige Feuchte der obersten Bodenschicht im Vordergrund. Diese lässt sich mit dem Schwitzschlauch allein nicht immer sicher halten.
Kontrolliere besonders an sonnigen Frühlingstagen. Kalter Wind kann die Oberfläche stark austrocknen, obwohl die tieferen Schichten noch feucht sind.
Mai und Juni
Mit zunehmender Blattmasse steigt der Verbrauch. Beginne mit wenigen ausgewählten Bewässerungstagen und kontrolliere die Wurzeltiefe.
Jungpflanzen sollten nicht dauerhaft nur oberflächlich bewässert werden. Eine ausreichend tiefe, aber nicht übermäßige Bewässerung fördert die Erschließung eines größeren Wurzelraums.
Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt, eine Mulchschicht aufzubringen.
Juli und August
Nun erreichen Fruchtgemüse und große Blattkulturen ihren höchsten Bedarf.
Sinnvoll sind:
- früher Bewässerungsstart,
- kontrollierte Erhöhung der Gesamtmenge,
- Aufteilung in zwei morgendliche Teilgaben,
- Mulch,
- zusätzliche Kontrolle an windigen Tagen,
- Bodenfeuchtesensor bei wechselhaftem Wetter.
Erhöhe die Wassermenge nicht allein aufgrund hoher Lufttemperaturen. Prüfe zuerst den Boden. Ein gut gemulchtes, tief durchfeuchtetes Hochbeet kann länger auskommen als eine trockene Oberfläche vermuten lässt.
September und Oktober
Mit kürzeren Tagen und niedrigeren Temperaturen sinkt der Verbrauch. Deaktiviere einzelne Wochentage oder reduziere die Laufzeit.
Lasse kein Hochsommerprogramm bis zum Saisonende unverändert weiterlaufen.
Späte Kohlarten können weiterhin einen beachtlichen Bedarf haben. Abgeerntete oder nur noch locker bepflanzte Beete benötigen dagegen deutlich weniger Wasser.
Regionale Besonderheiten
Sandige Böden in Nord- und Ostdeutschland
Sandige Erde speichert weniger pflanzenverfügbares Wasser. Das Wasser bewegt sich eher nach unten und bildet eine schmalere feuchte Zone.
Sinnvoll sind:
- geringere Schlauchabstände,
- kleinere Einzelgaben,
- häufigere Kontrollen,
- mehr organische Substanz,
- Mulch.
Lehmige Böden in Mittel- und Süddeutschland
Lehm kann viel Wasser speichern, nimmt größere Gaben aber teilweise langsam auf.
Hier helfen:
- längere Abstände zwischen Bewässerungstagen,
- aufgeteilte Programme,
- lockere Bodenstruktur,
- Vermeidung von Verdichtung.
Windige Küsten- und Höhenlagen
Wind erhöht die Verdunstung auch bei mäßigen Temperaturen. Ein sonniges Hochbeet in windoffener Lage kann mehr Wasser benötigen als ein geschütztes Beet in einer wärmeren Region.
Ein Windschutz kann den Wasserbedarf deutlich senken, darf das Beet aber nicht vollständig von der Luftzirkulation abschneiden.
Gebiete mit hartem Leitungswasser
In Kalkregionen sollten Schwitzschlauch und Regulierventil häufiger kontrolliert werden. Ein Partikelfilter verhindert keine mineralischen Ablagerungen.
Gesammeltes Regenwasser kann eine gute Alternative sein, sofern es sauber gespeichert, gefiltert und mit ausreichendem Druck gefördert wird.
FAQ zur automatischen Hochbeet-Bewässerung
Wie lange sollte ein Schwitzschlauch im Hochbeet laufen?
Die Laufzeit lässt sich nicht pauschal festlegen. Miss die Literleistung des installierten Schlauchs und berechne:
Beetfläche × gewünschte Liter je m² ÷ Liter pro Minute = Laufzeit
Kontrolliere anschließend die Feuchtigkeit in 15 bis 20 Zentimetern Tiefe.
Wie oft muss ein Hochbeet automatisch bewässert werden?
Bei mildem Wetter können ein bis drei Durchgänge pro Woche reichen. Während heißer, trockener Phasen oder bei Gurken, Zucchini und Kohl kann eine tägliche oder zweitägliche Versorgung nötig werden.
Bodenart, Pflanzengröße, Mulch, Wind und Niederschlag sind entscheidender als ein fester Kalender.
Kann die GARDENA Select an eine Regentonne angeschlossen werden?
Nur dann zuverlässig, wenn ausreichender Betriebsdruck und ein geeigneter Durchfluss vorhanden sind. Eine normale, niedrig stehende Regentonne erreicht den benötigten Druck durch Schwerkraft meist nicht. In der Regel ist eine Pumpe erforderlich.
Brauche ich einen Druckminderer?
Das hängt vom Schwitzschlauch ab. Die Bewässerungssteuerung kann für einen höheren Druck ausgelegt sein als der angeschlossene poröse Schlauch.
Besitzt der Schlauch ein Regulierventil, sollte dieses entsprechend der Produktvorgaben eingestellt werden. Bei sehr hohem Leitungsdruck kann ein geeigneter Druckminderer sinnvoll sein.
Kann ich mit einer Select mehrere Hochbeete bewässern?
Ja, sofern alle Hochbeete gleichzeitig und mit einem ähnlichen Wasserbedarf bewässert werden können.
Die angeschlossenen Leitungen müssen hydraulisch ausgeglichen werden. Unabhängige Zeitpläne für einzelne Beete sind mit der Select allein nicht möglich.
Sollte der Schwitzschlauch unter oder über dem Mulch liegen?
Am besten liegt er direkt auf der Erde und unter einer lockeren Mulchschicht. So gelangt das Wasser ohne Umweg in den Boden, während der Schlauch zugänglich bleibt.
Tiefes Eingraben ist nur bei ausdrücklicher Eignung des Schlauchs empfehlenswert.
Ist ein Bodenfeuchtesensor notwendig?
Nein. Ein gut kalibriertes System kann auch ohne Sensor funktionieren.
Der Sensor ist besonders nützlich, wenn natürliche Niederschläge stark schwanken oder das Hochbeet nicht überdacht ist. Er ersetzt aber weder die korrekte Laufzeit noch regelmäßige Kontrollen.
Was passiert, wenn der Bodenfeuchtesensor ausfällt?
Je nach Aufbau kann die Bewässerungssteuerung mit dem eingestellten Zeitprogramm weiterarbeiten. Die feuchteabhängige Unterdrückung fällt dann aus.
Die Sensorbatterien und Anzeigen sollten deshalb vor längerer Abwesenheit kontrolliert werden.
Was passiert bei einer schwachen Batterie der Select?
Ist die Batterie zu schwach, um einen neuen Vorgang sicher zu steuern, sollte dieser nicht mehr gestartet werden. Die Batterieanzeige warnt vorher.
Verlasse dich vor einem Urlaub dennoch nicht auf eine alte Batterie, deren Restlaufzeit unbekannt ist.
Kann der Schwitzschlauch dauerhaft im Hochbeet bleiben?
Während der Gartensaison ja, sofern er nicht bei der Bodenbearbeitung beschädigt wird.
Im Winter sollte er entleert werden. Vor tiefem Hacken, Graben oder dem Austausch größerer Erdmengen sollte seine Lage markiert oder der Schlauch herausgenommen werden.
Automatische Bewässerung beginnt mit Messen, nicht mit Programmieren
Die Kombination aus GARDENA Bewässerungssteuerung Select und Schwitzschlauch ist eine einfache und wirkungsvolle Lösung, um ein Hochbeet automatisch zu bewässern. Sie kommt ohne Stromanschluss und App aus, bietet drei flexible Zeitpläne und lässt sich um einen Bodenfeuchtesensor ergänzen.
Ihre Zuverlässigkeit hängt jedoch weniger von der Anzahl der Programme als von der Vorbereitung ab:
- Wasserleistung messen,
- Schlauch gleichmäßig verlegen,
- Wassermenge je Quadratmeter berechnen,
- Wurzeltiefe kontrollieren,
- Pflanzen mit ähnlichem Bedarf zusammenfassen,
- Programme saisonal anpassen,
- Anlage vor dem Urlaub testen.
Ein gutes Bewässerungssystem nimmt dir die tägliche Gießrunde ab. Es nimmt dir aber nicht die Beobachtung des Gartens ab. Genau diese Verbindung aus Technik und Pflanzenkenntnis macht aus einer Zeitschaltuhr ein funktionierendes Werkzeug für die Selbstversorgung.
Wer Boden, Wasserbedarf und Anbauplanung noch systematischer verstehen möchte, kann sich in der Heimatwurzel Akademie intensiver damit beschäftigen, wie aus einzelnen Gartentipps ein dauerhaft tragfähiges Selbstversorger-System entsteht.
Das Hochbeet als kleine Bewässerungsanlage verstehen
Die meisten Anleitungen enden bei der Frage, welcher Schlauch an welchen Anschluss gehört. Für eine wirklich belastbare Anlage reicht das nicht. Wer mehrere Monate zuverlässig bewässern möchte, muss das Hochbeet als Zusammenspiel aus Wasserquelle, Hydraulik, Boden und Pflanzen betrachten.
1. Die Wasserbilanz des Hochbeets
Die benötigte Wassermenge entsteht aus mehreren Größen:
Pflanzenverbrauch + Verdunstung – nutzbarer Regen – gespeicherte Bodenfeuchte
Der Verbrauch ist nicht konstant. Eine frisch gesetzte Tomate mit wenigen Blättern braucht nur einen Bruchteil der Wassermenge einer zwei Meter hohen Pflanze mit zahlreichen Früchten.
Auch Regen ist nicht automatisch vollständig nutzbar:
- Ein Teil bleibt an Blättern hängen.
- Bei trockenem, wasserabweisendem Boden kann Wasser seitlich ablaufen.
- Ein Hochbeet unter einem Dachüberstand erhält kaum Niederschlag.
- Starkregen kann unten wieder austreten, bevor die gesamte Erde gleichmäßig durchfeuchtet wurde.
- Wind kann feinen Regen am Beet vorbeitragen.
- Dichte Pflanzenbestände leiten Regen teilweise an den Hochbeetrand.
Deshalb ist es fachlich sauberer, die Bewässerung nicht nach Wetter-App oder Tageshöchsttemperatur allein einzustellen. Entscheidend ist die tatsächlich vorhandene Feuchtigkeit im durchwurzelten Bereich.
Eine einfache Wochenbilanz
Angenommen, dein 2,4-m²-Hochbeet benötigt während einer warmen Wachstumsphase durchschnittlich drei Liter je Quadratmeter und Tag:
2,4 m² × 3 l × 7 Tage = 50,4 Liter pro Woche
Fallen zehn Millimeter nutzbarer Regen, entsprechen diese:
2,4 m² × 10 l/m² = 24 Liter
Der rechnerische zusätzliche Bedarf läge dann bei:
50,4 – 24 = 26,4 Liter
In der Praxis wird dieser Wert durch vorhandene Bodenreserven, Beschattung und Pflanzenentwicklung verändert. Die Rechnung zeigt dennoch, warum starre tägliche Laufzeiten häufig zu viel Wasser ausbringen.
2. Der Druck am Wasserhahn ist nicht der Druck am Schlauchende
Zwischen Wasserhahn und letztem Meter Schwitzschlauch entstehen Druckverluste durch:
- die Bewässerungssteuerung,
- Schlauchkupplungen,
- Filter,
- enge Winkel,
- lange Zuleitungen,
- geringe Schlauchdurchmesser,
- T-Stücke,
- Höhenunterschiede,
- den Durchfluss selbst.
Je mehr Wasser durch eine enge Leitung fließt, desto größer wird der Reibungsverlust.
Ein hoher Druck am geschlossenen Wasserhahn sagt deshalb noch wenig über den Druck während des laufenden Systems aus. Für die gleichmäßige Wasserverteilung ist der Fließdruck unter realen Betriebsbedingungen entscheidend.
Der richtige Aufbau bei langen Entfernungen
Liegt das Hochbeet weit vom Haus entfernt, sollte der Weg bis zum Beet mit einer ausreichend dimensionierten normalen Zuleitung überbrückt werden. Erst am Hochbeet beginnt der poröse Schlauch.
Ein langer Schwitzschlauch als reine Transportleitung wäre ungünstig: Er würde bereits auf dem Weg Wasser verlieren und am eigentlichen Beet nur noch einen Teil des Drucks erhalten.
Mehrere Beete parallel anschließen
Werden zwei gleich große Hochbeete über ein T-Stück versorgt, heißt das nicht automatisch, dass jedes Beet die Hälfte des Wassers erhält.
Schon kleine Unterschiede verändern die Verteilung:
- ein Ast ist zwei Meter länger,
- ein Verbinder ist enger,
- ein Schlauch ist stärker verkalkt,
- ein Beet liegt höher,
- ein Regulierventil steht weiter offen.
Jeder Ast sollte deshalb ein eigenes manuelles Regulierventil erhalten. Anschließend wird die Wassermenge pro Beet separat gemessen.
Nach jeder größeren Änderung am System muss neu kalibriert werden. Wird ein zweites Hochbeet angeschlossen, sinkt möglicherweise die Abgabe des ersten.
3. Mindestdurchfluss und Ventilsicherheit
Die Select benötigt nicht nur Mindestdruck, sondern auch eine ausreichende Wasserabnahme. Das ist bei einem längeren Schwitzschlauch meist unproblematisch.
Kritisch kann es bei einem extrem kleinen System werden, etwa wenn:
- nur ein sehr kurzes Schlauchstück angeschlossen ist,
- das Regulierventil fast geschlossen wird,
- ein Filter stark zugesetzt ist,
- nur wenige Einzeltropfer laufen.
Ein vermeintlich wassersparendes, extrem gedrosseltes System kann dadurch technisch unzuverlässig werden.
4. Wie sich Wasser in verschiedenen Böden ausbreitet
Wasser bewegt sich nicht nur nach unten. Durch Kapillarkräfte verteilt es sich auch seitlich. Die Form des durchfeuchteten Bereichs hängt von der Bodenstruktur ab.
Sandige Erde
Große Poren lassen Wasser schnell nach unten fließen. Die seitliche Ausbreitung ist geringer.
Folgen für die Planung:
- Schlauchbahnen enger legen,
- kleinere Mengen häufiger geben,
- besonders zwischen den Bahnen kontrollieren,
- Humus und Mulch zur Verbesserung der Speicherfähigkeit nutzen.
Lehmig-humose Erde
Lehm und Humus halten Wasser besser. Die feuchte Zone verbreitert sich stärker.
Folgen:
- größere Schlauchabstände sind möglich,
- längere Pausen zwischen Bewässerungstagen,
- dennoch auf Verdichtungen achten.
Schwere, tonreiche Erde
Sehr feine Poren halten viel Wasser, nehmen größere Mengen aber langsam auf. Die Oberfläche kann nass erscheinen, während tiefer gelegene Bereiche noch trocken sind.
Folgen:
- Bewässerung auf zwei Programme aufteilen,
- ausreichend lange Pause zwischen den Teilgaben,
- Bodenstruktur mit reifem Kompost und schonender Lockerung verbessern,
- Staunässe vermeiden.
Stark organische Hochbeeterde
Sehr trockene torf-, faser- oder kompostreiche Mischungen können Wasser zunächst abstoßen. Es bilden sich bevorzugte Fließwege entlang von Rissen oder Hochbeetwänden.
Hier ist die Kombination aus kurzer Vorbewässerung und späterer Hauptgabe besonders wirksam.
5. Die Schlauchabstände durch einen Bodenquerschnitt bestimmen
Statt sich dauerhaft auf pauschale Abstände zu verlassen, kannst du das Feuchtebild sichtbar machen.
So gehst du vor:
- Bewässere mit der berechneten Testmenge.
- Warte 45 bis 60 Minuten.
- Öffne an einer freien Stelle vorsichtig einen schmalen, etwa 20 Zentimeter tiefen Querschnitt quer zu den Schlauchbahnen.
- Beobachte Form und Breite der dunkleren, feuchten Zonen.
- Schließe die Stelle wieder.
Überlappen sich die feuchten Zonen leicht, ist der Abstand passend.
Bleibt zwischen ihnen ein trockener Streifen, müssen die Schlauchbahnen näher zusammen oder länger betrieben werden. Eine längere Laufzeit erhöht allerdings vor allem die Tiefe. Sehr große seitliche Lücken lassen sich daher nicht immer durch mehr Wasser ausgleichen.
6. Bewässerung in Impulse aufteilen
In professionellen Bewässerungsanlagen wird eine große Wassermenge bei problematischen Böden häufig in mehrere Abschnitte geteilt. Zwischen den Wassergaben liegt eine Einweichpause.
Mit der Select lässt sich dieses Prinzip vereinfacht nachbilden.
Beispiel für wasserabweisende Erde
Gesamtbedarf: 24 Liter
Gemessene Leistung: 1,5 Liter pro Minute
Gesamtlaufzeit: 16 Minuten
Programmierung:
- P1 um 5:15 Uhr: vier Minuten
- Pause: 30 Minuten
- P2 anschließend: zwölf Minuten
Die erste Teilgabe benetzt die Oberfläche und verbessert die Wasseraufnahme. Die zweite Teilgabe verteilt sich anschließend gleichmäßiger.
Beispiel für schweren Boden
- P1: acht Minuten
- Pause: 45 bis 60 Minuten
- P2: acht Minuten
Hier dient die Pause dazu, oberflächlichen Wasserstau und seitliches Überlaufen zu vermeiden.
P3 sollte erst genutzt werden, wenn zwei Teilgaben nachweislich nicht genügen. Mehr Programme bedeuten nicht automatisch eine bessere Versorgung.
7. Wasser und Sauerstoff gehören zusammen
Wurzeln nehmen Wasser nicht passiv wie ein Schwamm auf. Sie sind lebendes Gewebe und benötigen Sauerstoff für ihren Stoffwechsel.
In dauerhaft wassergesättigtem Boden werden die luftgefüllten Poren mit Wasser gefüllt. Typische Folgen sind:
- gehemmtes Wurzelwachstum,
- gelbliche Blätter,
- verminderte Nährstoffaufnahme,
- Wurzelfäule,
- unangenehm fauliger Geruch,
- erhöhte Anfälligkeit für bodenbürtige Krankheiten.
Das Ziel ist deshalb nicht „möglichst feucht“, sondern eine gute Balance:
- ausreichend Wasser im Wurzelraum,
- gleichzeitig luftführende Poren,
- zwischen den Bewässerungen leichte Abtrocknung,
- kein vollständiges Austrocknen empfindlicher Kulturen.
Ein Bodenfeuchtesensor kann dabei helfen, ersetzt aber nicht die Prüfung der Bodenstruktur und des Wasserabzugs.
8. Die wichtigsten Ausfallarten kennen
Ein zuverlässiges System wird nicht nur für den Normalbetrieb geplant. Es wird auch daraufhin geprüft, was bei einem Fehler passiert.
Batterie der Select wird schwach
Die Steuerung sollte bei unzureichender Energie keinen neuen automatischen Vorgang mehr starten.
Folge für die Pflanzen: Sie erhalten kein Wasser. Vor längerer Abwesenheit muss deshalb der Batteriestand geprüft werden.
Sensorbatterien werden leer
Die Steuerung kann je nach Konfiguration mit dem eingestellten Zeitprogramm weiterarbeiten.
Folge: Die feuchteabhängige Unterdrückung fällt aus. Das Beet kann trotz feuchter Erde bewässert werden.
Schlauch löst sich hinter der Steuerung
Die Select erkennt einen Wasserverlust hinter ihrem Ausgang nicht.
Folge: Wasser läuft außerhalb des Hochbeets aus. Kupplungen müssen deshalb gegen Zug gesichert und regelmäßig geprüft werden.
Bedienteil wird während eines geöffneten Ventils entfernt
Entferne das Bedienteil nur bei geschlossenem Ventil. Andernfalls kann es zu unerwartetem Betriebsverhalten kommen.
Filter setzt sich zu
Der Durchfluss sinkt schleichend. Die eingestellte Laufzeit bleibt gleich, die tatsächlich ausgebrachte Wassermenge nimmt aber ab.
Folge: Das Beet trocknet trotz unverändertem Programm aus. Regelmäßige Durchflussmessungen erkennen diesen Fehler früher als der Blick auf die Uhr.
9. Mit dem Wasserzähler Leckagen erkennen
Ein Zwischenzähler ist nicht nur zur Kalibrierung nützlich.
Kennst du die normale Wassermenge eines Programms, kannst du Abweichungen erkennen.
Beispiel:
- normale 16-Minuten-Bewässerung: 24 Liter,
- plötzlich gemessene Menge: 37 Liter.
Das deutet möglicherweise auf:
- eine gelöste Kupplung,
- einen gerissenen Schlauch,
- ein offenes Endstück,
- eine stark veränderte Ventilstellung
hin.
Sinkt der Wert dagegen auf 15 Liter, kommen ein zugesetzter Filter, geringerer Druck oder verstopfte Schlauchporen infrage.
10. Aus Beobachtungen ein eigenes Bewässerungsprofil entwickeln
Notiere über zwei bis drei Wochen:
| Datum | Wetter | Pflanzenphase | Laufzeit | Liter | Feuchte in 10 cm | Feuchte in 20 cm | Änderung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 12.06. | Mild, bewölkt | Salatwachstum | 12 Min. | 18 l | Gut | Leicht trocken | +2 Min. |
| 16.06. | Warm, windig | Fruchtansatz | 16 Min. | 24 l | Gut | Gut | Unverändert |
| 20.06. | Regen | Fruchtansatz | Übersprungen | 0 l | Feucht | Feucht | Keine |
Nach kurzer Zeit entstehen belastbare Saisonprofile:
- Frühjahrsprogramm,
- Normalprogramm,
- Hochsommerprogramm,
- Urlaubsprogramm,
- Herbstprogramm.
Das ist der entscheidende Schritt von einer bloßen Zeitschaltung zu einer wirklich bedarfsgerechten Hochbeet-Bewässerung.
11. Bewässerungszonen nach Pflanzenbedarf aufbauen
Ein besonders häufiger Planungsfehler besteht darin, das Hochbeet als eine einheitliche Fläche zu betrachten. Tatsächlich können sich auf zwei Quadratmetern sehr unterschiedliche Wasserbedürfnisse begegnen.
Eine Gurke beschattet mit ihren großen Blättern den Boden, verbraucht aber gleichzeitig viel Wasser. Ein kleiner Thymian daneben bleibt trockenheitsverträglich und kann unter derselben Wassermenge leiden.
Für eine automatische Bewässerung sind drei Strategien sinnvoll:
Pflanzen mit ähnlichem Bedarf gruppieren
Setze durstige Kulturen möglichst in denselben Beetbereich. Trockenheitsverträgliche Kräuter erhalten einen eigenen Abschnitt oder ein separates Gefäß.
Schlauchabstände anpassen
Im Bereich von Gurken oder Zucchini kann der Schlauch näher an der Hauptwurzelzone liegen. Bei trockenheitsverträglichen Pflanzen bleibt mehr Abstand.
Durchfluss abschnittsweise regulieren
Bei größeren Hochbeeten können getrennte Schlauchabschnitte mit manuellen Ventilen sinnvoll sein. Sie laufen zwar zur gleichen Zeit, geben aber unterschiedliche Wassermengen ab.
12. Das Hochbeet nicht nach sichtbarem Welken allein steuern
Welke Blätter bedeuten nicht immer trockenen Boden.
Großblättrige Pflanzen wie Zucchini können an sehr heißen Nachmittagen vorübergehend Wasser verdunsten, obwohl der Boden noch ausreichend feucht ist. Am Abend richten sich die Blätter häufig wieder auf.
Wer in diesem Moment automatisch eine zusätzliche große Wassergabe startet, riskiert Überwässerung.
Prüfe deshalb zuerst:
- Ist die Erde in zehn Zentimetern Tiefe trocken?
- Erholen sich die Pflanzen am Abend?
- Sind nur einzelne Blätter oder die gesamte Pflanze betroffen?
- Liegen Schäden an Wurzeln oder Stängelbasis vor?
- Ist die Wasserverteilung im Beet gleichmäßig?
Die Bewässerung sollte nach Bodenfeuchte und Pflanzenentwicklung gesteuert werden, nicht allein nach dem Erscheinungsbild während der heißesten Tagesstunde.
Weitere Hersteller und Alternativen zur GARDENA Select
Die GARDENA Bewässerungssteuerung Select ist eine von mehreren Möglichkeiten, ein Hochbeet, einen Schwitzschlauch oder ein Tropfbewässerungssystem automatisch zu steuern. Für direkt am Wasserhahn montierte Bewässerungscomputer und Zeitschaltlösungen kommen beispielsweise auch Geräte von Hozelock, Claber, Rain Bird und Orbit infrage. Kärcher bietet ebenfalls Lösungen für die automatische Gartenbewässerung an. Bei größeren, fest installierten oder mehrzonigen Bewässerungsanlagen gehören unter anderem Rain Bird und Hunter zu den bekannten Anbietern.
Die verschiedenen Systeme sind jedoch nicht in jedem Punkt unmittelbar miteinander vergleichbar. Je nach Hersteller und Modell unterscheiden sie sich beispielsweise hinsichtlich:
- der Anzahl programmierbarer Bewässerungszeiten,
- der möglichen Laufzeiten,
- der Anzahl unabhängig steuerbarer Ausgänge,
- der Bedienung direkt am Gerät,
- einer möglichen App- oder WLAN-Steuerung,
- der Unterstützung von Bodenfeuchte- oder Regensensoren,
- des erforderlichen Wasserdrucks und Mindestdurchflusses,
- der Kompatibilität mit Schlauch-, Tropf- und Stecksystemen,
- der Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Erweiterungen.
Ein einfach programmierbarer Wasserhahn-Computer kann für ein einzelnes Hochbeet vollkommen ausreichen. Wer mehrere Beete unabhängig voneinander bewässern, verschiedene Pflanzenbereiche getrennt steuern oder die Bewässerung per App anpassen möchte, benötigt möglicherweise ein System mit mehreren Ausgängen oder einzeln steuerbaren Bewässerungszonen.
Für den Betrieb eines Schwitzschlauchs ist nicht allein die Marke der Steuerung ausschlaggebend. Entscheidend sind vor allem der vorhandene Wasserdruck, der tatsächliche Durchfluss, die zulässige Schlauchlänge, passende Anschlüsse und die Möglichkeit, die Wassermenge sinnvoll zu regulieren. Komponenten verschiedener Hersteller können teilweise miteinander kombiniert werden, sofern Gewinde, Kupplungen, Druckbereich und Durchfluss zusammenpassen. Vor einer herstellerübergreifenden Kombination sollten deshalb immer die technischen Angaben der beteiligten Produkte geprüft werden.
Der Schwerpunkt dieses Artikels liegt auf der GARDENA Select, weil Aufbau, Bedienung und Programmierung anhand dieses konkreten Gerätes erklärt wurden. Daraus ergibt sich weder ein allgemeiner Testsieg noch die Aussage, dass dieses Modell den Produkten anderer Hersteller grundsätzlich überlegen ist. Je nach Garten, Wasserquelle, gewünschtem Bedienkomfort und vorhandenem Bewässerungssystem kann eine Alternative eines anderen Anbieters ebenso geeignet oder im Einzelfall sogar passender sein.
Die genannten Hersteller stellen eine beispielhafte und nicht vollständige Auswahl dar. Modelle, Funktionen, technische Daten und Produktverfügbarkeit können sich verändern. Alle Marken- und Produktnamen werden ausschließlich zur eindeutigen redaktionellen Einordnung verwendet und bleiben Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber.
Transparenzhinweis
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag entstand redaktionell unabhängig. Es bestand keine bezahlte Kooperation mit GARDENA oder einem anderen genannten Hersteller. Das beschriebene Produkt wurde selbst beschafft. Die Auswahl und Bewertung erfolgten ohne inhaltliche Einflussnahme durch die genannten Unternehmen.
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Hobbykoch, Gartenliebhaber und Autor